1. Einleitung
Die von Karlheinz Ruhstorfer postulierte Kon-Stellation einer christlichen âbig storyâ kann freilich auf die Geburtsstunde der Theo-logie nicht verzichten. Mit der Geburtsstunde ist das Bekenntnis âzur rationalen Verantwortung des Glaubensâ1 gemeint, also die Epoche der sog. Kirchenväter, die âeine epochal neue Denkform: Glaubenâ2 hervorbrachte. Betrachtet man mit Ruhstorfer die patristische Epoche als einen gleichberechtigten Moment der Zusammen-Stellung in Form der âDifferenz 1.0â3, lohnt es sich darüber hinaus, die grundsätzliche Frage nach der Stellung der Patristik innerhalb der Theologie zu stellen, aber auch das Zukunftspotenzial dieser Epoche auszuarbeiten. Dies soll im Folgenden in drei Schritten erfolgen: Nach der Darstellung des immer schwieriger werdenden Zugangs zur Patristik (2), soll (3) die allgemeine Bedeutung der Patristik für die Theologie und anschlieÃend (4) die spezifische Bedeutung der Väter für die systematische Theologie skizziert werden.
2. Das Studium der Patristik als Herausforderung
Dass das Studium der Kirchenväter im Rahmen des Theologiestudiums einen wichtigen Platz einnimmt, würde wohl kaum jemand bestreiten. Ob man sie im Rahmen eines eigenständigen Faches Patristik/Patrologie oder eher im Rahmen der Kirchen- oder Dogmengeschichte behandelt, ist dagegen schon weniger konsensfähig. Unabhängig vom fachlichen Ort â und der damit zusammenhängenden Hermeneutik â dieser Beschäftigung, steht ein Studium der Kirchenväter gegenwärtig vor groÃen Herausforderungen. Einige von ihnen brachte Hans Urs von Balthasar schon im Jahr 1939 gekonnt zur Sprache:
So wenigstens glauben wir heute die Väterzeit sehen zu müssen, und eine fast romantische Sehnsucht zieht Theologen wie Laien in dieses verlorene Paradies zurück. Zwar gleicht die Patristik nicht selten auch darin einem verlorenen Paradies, daà die wenigsten es mit eigenen Augen zu sehen bekommen: das geordnete Schlachtheer der Migne-Bände bietet einen gar zu schreckhaften Anblick. Man kennt die Väter vom Hörensagen, von Zusammenfassungen oder kurzen Ãbersetzungen her.4
Die Tore des âverlorenen Paradiesesâ haben sich zwar inzwischen durch mehrere Ãbersetzungsprojekte und zweisprachige Ausgaben leicht geöffnet, sodass man einen Blick hineinwagen kann, doch die Anzahl der Migne-Bände hat an ihrer Schreckhaftigkeit nichts verloren.5 Auch wenn man diesen Schreck überwindet, wird das Bild durch die Sprachkenntnisse verstellt: Griechischkenntnisse beschränken sich oft auf die Fähigkeit des unsicheren Umgangs mit dem Neuen Testament, unser Latein wird â um bei von Balthasar zu bleiben â âuns immer peinvollerâ6. Auch die im Zitat erwähnten Zusammenfassungen bieten wohl einen Ãberblick oder geistige Nahrung, lösen aber keineswegs die Begeisterung aus, die 1938 das âCatholicismeâ Henri de Lubacs ausgelöst haben soll.
Den Schwierigkeiten des Umgangs mit den Kirchenvätern widmete sich 1989 auch die Kongregation für das katholische Bildungswesen7, welche einige Hindernisse in der neueren Theologie diagnostizierte. Die Kongregation spricht zunächst von Theologie-immanenten Faktoren: von der Befangenheit einiger Strömungen einerseits in einem âreinen Biblizismusâ und andererseits im âHistorizismusâ (ISKP 8). Als weitere Gründe für den fehlenden Umgang mit den Vätern werden die moderne Exegese genannt, welche bei den Vätern einen verkürzten Umgang mit der Bibel sehen würde (ISKP 9), und eine âverfehlte Auffassung der Traditionâ, die sich in ihr keine Antworten auf die gegenwärtigen Fragen erhofft (ISKP 10). In einem zweiten Schritt zählt die Kongregation externe Faktoren auf: mangelnde Sprachkenntnisse, den kulturellen Wandel, der vom technologischen Denken geprägt sei, den fehlenden Platz für Patristik in neuen Studienprogrammen und die fehlenden Werke der Väter in den Bibliotheken (ISKP 11â12). Die von der Bildungskongregation genannten Aspekte lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner der Nichtbeachtung bringen: Die Väter werden als nicht mehr zeitgemäà oder nach geltenden wissenschaftlichen Kriterien als unterlegen betrachtet und somit gar nicht oder nur bedingt als für die theologische Arbeit geeignet angesehen.
Neben dieser Tendenz der Nichtbeachtung der Väter lässt sich auÃerdem eine Tendenz der Romantisierung der Väterzeit konstatieren. Diese wurde schon mit von Balthasars Bild des âverlorenen Paradiesesâ angedeutet und von ihm wie folgt auf den Punkt gebracht:
Die weite Welt der Kirchenväter, die sich uns damit eröffnet, und die nach rückwärts unmittelbar in die Periode des Urchristentums, der Apostel und des Evangeliums selbst ausmündet, gibt sich uns von vornherein als die Region der Ursprünge, der unverfälschten Quellen, der Urtradition, die noch durch keine Rationalisierung verdeckt oder gar verbogen ist. [â¦] Es war im Grunde, von den unumgänglichen Kämpfen um dogmatische Formeln gegen Häretiker abgesehen, eine mystisch-liturgische Gemeinde, ein âpneumatischesâ Christentum, in welchem jene ursprünglichen christlichen Erfahrungen und Wirklichkeiten noch âexistenziellâ gelebt wurden, und auch der richtbare hierarchische Aufbau der römischen Kirche mit seiner immer wachsenden Zentralisation, seinem Beamtenapparat und seiner Unpersönlichkeit erst in den Anfängen stand.8
Dass ein solches Bild der patristischen Zeit verlockend erscheinen kann, lässt sich nachvollziehen. Teilweise trifft dies auch zu: âGröÃe, Tiefe, Kühnheit, Wendigkeit, Sicherheit und eine flammende Liebe, alle Tugenden der Jugend, sind der patristischen Theologie eigen.â9 Oder mit Robert Louis Wilken gesprochen: âThe intellectual effort of the early church was at the service of a much loftier goal than giving conceptual form to Christian belief. Its mission was to win the hearts and minds of men and women and to change their lives. [â¦] The church gave men and women a new love, Jesus Christ, a person who inspired their actions and held their affections.â10 Doch diese Medaille hat auch eine andere Seite: Bei all diesen Eigenschaften darf nicht übersehen werden, dass viele Auffassungen der Väter überholt sind oder als heterodox gelten.11 Es darf auch nicht übersehen werden, dass die Väter-Exegese oft selektiv und fragmentarisch war, dass sie ein feindliches Verhältnis zur Gesellschaft pflegten und den Antisemitismus befeuerten â um nur einige Punkte zu nennen. Auch philosophisch muss angemerkt werden, dass wir den geistigen Horizont dieser längst vergangenen Epoche schlicht nicht mehr teilen: Auch wenn sich die Leistung der Väter im Ausdrücken des Evangeliums in Kategorien des (Neu)Platonismus nicht überschätzen lässt, wäre nichts âgefahrvoller, als von unserem völlig verschiedenen Standort aus eine reine, vorbehaltlose Rückkehr zum patristischen Platonismus zu fordern. Denn wir haben durch eine jahrtausendelange Reifung die Grenze dieses Platonismus immer deutlicher verstehen gelernt und können nicht ungestraft diese Entwicklung rückgängig machen wollenâ12. Bei aller Wertschätzung der Väter dürfen also ihre Grenzen nicht übersehen werden.
Eine dritte Tendenz besteht schlieÃlich in einer Instrumentalisierung der Väterzeit, die wiederum in dem bereits zitierten Kongregationsdokument angemerkt wird. Das Dokument fordert eine Befreiung von zwei Ansichten, die sich darin äuÃern,
sich anachronistisch, unter MiÃachtung der lebendigen Ãberlieferung der Kirche in den Schriften der Väter zu verschanzen, so daà die nachpatristische Kirche bis heute als fortschreitend dekadent dasteht; ferner jene, die das historische Faktum willkürlich aktualisiert, ohne den berechtigten Fortschritt und die Objektivität der Situation zu berücksichtigen. (Pkt. 55)
Die Väter dürfen also weder als einfaches Argument gegen die weitere Entwicklung der Kirche und Theologie verwendet noch als Lösung für Gegenwartsprobleme übernommen werden.
Angesichts dieser Herausforderungen stellt sich die Frage, welcher Umgang mit der Patristik angebracht wäre: Welchen Grund und vor allem welchen Nutzen â jenseits des historischen Interesses â hat das Kirchenväterstudium im Allgemeinen und für eine/n systematische/n Theologen oder Theologin im Besonderen?
3. Warum die Kirchenväter studieren?
Bevor der Fokus auf die Relevanz der Kirchenväter für die heutige systematische Theologie gelenkt wird, lohnt es sich, noch einmal einen Blick auf das bereits erwähnte Dokument der Bildungskongregation zu werfen. In diesem wird die Bedeutung des Studiums der Kirchenväter in drei Kategorien eingeteilt: den theologischen Inhalt, die theologische Methode und ihre praktische Bedeutung.
Die inhaltliche Kategorie stellt das Kongregationsdokument unter die Ãberschrift âPrivilegierte Zeugen der Ãberlieferungâ und hält zu Beginn fest, dass die Väter âdie ersten tragenden Strukturen der Kirche sowie lehrhafte und pastorale Haltungen ausgeprägt [haben]â (ISKP 18) und dass sie âder Reinheit der Ursprüngeâ (ISKP 19)13 näherstehen. Konkret handelt es sich um folgende Aspekte: (1) die Väter übermittelten, was sie empfangen hatten, (2) sie legten den biblischen Kanon fest; formulierten die Glaubensbekenntnisse (regula fidei)14, (3) verdeutlichten den Glaubensinhalt, (4) leiteten die Theologie ein und (5) erschufen die Grundlagen der kirchenrechtlichen Disziplin und der Liturgie (ISKP 19â20). In diesen Inhalten würden sich die Väter durch eine Vielfalt auszeichnen, die dennoch auf einem gemeinsamen Fundament steht und es zeigt sich bei ihnen das âPrinzip der Einheit in der Verschiedenheit und des Fortschritts in der Kontinuität [â¦]â (ISKP 21â22; 24). Noch zwei weitere Aspekte werden hervorgehoben: Die Väter dienten in den theologischen Debatten als inhaltliche Argumente (Trient und das Erste Vatikanum postulierten sogar die âeinmütige Ãbereinstimmung der Väterâ) und ihre Lehren haben im Bereich der Liturgie, der Ãkumene und des Dialogs mit nichtchristlichen Religionen die Reformen des Zweiten Vatikanums erst ermöglicht.
Mit Blick auf die zweite Kategorie â die theologische Methode â werden im Kongregationsdokument vier Punkte festgehalten: (1) ein ständiges Zurückgreifen auf die Bibel und die Ãberlieferung, wobei die Ãberlieferung als Norm der Bibelauslegung gilt (ISKP 26â29), (2) das Bewusstsein der christlichen Originalität, die aus der Offenbarung kommt, bei gleichzeitiger Anerkennung einiger Elemente der säkularen Kultur und Philosophie (ISKP 30â32), (3) die daraus resultierende Vertiefung des Glaubens und des dogmatischen Fortschritts, die eine bleibende Bedeutung und eine ökumenische Qualität besitzt (ISKP 33â36) und schlieÃlich (4) eine Sensibilität für das Geheimnis und die Erfahrung des Göttlichen, die einerseits vor dem Rationalismus und anderseits vor dem Fideismus schützen soll (ISKP 37â39). Die Väter â so das Dokument â besitzen also weiterhin eine Relevanz für die heutige Theologie, weil sie sowohl auf der Ebene der theologischen Methode als auch auf der Ebene des âTheologe-Seinsâ, also der Haltung und Lebensführung eines Theologen/einer Theologin, als Vorbilder dienen können (ISKP 40).
SchlieÃlich geht das Dokument auf einige praktische Aspekte der Bedeutung der Väter ein, was die dritte Kategorie ihrer Bedeutung darstellt. Die Väter stellten ein literarisches Erbe ihrer Nationen dar, seien Zeugen einer Begegnung von Christentum und Kultur, Vorbilder einer Spiritualität und eines auf die Pastoral ausgerichteten Apostolats mit einem ausgeprägten Sinn für die kulturellen und sozialen Probleme ihrer Zeit (ISKP 41â46).
Die in diesen drei Kategorien postulierte Relevanz des Studiums der Kirchenväter kann â so das Kongregationsdokument â erkannt werden, wenn die Väter auf eine geeignete Weise studiert werden. Das Dokument unterscheidet zwischen der Patristik, die der Dogmatik zugeordnet, und der Patrologie, die im Bereich der Kirchengeschichte angesiedelt wird. Das Fach âPatristik-Patrologieâ soll aber autonom behandelt werden. Die Handbücher und Lexika sollen als Hilfe dienen, aber die Lektüre der Quellentexte nicht ersetzen. Diese sollen mit der historisch-kritischen Methode, unter Beachtung ihrer Grenzen, gelesen werden. Das Studium sollte interdisziplinär angelegt, die Vermittlung der Materie überlegt werden und mit Blick auf die Reihenfolge der Texte, die geistlichen, pastoralen, katechetischen und sozialen Fragen zuerst behandelt und erst später auf die lehrhaften Texte eingegangen werden (ISKP 49â60).
Kurz gesagt: Die Väter sind Erbauer und Architekten des Christentums, weshalb man sie immer mitberücksichtigen muss. Darüber hinaus galten sie in der Geschichte als Argument bzw. als locus theologicus, und â wie das Zweite Vatikanum zeigte â besitzen sie die Kraft, eine gegenwartsorientierte Theologie- und Kirchenreform anzustoÃen. SchlieÃlich dienen sie als Vorbilder bzgl. der Arbeitsmethode und der Lebensweise. Jedoch â wie lässt sich die Vielfalt dieser Aspekte in ein konkretes, systematisch-theologisches Arbeiten ummünzen? Oder anders gesagt: Wie sollte man sich als systematische/r Theologe oder Theologin zu den Vätern positionieren?
4. Warum als systematische/r Theologe/Theologin die Kirchenväter studieren?
Auch wenn das Kongregationsdokument viele Aspekte, die für die Bedeutung des Studiums der Kirchväter sprechen, vorgelegt hat, wird auf die Notwendigkeit eines solchen Studiums für eine/n systematische/n Theologen oder Theologin nur vage eingegangen. Das Verhältnis von Dogmatik und Patristik wird dort folgendermaÃen charakterisiert:
Die Dogmatik leistet vor allem einen Dienst der Einheit. So bietet sie wie allen theologischen Fächern auch der Patristik eine einende Sicht des Glaubens, hilft ihr, ihre Teilergebnisse zu systematisieren und zeigt ihr den Weg für ihre Forschungen und für die didaktische Tätigkeit des Lehrers auf. Der Dienst der Patristik für die Dogmatik besteht im Aufweisen und Verdeutlichen der Vermittlungsrolle hinsichtlich der Offenbarung Gottes, die die Väter in der Kirche und Welt ihrer Zeit geleistet haben. Es geht um eine Beschreibung des Rahmens der Theologie und des christlichen Lebens der patristischen Zeit in ihrer historischen Wirklichkeit, in voller Achtung vor der Besonderheit der historisch-kritischen Methode. (ISKP 52)
Würde man das Dokument nicht wohlwollend auslegen, müsste man sagen, dass sich der Dienst der Dogmatik auf die Rolle einer Aufseherin beschränkt, die der Patristik vorschreibt, wie sie ihre Forschungen zu betreiben und zu verwerten hat. Die Patristik wiederum übernimmt eine ähnliche Rolle, indem sie der Dogmatik zeigt, wo die Grenzen und Möglichkeit ihrer Arbeit sind. Erweitert man die Perspektive des Kongregationsdokuments um das Konzilsdekret âOptatam totiusâ, bringt dieses genauso wenig Licht in die Frage nach dem Verhältnis von Dogmatik und Patristik: Im Rahmen der dogmatischen Theologie solle man nach der Darlegung der biblischen Themen den Studierenden erschlieÃen, âwas die Väter der östlichen und westlichen Kirche zur treuen Ãberlieferung und zur Entfaltung der einzelnen Offenbarungswahrheiten beigetragen haben, ebenso die weitere Dogmengeschichte, unter Berücksichtigung ihrer Beziehungen zur allgemeinen Kirchengeschichte [â¦]â15. Die Väter erscheinen also nur als ein Moment im Verlauf der Dogmengeschichte und spielen angesichts des darauffolgenden Satzes, wonach der heilige Thomas âdie Heilsgeheimnisse in ihrer Ganzheit spekulativ tiefer zu durchdringen und ihren Zusammenhang zu verstehenâ helfe, wohl eher eine bescheidenere Rolle (diese wird einzig durch eine merkwürdige FuÃnote ein wenig aufgewertet, die auf die Enzyklika Humani generis von Pius XII. hinweist, nach der das Studium der Väter â im Gegensatz zur unfruchtbaren âSpekulationâ â der Theologie âjugendliche Kräfteâ verleiht16). Auch der hermeneutische Schlüssel, das Mysterium der Kirche im Sinne von Lumen Gentium zu sehen, gilt wohl im Dekret Optatiam totius nur für das Kirchenrecht und die Kirchengeschichte (OT 16).
Wenn man sich also als systematische/r Theologe oder Theologin der Väterlektüre widmen und sie in die heutigen Debatten einbinden möchte, fehlt es an einem grundsätzlichen hermeneutischen Schlüssel und einer systematisch-theologischen Verortung der Väter. Welche Bedeutung haben die Väter â jenseits der Dogmengeschichte â für die Dogmatik? Wenn es bei einer dogmatischen Arbeit nicht nur um die âErforschung des Gewesenen, die das Heute, wenn überhaupt, dann nur höchst mittelbar betrifftâ17 geht, sondern gleichzeitig ein Blick auf das Heute gerichtet werden muss, ohne in eine zu einfache Ãbertragung der alten Muster in die Gegenwart zu verfallen, welche Bedeutung hat dann eine solche Beschäftigung mit den Vätern für die Gegenwart? Die Antwort auf diese Frage soll in vier Aspekten formuliert werden: Die Zeit der Väter als formative, normative, instruktive und lebensrelevante Phase.
4.1 Die Zeit der Väter als formative Phase
Ein erster Aspekt der systematisch-theologischen Beschäftigung mit der Väterzeit, der einigen Ausführungen im Kongregationsdokument ähnelt, lässt sich â mit einer Formulierung von Harald Buchinger â als âformative Phaseâ bzw. die Texte aus dieser Zeit als âSchlüsseltexte formativer Phaseâ bezeichnen.18 Die Väter sind, wie bereits geschrieben, Erbauer und Architekten des Christentums. Joseph Ratzinger geht noch einen Schritt weiter und schreibt dieser Phase eine offenbarungstheologische Bedeutung zu â weil erst die Antwort der Väter auf die Offenbarung ihr geschichtliche Dauer verleiht19 â und zählt vier Grundvorgänge auf, welche die formative Funktion dieser Epoche ausmachen: (1) Auf diese Zeit geht die Konstituierung des biblischen Kanons zurück. Dieser Prozess setzt eine theologische Leistung der Kirchenväter voraus, einen Prozess âder Formung, der Scheidung und der Entscheidungâ20, der weit über das 2. Jahrhundert hinausgeht. SchlieÃlich wird ein Text als âkanonischâ betrachtet, nicht weil das von jemandem so festgelegt wurde, sondern weil er in der Kirche vorgelesen wurde.21 (2) Der MaÃstab, der hinter diesen Entscheidungen stehe, sei ein anderer Kanon,
Diese Auflistung kann man natürlich um weitere Elemente erweitern, wie beispielsweise â bei Andreas Merkt â die Ausbildung der hierarchischen Struktur der Kirche, lehramtliche Entscheidungen der Konzilien, die Idee der Einheit durch Abgrenzung (Häresien) oder die Prinzipien des Episkopats, der Synodalität und ansatzweise des Petrusamtes.26
Für die systematische Theologie folgen aus der Beschreibung der âformativen Phaseâ folgende Konsequenzen: Die Texte der Väter spielen eine konstituierende Rolle, was ihnen eine âewigeâ Gültigkeit verleiht, in dem Sinne, dass man diese Texte kennen und verstehen muss, um die Struktur des Christentums zu verstehen. Anders gesagt: Ohne Kenntnis der Väter droht die systematische Theologie sich in eine abstrakte Ideologie zu verwandeln, die wenige, keine oder nur selektive Anhaltspunkte in ihrer eigenen Geschichte hat. In der âformativen Phaseâ ist des Weiteren die Gottesrede zur Theo-logie geworden, die einen bleibenden Anspruch stellt, das Sprechen von Gott in ein Verhältnis von Glauben und Vernunft zu setzen: âDer Glaube, seinerseits ein Denken mit Zustimmung des Willens (Augustinus), setzt die Vernunft voraus, übersteigt sie und vollendet sie im Eschaton: fides quaerens intellectum (Augustinus, Anselm von Canterbury).â27
4.2 Die Zeit der Väter als normative Phase
Die einzelnen von Ratzinger aufgezählten Elemente wurden, wie bereits beschrieben, in der Habilitationsschrift von Andreas Merkt ergänzt, der einen Schritt weitergeht und dieser formativen Phase eine Normativität zuspricht, indem er von einer ânormativen Geneseâ spricht28 â Merkt bezieht sich dabei auf das zuvor thematisierte Dokument der Bildungskongregation, welches von âAutoren und Exponenten einer konstitutiven Ãberlieferungâ (ISKP 19) spricht.
Doch was genau ist an den Kirchenvätern ânormativâ? Zuallererst muss man sich vor Augen führen, dass mit der Feststellung der Normativität der Bereich einer rein historischen Forschung verlassen und eine theologische Kategorie angewendet wird. Es ist nämlich auf dem Feld der historischen Forschung â mit einer Formulierung von Wolfram Kinzig â unmöglich, âaus (historisch-deskriptiven) âIstâ-Sätzen (dogmatisch-präskriptive) âSollâ-Sätze abzuleiten [â¦].â29 Wer diese Normativität, diese âSoll-Sätzeâ festlegen soll, ist â so Kinzig weiter â im katholischen Bereich das kirchliche Lehramt oder im Sinne Martin Luthers die Gemeinde.30 Die Kirchenväter können also nicht an sich ânormativâ sein, sondern eine Reihe ihrer Lehren und Entscheidungen wurde vom Lehramt zur âNormâ erklärt.
Die Aufgabe der systematischen Theologie besteht aber freilich nicht darin, diese âNormâ aufzulisten und zu übersetzen, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte zu betreiben:
Historisch arbeitende Theologen, die sich tatsächlich als solche verstehen, werden letztlich auch theologische Urteile über die Geschichte fällen. Dabei geht es nicht um Feststellung von Orthodoxie und Häresie in kontroverstheologischer Absicht, wie dies die ältere Kirchengeschichte als ihre Aufgabe gesehen hat. Schon gar nicht geht es um die Rekonstruktion der historischen Entfaltung einer Idee des Religiösen, wie dies im 19. Jahrhundert so beliebt gewesen ist. [â¦] [E]ine theologische Auffassung von Kirchengeschichte [steht] vor der Aufgabe, die biblisch vermittelte christliche Ãberzeugung von der fürsorgenden Liebe Gottes für die von ihm geschaffene Welt mit deren Kontingenz zusammen zu denken. Das meint: Historische Ereignisse und Rückschlüsse sind zufällig und zwielichtig, aber sie sind nicht beliebig. Dem rückschauenden Blick des Kirchenhistorikers erweisen sich bestimmte Ereignisse und Verläufe als Verirrungen. In diesem Sinn arbeitet theologische Kirchengeschichte traditionskritisch. Sie erinnert nicht nur an die Sieger, sondern auch an die Verlierer. Sie betrachtet nicht nur die Täter, sondern auch die Opfer der Geschichte. Im Zuge ihrer Rekonstruktion aller Formen christlichen Denkens und christlichen Lebens verweist sie aber auch auf gelungene Verwirklichungen christlicher Toleranz und Nächstenliebe in der Geschichte als irdische Konkretionen der göttlichen Liebe zu den Menschen. Nur eine Kirchengeschichte, die dieses theologische Urteil nicht scheut, kann den Anspruch erheben, âHistorische Theologieâ genannt zu werden.31
Das was Kinzig in Bezug auf die historische Theologie beschreibt, gilt auch für die systematische Theologie: Die Offenbarung Gottes muss mit der Kontingenz der menschlichen Geschichte zusammengedacht werden, eine systematische Theologie muss traditionsbewusst, aber auch traditionskritisch sein. Auf die Kirchenväter bezogen heiÃt das, dass sie als ânormativâ insofern zu betrachten sind, als einige ihrer Impulse und Entscheidung als ânormativâ erklärt wurden. Sie sind zugleich aber auch nicht ânormativâ, indem sie selbst der Kontingenz der menschlichen Geschichte unterworfen sind und eine Vielzahl der Gedanken und Traditionen überliefern, die sich jenseits der normativen Ãberlieferung befinden. Diese Aspekte sind aber nicht einfach irrelevant oder nur historisch interessant, sondern haben eine â wie im nächsten Punkt ausgeführt wird â instruktive Funktion.
4.3 Die Zeit der Väter als instruktive Phase
Robert F. Taft zeigt am Beispiel der Eucharistiefeier, dass es eine Vielfalt der Praxen und Traditionen gibt â wie beispielsweise in Hinblick auf ihre Häufigkeit â, die aber trotzdem eine gemeinsame Tradition im Hintergrund haben: Nämlich diejenige, dass das Opfer Christi einen absoluten Charakter hat und dass die Eucharistie eine Sache der Kirche (und keine private) ist.32 Dieses Beispiel weist auf einen Punkt hin, der bereits oben bei der Normativität angeklungen ist: Es gibt die eine normative Tradition, die nicht mit einzelnen Praxen und Traditionen verwechselt werden darf. Solche einzelnen Traditionen, die bei den Kirchenvätern vorzufinden sind, sind aber â obwohl sie keinen normativen Charakter haben â ebenfalls enorm wichtig, weil sie eine instruktive Funktion erfüllen. Sie zeigen nicht nur, dass es eine â auÃerhalb der âNormâ gelegene â Vielfalt gibt, sondern sie schützen die Theologie auch davor â mit einer Formulierung Harald Buchingers â âbloà das Gewordene zu erklären und damit zur Ideologie des Bestehenden zu werdenâ33.
Für die systematische Theologie bieten die Väter also einen Grundsatz, auf den schon das Kongregationsdokument hingewiesen hat, nämlich das âPrinzip der Einheit in der Verschiedenheit und des Fortschritts in der Kontinuität [â¦]â (ISKP 24), die nötige Unterscheidung zwischen dem Bleibenden und Veränderlichen34 und schlieÃlich eine Vielfalt, die eine Traditionskritik ermöglichen und Impulse für die Gegenwart bieten kann.
4.4 Die Zeit der Väter als lebensrelevante Phase
Ein/e systematische/r Theologe oder Theologin muss sich immer vor Augen führen, in welcher Situation der Gegenstand seiner/ihrer Forschung â die Dogmen â entstanden sind. Die patristische Zeit zeigt, dass die (konziliaren) Formulierungen erst am Ende eines Weges stehen, der ursprünglich und in erster Linie ein existenzieller Weg war: Die Glaubensregel hat ihren Sitz im Leben in der Taufe, also in einer bewussten Entscheidung für das Christsein. Die Dogmen verdanken nicht nur ihre Entstehung, sondern auch ihre Geltung einem Lebensvollzug: Wolfram Kinzig weist darauf hin, dass die Normativität der Dogmen sich âauf historischem Wege nicht erheben läÃt, sondern Resultat eines Bekenntnisaktes istâ35, der wiederum einen âsituativ bedingten Entscheidungscharakterâ36 hat.
Der in der patristischen Zeit ausgeprägte Entscheidungscharakter eines Bekenntnisaktes scheint ein Potenzial für die heutige Situation zu haben, in der die subjektive Entscheidung eine wichtige Rolle spielt. Dieser subjektive Entscheidungscharakter ist dabei keineswegs mit Beliebigkeit zu verwechseln, denn der Bekenntnistext, zu dessen Bekennen man sich entscheidet, ist ein vorformulierter Text. Es geht dabei also nicht um ein Aussuchen dessen, was einem Subjekt am christlichen Glauben gefällt, sondern um die Konzentration auf das Wesentliche, das, worauf es wirklich ankommt oder zumindest in der Antike angekommen ist.
In den jetzigen, fast âmissionarischenâ Zeiten, in denen sich die Kirche in Europa befindet, kann die Geschichte helfen, sich auf das Wesentliche des christlichen Glaubens zu besinnen. In diese Richtung führt auch das Zweite Vatikanische Konzil, das in seinem Ãkumenismusdekret auf der einen Seite vor einer âVerdunkelungâ der Lehre warnte, aber auf der anderen Seite mit der Lehre von der Hierarchie der Wahrheiten zu einer Besinnung auf das Fundament ermutigte.37 Ebenfalls in diese Richtung führt das Programm von Papst Franziskus:
Eine Seelsorge unter missionarischem Gesichtspunkt steht nicht unter dem Zwang der zusammenhanglosen Vermittlung einer Vielzahl von Lehren, die man durch unnachgiebige Beharrlichkeit aufzudrängen sucht. Wenn man ein pastorales Ziel und einen missionarischen Stil übernimmt, der wirklich alle ohne Ausnahmen und AusschlieÃung erreichen soll, konzentriert sich die Verkündigung auf das Wesentliche, auf das, was schöner, gröÃer, anziehender und zugleich notwendiger ist. Die Aussage vereinfacht sich, ohne dadurch Tiefe und Wahrheit einzubüÃen, und wird so überzeugender und strahlender.38
Die Zeit der Kirchenväter führt vor Augen, was das Fundament war und worauf es in der Alten Kirche ankam und auch heute ankommen kann. Es sind Glaubenswahrheiten, die eine allgemeine Normativität besitzen, aber eine subjektive erst gewinnen, indem sie geglaubt und bekannt werden. Eine Wahrheit kann nämlich erst verstanden werden, wenn sie in ein konkretes Leben integriert wird. Somit erweist sich dann die Wahrheit nicht als Gegenstand, den man entdecken muss, sondern als ein Weg.39 Dieses Verständnis der Wahrheit, die ein Weg ist und die in ein konkretes Leben integriert werden muss, legte bereits Joseph Ratzinger in den 1950er Jahren vor:
Wenn Platonismus eine Idee von der Wahrheit gibt, so gibt christlicher Glaube die Wahrheit als Weg, und erst indem sie zum Weg wird, ist sie des Menschen Wahrheit geworden. Wahrheit als bloÃe Erkenntnis, als bloÃe Idee bleibt ohne Kraft; des Menschen Wahrheit wird sie erst als Weg, der ihn beansprucht, den er betreten kann und muss.40
Somit bietet ein Blick auf die Zeit der Kirchenväter nicht nur Erkenntnisse über die formative und in Teilen normative Phase der Kirchengeschichte, nicht nur Anknüpfungspunkte und Instruktionen für die Gegenwart, sondern stellt einen Baustein existenzieller Dogmatik dar, welche die Spannung von Wahrheit und Leben, von Lehramt und Subjektivität â wenn nicht aufhebt, dann zumindest mildert.
5. Zusammenfassung: Chancen einer väterorientierten systematischen Theologie
Die Beschäftigung mit den Kirchenvätern steht, wie gezeigt, vor vielfachen Herausforderungen und ist von drei möglichen Tendenzen â einer Nichtbeachtung, einer Romantisierung oder einer Instrumentalisierung dieser Zeit â bedroht. Gleichzeitig ist das Studium der Väter für die Theologie in Bezug auf die theologischen Inhalte, die theologische Methode sowie ihre praktische Bedeutung unverzichtbar. Für eine/n systematische/n Theologen oder Theologin zeigt sich die Zeit der Väter als eine formative, (zum Teil) normative, instruktive und in ihrem existenziellen Charakter für die Gegenwart viele Anknüpfungspunkte bietende Phase.
Der/die systematische Theologe oder Theologin ist kein/e Patristiker/in, aber als Systematiker/in kann er/sie die Patristik nicht ignorieren. Das hat einerseits einen sachlichen Grund: Sie ist ein gleichberechtigtes Element der von Karlheinz Ruhstorfer postulierten âKon-stellationâ und eine Schatztruhe âim Meer der theologischen und philosophischen Diskurseâ, in der Ruhstorfer ânach Bausteinen für ein zeitgemäÃes Wissen und Glaubenâ sucht.41 Die Väter haben im wörtlichen Sinne etwas âErbaulichesâ und können âeinen intellektuellen Wohnraum eröffnenâ.42 Andererseits lernt man bei den Vätern eine Haltung: Eine systematische Theologie, die um die Verpflichtung der Väterzeit weiÃ, ist eine Theologie, die um ein gemeinsames Fundament weià und gleichzeitig eine möglichst groÃe Vielfalt zulässt, die wiederum keine beliebige Vielfalt ist, sondern eine, die Richtlinien bietet. Eine Patristik-inspirierte Theologie ist darüber hinaus eine bibelorientierte Theologie, die sich der modernen Philosophie nicht verschlieÃt.43 Eine solche Theologie ist schlieÃlich eine, die existenziell ist. Die Väter stellen also viel mehr als nur Elemente der Dogmengeschichte, wie es Optatam totius nahelegt, dar. Sie sind Gesprächspartner.44
Um abschlieÃend noch einmal die Frage zu stellen: Warum sollte sich ein/e systematische/r Theologe oder Theologin mit der Patristik beschäftigen? Die Antwort gibt der Jubilar selbst:
Man könnte diese aktuelle Situation und mehr noch diese darin liegende Aufgabe eine produktive Konstellation nennen. Das Wort âpro-duktivâ steht in diesem Fall dafür, dass Neues aus dem Gewesenen hervor-gebracht wird (pro-ducere). Zukunft soll aus der Geschichte hervor-geführt werden und zwar in einem âpro-duktivenâ, weil kreativen Sinn. Die Zuwendung zur Geschichte dient also gerade nicht der Restauration, sondern der Innovation.45
Das vom Jubilar bisher Hervor-Gebrachte stellt ein Zeugnis dieser produktiven Auseinandersetzung mit der Theologie- und Geistesgeschichte dar. Für seine weitere Arbeit bleibt ihm zu wünschen, trotz aller Aufgaben, in âder leidenschaftslosen Stille der nur denkenden Erkenntnisâ46 weiterhin aus der Geschichte des bisher Gedachten und Geglaubten Innovatives â und somit eine Zukunft â hervorzubringen.
Literatur
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Buchinger, Harald: âLiturgiegeschichte im Umbruch â Fallbeispiele aus der Alten Kircheâ, in: Albert Gerhards/Benedikt Kranemann (Hrsg.): Dynamik und Diversität des Gottesdienstes. Liturgiegeschichte im neuen Licht. Freiburg i.Br.: 2018, S. 152â184.
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Kinzig, Wolfram: âWie theologisch ist die âHistorische Theologieâ? Bemerkungen zur Geschichte eines Begriffs und seiner heutigen Bedeutungâ, in: Klaus Fitschen/Wolfram Kinzig/Armin Kohnle/Volker Leppin (Hrsg.): Kirchengeschichte und Religionswissenschaft. Methoden und Fallstudien. Leipzig: 2018, S. 49â91.
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Merkt, Andreas: âDie Kirchenväter und das âDilemma der Theologieâ. Zur patristischen Dimension im Denken des Theologen Joseph Ratzinger und des Papstes Benedikt XVI.â, in: Internationale katholische Zeitschrift Communio 50 (5/2021), S. 477â490.
Rahner, Karl: âUnveränderlichkeit und Wandel im Glaubensverständnis in der Zeit des Konzilsâ, in: Karl Rahner/Otto Semmelroth (Hrsg.): Theologische Akademie Bd. 1. Frankfurt a.M.: 1965, S. 74â98.
Ratzinger, Joseph: âDie Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologieâ, in: Tübinger Theologische Quartalschrift 148 (1/1968), S. 257â282.
Ratzinger, Joseph: Einführung in das Christentum. Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis. München: 142013.
Ruhstorfer, Karlheinz: âZur Gegenwart der Offenbarung im Aufbau der Dogmatikâ, in: Zeitschrift für katholische Theologie 127 (4/2005), S. 449â481.
Ruhstorfer, Karlheinz: Christologie. Paderborn u.a.: 2008.
Ruhstorfer, Karlheinz: âProduktive Konstellation. Zur Dia-Lektik von Wissen und Glauben in Europaâ, in diesem Band erneut erschienen, S. 3â30.
Taft, Robert F.: âThe Frequency of the Celebration of the Eucharist Throughout Historyâ, in: Maxwell E. Johnson (Hrsg.): Between Memory and Hope. Readings on the Liturgical Year. Collegeville: 2000, S. 77â96.
Wilken, Robert L.: The Spirit of Early Christian Thought. Seeking the Face of God. New Haven/London: 2003.
Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 281.
Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 11.
Vgl. Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 9â11.
von Balthasar, Patristik, Scholastik und wir, S. 67.
Seit Migne sind freilich neue Editionsreihen entstanden, die diesen vorzuziehen sind. Für einen ersten Ãberblick über die Editionen vgl. Beinert, Dogmatik studieren. Einführung in dogmatisches Denken und Arbeiten, S. 161â164.
Balthasar, Patristik, Scholastik und wir, S. 66.
Kongregation für das katholische Bildungswesen (für die Seminare und Studieneinrichtungen), Instruktion über das Studium der Kirchenväter in der Priesterausbildung. Im weiteren Verlauf zitiert als âISKPâ, gefolgt von der Absatznummer.
Balthasar, Patristik, Scholastik und wir, S. 66â67.
Balthasar, Patristik, Scholastik und wir, S. 84â85.
Wilken, The Spirit of Early Christian Thought. Seeking the Face of God, S. XIVâXV.
Vgl. Balthasar, Patristik, Scholastik und wir, S. 84.
Balthasar, Patristik, Scholastik und wir, S. 91.
Das dieser Aussage zugrunde liegende Argument hat allerdings bereits 1968 Joseph Ratzinger hinterfragt: âDie Väter sind [â¦] noch nicht einfach dadurch ausgewiesen, daà sie âaltâ sind; auch daà sie zeitlich der Entstehung des Neuen Testaments nahestehen, beweist nicht notwendig, daà sie ihm innerlich nahestehen â darauf aber kommt es gerade an. Wenn ihre zeitliche Frühe eine positive theologische Bedeutung haben soll, so kann sie nur von daher kommen, daà sie in besonderer Weise dem Ursprungsgeschehen zugehören oder ihm sonstwie durch eine Gemeinsamkeit verbunden sind, die eine im theologischen Sinn auszeichnende Bedeutung in sich schlieÃt.â Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 272â273. Kursiv im Original.
Die Gleichsetzung der Glaubensbekenntnisse mit der regula fidei ist allerdings problematisch. Vgl. dazu Hägglund, Die Bedeutung der âregula fideiâ als Grundlage theologischer Aussagen, S. 3â4.
Das Dekret über die Ausbildung der Priester âOptatam totiusâ, Punkt 16. Weiter als OT.
Vgl. Optatam totius, FuÃnote 35.
Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 258.
Buchinger, Zukunft aus der Geschichte? Historische Liturgieforschung im Wandel, S. 12â13.
Vgl. die Ausführungen zur Theologie Ratzingers bei Merkt, Die Kirchenväter und das âDilemma der Theologieâ. Zur patristischen Dimension im Denken des Theologen Joseph Ratzinger und des Papstes Benedikt XVI., S. 481. Deutlich kritischer setzt sich mit Ratzingers Väterlektüre W. Kinzig auseinander â Vgl. Kinzig, Der Pontifex und die Patres Ecclesiae. Eine Skizze aus evangelischer Sicht, S. 250â273.
Vgl. Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 277.
Vgl. Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 277â278.
Vgl. Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 278â279.
Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 279.
Ratzinger, Die Bedeutung der Väter für die gegenwärtige Theologie, S. 281.
Vgl. Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 9â11.
Vgl. Merkt, Das patristische Prinzip. Eine Studie zur theologischen Bedeutung der Kirchenväter, S. 245.
Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 11.
Vgl. Merkt, Das patristische Prinzip. Eine Studie zur theologischen Bedeutung der Kirchenväter, S. 245.
Kinzig, Brauchen wir eine Dogmengeschichte als theologische Disziplin?, S. 193.
Vgl. Kinzig, Brauchen wir eine Dogmengeschichte als theologische Disziplin?, S. 190.
Kinzig, Wie theologisch ist die âHistorische Theologieâ? Bemerkungen zur Geschichte eines Begriffs und seiner heutigen Bedeutung, S. 90â91. Hervorhebung im Original.
Vgl. Taft, The Frequency of the Celebration of the Eucharist Throughout History, S. 77â96.
Buchinger, Liturgiegeschichte im Umbruch â Fallbeispiele aus der Alten Kirche, S. 155.
Grundsätzliche Anmerkungen zu diesem Verhältnis: Rahner, Unveränderlichkeit und Wandel im Glaubensverständnis in der Zeit des Konzils, S. 74â98.
Kinzig, Brauchen wir eine Dogmengeschichte als theologische Disziplin?, S. 193.
Kinzig, Brauchen wir eine Dogmengeschichte als theologische Disziplin?, S. 199.
Vgl. Das Dekret über den Ãkumenismus âUnitatis redintegratioâ, Punkt 11.
Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium, Pkt. 35.
Vgl. Kubasiak, Zwischen Existentialismus und Politik. Europa und Geschichte im Denken von Krzysztof Michalski, S. 245.
Ratzinger, Einführung in das Christentum. Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis, S. 61. Hervorhebung im Original.
Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 21.
Vgl. Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 22.
Vgl. Grundlegendes zur theologischen Methode: Ruhstorfer, Zur Gegenwart der Offenbarung im Aufbau der Dogmatik, S. 449â481. Dies zeigt auch Ruhstorfer mit der von ihm angelegten elfbändigen Reihe von Handbüchern der systematischen Theologie, in der er die biblischen Bücher nicht als Anfang, sondern als Ziel der Darstellungen festlegt: âAuf dem Weg von unserem eigenen geschichtlichen Ort über Postmoderne, Moderne, Neuzeit, das scholastische und patristische Zeitalter zur Wiege unserer Kultur wird schlieÃlich die gründende Stellung der Heiligen Schrift bzw. der Person Jesu aufgewiesen. Die philosophisch-theologischen Deutungen der Geschichte dienen als hermeneutischer Schlüssel für ein heutiges Verständnis des Grundes, der gelegt ist (1 Kor 3,11): Christus.â Ruhstorfer, Christologie, S. 9.
Dabei darf man nicht den Eindruck erwecken, âman könne von dem historischen Abstand, der uns von der Spätantike trennt, absehen und mit Augustin über die Jahrhunderte hinweg gewissermaÃen unbefangen und âdirektâ ins Gespräch tretenâ. Kinzig, Der Pontifex und die Patres Ecclesiae. Eine Skizze aus evangelischer Sicht, S. 256.
Ruhstorfer, Produktive Konstellation, S. 22. Hervorhebung im Original.
Hegel, Wissenschaft der Logik I, S. 34.