Bei der Neuedition von Die Glaubenslehren des Islam wurde versucht, so wenig wie möglich in den ursprünglichen Text einzugreifen. In einigen Fällen war dies jedoch notwendig, um das Werk in Einklang mit der heutigen deutschen Schriftsprache und ihren Konventionen zu bringen, seine Verwendbarkeit für neue Lesende zu erhöhen, sowie um die Chance zu nützen, im Zuge der Neubearbeitung größere Konsistenz in Zitation und Umschrift zu gewährleisten und etwaige bisher übersehene Fehler zu korrigieren.
Einen wesentlichen, wenngleich auch rein oberflächlichen Eingriff stellt zunächst einmal die Umstellung auf die neue deutsche Rechtschreibung dar. Eine grundlegende Neuerung, die der Zugänglichkeit des Werkes sicherlich zuträglich sein wird, ist die durchgängige Wiedergabe arabischer Termini und Namen in vereinfachter Umschrift. Im Originalwerk musste, abgesehen vom Index, aus Kostengründen auf eine Umschrift verzichtet werden, was eine starke Diskrepanz zwischen Haupttext und Index zur Folge hatte. Im Gegensatz zur von Stieglecker gewählten vollständigen Umschrift, bei der jeder arabische Buchstabe präzise übertragen wird, verwendet die Neuedition allerdings eine vereinfachte Umschrift, welche die arabischen Langvokale und einen Teil der im Deutschen nicht vorhandenen Konsonanten kenntlich macht. Lesenden, die des Arabischen nicht mächtig sind, sollte dadurch die Lektüre erleichtert werden. (Eine Darstellung der Umschrift findet sich unmittelbar im Anschluss.) Eine weitere damit verbundene Neuerung ist, dass nunmehr alle arabischen Begriffe und Buchtitel, nicht jedoch Orts- und Personennamen, kursiv gesetzt sind. Einer Praxis folgend, welche ansatzweise schon im Originaltext vorlag, werden bei der Übertragung arabischer Termini – wie im Deutschen – Substantive groß, andere Wortarten hingegen klein geschrieben.
Gewichtiger und erklärungsbedürftiger sind wohl die Eingriffe in den Wortlaut Stiegleckers, die an wenigen Stellen durchgeführt wurden. Abgesehen von einzelnen äußerst antiquierten Formulierungen, die im Interesse der heutigen Leserschaft abgeändert wurden, betrifft dies vor allem die Begriffe Muhammedaner bzw. muhammedanisch und Neger, deren Verwendung zu Stiegleckers Zeit gemeinhin als unbedenklich galt, heute aber durchaus problematisch wäre. Vor diesem Hintergrund wurde der/die Muhammedaner konsequent durch Muslim bzw. Muslime, und muhammedanisch durch islamisch bzw. muslimisch ersetzt. Ähnlich wurde mit dem Begriff Neger verfahren.
Auch der Zitierweise wurde größere Konsistenz verpasst. Nunmehr werden stets Autor, abgekürzter Werktitel, gegebenenfalls der Band, und die Seitenzahl(en) angegeben. Die vollständigen Buchtitel finden sich, inklusive Angaben zu den von Stieglecker verwendeten Editionen, jeweils im Index, welcher daher auch als Bibliographie dient. Redundante Details, wie die – oft aber nicht durchgängig – vom Autor angeführten Zeilenangaben, wurden entfernt.
Was Textverweise betrifft, stellt jedoch ganz klar die Umstellung aller Koranzitate auf die Verszählung der Kairiner Koranausgabe von 1924, dem sogenannten Azhar-Koran, welcher sich sowohl in der Wissenschaft als auch im religiösen Bereich als Standardedition durchgesetzt hat, die größte Veränderung dar. Stieglecker selbst hatte sich für seine Koranzitate eindeutig auf die Verszählung, und z.T. auch die Übersetzung, in Max Henning, Der Koran. Aus dem Arabischen übertragen und mit einer Einleitung versehen (Leipzig: Verlag von Philipp Reclam jun., o.J. [1901]), welche auf Gustav Flügels Leipziger Edition von 1834 beruhte, gestützt. Für den heutigen interessierten Leser hätte sich eine Beibehaltung dieser in sehr vielen Fällen abweichenden Verszählung allerdings gewiss als sehr hinderlich erwiesen.
Schließlich wurden noch zu einigen genannten Personen Lebensdaten, welche zur Zeit Stiegleckers noch nicht zweifelsfrei bekannt waren, hinzugefügt, und in Einzelfällen Fehlzuschreibungen von Werken korrigiert. Um die ausgesprochene Qualität des Buches als Nachschlagewerk zur islamischen Theologie noch zu steigern, findet sich am Ende dieser Neuedition noch eine neue thematisch geordnete Bibliographie mit jeweils einer kleinen Auswahl an wesentlicher Sekundärliteratur zu den einzelnen behandelten Themengebieten.
Zur Umschreibung arabischer Buchstaben
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am Anfang eines Wortes unbezeichnet, sonst: ’, Spiritus lenis |
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th |
wie im englischen thing |
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dsch ddsch |
wie im italienischen giorno bei Doppelung |
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tsch |
wie tsch in Deutschland |
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h |
starkes h mit Reibegeräusch |
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ch |
wie im spanischen general, joven … |
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dh |
wie im englischen this |
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z |
wie im französischen zone |
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sch |
deutsches sch |
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s |
emphatisches s, am oberen Gaumen mit Nachdruck auszusprechen |
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d |
emphatisches d, mit Nachdruck am oberen Gaumen auszusprechen |
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t |
emphatisches t am oberen Gaumen |
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z |
weiches emphatisches s |
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ʽ |
starker Kehllaut, entsteht durch Zusammendrücken der Stimmritze |
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gh |
ähnlich wie im norddeutschen Tage, mit R-Gehalt |
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q |
am oberen Gaumen ausgesprochenes k, Tiroler-k |
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h |
wie in haben |
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y |
wie im deutschen Jahr |
Die übrigen Buchstaben (b, d usw.) entsprechen der gewöhnlichen Umschreibung der arabischen Laute und werden wie im Deutschen ausgesprochen.