Kinderkuren in Deutschland 1945 bis 1990

Perspektiven aus archivarischer und historischer Sicht

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Die Autorinnen und Autoren eröffnen ein Panorama unterschiedlicher Dimensionen aus archivischer und historischer Perspektive von Kinderkuren, die in Deutschland zwischen 1945 und 1990 nach Schätzungen bis zu 13 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen haben. Die Archivarinnen und Archivare präsentieren Bestände verschiedener Archive sowie rechtliche und praktische Fragen der Nutzung im Zusammenhang von Aufarbeitungsinteresse und Persönlichkeitsrechten. Die Historikerinnen und Historiker sondieren neue Forschungsfragen – u.a. zur longue durée der Kinderkuren oder der Kinderkurheime als andere Orte (Foucault) –, unternehmen in Fallstudien erste Erkundungen des Feldes in internationaler Perspektive und präsentieren Forschungsergebnisse zu „Medikamentenmissbrauch“ oder der Heimaufsicht. Zudem werden methodische Fragen im Kontext von Oral History und Auftragsforschung thematisiert sowie die museale Vermittlung im Kontext einer ausgewogenen Darstellung der Kinderkuren austariert.
The authors survey multiple dimensions of the historical phenomenon „Kinderkur“ (children’s spas) in historical and archival perspectives. About 13 million children and youth were sent to health resorts in Germany between 1945 and 1989. In the last decade, former ‚Kurkinder’-recollections have put these preventative health services under immense scrutiny, instigating historical research.

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Jens Gründler ist wissenschaftlicher Referent für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster.
Katharina Tiemann ist Archivarin im LWL-Archivamt für Westfalen in Münster.
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