Virtuosität in der Krise

Techniken der Selbstbehauptung im 17. Jahrhundert

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Virtuosität in der Frühen Neuzeit ist eine komplexe ästhetische Praxis, die in der Kunst über die Politik bis hin zur Ökonomie Wirkung zeigt. Der Begriff des Virtuosen/der Virtuosin, dessen Semantik heute vom Kunstdiskurs des 19. Jahrhunderts geprägt ist, hat im 17. Jahrhundert ein sehr viel weiteres Bedeutungsfeld. Zwischen bewundernswerter Kunstfertigkeit und moralisch fragwürdiger Täuschung ist Virtuosität eng verknüpft mit überlebensstrategischer Geschicklichkeit und einem gekonnten Spiel mit Erwartungen, Wahrnehmungen und Affekten eines Publikums. Die Beiträge des Sammelbandes fragen nach Figuren und Phänomenen der Virtuosität und deren Verbindung zu krisenhaften Momenten; Gaukler und Geldwechsler geraten ebenso in den Blick wie die Gartenkunst der Renaissance oder die niederländische Kunst. Virtuosität zeigt sich in diesen Kontexten als imaginative Praxis, etwa in der Evokation utopischer oder grauenerregender Szenarien, aber insbesondere auch als Strategie der Selbstbehauptung.
Virtuosity in the early modern period is a complex aesthetic practice that has an impact in art, politics and economics. Between admirable artistry and morally questionable deception, it was linked to strategic survival skills and a skillful play on expectations, perceptions and emotions. The contributions examine figures and phenomena of virtuosity and their connection to moments of crisis.

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Mireille Schnyder ist Professorin für Ältere deutsche Literatur (bis 1700) an der Universität Zürich Sie ist u.a. Mitherausgeberin der Reihen „Trends in Medieval Philology“ und „Poetik und Ästhetik des Staunens“.
Damaris Leimgruber ist Oberassistentin für Ältere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. 2025 erscheint ihre Dissertation zur deutschen Echo-Literatur im 17. Jahrhundert.
Sarah Möller hat an der Universität Zürich promoviert mit einer Arbeit zur Poetik der Krise in Grimmelshausens „Simplicissimus Teutsch“ und ist jetzt Gymnasiallehrerin.
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