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Einleitung

In: Lateinische Literatur des Barock
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Dar Hadith al Hassania
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1. Überlegungen zu einer Epocheneinteilung der lateinischen Literatur seit Francesco Petrarca (1304–1374)

Obwohl Epocheneinteilungen schwierig sein können und manches Mal umstritten sind, gehören sie zu den wesentlichen Grundlagen der Literaturwissenschaft, die auf Grund von Veränderungen der historischen, religiösen und anderen kulturellen Kontexte, der ästhetischen Vorstellungen, auf Grund der Wissenschaftsentwicklung u.a. gesetzt werden. Hingegen wird die lateinische Literatur, die von den frühesten Renaissance-Autoren wie Petrarca im 14. Jahrhundert bis mindestens zum achtzehnten Jahrhundert verfasst wurde, d.h. Literatur von mehr als 400 Jahren, üblicherweise nicht in kleinere Abschnitte untergliedert, sondern gesammelt als lateinische Literatur der Frühen Neuzeit oder als „neulateinische“ Literatur bezeichnet. Der Begriff „neulateinische Literatur“ wird sogar (nach einigen Definitionen) für die lateinische Literatur von Petrarca bis in die Gegenwart verwendet. Darüber hinaus ist die sogenannte neulateinische Literatur lange Zeit weitgehend ausschließlich unter diachroner Perspektive als Fortführung der antiken lateinischen (und griechischen) Literatur bzw. unter dem Aspekt der Rezeption antiker Literatur untersucht worden. Dass – abgesehen von den unleugbaren und evidenten Referenzen der frühneuzeitlichen Literatur auf die Antike – die lateinische Literatur nicht nur diachron, sondern auch synchron in ihrem kulturellen Kontext zu verorten ist, gilt mittlerweile zwar nicht durchgängig, aber in weiten Teilen als Grundlage ihrer Erforschung.1

Ungeachtet dieses grundlegenden konzeptionellen Fortschritts ist bisher kein nachhaltiger Versuch unternommen worden, die lange Phase der lateinischen Literatur der Neuzeit in kleinere Abschnitte zu untergliedern, weder durch die Anwendung zwar nicht unumstrittener, aber weitgehend etablierter Epochenbegriffe noch durch die Entwicklung neuer Begriffe und Kategorien. Der Tatsache, dass die gigantische Menge neulateinischen Literatur – es sind z.B. bisher mehr als 1250 Epen (einschließlich didaktischer Epen, Supplemente und lateinischer Übersetzungen volkssprachlicher Epen) aufgefunden worden2 – inzwischen zwar intensiv erforscht wird, steht also die Feststellung gegenüber, dass diese Erforschung bisher nur schlaglichtartig erfolgt ist, indem sich einzelne Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen oder Gruppen jeweils auf einzelne Texte, Werke eines Autors oder die Texte eines kleinen chronologisch oder geographisch begrenzten Ausschnitts spezialisiert haben, aber kaum eine Systematik entwickelt wurde. Bei übergreifenden Fragestellungen orientiert sich die Forschung zur lateinischen Literatur meist an den Koordinaten der jeweils entsprechenden nationalsprachlichen Literatur. Es besteht also das Desiderat zu überprüfen, ob die eingeführten Epochenbegriffe tatsächlich geeignet sind, die lateinische Literatur der Neuzeit in kleinere Einheiten zu gliedern, und diese Einheiten zu beschreiben.

Hierbei besteht das Problem, dass die lateinische Literatur zwar einerseits in ihrem nationalen oder regionalen Kontext (wie z.B. eines Fürstenhofes oder einer Universität) verortet, andererseits aber durch die Gemeinsamkeit der Sprache transnational ist. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen, ob sie überhaupt insgesamt begrifflich einheitlich in Epochen eingeteilt werden kann oder Epocheneinteilungen nur für jeden Kulturraum separat entsprechend den nationalsprachlichen Systematisierungen der Epocheneinteilungen und -bezeichnungen vorgenommen werden können. Schließlich werden für die einzelnen nationalsprachlichen Literaturen, sogar innerhalb nationalsprachlicher Literaturen je unterschiedliche Gliederungssysteme und -begriffe gebraucht (z.B. Jahrhunderteinteilung oder Regierungszeiten vs. beschreibende Bezeichnungen wie Renaissance, Barock, Art classique, Aufklärung usw.). Die internationale Tagung „Lateinische Literatur des Barock“, die vom 7. bis zum 9. Juli an der Universität Bonn stattfand und aus welcher der vorliegende Sammelband hervorgegangen ist, stellte einen der ersten Versuche einer Beschäftigung mit dieser Frage dar. Dabei wurde von der Arbeitshypothese ausgegangen, dass etablierte Begriffe zumindest als Ansatzpunkte oder Denkhypothesen dienen können.

2. Die Auswahl des Barock für die Debatte über eine Epocheneinteilung

Der Barock wurde für die Debatte über eine Epocheneinteilung aus zwei Gründen als exemplarisch ausgewählt: zum einen weil die lateinische Literatur in der als Barock bezeichneten Periode unter besonderen Verhältnissen entstand, zum anderen weil es möglich war, an einen ersten Versuch anzuknüpfen, einen Ausschnitt der lateinischen Literatur unter dem Blickwinkel seiner Epochenzugehörigkeit zu betrachten, nämlich an das Netzwerk Baroque Latinity,3 das im Zeitraum vom Mai 2019 bis zum März 2022 vom Arts and Humanities Research Council gefördert wurde.

Die besonderen Verhältnisse dieser Periode bestehen darin, dass sie nicht nur als letzte Hochzeit lateinischer Literatur anzusehen ist, sondern auch als erste und einzige Zeitspanne, die in ganz Europa gleichermaßen durch eine literarische Zweisprachigkeit geprägt ist. Nachdem nämlich in Italien bereits im 14. Jahrhundert, in Frankreich im 16. Jahrhundert die Verwendung und Anerkennung der Volks- bzw. Nationalsprache als Literatursprache programmatisch gefordert wurden und diese Forderungen sukzessive in der Praxis umgesetzt wurden, traten Vertreter solcher Forderungen im niederländisch-deutschen Sprachraum (Daniel Heinsius 1616, Martin Opitz 1617) erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf den Plan und legten ein konzeptionell (wenigstens) zweisprachiges Werk vor. In den skandinavischen und baltischen Ländern datiert der Beginn einer substanziellen Konkurrenz zwischen volkssprachlicher und lateinischer Literatur sogar erst in den weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts und damit noch später. Die Literatur entstand also überall in einem komplexen Spannungsfeld von Dichotomien zwischen der transnationalen Dimension der lateinischen Literatur und der (beginnenden) territorialen oder nationalen Identitätsbildung durch eine muttersprachliche Literatur. Da nun lateinische Literatur und National- bzw. Regionalliteratur im gesamten Europa nebeneinander stehen, bietet sich in besonderer Weise eine Untersuchung der Frage an, ob diese beiden Literaturen gleiche oder zumindest ähnliche Charakteristika (z.B. Konfessionalismus, Ciceronianismus, Archaismus, Lipsianismus/Tacitismus, Konzeptismus/Argutia, Bedeutung der Rhetorik, Vanitas-Motivik u.a.) aufweisen.

Für diese Periode reicht eigentlich selbst eine paneuropäische Perspektive nicht aus. Vielmehr hat Peter David nicht nur Barock bzw. (chronologisch und geographisch unterschiedliche) Barocke als Stilbegriff und den Barock, der ungefähr das 17. Jahrhundert umfasst, als Epochenbegriff anerkannt, sondern den Barock dieser Epoche als erste universale bzw. globale künstlerische Ausdrucksform ausgemacht.4 Die Beschränkung der Tagung, aus welcher der vorliegende Band hervorgegangen ist, auf die europäische lateinische Literatur – es werden Texte aus dem aus deutschsprachigen Raum, dem litauisch-polnischen sowie dem estnischen Raum, aus England, Italien und Skandinavien in den Blick genommen – erfolgte pragmatisch zum einen auf der Grundlage der angebotenen Beiträge. Dass hierbei der Westen, namentlich die beiden Niederlande, Frankreich und die iberische Halbinsel fehlen, kann hinsichtlich der Niederlande ein wenig dadurch ausgeglichen werden, dass im Beitrag von Beate Hintzen die Beziehungen zwischen der lateinischen Literatur aus dem Leipziger Raum mit lateinischer und volkssprachiger Literatur aus den Niederlanden in den Blick genommen werden. Ansonsten sei zu Untersuchungen von Texten aus den Niederlanden und Frankreich auf die entsprechenden Beiträge im Sammelband Baroque Latinity des gleichnamigen Netzwerkes verwiesen,5 für den iberischen Raum auf einen Beitrag, der in einem Sammelband zu lateinischen Epigrammen des Barock erscheinen wird.6 Ebenso konnten nicht alle Gattungen abgedeckt werden. Auch hier sei auf die beiden genannten Bände verwiesen. Überhaupt kann es als Glücksfall angesehen werden, dass in kurzer Folge gleich drei Bände zur lateinischen Literatur des Barock erscheinen, die sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Die Beschränkung auf Europa erfolgte zum anderen auf Grund der Forschungslage. Denn obwohl der genannte Zeitraum als Epoche lateinischer Literatur bisher kaum untersucht ist, kann für die europäische lateinische Literatur an ein breiteres Fundament geleisteter Forschung angeknüpft werden.

Sicherlich am besten erforscht sind für diese Zeit die Schriften der Jesuiten, die mehrheitlich auf Latein verfasst sind. Als prominente Beispielautoren sind Jakob Balde,7 Johannes Bisselius,8 René Rapin9 oder Matthias Casimirus Sarbievius10 zu nennen. Doch auch das lateinische Werk protestantischer Autoren wie Daniel Heinsius,11 Martin Opitz,12 Paul Fleming13 oder Andreas Gryphius14 ist in der Forschung berücksichtigt worden. Während allerdings Opitz, Fleming und Gryphius vor allem über ihr deutsches Werk als Barockautoren etabliert sind und die Werke von Bisselius, Rapin und Sarbievius im Wesentlichen durch Editionen, Kommentare, Übersetzungen und Spezialuntersuchungen erschlossen worden sind, ist allein für den sicherlich am eingehendsten erforschten Jesuiten des deutschen Sprachraums Jakob Balde15 auch eine Verortung in seinem kulturellen Kontext unternommen worden.16 Einen interdisziplinären Anschlusspunkt für den deutschen Sprachraum bietet aber vor allem das seit 2016 DFG-geförderte Langzeitprojekt des Literaturwissenschaftlichen Verfasserlexikons,17 in dem die Literatur- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit in Deutschland von 1620 bis 1720 in Form von Autorenartikeln erarbeitet wird. Dieses Projekt konzentriert sich zwar auf die literarische Produktion (ebenso in deutscher Sprache wie u.a. auf Latein), berücksichtigt aber stets die für die Frühe Neuzeit typische, enge Verflechtung mit pragmatischen Formen, Themen und Diskursen und nimmt auch Vertreter der Fachdisziplinen von überragender historisch-kultureller Bedeutung in den Blick, um zu einem differenzierten Bild von Literatur und Kultur zu gelangen. Ebenfalls für den deutschen Kulturraum bietet für die Gattung Epos die Heidelberger Eposdatenbank18 einen Überblick über versifizierte Erzähltexte der Frühen Neuzeit in deutscher und lateinischer Sprache. Nicht zuletzt ist hier aber das Netzwerk Baroque Latinity zu nennen, dessen Themenspektrum als ausgesprochen breit bezeichnet werden kann, das sich jedoch vor allem die Untersuchung der Entwicklung von lateinischer Sprache und lateinischem Stil zum Ziel gesetzt hat. Seinen wesentlichen Abschluss fand dieses Projekt im September 2021 in einer online-Tagung mit dem Titel Baroque Latinity, deren Ergebnisse zu Texten aus dem angelsächsischen und deutschen Sprachraum, aus Polen/Litauen, Italien, den Spanischen und den Vereinigten Niederlanden sowie Frankreich 2023 in einem Sammelband mit dem gleichen Titel publiziert wurden.

3. Betrachtungen über ‚Barock‘ als Epochen-Begriff und die chronologische Bestimmung der untersuchten Epoche

Der Barock ist sicherlich einer der umstrittensten Stil- und Epochenbegriffe überhaupt. Seitdem er als Epochenbegriff im 19. Jahrhundert zunächst für die Kunstgeschichte geprägt und zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf die (deutsche) Literaturgeschichte übertragen wurde,19 ist die Diskussion um ihn bis heute nicht zum Stillstand gekommen.20 Das Verdikt künstlicher Klügelei in der Logik und das stilistische Geschmacksurteil, der Barock sei überladen oder dekadent, scheint zwar in bildender Kunst, Musik und Literatur mittlerweile eine geringere Rolle zu spielen und ‚barock‘ mithin keine negative (stilistische) Bezeichnung mehr zu sein.21 Dennoch hält sich offenbar hier und dort noch die einseitige Assoziation des Barock mit der Gegenreformation, insbesondere der Jesuiten, obwohl (stilistische) Phänomene, die als barock gelten, ebenso bei protestantischen Künstlern nachweisbar sind.22 Die angemessene Verwendung des Begriffes als Epochenbezeichnung für die Kultur des 17. Jahrhunderts setzt jedoch die Erweiterung des ursprünglich stilistischen Begriffes voraus, die ein Ensemble politischer, historischer, soziologischer, konfessionsioneller, geistesgeschichtlicher- bzw. mentalitätsgeschichtlicher, wissenschaftsgeschichtlicher und auch stilgeschichtlicher Phänomene bezeichnet.23

Gegen eine Bezeichnung des 17. Jahrhunderts als Epoche des Barock wird vor allem in zweierlei Hinsicht argumentiert: Zum einen werden Kontinuitäten der (deutschen) Literatur des 17. Jahrhunderts mit den vorangehenden und folgenden Perioden betont und daher u.a. für eine Makroperiode plädiert, für die ein Epochenbegriff ‚Frühe Neuzeit‘ vorgeschlagen wird, „der inhaltlich weniger festgelegt ist“,24 oder andere Kontinuitäten und Diskontinuitäten betont und eine andere Epocheneinteilung vorgeschlagen.25 Zum anderen wird vertreten, dass der Begriff die Kultur des 17. Jahrhunderts nicht erfasse und andere Begriffe ins Spiel gebracht. Doch sind diese beiden Argumentationen häufig interdependent. Ihnen gelten die folgenden Überlegungen:

Bezeichnungen wie ‚Zeitalter des Absolutismus‘ oder ‚Nachreformatorisches Zeitalter‘ sind, abgesehen von der Frage, ob sie in der Geschichte und den Religionswissenschaften als adäquat gelten, zur Beschreibung literarischer Epochen ebenso ungeeignet wie zur Beschreibung von Epochen der Musik und der bildenden Künste. Die erwähnte Bezeichnung ‚Frühe Neuzeit‘ bzw. ‚Early Modern Latin‘ wurde bereits von den Herausgebern des Bandes Baroque Latinity Gesine Manuwald und Andrew Taylor mit der Begründung zurückgewiesen, dass sie die gesamte Periode von ca. 1400 bis 1800 bezeichne und daher den Versuch, verschiedene Phasen der nach-mittelalterlichen lateinischen Literatur zu unterscheiden, konterkariere.26 Tatsächlich bedeutet dieser Vorschlag, den Status quo des Umgangs mit einer ungegliederten lateinischen Literatur der Frühen Neuzeit auf andere Literaturen zu übertragen, das Gegenteil dessen, was mit dem vorliegenden Band erreicht werden soll. Es ist auch fraglich, ob mit einer solchen übergreifende Makroperiode wissenschaftlich produktiv umgegangen werden kann.

Schwieriger ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff des Späthumanismus, der 1931 von Erich Trunz für die deutsche Literatur in die Debatte gebracht wurde, mindestens ebenso kontrovers diskutiert wird wie der Begriff ‚Barock‘ und sich innerhalb der deutschen Forschung nicht ganz, außerhalb gar nicht eingebürgert hat.27 Während in der Sache dieser Begriff von seinen Vertretern immerhin weitgehend übereinstimmend dahingehend bestimmt wird, dass es sich um eine Bewegung von Gelehrten handle, die sich die antike Tradition in erster Linie als Bildungsgut aneigneten, sich, teilweise über konfessionelle Grenzen hinweg, in Freundschaftskreisen solidarisierten und als Beamte in den deutschen Territorialstaaten Anteil an politischen Prozessen hatten,28 wird seine zeitliche Ausdehnung durchaus unterschiedlich angegeben:29 Die Angaben reichen über 1555–1618, d.h. vom Augsburger Religionsfrieden bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, über zwischen 1560/70 und 1620/30 bis zum „knappe[n] Jahrhundert zwischen dem Augsburger Religionsfrieden und dem Westfälischen Frieden [1648]“. Gilt der Späthumanismus bei den beiden ersten Ansätzen als Epoche zwischen Renaissance und Barock (mit einem Beginn des Barock um 1620 entsprechend der Anfangsgrenze für das Literaturwissenschaftliche Verfasserlexikon und dem Beginn der Entwicklung einer deutschen Kunstdichtung, der sich mit dem Namen Martin Opitz verbindet), ersetzt er im letzteren den Barock und wird zu einer Epoche zwischen Renaissance und Frühaufklärung.30 Gegen diese letztere Sichtweise spricht allein die Vorstellung, dass beispielsweise Paul Fleming und Jakob Balde von Barockautoren zu Späthumanisten werden, obwohl sie beide durch ihre plurale Latinität und die kreative Neuschöpfung hybrider Gattungen, Fleming durch seine neostoizistische Weltsicht und sein zweisprachiges, lateinisches und deutsches, Werk, Balde durch die satirische Auseinandersetzung mit seiner eigenen Zeit als Barockdichter etabliert sind.

Nun sind Epochenübergänge immer fließend und sowohl von Kontinuitäten als auch von Diskontinuitäten geprägt. Dies gilt z.B. auch für den Übergang von Mittelalter zur Renaissance,31 obwohl der Epochenbegriff ‚Renaissance‘ im Gegensatz zu dem im Nachhinein gebildeten Barock-Begriff32 auf eine zeitgenössische Selbstbeschreibung und ein Bewusstsein von einer Veränderung zurückgeht.33 Dass besonders die Übergänge von Renaissance und Barock sowie vom Barock zur Aufklärung (im traditionellen Sinn) fließend sind und dass chronologische Grenzen, die gleichzeitig für alle geographischen Räume und alle Lebensbereiche gelten können, schwer zu ziehen sind, kann nicht in Abrede gestellt werden. Jedoch muss, unabhängig davon, ob vielleicht im deutschsprachigen Raum besondere Verhältnisse gelten und für diesen Raum ein Übergang über das Ende des 16. und den Anfang des 17. Jahrhunderts hinweg anzusetzen ist, festgestellt werden, dass das antike Literatur- und Bildungssystem nicht nur für diese Zeit, sondern bis ins 18. Jahrhundert ein wesentliches Fundament der Bildung darstellt.34 Es ist auch symptomatisch, dass in der Regel bei transnationalen bzw. -regionalen Zugriffen, sei es in der Kunstgeschichte, der Musik oder der Literatur eine Epochenfolge Renaissance, Barock, Aufklärung/Klassizismus angesetzt wird und die Zeit des Barock in etwa mit dem 17. Jahrhundert angesetzt wird.35 Auch die Herausgeber Gesine Manuwald und Andrew Taylor erklären in der Einleitung des Sammelbandes Baroque Latinity den Terminus ‚Barock‘ im Vergleich zu den Alternativen und trotz der mit ihm verbundenen Probleme zum geeignetsten, um die Latinität des Untersuchungszeitraums zu beschreiben.36 Den Untersuchungszeitraum dieses Bandes spannen sie vom Ende des 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts.37

Die Feststellung, dass sich mit dem Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert die Schwierigkeit, Epochengrenzen zu setzen und Epochenbegriffe zu prägen, sowohl durch die Globalisierung in erheblichem Maße vergrößert hat, weil sehr viel mehr und sehr unterschiedliche geographische Räume abgedeckt werden müssen, als auch durch die stärkere Ausdifferenzierung der Lebensbereiche, bedeutet überdies die Anerkennung einer grundlegenden Veränderung, die dafür spricht, im Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert eine Epochengrenze anzusetzen. In diesem Sinne wurde der Untersuchungszeitraum der lateinischen Literatur des Barock für den vorliegenden Band wegen der europäischen Dimension, über die für den deutschen Sprachraum im Literaturwissenschaftlichen Verfasserlexikon auf 1620–1720 festgelegten Grenzen hinausgehend, aber in Übereinstimmung mit der für die Baroque Latinity gewählte Periode, vom Ende des 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts gespannt, womit er vom frühen Beginn in Spanien und Italien bis zum späten Ende in Nord- und Osteuropa reicht.

Außerliterarisch lässt sich diese Epochengrenze u.a. an folgenden Anzeichen festmachen: Das 17. Jahrhundert ist durch einen weltumspannenden, d.h. bis auf Australien alle Kontinente umspannenden Handel gekennzeichnet. Die Anzahl der Schiffe, die von Europa nach Asien sowie nach Süd- und Mittelamerika abgingen, betrug im 17. Jahrhundert im Vergleich zum 16. das Drei- bis Vierfache, wobei sich innerhalb von Europa die Vormachtstellung (nach der Niederlage der spanischen Armada 1588) von der iberischen Halbinsel auf England, die nördlichen Niederlande und Frankreich verlagerte.38 So gilt das 17. Jahrhundert als die Epoche großer Handelskompanien, von denen die britische Ostindische Kompanie 1600, die niederländische Ostindische 1602 und die niederländische Westindische 1621 gegründet wurden.39 Erhebliche Veränderungen gab es in der Mode. Die vielleicht auffälligste bestand im allmählichen Verschwinden der Halskrause, des sogenannten Mühlsteinkragens, sowohl bei der Männer- als auch bei der Frauenkleidung.40 Als entscheidende Innovation, die den Unterschied zur Renaissance ausmache, gilt Manfred Landfester aber die Abkehr der Naturwissenschaften von der literarischen Tradition, d.h. von den Autoritäten des Mittelalters ebenso wie der Antike, und eine Hinwendung zur empirischen Forschung.41 Tatsächlich ist das 17. Jahrhundert eine Zeit hierauf beruhender umwälzender Entdeckungen (ohne dass von aufklärerischen Tendenzen die Rede sein kann): Z.B. entdeckte Galileo Galilei (1564–1642) die Pendel- und Fallgesetze und stiftete empirische Grundlagen für das von Kopernikus theoretisch formulierte heliozentrische Weltbild. Johannes Kepler (1571–1630) entdeckte, dass sich die Himmelskörper in elliptischen Bahnen um die Sonne drehen, und bestimmte in den sogenannten Kepler’schen Gesetzen die Planetenbewegungen. Den experimentellen Nachweis und die erstmalige Beschreibung des Kreislaufs vom Blut im Körper lieferte der englische Arzt und Anatom William Harvey (1578–1657), das Lymphsystem entdeckten der dänische Arzt, Anatom und Theologe Thomas Bartholin (1616–1680) und der schwedische Universalgelehrte Olof Rudbeck (1630–1702). Es fügt sich in diesen Kontext, dass auf einer Informationstafel im New Yorker Metropolitan Museum of Art die künstlerische und technische Entwicklung von Einrichtungsgegenständen (im weiteren Sinne) im London des 17. Jahrhunderts als Innovations-Wettrennen („innovation race“) bezeichnet und folgendermaßen beschrieben wird.

Innovation is sometimes described as showing people what they can have rather than merely giving them what they want. In the seventeenth century, this spirit inflected the endeavors of artists and designers of all kinds. Craft technique and recipes for materials were as closely guarded as any modern trade secret. Intrigue and competition were rampant among makers as they raced against one another toward market success.

Experimentation yielded whole new categories of manufacturing, such as the inventive brass and enamel wares of the entrepreneurs Stephen Pilcherd and Anthony Hatch, while evolving science of glass pushed form and decoration to ever more exacting levels.

The examples in this gallery demonstrate the trials and triumphs typical of seventeenth century London and its creative economy. From groundbreaking accuracy in timekeeping to the narrative possibilities of diamont-point engraving on glass, each object speaks to a moment of technical ingenuity.

Der hier auf technische Innovationen bezogene Einfallsreichtum („ingenuity“) bildet in der literarischen Theorie des 17. Jahrhunderts die Grundlage der argutia (Scharfsinn, Pointiertheit). Dieses rhetorische Phänomen wird sicherlich zu Recht als wesentliches Kennzeichen barocken Schreibens geführt, weshalb ihm Joachim Knape in seinem Artikel über die Rhetorik des Barock einen längeren Abschnitt widmet.42 Die besondere Bedeutung dieses Phänomens für diese Zeit wird allein durch die Tatsache belegt, dass im 17. Jahrhundert mehrere Traktate vorgelegt wurden, und zwar (in chronologischer Reihenfolge) von Casimirus Matthias Sarbievius SJ (1595–1640), Baltasar Gracián SJ (1601–1658), Jakob Masen SJ (1606–1681), Emanuele Tesauro SJ (1592–1675) und von dem Protestanten Daniel Georg Morhof (1639–1691),43 während im 16. Jahrhundert der Begriff zwar z.B. in den Poetiken von Julius Caesar Scaliger (1494–1558) und Jacobus Pontanus SJ (1542–1626) existierte,44 sich aber kein Argutia-Diskurs nachweisen lässt, der an Buchtiteln sichtbar würde. Eingesetzt wird dieses Phänomen von dem Protestanten Paul Fleming, um das Übereinkommen scheinbarer Gegensätze in der Welt und im Glauben in Worte zu fassen, aber auch um zu beeindrucken und Staunen zu erregen, und daher mit demselben Ziel, mit dem Andrea Posso die perspektivische Scheinarchitektur im Deckenfresco des Mittelschiffes der Jesuitenkirche Sant’Ignazio in Rom entwarf (fertiggestellt 1694) oder immer neue Illusionseffekte mit Hilfe immer weiter verbesserter Theatermechanik angestrebt wurden.

4. Die vorgelegten Fallstudien

Am Beginn des Bandes steht gewissermaßen programmatisch der einzige Beitrag, der ein zeitgenössisches poetologisches Handbuch zum Thema hat, die Vollständige Deutsche Poesie (1688) des protestantischen Theologen Albrecht Christian Rotth. Dieses Handbuch dient Stefanie Stockhorst zum Aufweis einer charakteristischen Durchlässigkeit der Grenzen zwischen lateinischer und deutscher Sprache und Poetologie sowie zwischen jesuitischer und protestantischer Poetologie. Denn dieser Text gibt zwar eine ausführliche Anleitung zur deutschsprachigen Kunstdichtung, orientiert sich aber weitgehend an normativen Vorläufern aus dem lateinischen Milieu. Rotth stützt sich explizit auf jesuitische Praecepta, darunter insbesondere Jakob Masens Palaestra eloquentiae ligatae (1654–57). So kann Stockhorst zeigen, dass es zwischen der lateinischen und der deutschen Poetik weitreichende Gemeinsamkeiten gibt: Einerseits lassen sich diese im Bereich der Normen und Mustertexte aus der Antike sowie im System der Rhetorik erkennen. Andererseits gibt es auch gemeinsame Anliegen im aktuellen Diskurs des 17. Jahrhunderts, die vor allem um das Ideal der argutia kreisen. Im Gegenzug unternimmt Rotth versuchsweise sogar eine Rückübertragung der opitzianischen Versreform ins Lateinische.

Dem Aufweis von Dynamiken zwischen dem Lateinischen und dem Deutschen in der poetologischen Theoriebildung stehen zwei Beiträge direkt gegenüber, die sehr unterschiedliche Vertreter einer scheinbar anachronistischen Entscheidung für das Lateinische vorstellen, derjenige von Malte Ludolf Babin über die Latinität des Philosophen, Mathematikers, Juristen, Historikers u.a. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) und derjenige von Marco Leone über die 1649 postum publizierte marinistische Dichtung des Girolamo Cicala (1599–1643) aus der apulischen Stadt Lecce, die für ihre Sonderform des barocken Baustils bekannt ist.

Leibniz entschied sich in den meisten wissenschaftlichen Zusammenhängen gegen das Französische, das in seinen Werken und seiner Korrespondenz im Laufe der Jahrzehnte eine immer wichtigere Rolle spielte und dem Lateinischen als lingua franca den Rang ablaufen sollte, und gegen das Deutsche für das Lateinische. In dieser Sprache bewegte er sich mit mehr Sicherheit und Eleganz als in seiner Muttersprache. Trotz seiner eigenen Vielfalt der lateinischen Register, des Nebeneinanders von klassischen Standards mit den Zugeständnissen an alltägliche Erfordernisse und der Vervielfachung des verfügbaren Wortschatzes aus den Landessprachen betrachtete Leibniz das Lateinische als diejenige Sprache, die nicht mehr wie die noch gesprochenen Sprachen einem ständigen Wandel unterworfen war. So ist Latein aus seiner Sicht besonders stabil und damit besser als andere Sprachen geeignet, wissenschaftliche Erkenntnisse zu übermitteln, weshalb sich seine Verwendung anbietet, das Überleben des eigenen Werkes zu sichern. Dieses Festhalten am Lateinischen als traditioneller Wissenschaftssprache einerseits und Leibniz’ gleichzeitige Aufgeschlossenheit gegenüber Neuerungen sprachlicher Art andererseits, gilt Babin als bezeichnend für seine tiefe Verwurzelung in der Mentalität des Barock.

Girolamo Cicalas lateinische Dichtung dient, obwohl sie auf den ersten Blick als Produkt eines unzeitgemäßen Humanismus erscheinen mag, in folgender Weise als bezeichnende Fallstudie: Die lateinische Poesie des 17. Jahrhunderts wird in Italien oft als Gegengewicht gegen den kunstvollen Experimentalismus in den Werken des neapolitanischen Dichters Giambattista Marino (1569–1625) und seiner Anhänger oder als eine Domäne der Literatur betrachtet, die weitgehend von den Jesuiten zu didaktischen Zwecken beherrscht wurde. Die lateinischen Gedichte Cicalas zeigen jedoch, dass es tatsächlich eine marinistische Lyrik in lateinischer Sprache gab, die sich durch dieselbe Neuartigkeit und Experimentierfreudigkeit auszeichnete, die auch die italienische Lyrik prägte. Cicala interpretiert die Metren und Themen der klassischen Tradition neu und passt sie an die neue poetische Ausrichtung an, und zwar im Einklang mit der Lyrik des italienischen Barock und als Zeugnis seiner Zugehörigkeit zum selben geographisch-literarischen Kontext.

Der Fülle von lateinischer Epigramm-Dichtung, die im 17. Jahrhundert publiziert wurde, entspricht die vergleichsweise hohe Zahl von Beiträgen zu dieser Gattung. Die darin vorgestellten Texte sind beinahe durchgängig durch das für diese Gattung besonders typische Phänomen der Argutia sowohl auf der Wort- und Satz-Ebene (Rachel, Moscherosch, Sarbievius) als auch auf der Ebene der gedanklichen Konzeption (Sarbievius) gekennzeichnet. Zusätzlich werden weitere Kunstmittel eingesetzt. Ebenso ist den von Lars Nyberg und Johanna Svensson präsentierten Anagramm-Gedichten ein hohes Maß an formaler Kunst eigen. Jedoch steht in allen Texten die Formkunst im Dienst der Aussage-Übermittlung.

Durch die spöttische Intention verbunden sind die Epigramme zweier protestantischer Satiriker, nämlich die von Dirk Werle analysierten aus den Centuriae Epigrammatum des deutschen Juristen Johann Michael Moscherosch (1601–1669), der seinen Lebensunterhalt in den Diensten verschiedener Behörden und Landesherren verdiente, und die von Kristi Viiding vorgestellte Epigrammatum centuria von Joachim Rachel (1618–1669), die er im livländischen Dorpat verfasste, während er dort als Hauslehrer arbeitete. Werle untersucht Moscheroschs Entwurf einer bestimmten Konzeption von Autorschaft, die durch eine Ich-Pluralität, eine programmatische Einbettung in imaginäre und reale personale wie textliche Netzwerke, durch eine Ablehnung oberflächlicher Geselligkeit, eine emphatische Artikulation alteuropäischer Identität, eine Orientierung am Ideal der Geduld angesichts der unkalkulierbaren Gefahren der menschlichen Existenz, eine Kritik der Polygraphie in ethischer Absicht und eine reservierte Haltung gegenüber dem Ideal des poetischen Ruhms gekennzeichnet ist. Er identifiziert besonders die Ausformung dieser Diskurse als dasjenige, was Moscheroschs Epigramme für die Lyrik des 17. Jahrhunderts repräsentativ macht. Viiding skizziert zunächst drei Hauptansätze, unter denen die livländische Barockdichtung der Frühzeit, d.h. der 1620er bis 1650er Jahre, untersucht wird: die lateinische Gelegenheitsdichtung mit dem Schwerpunkt der formalen Novitas an der Akademie in Tartu (Dorpat), die volkssprachliche Dichtung nach dem Vorbild von Martin Opitz und Paul Fleming, vor allem am Gymnasium von Tallinn (Reval) sowie gelehrte und satirische Epigramme in den 1640er Jahren, in denen in überraschender Weise mit dem antiken Erbe umgegangen wird. Den letzteren Ansatz vertieft sie anhand der neu entdeckten Epigrammsammlung Rachels, der Epigrammatum centuria aus dem Jahr 1648. Ihre Analyse zeigt, wie Rachel, der später als ‚deutscher Lucilius / Juvenal‘ bekannt wurde, als ‚Martialis redivivus‘ in Livland seine Dichterkarriere begann. Seinen Stil gründete er auf die Verbindung von Gelehrsamkeit und Spott, auf die Mehrdeutigkeit der gelehrten Bezüge aus antiker Literatur und Mythologie und vor allem auf die Vanitas-Motivik der Bildung und der lateinischen Poesie, in die er seine eigenen Gedichte einbezieht. Das Vanitas-Motiv bedienen also sowohl Moscherosch als auch Rachel in inhaltlicher Hinsicht, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln, während sie sich in ihrem poetischen Anspruch unterscheiden. Rachel beansprucht die Aufwertung seiner (Spott-)Epigramme von der Gelegenheitsdichtung zu einer dem Epos und der Geschichtsschreibung ebenbürtigen Gattung, Moscheroschs Anspruch besteht u.a. darin, die perfekte deutsche Dichtung eines Zeitgenossen durch ein perfektes lateinisches Gedicht zu überbieten.

Ausgerechnet Matthias Casimirus Sarbievius (1595–1640), der erwähnte litauische Verfasser eines Traktats über die Argutia, diejenige Qualität, die ein Epigramm zusammen mit seiner Kürze ausmacht, vertritt in seiner Dichtungstheorie die Auffassung, dass das Epigramm nicht der Dichtung zuzurechnen ist, sondern der Rhetorik. Denn die Dichtung, insbesondere das Epos und das Drama, zeige was allgemeingültig und möglich ist, das Epigramm sei hingegen wie eine Rede an einen bestimmten Ort, eine Person, Umstände, einen Zeitpunkt gebunden. Nur in Ausnahmefällen, in denen Epigramme den von ihm für die Dichtung aufgestellten Kriterien entsprechen, rechnet Sarbievius sie der Dichtung zu. Maria Łukaszewicz-Chantry zeigt nun, dass eine Reihe von Sarbievius’ eigenen religiösen Epigrammen, die einmal zu einem Zyklus Divini Amores gehörten, die Voraussetzungen erfüllen, zur Dichtung gerechnet zu werden. Auch andere seiner religiösen, panegyrischen und satirischen Epigramme weisen in unterschiedlichem Maß von ihm definierte Merkmale von Dichtung auf bzw. erfüllen ein bestimmtes Verhältnis von Form und Inhalt.

Als eine Unterart der Figurengedichte sind Anagramme in noch weit höherem Maß als Epigramme der Formkunst zuzurechnen, die als typisch für den Barock gilt. Vor diesem Hintergrund diskutieren Lars Nyberg und Johanna Svensson, ausgehend von Nicolaus Reusners Anagrammatographia und Guillaume Leblancs Arbeit über Anagrammdichtung, die Verwendung von Anagrammen und Akrostichen in Texten des dänischen Dichters Henrik Albertsen Hamilton (ca. 1590 – nach 1623) und des schwedischen Dichters Georg Stiernhielm (1598–1672). Sie analysieren markante Beispiele, erörtern aber u.a. auch die Frage, ob Anagramme oder Akrostichen in erster Linie als witzige Wortspiele anzusehen sind oder ob in dem Spiel eine tiefere symbolische Bedeutung erkennbar ist. Eine solche Bedeutung machen sie insbesondere in der Dichtung Stiernhielms aus, die von neuplatonischer und hermetischer Philosophie getragen ist. Seine Wortspiele bewegen sich, oft in ein und demselben Gedicht, zwischen Spiel und Gedankentiefe.

Der Einsatz weiterer rhetorischer Mittel und deren Funktion wird von Johanna Luggin in wissenschaftlicher Literatur untersucht, von Arne Jönsson in Texten schwedischer Barockdichter und einer -dichterin sowie von Claudia Wiener im Templum Honoris des Jesuiten Jakob Balde (1604–1668), der 1636 vom Regensburger Jesuitenkolleg als Panegyrik zur Wahl und Krönung Kaiser Ferdinands III. herausgegeben wurde.

Luggins Beitrag präsentiert ein fantasievolles Stück wissenschaftlicher Literatur des 17. Jahrhunderts, Athanasius Kirchers (1602–1680) 1656 in Rom publizierten phantastischen Dialog Itinerarium exstaticum, der als aussagekräftiges Beispiel für die lateinische Wissenschaftsliteratur des Barock vorgestellt wird. Dabei werden die lateinischen und volkssprachlichen Quellen, die Intention, der Stil und die Rezeption des Werks beleuchtet, um grundsätzlich das Verhältnis der lateinischen Wissenschaftsliteratur des 17. Jahrhunderts und der Kultur des Barock zu reflektieren. Denn im Gegensatz zur modernen Wissenschaft, so Luggin, besteht die lateinische Wissenschaftsprosa der Barockzeit nicht nur aus technischen Passagen, die durch Tabellen und Diagramme unterstützt werden und den Eindruck von Objektivität vermitteln. Viele lateinische wissenschaftliche Monographien, enzyklopädische Werke, Dialoge, Briefe u.a. zeigen einen ausgefeilten Stil, emotionale Passagen und eine reichliche Verwendung von Tropen und Figuren, die in volkssprachlichen und lateinischen Literaturgattungen mit dem Barock assoziiert werden.

Die Autoren, deren Texte von Jönsson als Beispiele für die schwedische Barockliteratur in lateinischer Sprache ausgewählt wurden, Andreas Stobaeus (1642‒1714), Johann Bernhard Steinmeyer (1654–1738) und Sophia Elisabet Brenner (1659–1730), gehören chronologisch in die Barockzeit, werden von der Literaturwissenschaft als Barockdichter angesehen, und ihre Texte weisen sprachliche oder literarische Merkmale auf, die es nahelegen, von Novitas zu sprechen. Auf Bewunderung und Staunen der Rezipenten zielen sie jeweils durch Hypercharakterisierung, Lapidarstil und Argutia. Stobaeus wurde zum Vertreter der Gruselgeschichte, Steinmeyer zum Vertreter des Prosagedichts und Brenner zur Vertreterin des arguten Einzeilers.

In Jakob Baldes Templum Honoris ist die habsburgische Panegyrik in eine Prüfungssituation gekleidet: Auf 63 Mantras, mit denen auf die Qualitäten des personifizierten Ruhmes hingewiesen wird, muss der Genius des Reiches als Kandidat mit Beispielen aus der Dynastie Habsburgs antworten. Die Reihe der Orakelverse erweitert kühn die römische Metrik. Der Genius bedient sich frei erfundener Scheinzitate aus der römischen Epik. Wiener zeigt, dass das Templum Honoris Tendenzen der habsburgischen Panegyrik fortsetzt, die sich bereits unter Kaiser Maximilian I. abzeichnen: Der Wille zur politischen Aussage ist deutlich erkennbar. Der Panegyricus erinnert an den scholastischen Kontext. Allerdings werden die antiken Vorbilder nicht mehr nachgeahmt, sondern durch Gattungshybridisierung kreativ transformiert. Die allegorische Rahmenhandlung ist kein Schulstück, sondern erzählt die Handlung nach. Die Hybridisierung der Gattungen, die Erfindung neuer Versmaße und antiker Texte gehören zu den Tendenzen, die Balde durch die Erfindung einer altlateinischen Sprachstufe fortsetzen wird.

In den Beiträgen von Eva Maria Schön und Niklas Gutt stehen die optimistische Weltsicht des englischen Philosophen, Juristen und Staatsmannes Francis Bacon (1561–1626) und die pessimistische Zeitsicht des Historikers und Philologen Johannes Freinsheim (1608–1660) nebeneinander.

Schön untersucht Bacons Fragment Nova Atlantis, eine arbeitsteilige, pazifistische, nicht lokalisierbare Eutopie, in der das Wissen autoritär verwaltet wird und die von dem Glauben getragen wird, dass die Welt durch wissenschaftlichen Fortschritt in einer traditionellen Gesellschaft mit patriarchalen Zügen und christlichen Wertvorstellungen gerettet werden kann. In dieser ebenso zukunftsorientierten wie konservativen Utopie setzt sich Bacon mit gesellschaftspolitischen und philosophischen Ideen von Platon und Thomas More auseinander. Schön zeigt, wie er die im Barock noch relativ neue Gattung der Utopie noch einmal neu fasst, indem er den bekannten Mythos der Insel Atlantis rationalisiert und mit seinen avantgardistischen Ideen zur Wissenschaftspolitik in einer alternativen gesellschaftlichen Vision verbindet. Dabei reagiert er nicht nur auf die zeitgenössischen Verhältnisse im England des 17. Jahrhunderts, sondern beteiligt sich auch dadurch an einem elaborierten Fiktionalitätsdiskurs, dass er eine technisch fortschrittliche Zukunft entwirft, die ohne eine experimentelle Naturwissenschaft, wie sie sich im 17. Jahrhundert entwickelte und für die Bacon eintrat, nicht zu denken ist.

Gutt stellt sich gegen die Interpretation von Freinsheims Supplementa Liviana (1649), Nachträgen zum fragmentarischen Geschichtswerk des Livius, als Paradebeispiel einer literarischen Ergänzung, die den antiken Text in jeder Hinsicht vervollständigt und durch minutiöse Nachahmung die Illusion erweckt, der Text stamme vom antiken Autor. Er zeigt vielmehr anhand der Nachträge zur Lücke zwischen den Büchern 10 und 21, dass Freinsheim Livius nicht nur nachahmt, sondern den antiken Autor im Geist des barocken Geschichtsdenkens transformiert und damit aktualisiert: Seine Interpretation der römischen Geschichte im 3. Jahrhundert v.Chr. ist maßgeblich von Neo-Stoizismus und Tacitismus beeinflusst, zwei von Justus Lipsius (1547–1606) geprägten geistigen Strömungen, die für die intellektuellen Diskurse des 17. Jahrhunderts von entscheidender Bedeutung waren. So entwickelt Freinsheim ein neostoizistisches Verhaltens- und Wertemodell, das seinen Zeitgenossen einen Ausweg aus den Krisen ihrer Gegenwart weisen soll.

Im letzten Abschnitt werden drei Beiträge zu umfangreicheren religiösen Dichtungen zusammengefasst, von denen zwei von Jesuiten stammen und einer von einem Lutheraner. Patryk M. Ryczkowski untersucht das Verhältnis des Epos Josaphatis (1628) von Josaphat Isakowicz SJ zur zeitgenössischen Poetologie des erwähnten litauischen Theoretikers Matthias Casimirus Sarbievius, Katharina Kagerer Dichtungen des ebenfalls bereits behandelten Jesuiten Jakob Balde und Beate Hintzen ein episierendes Weihnachtgedicht des Lutheraners Paul Fleming im Verhältnis zu zeitgenössischen poetischen Strömungen und sowohl volkssprachlichen (deutschen und niederländischen) als auch lateinischen Dichtungen.

Gegenstand der von Ryczkowski untersuchten Josaphatis ist das Martyrium von Josaphat Kuntsevych (1580–1623), der 1643 zum ersten Heiligen der Unierten Kirche im polnisch-litauischen Reich erklärt wurde. Der Verfasser des Epos, das die Heiligsprechung Kuntsevychs unterstützt, ist Josaphat Isakowicz, ein Teilnehmer der 1627 an der von Sarbievius in Vilnius unterrichteten Rhetorikklasse. Ryczkowski kann nachweisen, dass Sarbievius’ Normen des Epos, die er in seinen heute als De perfecta poesi bekannten Vorlesungen darlegte, in Isakowicz’ Text in wesentlichen Teilen realisiert werden. Der Empfehlung, sich an Klassikern, insbesondere an der Aeneis Vergils zu orientieren, kommt Isakowicz insoweit nach, dass er zwar nicht einen heroischen Stoff wählt, sondern einen hagiographischen, jedoch mehrere Rollen, die Sarbievius in der Figur des vergilischen Aeneas identifiziert hat, in der Figur des Josaphat durchführt. Insbesondere die Themenwahl, die für die hagiografische Epik der Gegenreformation typischen epischen Motive und der direkte Bezug zur Praxis der Heiligenverehrung sprechen für die barocke Kontextualisierung des Gedichts, da die Heiligsprechung und Verehrung von Heiligen eine der zentralen und rechtlich geregelten Fragen in der nachtridentinischen Kirche war. In der Verbindung mit Ergebnissen aus der Heidelberger Eposdatenbank, die in einem DFG-Projekt von Dirk Werle entstanden ist und noch um ein nach Autoren geordnetes Repertorium zum 17. Jahrhundert ergänzt werden wird, sowie mit Beobachtungen Florian Schaffenraths zu weiteren jesuitischen Epen und ihrem Verhältnis zur zeitgenössischen (jesuitischen) Epos-Theorie ließen sich die Ergebnisse Ryczkowskis in den Diskussionen der Tagung zur lateinische Literatur des Barock zu großen Teilen verallgemeinern.

Kagerer geht der Frage nach, ob sich in der religiösen Dichtung Jakob Baldes SJ (1604–1668) Spuren einer Transformierung durch den Petrarkismus, insbesondere einen geistlichen Petrarkismus, nachweisen lassen, was ihr in der Forschungsliteratur an mehreren Stellen attestiert wird. Diese Frage liegt insofern nahe, als auch angenommen wird, dass sich manches in der Dichtung des litauischen Jesuiten Matthias Casimirus Sarbievius, insbesondere in den Epigrammen, einer Übernahme petrarkistischer Motive verdankt.45 Hierzu untersucht sie Textbeispiele aus Baldes Elegiensammlung Urania victrix, aus seiner Tragödie Jephtias und aus seiner Lyrik und kommt zu dem Ergebnis, dass sich Analogien zum Petrarkismus ausmachen lassen, dass jedoch wie häufig in lateinischen Texten schwer zu entscheiden ist, ob diese Analogien auf eine Rezeption des Petrarkismus zurückzuführen sind oder auf Texte, auf die der Petrarkismus seinerseits zurückgeht, d.h. insbesondere die römische Liebesdichtung und das Hohelied. Darüber hinaus weist sie Zitate aus Sarbiewskis Lyrik in Baldes Texten nach.

Hintzens Beitrag analysiert das hexametrische Weihnachtsgedicht Jesu Christo Salvatori Natalitium (1631) aus der Leipziger Studienzeit des lutherischen Lyrikers Paul Fleming (1609–1640). Sie präsentiert die bei einer Universitätsfeier vorgetragene Dichtung als gewagtes Werk der Gattungshybridisierung, das Elemente von Epik, Hymnus, Pastorale und anderen Formen verbindet. Gleichzeitig steht dieser Hybrid in ehrgeiziger Konkurrenz zur zeitgenössischen lateinischen und volkssprachlichen religiösen Dichtung. Er zeichnet sich zudem durch eine lexikalische Breite aus, die weit über das klassische Vokabular hinausgeht, und durch die Verwendung auffälliger Stilmittel. Die Dichtung spiegelt überdies die zerrissene Gefühlslage der Leipziger Bevölkerung wider, die am Vorabend des Leipziger Konvents der protestantischen Reichsstände zwischen Hoffnung und Angst hin- und hergerissen ist, wozu die lutherische Theologie der Gnade, vermittelt durch anschauliche Bilder, ein tröstliches und ermutigendes Gegengewicht bildet. Diese Pluralität und Widersprüchlichkeit in Inhalt, Form und Stil, die zu einer Einheit formiert werden, sowie die offensichtliche Überbietungstendenz können als Elemente der Barockpoesie betrachtet werden.

5. Fazit

Letztlich belegen alle Beiträge, dass die barocke lateinische Literatur das Fundament der Renaissance-Literatur, d.i. die antike Literatur, die Bildungsgrundlage in Schulen und Universitäten bleibt, nicht verlässt. Besonders deutlich wird diese Kontinuität in den Beiträgen von Gutt, Ryczkowski und Kagerer.46 Hinzu tritt die Rezeption der zeitgenössischen lateinischen und volkssprachigen Literatur und die Konkurrenz zu ihr, die einem anderen Kontext angehört (s.u.). Überlegungen zur Entwicklung des lateinischen Sprachstils, besser gesagt: einer Pluralisierung des lateinischen Stils, die in Einklang mit Ergebnissen steht, die in Baroque Latinity präsentiert werden,47 ist vor allem im Beitrag von Babin zu greifen. Als weiteres aus der Antike tradiertes Fundament wird das System der Rhetorik bestätigt, und zwar vor allem in den Beiträgen von Viiding, Luggin, Jönsson und Wiener. Hierbei besitzt die elocutio eine Vorrangstellung. Besondere Bedeutung kommt der Argutia zu, die sowohl mit den Mitteln der elocutio als auch der inventio erreicht werden kann. Auch wenn die Lehre dieser Eigenschaft von Rede und Dichtung, die wie gezeigt als Charakteristikum des Barock gelten kann, erst im 17. Jahrhundert voll ausgebildet wurde, geht sie über Julius Cäsar Scaliger letztlich auf die antike Rhetorik zurück, namentlich auf die Schrift Περὶ ἰδεῶν (Über den Stil) des Hermogenes von Tarsos (2. Jahrhundert n.Chr.),48 und steht auch für die antike Fundierung des Barock. Das Gleiche gilt für das von Nyberg und Svensson analysierte Kunstmittel des Anagramms.

Beispiele für die literarische Verteidigung der eigenen Glaubensposition im Streit der Konfessionen bieten die nachdrückliche Vertretung der lutherischen Gnadenlehre in einer religiösen Festdichtung (1631) im Beitrag von Hintzen und die Argumentation für das geozentrische Weltbild in einem wissenschaftlichem Prosatext aus jesuitischer Feder (1656) im Beitrag von Luggin. Die Vermutung, dass die von Stockhorst analysierten jesuitisch-protestantischen Grenzüberschreitungen in Poetologie über die Grenzen von Latein und Volkssprache hinweg sich vielleicht dadurch erklären lassen, dass der untersuchte Text vom Ende des 17. Jahrhunderts (1688), also deutlich später, datiert, werden dadurch konterkariert, dass der von Hintzen untersuchte Protestant Fleming im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts in seiner Dichtung die des Jesuiten Sarbievius, oft affirmierend, rezipiert.49 Die Annäherung und Grenzüberschreitung scheint also vor allem auf dem Gebiet der Kunst möglich zu sein.

Typische Dokumente barocker Weltsicht und Mentalität im deutschen Sprachgebiet bieten die Beiträge von Werle, Gutt und Hintzen: Sowohl Gutt als auch Hintzen präsentieren Texte, die das Bewusstsein von einer aus den Fugen geratenen Welt dokumentieren, von denen Freinsheims Livius-Supplemente als Ausweg den Neostoizismus propagieren, Flemings Weihnachtsdichtung den Glauben an die göttliche Gnade. In eine ähnliche Richtung geht Werles Interpretation von Moscheroschs Epigrammen als Ausformung zeitgenössischer Diskurse, zu denen die Orientierung am Ideal der Geduld angesichts der unkalkulierbaren Gefährdungen menschlicher Existenz gehört. Hierzu bildet die Verbindung von Empirismus in den Naturwissenschaften mit optimistischem Fortschrittsglauben in Schöns Beitrag das englische Gegenbild.

Unter soziologischer Perspektive leistete das Repräsentationsbedürfnis nicht nur an absolutistischen Höfen, sondern auch im stadtbürgerlichen Leben dem beschriebenen Innovationswettbewerb Vorschub. Ein entsprechender ausgeprägter Innovationswettbewerb bzw. eine Überbietungstendenz lässt sich besonders in den von Leone, Wiener und Hintzen vorgestellten literarischen Texten, sowohl aus dem katholischen als auch aus dem protestantischen Milieu, deutlich beobachten. Die Konkurrenz führte zu besonderen Dynamiken des Experimentierens mit Formen und Gattungen, ihrer Weiterentwicklung, Transformierung und Hybridisierung. In diesen Kontext gehört in gewisser Weise auch die Annäherung der Gattung Epigramm an die prestigeträchtige Gattung Epos mit neuen Argumenten in der Analyse von Łukaszewicz-Chantry. Dieser literarische Wandel in Einheit mit der Wahl auffälliger sprachlicher und stilistischer Mittel und einer deutlichen Tendenz, poetische Fähigkeiten zur Schau zu stellen, scheint ein Ergebnis des Druckes zu sein, dem die lateinische Dichtung durch die Konkurrenz der volkssprachigen Dichtungen im 17. Jahrhundert in deutlich höherem Maß ausgesetzt ist als im 16. Jahrhundert. Der Druck generiert den Drang zur Novitas, d.h. zum paradoxen Drang, aus dem Material der antiken Tradition immer wieder Neues zu schaffen und die Erwartung der Leser nach immer Neuem zu befriedigen, wobei in jedem Einzelfall die Lesererwartung auch vom Funktionszusammenhang der Dichtung abhängt.

Texteditionen

  • Johannes Bisselius, Deliciae veris – Frühlingsfreuden: Lateinischer Text, Übersetzung, Einführungen und Kommentar, hg. von Thorsten Burkard / Günter Hess / Wilhelm Kühlmann / Julius Oswald SJ, Berlin u.a. 2013.

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  • Baltasar Gracián SJ, Arte de Ingenio. Tratado de la Agudeza, Madrid: Juan Sanchez, Roberto Lorenço, 1642.

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  • Andreas Gryphius, Herodes, Der Ölberg. Lateinische Epik, hg., übers. u. komm. von Ralf Czapla, Berlin 1999.

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  • Andreas Gryphius, Lateinische Kleinepik, Epigrammatik und Kasualdichtung, hg., übers. u. komm. von Beate Czapla / Ralf Czapla, Berlin 2001.

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  • Jakob Masen SJ, Ars nova argutiarum honestae recreationis, Köln: Antonius Kinchius, 1649.

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  • Daniel Georg Morhof, Commentatio de disciplina argutiarum, o.O. 1693.

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  • Martin Opitz, Lateinische Werke, hg. von Veronika Marschall / Robert Seidel, 3 Bde., Berlin / New York 2009–2015.

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  • Jacobus Pontanus SJ, Poeticarum Institutionum Libri Tres, Ingolstadt: David Sartorius, 1594.

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  • Casimirus Matthias Sarbievius SJ, „De acuto et arguto liber unicus sive Seneca et Martialis“, in: Praecepta poetica, hg. u. übers. von Stanisław Skimina, Krakau 1958, S. 1–20.

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  • Iulius Caesar Scaliger, Poetices libri septem – Sieben Bücher von der Dichtkunst, Bd. 3, hg. von Luc Deitz, Stuttgart / Bad Canstatt 1995.

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  • Emanuele Tesauro SJ, Il cannochiale aristotelico o sia idea delle argutezze heroiche vulgarmente imprese. Et di tutta l’arte simbolica, et lapidaria contenente ogni genere di figure et inscrittioni espressive di arguti et ingeniosi concetti, Turin: Giovanni Sinibaldo, 1654.

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Aufsätze, Monographien und Sammelbände

  • Gerold Ambrosius, Globalisierung. Geschichte der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, Wiesbaden 2018.

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  • Stefanie Arend / Claudius Sittig (Hg.), Was ein Poëte kan! Studien zum Werk von Paul Fleming (1609–1640), Berlin / Boston 2012.

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  • Jan Bloemendal (Hg.), Bilingual Europe. Latin and Vernacular Cultures – Examples of Bilingualism and Multilingualism c. 1300–1800, Leiden / Boston 2015.

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  • Valérie Boutrois-Wampfler, „Baroque Latinity and Ancient Literary Models: The Example of Claude-Barthélemy Morisot’s Peruviana“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 103–119.

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  • Peter J. Burgard, Baroque. Figures of Excess in Seventeenth Century European Art and German Literature, München 2019.

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  • Thorsten Burkard / Günter Hess / Wilhelm Kühlmann / Julius Oswald SJ (Hg.), Jacob Balde im kulturellen Kontext seiner Epoche. Zur 400. Wiederkehr seines Geburtstages, Regensburg 2006.

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  • Michael Clarke, „Baroque“, in: The Concise Oxford Dictionary of Art Terms, 2. Auflage, online-Version 2010.

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  • Beate Czapla, „Petrarkistischer Diskurs, christliche Mystik und die Umsetzung der eigenen acutum-Lehre in Sarbiewskis Aloysius-Epigrammen“, in: Schäfer, Sarbiewski, S. 177–193.

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  • Peter Davidson, The universal Baroque, Manchster 2007.

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  • Tom Deneire (Hg.), Dynamics of Neo-Latin and the Vernacular. Language and Poetics, Translation and Transfer, Leiden 2014.

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  • Manfred P. Fleischer, „Wesen und Wirken der späthumanistischen Gelehrtenrepublik in Schlesien“, in: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 35 (1983), S. 323–334.

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  • Marc Föcking / Gernot Michael Müller (Hg.): Abgrenzung und Synthese. Lateinische Dichtung und volkssprachliche Traditionen in Renaissance und Barock, Heidelberg 2007.

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  • Klaus Garber, „Schmelze des barocken Eisbergs? Eine Zwischenbetrachtung anläßlich einer Studie von Wolfgang Müller: Die Drucke des 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum“, in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 38 (1991), S. 437–467.

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  • Jacqueline Glomski / Gesine Manuwald / Andrew Taylor (Hg.), Baroque Latinity. Studies in Neo-Latin Literature of the European Baroque, London 2023.

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  • Notker Hammerstein / Gerrit Walther (Hg.), Späthumanismus. Studien über das Ende einer kulturhistorischen Epoche, Göttingen 2000.

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  • Peter Arnold Heuser, Rezension zu: Hammerstein / Walther: Späthumanismus, in: H-Soz-Kult, 01.03.2001, www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-3207.

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  • Beate Hintzen, „Sprache der Liebe, Sprache der Freundschaft, Sprache des Glaubens“, in: Arend / Sittig, Was ein Poëte kan!, S. 159–180.

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  • Beate Hintzen, Paul Flemings Kußgedichte und ihr Kontext, Göttingen 2015.

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  • Beate Hintzen, „Gelehrte Liebesnöte“ – Lateinischer Petrarkismus der Frühen Neuzeit, Berlin / Boston 2022.

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  • Herbert Jaumann, „Barock“, in: Klaus Weimar (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. 1, S. 199–204.

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  • Joachim Knape, „Barock“, in: Gert Ueding (Hg.), Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 1, Berlin / New York, Sp. 1285–1332.

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  • Manfred Landfester, „Einleitung“, in: Manfred Landfester (Hg.), Renaissance-Humanismus. Lexikon zur Antikerezeption, Der Neue Pauly, Supplementband 9, S. IX–XIV.

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  • Marc Laureys (Hg.), An Ill-shapen Pearl? The Neo-Latin Epigram in the Baroque, London, voraussichtlich 2026 / 2027.

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  • Silke Leopold, „Barock, Grundsätzliches“, in: Laurenz Lütteken (Hg.), Musik in Geschichte und Gegenwart, Kassel u.a. 2016 ff., zuerst veröffentlicht 1994, online veröffentlicht 2016, https://www.mgg-online.com/mgg/stable/13132.

      Silke Leopold, „Barock, Grundsätzliches“, in: Laurenz Lütteken (Hg.), Musik in Geschichte und Gegenwart, Kassel u.a. 2016 ff., zuerst veröffentlicht 1994, online veröffentlicht 2016, https://www.mgg-online.com/mgg/stable/13132. )| false
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  • Eckard Lefèvre / Eckart Schäfer (Hg.), Daniel Heinsius. Klassischer Philologe und Poet, Tübingen 2008.

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  • Javiera Lorenzini Raty, „The Greekness of Latin Baroque: Hermogenes and Ingenuity in Julius Caesar Scaliger’s Poetices libri septem“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 31–50.

      Javiera Lorenzini Raty, „The Greekness of Latin Baroque: Hermogenes and Ingenuity in Julius Caesar Scaliger’s Poetices libri septem“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 31–50. )| false
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  • Ingrid Loschek, Reclams Mode- und Kostümlexikon, 2. erw. Auflage, Stuttgart 2005.

      Ingrid Loschek, Reclams Mode- und Kostümlexikon, 2. erw. Auflage, Stuttgart 2005. )| false
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  • Maria Łukaszewicz-Chantry, „Le pétrarquisme dans la poésie religieuse de Maciej Kazimierz Sarbiewski“, in: Hintzen, Gelehrte Liebesnöte, S. 355–370.

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  • Barbara Mahlmann-Bauer, „Renaissance“, in: Jan-Dirk Müller (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. 3, Berlin / New York 2007, S. 262–266.

      Barbara Mahlmann-Bauer, „Renaissance“, in: Jan-Dirk Müller (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. 3, Berlin / New York 2007, S. 262–266. )| false
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  • Gesine Manuwald / Andrew Taylor, „Introduction“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 1–12.

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  • Ruth Monreal, Die „Hortorum libri IV“ von René Rapin S.J. und die „Plantarum libri VI“ von Abraham Cowley. Zwei lateinische Dichtungen des 17. Jahrhunderts, Berlin u.a. 2010.

      Ruth Monreal, Die „Hortorum libri IV“ von René Rapin S.J. und die „Plantarum libri VI“ von Abraham Cowley. Zwei lateinische Dichtungen des 17. Jahrhunderts, Berlin u.a. 2010. )| false
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  • Florian Neumann, „Pädagogik“, in: Gert Ueding (Hg.), Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 6 (2003), Sp. 476–484.

      Florian Neumann, „Pädagogik“, in: Gert Ueding (Hg.), Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 6 (2003), Sp. 476–484. )| false
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  • Lucy R. Nicolas, „The Sixteenth Century’s Revolution in Rhetorik and its Impact on the Baroque“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 13–30.

      Lucy R. Nicolas, „The Sixteenth Century’s Revolution in Rhetorik and its Impact on the Baroque“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 13–30. )| false
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  • James A. Parente / Jan Bloemendal, „What makes a Neo-Latin Tragedy Baroque? The Spanish Netherlands, the Dutch Republic and Beyond“, in: Glomski / Manuwald / Taylor, Baroque Latinity, S. 153–169.

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  • Jan Rohls, Kunst und Religion zwischen Mittelalter und Barock, Bd. 3: Das Zeitalter des Barock, Berlin / Boston 2021.

      Jan Rohls, Kunst und Religion zwischen Mittelalter und Barock, Bd. 3: Das Zeitalter des Barock, Berlin / Boston 2021. )| false
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  • Eckart Schäfer (Hg.), Sarbiewski. Der polnische Horaz, Tübingen 2006.

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  • Wilfried Stroh, Jacobus Balde Bibliographie: https://stroh.userweb.mwn.de/balde_lit.html.

      Wilfried Stroh, Jacobus Balde Bibliographie: https://stroh.userweb.mwn.de/balde_lit.html. )| false
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  • Nikolaus Thurn, Neulatein und Volkssprachen: Beispiele für die Rezeption neusprachlicher Literatur durch die lateinische Dichtung Europas im 15.-16. Jh., München 2012.

      Nikolaus Thurn, Neulatein und Volkssprachen: Beispiele für die Rezeption neusprachlicher Literatur durch die lateinische Dichtung Europas im 15.-16. Jh., München 2012. )| false
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  • Erich Trunz, „Der deutsche Späthumanismus um 1600 als Standeskultur“, in: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts 21 (1931), S. 17–53.

      Erich Trunz, „Der deutsche Späthumanismus um 1600 als Standeskultur“, in: Zeitschrift für Geschichte der Erziehung und des Unterrichts 21 (1931), S. 17–53. )| false
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  • Theodor Verweyen, „Literarische Evolution um 1600. Epochenschwellen und Epochenprobleme im Blick auf Erich Trunz: Deutsche Literatur zwischen Späthumanismus und Barock (München 1995)“, in: Göttingische Gelehrte Anzeigen 252 (2000), S. 76–100.

      Theodor Verweyen, „Literarische Evolution um 1600. Epochenschwellen und Epochenprobleme im Blick auf Erich Trunz: Deutsche Literatur zwischen Späthumanismus und Barock (München 1995)“, in: Göttingische Gelehrte Anzeigen 252 (2000), S. 76–100. )| false
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  • Axel E. Walter, Späthumanismus und Konfessionspolitik. Die europäische Gelehrtenrepublick um 1600 im Spiegel der Korrespondenzen Georg Michael Lingelsheims, Tübingen 2044.

      Axel E. Walter, Späthumanismus und Konfessionspolitik. Die europäische Gelehrtenrepublick um 1600 im Spiegel der Korrespondenzen Georg Michael Lingelsheims, Tübingen 2044. )| false
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  • Dirk Werle: „Rezension zu Burgard“, in: Arbitrium 40 (2022), S. 177–186.

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  • Alexander Winkler / Florian Schaffenrath (Hg.), Neo-Latin and the Vernaculars. Bilingual Interactions in the Early Modern Period, Leiden 2019.

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1

Dieser wissenschaftliche Fortschritt wird durch fünf vorgelegte Sammelbände aus den Jahren 2007 bis 2022 und eine Monographie aus dem Jahr 2012 belegt. Die von Marc Föcking und Gernot Michael Müller (Abgrenzung und Synthese), Tom Deneire (Dynamics of Neo-Latin and the Vernacular), Jan Bloemendal (Bilingual Europe) sowie Alexander Winkler und Florian Schaffenrath (Neo-Latin and the Vernaculars) herausgegebenen Bände sowie die Monographie von Nikolaus Thurn (Neulatein und Volkssprachen) beleuchten das Verhältnis von lateinischer und volkssprachiger Literatur generell oder für bestimmte Zeiträume, der von Beate Hintzen („Gelehrte Liebesnöte“) herausgegebene Band hat die Rezeption von Petrarcas toskanischer Liebesdichtung und dem sich daraus entwickelnden Petrarkismus, d.h. eines genuin volkssprachigen Phänomens, in der lateinischen Literatur zum Thema sowie die Interdependezen zwischen volkssprachiger und lateinischer petrarkistischer Literatur.

2

Auskunft von Florian Schaffenrath.

3

https://www.ucl.ac.uk./classics/research/research-projects/baroque-latinity mit einer ausführlichen Bibliographie, in der Forschungsliteratur zur barocken Literatur und Kunst zusammengestellt ist.

4

Vgl. David, The universal Baroque, bes. S. 8f.

5

Hierzu gehören insbesondere Wampfler, „The Example of Morisot’s Peruviana“ und James A. Parente / Jan Bloemendal: „What makes a Neo-Latin Tragedy Baroque?“.

6

Laureys, An Ill-shapen Pearl.

7

Vgl. die online-Bibliographie von Stroh.

8

Z. B. Bisselius, Deliciae veris.

9

Z. B. Monreal, Zwei lateinische Dichtungen des 17. Jahrhunderts.

10

Z. B. Schäfer, Sarbiewski. Zwar ist die polnische Namensform Maciej Kazimierz Sarbiewski geläufig, doch müsste der Dichter als Litauer eigentlich Motiejus Kazimieras Sarbievijus genannt werden. Deshalb wird hier die neutrale lateinischen Namensform verwendet.

11

Z. B. Lefèvre / Schäfer, Daniel Heinsius.

12

Z. B. Opitz, Lateinische Werke.

13

Z. B. Hintzen, Flemings Kußgedichte; die Beiträge von Tino Licht, Stefanie Arend, Jörg Robert, Beate Hintzen, Joachim Hamm und Kristi Viiding, in: Arend / Sittig, Was ein Poëte kann.

14

Z. B. Gryphius, Lateinische Epik; Lateinische Kleinepik u.a.

15

Vgl. die online-Bibliographie von Stroh.

16

Burkard / Hess / Kühlmann / Oswald, Jacob Balde.

17

https://www.ndl1.germanistik.uni-muenchen.de/forschung/drittmittel/verfasserlexikon17/index.html.

18

https://biblio.ub.uni-heidelberg.de/epische_versdichtung.

19

Vgl. Jaumann, „Barock“, S. 200; Werle, „Rezension zu Burgard“, S. 178.

20

Vgl. in jüngerer Zeit die beiden gegensätzlichen und Kritik herausfordernden Monographien von Peter David, The universal Baroque und Peter Burgard, Figures of Excess.

21

Vgl. Manuwald / Taylor, „Introduction“, S. 3; David, The universal Baroque, S. 3–6.

22

Vgl. Manuwald / Taylor, „Introduction“, S. 3; David, The universal Baroque, S. 6.

23

Vgl. Knape, „Barock“, Sp. 1285.

24

Vgl. Werle, „Rezension zu Burgard“, S. 178.

25

Vgl. Trunz, Der deutsche Späthumanismus; Hammerstein, „Einleitung“, in: Hammerstein / Gerrit, Späthumanismus, S. 1–18; Walter, Späthumanismus, S. 7–40, bes. S. 39f.

26

Vgl. Manuwald / Taylor, „Introduction“, S. 4.

27

Vgl. die Zusammenfassung der einzelnen Beitrage des Sammelbandes Hammerstein / Gerrit, Späthumanismus in der Rezension von Heuser.

28

Vgl. besonders die ausführliche Zusammenfassung in Walter, Späthumanismus, S. 7–40.

29

Vgl. Fleischer, „Wesen und Wirken“, S. 323; Garber, „Schmelze des barocken Eisbergs?“, S. 442; Walter, Späthumanismus, S. 39; vgl. außerdem zur Übergangsphase vom Renaissance-Humanismus zum Barock und ihre Datierung Verweyen, „Literarische Evolution um 1600“, S. 86–91.

30

Vgl. Walter, Späthumanismus, S. 39.

31

Vgl. Landfester, „Einleitung“, S. IX.

32

Vgl. Werle, „Rezension zu Burgard“, S. 178.

33

Vgl. Mahlmann-Bauer, „Renaissance“, S. 262.

34

Vgl. Neumann, „Pädagogik“, Sp. 480.

35

Vgl. u.a. Clarke, „Baroque“; Leopold, „Barock“. Vgl. besonders den 3. Band von Rohls Geschichte der bildenden Kunst, Musik und Literatur im Hinblick auf die Religion: Das Zeitalter des Barock, S. 1.

36

Vgl. Manuwald / Taylor, „Introduction“, S. 4.

37

Vgl. Manuwald / Taylor, „Introduction“, S. 2.

38

Vgl. Ambrosius, Globalisierung, S. 10.

39

Vgl. Ambrosius, Globalisierung, S. 116f.

40

Vgl. „Halskrause“, in: Loschek: Mode- und Kostümlexikon, S. 237f.

41

Vgl. Landfester, „Einleitung“, S. X.

42

Vgl. Knape, „Barock“, Sp. 1304–1306.

43

Sarbievius, „De acuto et arguto“ (handschriftlich verbreitet); Gracián, Arte de Ingenio; Maßen, Ars nova argutiarum; Tesauro, Il cannochiale aristotelico; Morhof, Commentatio de disciplina argutiarum.

44

Vgl. Scaliger, Poetices libri septem, S. 206; Pontanus, Poeticarum Institionum Libri Tres, S. 201.

45

Vgl. Czapla, „Petrarkistischer Diskurs“; Maria Łukaszewicz-Chantry, „Le pétrarquisme“.

46

In Kagerers Beitrag (vgl. S. 312) ergibt sich die ungebrochene Bedeutung der antiken Literatur nicht nur durch den Nachweis ihrer Tradierung, sondern auch durch die satirische Einschätzung Jakob Baldes seiner eigenen Zeit in seiner Expeditio polemico-poetica, in der die Dichter der Frühen Neuzeit die Burg der personifizierten Unwissensheit nur mit Hilfe der aus der Unterwelt geholten Dichter unter der Führung Vergils erobern können (womit gewissermaßen der Plot von Aristophanes’ Komödie Die Frösche aktualisiert wird).

47

Vgl. insbesondere Nicolas, „The Sixteenth Sentury’s Revolution“, S. 22f.

48

Vgl. Lorenzini Raty, „The Greekness of Latin Baroque“, S. 33–40.

49

Vgl. Hintzen, „Sprache der Liebe“, S. 170–176; Kußgedichte, S. 463–470.

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Lateinische Literatur des Barock

Inhalte, Formen und Funktionen

Series:  Poesis, Volume: 3
Cover Lateinische Literatur des Barock
E-Book ISBN:
9783846769416
Publisher:
Brill | Fink
Print Publication Date:
30 Apr 2025
  • Subjects
    • Literature and Cultural Studies
      • Literature, Arts & Science
Front Matter
Preliminary Material
Copyright Page
Danksagung
Einleitung
Teil I Sprachliche und konfessionelle Grenzüberschreitungen in der poetologischen Theorie
Poetologische Ökumene?
Teil II Anachronistisches (?) Festhalten am Lateinischen
Gottfried Wilhelm Leibniz’ (1646–1716) Latinität
A Case of Marinistic Poetry in Latin: Girolamo Cicala’s Carmina (1649)
Teil III Barockes in Epigrammatik und Anagrammatik
Konstitution der Autor-Persona
Joachim Rachels (1618–1669) Spottepigramme im Kontext der frühen livländischen Barockdichtung
Epigram in the Poetic Theory and Practice of Maciej Kazimierz Sarbiewski (1595–1640)
The Anagram Poetry of the Danish Poet Henrik Albertsen Hamilton (c. 1590–after 1623) and the Swedish Poet Georg Stiernhielm (1598–1672)
Teil IV Rhetorisierung in Prosa und Dichtung
Barocke Wissenschaft?
Swedish Latin Baroque Poets: Andreas Stobaeus (1642‒1714), Johann Bernhard Steinmeyer (1654–1738) and Sophia Elisabet Brenner (1659–1730)
Tendenzen der Panegyrik im Barock: Jakob Baldes Templum Honoris (1636/37)
Teil V Aspekte barocker Weltsicht
Fictio ambigua – Francis Bacons (1561–1626) Nova Atlantis als konservativ-progressive Barockutopie
Ein barocker Livius?
Teil VI Religiöse Dichtung zwischen Normierung und Transformierung
Poesis perfecta?
„Me glacies potiore flamma letalis urit“
Paul Flemings Weihnachtsgedicht Jesu Christo Salvatori Natalitium (1631) im Kontext universitärer Festdichtung
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