Die vorliegende Studie behandelt den Rekurs auf das Ornament in der heutigen Architektur. Der Bereich, aus dem die Belege für die Beobachtungen und Thesen der Studie gewonnen werden, ist vor allem die Fassade. In der Gegenwartsarchitektur sind in einer Breite und Vielfalt ornamental gestaltete Fassaden zu beobachten, die zu der Frage Anlass geben, worin die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Formen heute und denjenigen der Vergangenheit bestehen, und was die Architektur auf diese Weise kommuniziert.
Die Architekturornamentik bildete daher in den vergangenen Jahren den Schwerpunkt in meiner Lehr- und Forschungstätigkeit am Kunsthistorischen Institut der Architekturfakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH Aachen University).
Professor Dr. phil. Alexander Markschies, dem Lehrstuhlinhaber des Instituts für Kunstgeschichte an der RWTH, sei herzlich für großzügige institutionelle Unterstützung und vielfachen guten Rat gedankt.
Die forschende Vorbereitung und Durchführung von Lehrveranstaltungen wie Changing times, changing styles. Architektur als Medium der Kunstgeschichte (WiSe 2021/22), Less is more? Mies van der Rohe und die Medien (SoSe 2021), Kunst und Architekten. Spielformen der Kommunikation (WiSe 2020/21), Die öffentliche Seite der Architektur. Ornament und Kommunikation (SoSe 2020) und Alles Fassade? Architektur und Ornament heute (WiSe 2019/20), um nur einige Veranstaltungen aufzulisten, sind Grundlage für die jetzt vorgelegte Studie. Ein besonderer Dank gilt den Studierenden für viele anregende Diskussionen.
Zudem war es im Rahmen der Lehrtätigkeit möglich, das Thema mittels Exkursionen und Werkstattbesuchen in der Praxis zu vertiefen. Im Seminar De Stijl (WiSe 2018/19) konnten wir uns beispielsweise bei einem Besuch der Aachener Schreinerei Aixakt über den heutigen Möbelbau informieren und so Querverbindungen zur historischen Praxis der De Stijl-Gruppe um Theo van Doesburg im frühen 20. Jahrhundert ziehen, im Seminar Bon Marché. Innovative Techniken und die Entwicklung der modernen Kaufhausarchitektur (SoSe 2015) besichtigten wir vor Ort in Münster die neue Shopping Mall Münster-Arkaden, um die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen der Kaufhausarchitektur heute und den Warenhäusern im späteren 19. Jahrhundert besser verstehen zu können. Das Seminar Form follows nature. Architektur und Ornament im Jugendstil (WiSe 2014/15) führte uns nach Brüssel, wo wir vor Ort Einsichten in die Jugendstilarchitektur gewinnen konnten, die weit über jedes Buchwissen hinausgehen. Viele der in der vorliegenden Studie behandelten Gebäude konnten vor Ort in Augenschein genommen werden. Während der Corona-Pandemie war dies leider aufgrund der Reisebeschränkungen nicht mehr im vollen Umfang möglich. So musste die Erarbeitung bei einigen Gebäuden ausschließlich auf Basis von Abbildungen erfolgen, was wiederum den Sinn für architektonische Darstellungsmedien wie Grundriss, Aufriss und Perspektive, aber auch Architekturfotografie in besonderem Maße schärfte. Sobald man gezwungenermaßen auf eine Begehung verzichten muss, bemerkt man erst, welch zentrale Bedeutung den Medien der Architektur in der Produktion und Rezeption von Gebäuden zukommt, und lernt den Wert sachkundiger medialer Darstellung von Architektur umso mehr zu schätzen.
Eine große Rolle bei der Konzeption der Studie spielte zudem die Ausstellung Mies van der Rohe. Die Collagen aus dem MoMA aus dem Jahr 2016/17 im Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, den Blick für Anknüpfungspunkte zum Ornamentthema in der vermeintlich ornamentlosen modernen Architektur zu schulen.
Professorin Dr. phil. Karin Leonhard sei herzlich dafür gedankt, dass sie mich im November 2016 bei einem Gespräch in Berlin auf den Forschungstrend der formalen Ästhetik im Fach Kunstgeschichte aufmerksam machte. Der gewählte Begriff der Formgenealogien im Untertitel der vorliegenden Studie geht zum Teil auf dieses Gespräch zurück. Dr. phil. Andreas Gormans möchte ich für wertvolle Hinweise und Anmerkungen zum Thema Ornament herzlich danken. Gleiches gilt für Professor Dipl.-Ing. Axel Sowa, der mit seinem spezifischen Wissen zur französischen Gegenwartsarchitektur weiterhelfen konnte und damit den Produktionsprozess von Architektur nachhaltig begreifbar machte. Dr.-Ing. Julia von Mende sei für zahlreiche, instruktive Gespräche über das Ornament herzlich gedankt.
Von besonderer Relevanz für den Entstehungsprozess der vorliegenden Studie war das Themenheft der Fachzeitschrift Kunstchronik zum Ornament, das im Juli 2019 erschien. Dafür, dass sie mir die Gelegenheit gegeben hat, einen Beitrag zu diesem Heft zu leisten, sei Professorin Dr. phil. Christine Tauber an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Ohne diese Ausgabe und das darin zusammengetragene Wissen aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlicher Autorinnen und Autoren wäre die vorliegende Studie nicht möglich gewesen. Andreas Knop vom Verlag Brill Wilhelm Fink bin ich einmal mehr für die Aufnahme des Manuskripts in das Programm und die sachkundige Betreuung zu Dank verpflichtet. Für ihr kompetentes und professionelles Lektorat des Manuskripts und die stets gute Zusammenarbeit möchte ich Dr. phil. Iris Romanos herzlich danken.