Dieser Band assoziiert sich in eine Reihe von Veröffentlichungen der vergangenen Jahre, die zum Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen den für die Aufklärung, Romantik, Klassik und für den Idealismus grundlegenden Ausdruck Einbildungskraft gemacht haben.1 Die über das letzte Jahrzehnt hinausgehende Forschung in diesem Feld verdeutlicht, dass eine Geschichte der Einbildungskraft um 1800 zugleich eine der Begriffe, der Ideen, der Probleme und der Wissenschaften ist.2 Auch wenn der Schwerpunkt in diesem Feld literaturwissenschaftlich und philosophisch ist, setzt eine solche Geschichte die Ãffnung für interdisziplinäre Ansätze voraus. Ist man darüber hinaus noch gewillt, der Zeit um 1800 die kulturwissenschaftlich gängige Bedeutung eines epochemachenden Umbruchs beizumessen, so liegt es nahe, dass mit Einbildungskraft verbundene Theorien und Konzepte moderne Wissenschaften, Praktiken und Selbstentwürfe intensiv prägten.3 Ãber die idealistische Philosophie und die europäische Romantik mit einem Fokus auf den deutschen und englischen Sprachraum führt diese Geschichte nicht hinaus. Doch ist sie auch für die Zeit um 1800 angesichts neuer Methoden, Teilwissenschaften und Untersuchungszusammenhänge nicht auserzählt. Bis zuletzt folgt sie allerdings den meist sicheren Weg des abendländischen Höhenkamms. Die Interdisziplinarität der bisherigen Ansätze beschränkt sich auf Makrodiskurse des langen 19. Jahrhunderts: die Philosophie, die Künste und die Psychologie. Die Beiträge dieses Bandes knüpfen an diese Grundlagen an. Sie vertiefen sie mit pointierten Einzelstudien und weisen auf eine Weiterführung dieser Geschichte in das 19. Jahrhundert hinaus. Dabei beschränken sich die in diesem Band versammelten Forschungsergebnisse nicht auf das abgesteckte Feld, sondern erweitern es inhaltlich um theologische und geschlechtergeschlechtliche Perspektiven sowie methodisch um Zugänge der digitalen Geisteswissenschaften.
Einbildungskraft wird um 1800 über die Grenzen einzelner Disziplinen hinaus und nationenübergreifend thematisiert. Hier bieten sich viele mögliche Zugänge an. In diesem Fall wird ein Verfahren gewählt, das von der Etymologie von Einbildungskraft und Phantasie ausgeht und nur grob die Stationen ihrer Verläufe in der abendländischen Philosophie markiert, um im 19. Jahrhundert zu münden. Die folgenden Abschnitte dienen daher einem kursorischen Ãberblick zu den Voraussetzungen der Begriffe, Phänomene und Funktionen von Einbildungskraft um 1800. Daran schlieÃt sich eine Begriffsreflexion auf das titelgebende Um-1800 sowie die Vorstellung der Beiträge an.
1. Von falschen Vorstellungen zum Genuss der Phantasie
Vorstellungskraft, Vorstellungsvermögen, Phantasie, Imagination, Einbildungsvermögen und Einbildungskraft ⦠Die Ausdrücke umfassen ausgeprägte semantische Schnittmengen, werden häufig synonym verwendet und gehen auf zwei lateinische und griechische Ausdrücke zurück: auf imaginatio und phantasia, die wiederum aus dem griechischen eikasia und phantasia übersetzt wurden.4 eikasia bezeichnet die Fähigkeit, ein Original in einem Abbild zu erkennen. Wenn wir eine Freundin nach Jahren wieder treffen, uns die Erinnerung an sie sogleich nicht zu Bewusstsein kommt, sie aber schlieÃlich als die Bekannte identifizieren, so ist die eikasia aktiv.5 Hingegen stellt die phantasia mehr oder weniger getreue Abbilder eines Originals her. Sie wird häufig mit dem Traum und der Kunst in Verbindung gebracht, weil uns in ihnen Bilder der Realität vor Augen geführt oder sogar Auszüge aus der Realität zu etwas Neuem kombiniert werden wie im Fall von Fabelwesen und Chimären. Damit geht von der phantasia zugleich die Gefahr aus, von dem Original abzuweichen. Platon zufolge besteht für diejenigen, die ihr ausgesetzt sind, die Gefahr korrumpiert zu werden, weil sie nicht nur bloà Abbilder produziert, sondern die Originale verfälschen könne.6
Diese in dem Ausdruck Einbildungskraft zusammengefassten Semantiken sind in der abendländischen Philosophie, Theologie, Ãsthetik und Wissenschaft integrale Bestandteile. In dieser Geschichte stand die Einbildungskraft bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert eher im Misskredit als hoch im Kurs.7
Obwohl die Philosophie im Gefolge von Aristoteles der Einbildungskraft eine Mittlerrolle zwischen Sinnlichkeit und Verstand zuweist, trage Einbildungskraft weder zur Kontemplation der platonischen Ideen noch zu der des christlichen Gottes bei. Weiterhin unterwandere sie die reibungslosen Funktionsweisen des Staates, führe zu sinnlichen Ausschweifungen und zur Hingabe an das Diesseits. Sie vermag sogar schwanger zu machen, wie ein französisches Gericht 1637 behauptete, und sei verantwortlich für Fehlbildungen von Kindern â so ein gängiges Vorurteil der Medizin, das sich vom europäischen Mittelalter bis in die Aufklärung gehalten hat.8
In der ideengeschichtlichen Tradition werten die Einbildungskraft bis dahin die mittelalterlich-theologische Diskussion um Prophezeiungen, die Ãsthetik der Spätrenaissance sowie das frühaufklärerische Wissenschaftsmodell nach Francis Bacon auf.9 Mit der Sattelzeit muss jedoch von einem nachhaltigen diskursübergreifenden sowie ideengeschichtlichen Wandel gesprochen werden.10 Für diese Entwicklung ist im 18. Jahrhundert zunächst Joseph Addisons Artikel The Pleasures of the Imagination maÃgeblich, der in seiner Zeitschrift The Spectator 1712 veröffentlicht wurde. In diesem Artikel stellt er erstmals im neuzeitlichen Diskurs ästhetisches Empfinden in ein empirisches Verhältnis zur Einbildungskraft.11 Die von Addison ausgehenden affirmativen Imaginationstheorien der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sind im englischsprachigen Raum mit dem Philosophen Edmund Burke und im deutschsprachigen Raum mit den Literaturkritikern Johann Bodmer und Johann Breitinger sowie dem Begründer der Ãsthetik Alexander Baumgarten verknüpft. Die erkenntnistheoretischen sowie psychologischen Grundlagen hierfür finden Bodmer, Breitinger und Baumgarten wiederum in den Philosophien Gottfried Leibniz und Christian Wolffs.12
2. Das Lob der Einbildungskraft zwischen Ausnahme und Verallgemeinerung
Integraler Bestandteil des Diskurses um die Einbildungskraft im 18. Jahrhundert ist die Dichtung. An ihr müssen die Sinne geschult werden, um ein vollendetes Individuum hervorzubringen.13 Eine an der Dichtung ausgerichtete Pädagogik soll die Urteilskraft verbessern und den Geschmack fördern, wodurch die Entwicklung der Menschheit vorangetrieben werde.14 Zu dieser perfektibilistisch ausgerichteten Erziehung des sozialen Körpers bedarf es genialischer Dichter, also Dichter, die nicht nur reproduzieren, sondern sich durch ihre Originalität auszeichnen und reine Schöpfungen kreieren.15 Dieser Typus wird vom Genie verkörpert, einem männlich kodierten Ausnahmephänomen, zu dem eine âedle Unordnungâ, so die Aufklärer Jakob von Mauvillon und Johann Unzer, genauso gehört wie der âWahnwitzâ, so Friedrich Schiller in einem Brief 1788.16 Für alle anderen Künstler gilt in Johann Sulzers Ãsthetik von 1771 die MeÃkunst als Zaum der Phantasie.17
Die Aufwertung der Einbildungskraft wird in der Aufklärung über die Genieästhetik hinaus nach Wilhelm VoÃkamp zur âVoraussetzung für die Fähigkeit des Vorstellens und Entwerfens [â¦], die moderne Subjektivität allererst ermöglicht.â18 Prototypen für die existenziellen Entwürfe einer zu kultivierenden und kultivierten Leserschaft entwickeln Bildungsromane wie Christoph Wielands Geschichte des Agathon von 1766 und 1767, Karl Moritzâ 1785, 1786 und 1790 erschienener Anton Reiser sowie Johann Goethes Wilhelm Meister von 1795 und 1796.
Dass für die Aufklärer mit einer Kultivierung der Einbildungskraft nicht nur die Förderung individueller Lebensentwürfe verbunden ist, sondern mit ihr auch emotionale Verfeinerung einhergeht, verdeutlicht der Psychologe Johann Maaà 1792 in seinem Versuch über die Einbildungskraft. In ihr fundiert er Empathie sowie moralische Gefühle und wendet auf diese Weise seine im Kontext von Adam Smithâ Theory of Moral Sentiment stehende Psychologie ins Ethische.19 Der Aufwertung in der Psychologie stellt sich konsequenterweise das Interesse an den physiologischen Auswirkungen zur Seite: Heinrich Tabor veröffentlicht 1786 seinen Traktat Entwurf über die Heilkräfte der Einbildungskraft. Dessen Ausgangsfragen markieren deutlich einen Weg der medizinischen Forschung zur therapeutischen Wirkung von Autosuggestion und Placeboeffekten: âKann also die Einbildung Heilkräfte in dem Körper hervorbringen? Kann die Einbildung die Kräfte der Arzneien vermehren? Und wie benutzt man endlich die Einbildung zum Wohl der Kranken?â20
Im Laufe der Aufwertung der Einbildungskraft im 18. Jahrhundert wird sie in den 1790ern in ein affirmatives wie theoretisches Verhältnis zur Politik gerückt. Schiller nobilitiert sie mit seiner Ãsthetischen Erziehung 1795:
Auf den Flügeln der Einbildungskraft verläÃt der Mensch die engen Schranken der Gegenwart, in welche die bloÃe Thierheit sich einschlieÃt, um vorwärts nach einer unbeschränkten Zukunft zu streben; aber indem vor seiner schwindelnden Imagination das Unendliche aufgeht, hat sein Herz noch nicht aufgehört, im Einzelnen zu leben und dem Augenblick zu dienen.21
Einbildungskraft wird hier einerseits in einer anthropologischen Funktion angeführt, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Dieses Unterscheidungsmerkmal ermöglicht Schiller den Entwurf des homo ludens, des Menschen als ein spielendes Wesen: â[D]er Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.â22 Andererseits wird die Einbildungskraft in Schranken gewiesen, da der Mensch mit ihrem ziellosen und unkultivierten Gebrauch ich- und gegenwartsbezogen bleibt. Ihr Hang zur Ãberschreitung könne durch eine gerichtete Kultivierung gehemmt werden. Diese vielfach betonten Appelle zur MäÃigung und Zügelung der Einbildungskraft reflektieren sie als einen grundlegenden Einflussfaktor für Gesellschaft und Politik.
So wie Schillers utopisches Denken des Staates eine Grundlegung in der Einbildungskraft erfährt, funktionalisieren sie Kant und Friedrich Schlegel in ihren politischen Theorien.23 Beispielsweise beschreiben sie auf diese Weise Regierungsformen, die ihre Legitimation aus der Bevölkerung und nicht aus einem transzendenten Prinzip schöpfen. Für Kant ist eine Republik das Werk eines politischen Künstlers, der, obwohl Freiheit und Gleichheit in einem Staat nicht realisiert sind, ihre Wirklichkeit dennoch vorzuspiegeln vermag. Noch grundlegender bewertet Schlegel in seinem 1796 veröffentlichten Versuch über den Republikanismus die Einbildungskraft für eine Theorie des Politischen:
Das Einzelne und das Allgemeine ist überhaupt durch eine unendliche Kluft voneinander geschieden, über die man nur durch einen Salto mortale hinübergelangen kann. Es bleibt hier nichts übrig, als durch eine Fiktion einen empirischen Willen als Surrogat des a priori gedachten absolut allgemeinen Willens gelten zu lassen [â¦].24
Die höchste fictio juris, also die höchste juristisch notwendige Fiktion in der Republik bedeutet für Schlegel die Hervorbringung eines allgemeinen politischen Willens aus der Summe der Individualwillen.
3. Gefahren und Kritik der Einbildungskraft: Schwärmerei und Absurditäten
Diese deskriptiven und affirmativen Konzeptionen für die Genieästhetik, Pädagogik, Psychologie, Medizin und Politik sollen jedoch nicht über eine spezifisch aufklärerische Kritik an der Einbildungskraft hinwegtäuschen.
Dass aus der im Rahmen der Genieästhetik aufgewerteten Einbildungskraft nicht nur klassische Werke edler Einfalt und stiller GröÃe resultieren konnten, zeigen schon die ironischen Repliken des Experimentalphysikers Georg Lichtenberg und de Saint Lamberts politisches Genieverständnis: âEs gibt heutzutage so viele Genies, daà man recht froh sein soll, wenn einem einmal der Himmel ein Kind beschert, das keines istâ, so Lichtenberg in seinem Sudelbuch von 1793â1796.25 De Saint Lamberts Artikel zum Genie aus der Encyclopédie von 1757 zufolge konstruieren Genies philosophische und politische Systeme. Während â[d]ie Einbildungskraft, die die Philosophen verleitetâ, nur Irrtürmer zur Folge hat, führte âdie Vorstellung, die den Staatsmann irreführtâ zu praktischen Konsequenzen, âdie das Unglück der Menschen herbeiführen.â26
Im deutschsprachigen Raum setzt der kritische Diskurszweig 1729 mit der Veröffentlichung von Johann Gottscheds Poetologie ein: âEine gar zu hitzige Einbildungskraft macht unsinnige Dichter: dafern das Feuer der Phantasie nicht durch eine gesunde Vernunft gemäÃiget wird. [â¦] Wer seinen regellosen Trieben den Zügel schieÃen läÃt, dem geht es wie dem jungen Phaeton.â27 Er löst eine Katastrophe aus. Während die Aufwertung der Einbildungskraft mit sozialerzieherischen Impulsen versehen wird, geht die Kritik an ihr von der Pädagogik aus. Literarisch schlägt sie sich beispielsweise in Wielands 1764 veröffentlichtem Roman Don Sylvio von Rosalva nieder, in dem er die Konsequenzen einer âromanhaften Erziehungâ in quijotesker Manier vorführt:
Die Seele, welche nach einem blinden Instincte Schimären eben so regelmäÃig bearbeitet als Wahrheiten, bauet sich nach und nach aus allem diesem ein Ganzes, und gewöhnt sich an, es für wahr zu halten, weil sie Licht und Zusammenhang darinn findet, und weil ihre Phantasie mit den Schimären [â¦] eben so bekannt ist als ihre Sinnen mit den wirklichen Gegenständen [â¦].28
Die kritische Linie zieht sich von der Frühaufklärung bis in die Klassik. Wie Gottsched fordert Johann Herder 1800, die Phantasie in âSchranken zu haltenâ, der âEinbildungskraft menschlichere Gedanken über Maas und Gestalt einzuprägen und sie zu gewöhnen, daà sie dem Verstande gehorcheâ. Beide müssen so wie der Verstand âdurch lehrhafte Muster und Uebungenâ kultiviert werden.29 Goethe bezeichnet sie in seinen Tag- und Jahresheften von 1805 gar als âmächtigsten Feindâ der Vernunft mit âunwiderstehliche[m] Trieb zum Absurdenâ. Die Einbildungskraft unterliege notwendigerweise der pädagogischen Regulation, da sie âdie angestammte Roheit fratzenliebender Wilder mitten in der anständigsten Welt wieder zum Vorscheinâ bringe.30 Dass es im Rahmen dieser ideengeschichtlichen Station häufig nicht gelingt, jemanden ausschlieÃlich auf der kritischen oder auf der emphatischen Seite zu verbuchen, zeigt deutlich Julia Martels Beitrag zum zentralen Stellenwert des Phänomens der Einbildungskraft in Herders Ãsthetik.
Zu der Schwärmerkritik gehört ebenso, die Herkunft solcher Aberrationen und die psychologische Funktionsweise der Einbildungskraft zu ermitteln. In Moritzâ Magazin für Erfahrungsseelenkunde von 1783 bis 1793 sind zeitgenössische und historische Abweichungen von einer vernunftgemäÃen Norm dokumentiert. Der Mitherausgeber Pockels beginnt seinen 1788 verfassten Beitrag zum Propheten des Islam Mohamed mit dem Vorschlag zu einer Ideengeschichte religiöser Erfahrungen als einer Geschichte der Einbildungskraft:
Die Geschichte einzelner Schwärmer, die Darstellung ihrer einzelnen Pläne und Vorstellungen, und der Gang ihrer Gedanken und Phantasien liefert uns zur Seelenlehre die interessantesten Beiträge. Eine philosophische Geschichte der Religionsschwärmer fehlt uns noch. Man hat zwar mehrere Historien und Biographien über dergleichen Leute, aber keine solche Darstellungen ihrer Ideen, [â¦] woraus die Art und Weise der Entstehungsart ihrer neuen schwärmerischen Begriffe begreiflich würde.31
Der schon erwähnte Psychologe Maaà analysiert in seinem 1792 erschienen Versuch über die Einbildungskraft die Prinzipien der Assoziation. Obwohl er die Phantasie zu âden bewunderungswürdigsten aller Naturkräfte zähltâ, schreibt er sich in die Tendenzen der aufklärerischen Kritik ein: Schwärmerei, Verzückung und offen gelebte Religiosität sind das Werk der Einbildungskraft und aufgrund ihres bloà unwirklichen Charakters grundlegend zu verurteilen.32 Beispiele aus dem 18. Jahrhundert die mit Ablehnung, Kritik und Furcht vor der Einbildungskraft verbunden sind, gibt es Legion.33
4. Radikalität der Einbildungskraft im Schnittpunkt von Spätaufklärung und Romantik: das anthropologische Ursprungsphänomen
Dass die intellektuellen Produktivkräfte der Phantasie sich jedoch nicht das geforderte Zaumzeug anlegen, sondern sich den erzieherischen und wissenschaftlichen Anstrengungen zum Trotz ganz eigene Wege in der Ideengeschichte bahnen, zeigt ihre Entwicklung im deutschen Idealismus und in der Romantik: Kant weist ihr in der Kritik der reinen Vernunft (1781) eine a priorische Funktion zu, die zwischen sinnlicher Anschauung und begrifflicher Abstraktion vermittelt:
Die Synthesis überhaupt [, die der Mensch aus den Sinnesdaten bildet,] ist [â¦] die bloÃe Wirkung der Einbildungskraft, einer blinden, obgleich unentbehrlichen Function der Seele, ohne die wir überall gar keine Erkenntnià haben würden, der wir uns aber selten nur einmal bewuÃt sind.34
Ihre kontinuierliche Aufwertung verläuft weiter über Fichte. Im Rahmen seiner Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre von 1794/95 ist sie das anthropologische Apriori für sinnliche Welt- und introspektive Selbstwahrnehmung: âDie Einbildungskraft produciert Realität; aber es ist in ihr keine Realität; erst durch die Auffassung und das Begreifen im Verstande wird ihr Produkt etwas Reales.â35 Von diesen Voraussetzungen ist in besonderem MaÃe die Romantik betroffen, wie Lore Hühn prägnant in der These formuliert: âDem frühromantischen Wirklichkeitsentwurf liegt [â¦] ein Umbruch innerhalb des Paradigmas der Einbildungskraft zugrunde [â¦].â36 Dieser innerhalb der Genieästhetik sowie bei Kant und Fichte vorgezeichnete Umbruch manifestiert sich parallel zu Schlegels und Novalisâ Frühwerk in Schleiermachers Reden Ãber die Religion (1799) und in Schellings Systemschrift (1800).37 Detailliert rekonstruiert der Beitrag von Marcus Held diesen Zusammenhang am Beispiel der Funktion der Einbildungskraft in Fichtes Philosophie der 1790er Jahre und deren Bedeutung für Friedrich Schlegels und Novalisâ Phänomenologie des Religiösen.
Die affirmative Theoretisierung von Einbildungskraft in den ästhetischen Fragmenten, theologischen Reden und philosophischen Systemen der Frühromantik intensiviert wiederum den Begriffs- und Ideengeschichtlichen Wandel, der die romantischen Zweige der Kunst, Wissenschaft, Religion und Politik prägen wird. Schelling sieht beispielsweise in seinem System des transzendentalen Idealismus in der Einbildungskraft ein synthetisierendes Potential, das in Kunst und Philosophie wirksam und für sie von fundamentaler Bedeutung ist:
Die Philosophie geht aus von einer unendlichen Entzweyung entgegengesetzter Thätigkeiten; aber auf derselben Entzweyung beruht auch jede ästhetische Production [â¦]. Jenes productive Vermögen ist dasselbe, durch welches auch der Kunst das Unmögliche gelingt, nämlich einen unendlichen Gegensatz in einem endlichen Product aufzuheben. [â¦] Es ist Ein und dasselbe, was in beyden [in Kunst und Philosophie] thätig ist, das einzige, wodurch wir fähig sind, auch das Widersprechende zu denken, und zusammenzufaÃen, â die Einbildungskraft.38
Philosophien und Kunstwerke werden erst durch die Einbildungskraft ermöglicht, da sie trotz Widersprüchen in sich geschlossene ästhetische und begriffliche Ganzheiten hervorbringt. Damit werden in ihr ontologische Gegensätze, wie der von Subjekt und Objekt der Reflexion oder vom Menschen als Natur- und als Vernunftwesen überwunden. Diese Eigenschaft leitet Schelling im weiteren Verlauf seiner Schrift von der Kunst ab. Seine Argumentation kulminiert in der Identifikation der Einbildungskraft mit einem natürlichen Gestaltungsprinzip im Menschen, mit dem Kunst und Philosophie auch die Gegensätze von Natur und Kultur überwinden. Gregorio Demarchis Beitrag steigt in dieser Bedeutung der Einbildungskraft für Schellings Transzendentalphilosophie ein und zeigt, wie sie strukturell dessen spekulative Naturphilosophie prägt.
Der Gedanke einer Abhängigkeit religiöser Erfahrungen von der Einbildungskraft konnte einerseits zu einem pragmatischen Verständnis von Religion führen. Dem hier schon zitierten Mediziner Heinrich Tabor zufolge vermag ein fester Glaube eine positive Wirkung auf Körper und Gemüt der Gläubigen auszuüben:
Einbildung und Glauben können uns krank und gesund machen, selbst ewiges Glück oder Unglück hängt davon ab. Christus selbst sprach daher allezeit vom Glauben, und sagte zu seinen gesund gewordenen Kranken, dein Glaube hat dich gesund gemacht, oder dir geschehe wie du geglaubt hast.39
Nicht mit einer bibelkonformen Erläuterung, sondern als eine religionsphilosophische Reflexion auf die Entstehung individueller Gottesbilder zeigt sich die Aufwertung der Einbildungskraft bei Friedrich Schleiermacher, der Mirjam Sauer folgt. Zum Abschluss seiner zweiten Rede Ãber das Wesen der Religion führt der Theologe im Fahrwasser der Transzendentalphilosophie ein kühnes Manöver durch:
Ihr, hoffe ich, werdet es für keine Lästerung halten, daà Glaube an Gott abhängt von der Richtung der Fantasie; Ihr werdet wiÃen daà Fantasie das höchste und ursprünglichste ist im Menschen, und auÃer ihr alles nur Reflexion über sie; ihr werdet es wiÃen daà Eure Fantasie es ist, welche für Euch die Welt erschaft, und daà Ihr keinen Gott haben könnt ohne Welt.40
5. Fazit
Hier endet der kursorische Rundgang durch die Ideengeschichte der Einbildungskraft mit einem Schwerpunkt auf das 18. Jahrhundert. Die Beispiele haben auf die Kultivierungsversuche und der damit einhergehenden Streuung sowohl des expliziten Ausdrucks als auch seiner impliziten Bedeutung in unterschiedlichen Disziplinen verwiesen. Dieses neuartige Interesse entstand nicht nur innerhalb der Geniedebatte, sondern auch in Hinblick auf ihre psychologische Funktionsweise, ihre Stellung im menschlichen Erkenntnisapparat sowie ihre Bedeutung für die Entstehung des Religiösen und Politischen angesichts einer Erschütterung des Rationalismus durch die Revolutionen in England, Nordamerika und Frankreich. Es wurde ebenso erstmalig ihre Wirkung in medizinischen, pädagogischen, wirkungsästhetischen und theologischen Zusammenhängen analysiert. Gerade weil der Wandel von Begriffen in der Regel prozessual verläuft, wird diesem begriffsgeschichtlichen Bruch das Potential beigemessen, weitreichende geschichtliche Einsichten zu vermitteln.41
6. Zum Titel und zu den Beiträgen des Bandes
Das terminologisch vage Um-1800 im Titel dieses Bandes ist im Sinne der Metaphern Schwellen- und Sattelzeit nach Reinhard Koselleck zu verstehen. Jüngst wurde die Problematik der Metapher der Sattelzeit reflektiert, ohne dabei ihre geschichts- und geisteswissenschaftliche Funktion für historische Forschungen in Abrede zu stellen: âDer Nutzen des Sattelzeit-Modells liegt unseres Erachtens darin, dass es ein klares, da binär strukturiertes Kategoriengerüst für die Analyse nicht allein von Geschichtsauffassungen bereitstellt. Nutzen bringt es darüber hinaus als idealtypische [â¦] Beschreibung des Ãbergangs von der alteuropäischen zur modernen Geschichtsauffassung.â42 Die Metapher der Schwelle büÃt beim Fokus auf das Intervall von 1750 bis 1850 einen Teil ihrer heuristischen Qualitäten ein.
Wie über diese Einordnung hinaus am Beispiel des enzyklopädischen Rezensionsorgans der Allgemeinen Literatur-Zeitung von 1785 bis 1849 plausibilisiert wurde, ist die Metapher zu kontrastreich. Zwar schwächt sie ein Denken in harten Schnitten und Brüchen. Sie versinnbildlicht ebenso ausgedehnte Ãbergangsräume, in denen sich Veränderungen vollziehen. Auch wirkt der Ausdruck Schwellenzeit unverhältnismäÃig, wenn er einen Zeitraum von hundert Jahren beschreibt und hinzukommt, dass diese Allegorie knapp hundert Jahre später Karriere machte. Sie wird zur Katachrese, zu einem gebrochenen Bild. Stefan Matuschek votiert wegen dieser Unschärfe für eine Begriffsheuristik, die vom âDifferenz- zum Kontinuitätsdenkenâ übergeht und âvon prozessueller Verknüpfung sprichtâ.43 Damit wird keinem teleologischen Geschichtsmodell das Wort geredet, sondern die komplexe Dynamik historischer Veränderungen betont. Von einer makrohistorischen Perspektive aus gesehen, ist das Sattelzeit-Modell sinnvoll, weil es ein Vorher, ein Nachher und einen Ãbergangsraum markiert. Wird wiederum dieser Raum selbst als Schwelle fokussiert, so erscheint sie selbst und das, was sie verbindet, als eine Form vielfältiger Verknüpfungen und nicht als idealtypische Demarkation. Die Begriffsheuristik der Schwellen- und Sattelzeit unterliegt demnach einer metaphorologischen Optik. Einbildungskraft um 1800 bedeutet für Inhalt und Arrangement der Beiträge dieses Bandes kein Fokus auf einen Begriff, ein Phänomen und eine Funktion, sondern die Prozesshaftigkeit der begriffsgeschichtlichen Veränderungen in den Blick zu nehmen. Auch die interdisziplinären Perspektiven dieses Bandes tragen dieser metaphorologischen Optik Rechnung.
Einsichten in einen im 18. Jahrhundert derart omnipräsenten Ausdruck wie Einbildungskraft und seine weiteren Auswirkungen können nicht ohne interdisziplinäre Ansätze gewonnen werden. Die Zusammenstellung der folgenden Beiträge zu Begriff, Funktion und Phänomen der Einbildungskraft in Philosophie, Religion, Literatur, Pädagogik sowie Kunst und Geschlechtergeschichte um 1800 soll diesen Anforderungen an eine Weiterführung der Begriffs- und Ideengeschichte der Einbildungskraft gerecht werden. Die Beiträge sind zunächst historisch und dann den jeweiligen Disziplinen entsprechend systematisch angeordnet. Die Anordnung privilegiert daher nicht bestimmte Disziplinen, sondern folgt an erster Stelle dem Alter der untersuchten Phänomene, Texte und Personen.
An die Einleitung knüpft Patricia KleÃen mit der Frage zum Geschlecht der Einbildungskraft an. Sie spannt dabei einen Bogen von der Lesesuchtdebatte des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert und fragt nach der geschlechtsspezifischen Dimension in den Haltungen zur Einbildungskraft um 1800. In zeittypischen Polemiken werden die Gefahren für Leserinnen unter anderem in einem durch Einbildungskraft motivierten Ausbruch aus dem Alltag diskutiert. Die Verfasserin thematisiert damit sowohl reglementierende Positionen zur Einbildungskraft als auch Potentiale ihrer Entfesselung, wie sie sich in der Lesesucht-Debatte darstellen.
Die darauffolgenden Studien beginnen in Ãsthetik und Philosophie, den zeitgenössischen Domänen der Einbildungskraft. Julia Martel untersucht sie bei Herder vor allem auf das Moment der Bewegung hin sowie den für Herders Ãsthetik konstitutiven Bezug zu Sinnlichkeit und Gefühl. Insbesondere weist sie hier die Ãbertragung pietistisch-mystischer Inhalte auf Herders ästhetische Ãberlegungen nach. Gregorio Demarchi setzt sich in seinem Beitrag mit Schellings biophilosophischer Umstülpung des Idealismus auseinander. Damit fokussiert er seinen Artikel auf die wichtige Transformation, die das Vermögen der produktiven Einbildungskraft im Ãbergang von Fichtes subjektivem Idealismus zu Schellings Naturphilosophie erfährt.
Alexander Weinstock beleuchtet einen in der Geschichte der Pädagogik bisher nur geringfügig erhellten Raum. Anhand der zentralen Protagonisten der philanthropistischen Bewegung sowie des Romans Robinson der Jüngere von Joachim Heinrich Campe verdeutlicht Weinstock zweierlei: welche grundlegende Bedeutung die Philanthropisten der Einbildungskraft beimessen und wie auf sie mit den literarischen Rhetoriken der Evidenz gemäà dem Motto der Erheiterung und des Nutzens Einfluss genommen werden soll. Damit wird sie zum Medium und Gegenstand moralischer Erziehung einer Pädagogik, die das Kind entdeckt und versucht, die Möglichkeiten der Erziehung von ihm aus zu denken.
Die literaturwissenschaftlichen Beiträge von Jens Ole Schneider und Dominik Zink markieren grob gesagt den Anfang und den Endpunkt des Höhenkamms der Einbildungskraft um 1800. Schneider zeigt, wie in Schillers Geisterseher in den späten 1780er Jahren eine Aufklärung in der Krise modelliert wird. Anhand der literarästhetischen Parallelführung von optischer Evidenz und Einbildungskraft wird das Romanfragment zum Ausdruck eines Problembewusstseins, auf das erst die Autonomieästhetik der Weimarer Klassik sowie der Frühromantik Antworten entwickeln. Dass auch diese Antworten neue Fragen hervorrufen, markiert Dominik Zinks Lektüre von E. T. A. Hoffmanns Klein Zaches genannt Zinnober. Mit den Mitteln des Feenmärchens und der Satire führt Klein Zaches sowohl einen laizistisch-aufklärerischen Staatsapparat als auch die romantische Kritik an ihm vor. Hier wird nicht wie so häufig in der Aufklärungsliteratur der zu staatlichem Dienst untaugliche Schwärmer gescholten. Klein Zaches weià sich vielmehr durch die Einbildungskraft zu helfen, um zum effektivsten Beamten im Staat aufzusteigen. Zink zeigt, wie die Erzählung ein paradoxales Anliegen und eine Dialektik entfaltet, indem sie im Medium der Kunst die Naivität einer ästhetisch autonom agierenden Einbildungskraft ad absurdum führt.
Welche Stellung die Philosophie des deutschen Idealismus hier einnimmt, wird insbesondere durch die folgenden Beiträge aus der Theologie noch einmal deutlich gemacht. Marcus Held rekonstruiert in seinem ersten Beitrag der Theologiesektion die Stellung von Einbildungskraft innerhalb von Fichtes philosophischen Schriften der 1790er Jahre mit einem Schwerpunkt auf der Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre von 1794. Hiervon leitet er in einem zweiten Schritt das frühromantische Religionsverständnis von Friedrich Schlegel und Novalis ab.
Fast nahtlos knüpft Mirjam Sauer an. Sie widmet sich der Neubestimmung von Religion und ihrem Verhältnis zu einem imaginären Vermögen des Menschen beim frühen Schleiermacher und schlägt damit die Brücke zu einem der wirkmächtigsten theologischen und religionstheoretischen Entwürfe an der Schwelle zur Moderne. Sie verfolgt eine in der Forschung bislang kaum berücksichtigte Semantik der Fantasie in Schleiermachers Religionsschrift und zeigt auf, wie er traditionelle biblische Narrative aus der Schöpfungstheologie mit aktuellen philosophischen Debatten um theistische Gottesbilder verschränkt und diese in einen frühromantischen Diskurs einbringt.
Auf den Schnittpunkten von Religions-, Kunstgeschichte und Ãsthetik bewegt sich der Beitrag von Anna Niemeck. Sie untersucht den wenig erforschten und gleichzeitig zentralen Stellenwert der Einbildungskraft bei Caspar David Friedrich. Niemeck geht hierbei sowohl auf den Produktionsprozess der Kunstwerke als auch auf die Kunstrezeption ein und eröffnet darüber hinaus eine wirkungsästhetische Perspektive: Inwiefern ist die Komposition von Friedrichs Kunstwerken auf die Veränderung des Gefühlshaushalts bei den Rezipient*innen durch das Medium der Imagination ausgerichtet?
Mit einem Beitrag von Hendrick Heimböckel zur Begriffsgeschichte in Form einer quantitativen Untersuchung des Ausdrucks Einbildungskraft in der Allgemeinen Literatur-Zeitung endet der Band. Die Allgemeine Literatur-Zeitung ist als ein von 1785 bis 1849 veröffentlichtes Rezensionsorgan ein Seismograph für die Häufigkeit der Verwendungsweise dieses Ausdrucks sowie für seine intradisziplinäre und disziplinübergreifende Transformation. Der Beitrag veranschaulicht mit Hilfe quantitativer Analyseverfahren die semantische und funktionelle Breite sowie Entwicklung von Einbildungskraft. Ebenso werden damit Wege für weiterführende Ansätze skizziert, um diese Veränderungen in den verschiedenen Wissenschaftsgeschichten sowohl synchron als auch diachron nachzuvollziehen.
Dieser Band geht aus der im März 2018 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstalteten Werkstatt Funktionen der Einbildungskraft um 1800 hervor. Diese Werkstatt wurde im Rahmen des Graduiertenkollegs der DFG Modell: Romantik mit Marc Emmerich und Mirjam Sauer organisiert. Beide haben maÃgeblich in der ersten Phase dieses Bandes mitgewirkt. Den Beitragenden sei für ihren langen Atem, ihre Geduld sowie für ihre stets konstruktive Mitwirkung gedankt. Dem Graduiertenkolleg Modell: Romantik gebührt ein herzlicher Dank für die freundliche Unterstützung und Finanzierung des Bandes. Auch möchte ich den Herausgebern der Reihe Laboratorium Aufklärung danken, in die dieser Band Aufnahme gefunden hat. Auch Martin Dinh Do und Amelie Warwel danke ich für die Unterstützung bei der abschlieÃenden Redaktion.
Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Fichte, Johann Gottlieb (1965): Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer. In: Reinhard Lauth, Hans Jacob (Hg.): Johann Gottlieb Fichte. Werke 1793â1795. Stuttgart-Bad Cannstatt (=Johann Gottlieb Fichte. Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Hg. von Erich Fuchs, Hans Gliwitzky, Reinhart Laut u. a. Reihe I. Bd. 2).
Goethe, Johann Wolfgang (1964): Tag- und Jahreshefte. 1805. In: Johann Wolfgang von Goethe. Poetische Werke. Autobiographische Schriften IV. Berlin u. a. S. 7â337 (=Johann Wolfgang von Goethe. Berliner Ausgabe. Hg. von Regine Otto, Urulsa Beyer, Manfred Beyer u. a. Bd. 14).
Gottsched, Johann Christoph (41751): Versuch einer kritischen Dichtkunst. Leipzig.
Herder, Johann Gottfried (1880): Kalligone. Berlin (=Herders Sämmtliche Werke. Hg. von Bernhard Suphan. Bd. 22).
Kant, Immanuel (31990): Kritik der reinen Vernunft. Nach der ersten und zweiten Original-Ausgabe. Hg. von Raymund Schmidt. Hamburg.
Lichtenberg, Georg Christoph (31991): Sudelbücher II. In: Wolfgang Promies (Hg.): Sudelbücher II, Materialhefte, Tagebücher. München u. a., S. 7â564 (=Georg Christoph Lichtenberg. Schriften und Briefe. Hg. von Wolfgang Promies. Bd. 2).
MaaÃ, Johann Gebhard Ehrenreich (1969): Versuch über die Einbildungskraft. Bruxelles.
Mauvillon, Jakob; Unzer, Ludwig A. (1772): Ueber den Werth einiger Deutschen Dichter und über andere Gegenstände den Geschmack und die schöne Litteratur betreffend. Ein Briefwechsel. Zweytes Stück. Frankfurt a. M. u. a.
Pockels, Karl F. (1978): Beitrag zur Geschichte der Visionen und der menschlichen Einbildungskraft. In: Karl P. Moritz (Hg.): Gnothi Sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte. Bd. 6. Stück 1. Lindau, S. 54â68.
Saint Lambert, Jean François de (1989): Génie â Genie. In: Günter Berger (Hg.): Jean Le Rond dâAlembert, Denis Diderot u. a. Enzyklopädie. Eine Auswahl. Mit einem Essay von Roland Barthes. Aus dem Französischen von Günter Berger, Theodor Lücke und Imke Schmidt. Frankfurt a. M.
Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph (2005): System des transscendentalen Idealismus. In: Harald Korten, Paul Ziche (Hg.): Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Werke 9. System des transscendentalen Idealismus (1800). Teilband 1. Editorischer Bericht. Zur Edition des Textes. Text. Stuttgart, S. 23â334 (=Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Historisch kritische Ausgabe. Hg. von Wilhelm G. Jacobs, Jörg Jantzen, Hermann Krings. Bd. 9).
Schiller, Friedrich (1979): Brief an Körner vom 01. Dezember 1788. In: Eberhard Haufe (Hg.): Schillers Briefe, 1.1.1788â25.02.1790. Weimar, S. 149 (=Schillers Werke. Nationalausgabe. Begründet von Julius Petersen. Hg. von Lieselotte Blumenthal, Benno von Wiese. Bd. 25).
Schiller, Friedrich (2009): Ãber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Kommentar von Stefan Matuschek. Frankfurt a. M.
Schlegel, Friedrich (1966): Versuch über den Begriff des Republikanismus. In: Ernst Behler unter Mitwirkung von Jean-Jacques Anstett und Hans Eichner (Hg.): Studien zur Geschichte und Politik. Paderborn u. a., S. 11â25 (=Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Hg. von Ernst Behler unter Mitwirkung von Jean-Jacques Anstett und Hans Eichner. Bd. 7).
Schleiermacher, Friedrich (2011): Ãber die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern (1799). In: Günter Meckenstock (Hg.): Friedrich Schleiermacher. Schriften und Entwürfe. Schriften aus der Berliner Zeit 1796â1799. Berlin u. a., S. 185â326 (=Friedrich Schleiermacher. Kritische Gesamtausgabe. Hg. von Hermann Fischer, Ulrich Barth, Andreas Arndt u. a. Abt. I. Bd. 2).
Sulzer, Johann Georg (1771): Einbildungskraft. In: Sulzer, Johann Georg (Hg.): Allgemeine Theorie der schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. Bd. 1. Leipzig, S. 291â294.
Tabor, Heinrich (1786): Entwurf über die Heilkräfte der Einbildungskraft. Frankfurt u. a.
Wieland, Christoph Martin (2009): der Sieg der Natur über die Schwärmerey, oder die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva, Eine Geschichte worinn alles Wunderbare natürlich zugeht. Zwey Theile. In: Wielands Werke. Band 7.1 Text. Bearbeitet von Nikolas Immer. Berlin u. a., S. 1â338 (=Wielands Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Hg. von Klaus Manger, Jan Philipp Reemtsma).
Sekundärliteratur
Barck, Karlheinz (1993): Poesie und Imagination. Studien zu ihrer Reflexionsgeschichte zwischen Aufklärung und Moderne. Stuttgart u. a.
Bohrer, Karl Heinz (1996): Friedrich Schlegels Rede über die Mythologie. In: Bohrer, Karl Heinz (Hg.): Mythos und Moderne. Begriff und Bild einer Rekonstruktion. Frankfurt a. M., S. 52â82.
Borsche, Tilman (31999): Phantasie. In: Michael Buchberger (Hg.): Lexikon für Theologie und Kirche. Achter Band. Pearson bis Samuel. Freiburg, Basel, Rom u. a., S. 202f. (=Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Hg. von Walter Kasper mit Konrad Baumgartner u. a.).
Dürbeck, Gabriele (1998): Einbildungskraft und Aufklärung. Perspektiven der Philosophie, Anthropologie und Ãsthetik um 1750. Tübingen.
Frank, Manfred (2002): Einführung in die frühromantische Ãsthetik. Frankfurt a. M.
Fulda, Daniel (2016): Sattelzeit. Karriere und Problematik eines kulturwissenschaftlichen Zentralbegriffs. In: Elisabeth Décultot, Daniel Fulda (Hg.): Sattelzeit. Historiographiegeschichtliche Revisionen. Berlin u. a., S. 1â16.
Geitner, Ursula (2001): Kritik der Einbildungskraft (poetologisch/pathologisch). In: Helmut J. Schneider, Ralf Simon, Thomas Wirtz (Hg.): Bildersturm und Bilderflut um 1800. Zur schwierigen Anschaulichkeit der Moderne. Bielefeld, S. 307â332.
Gentry, Gerard; Pollok, Konstantin (Hg.) (2019): The imagination in German idealism and romanticism. Cambridge, NY u. a.
Götze, Martin (2001): Ironie und absolute Darstellung. Philosophie und Poetik in der Frühromantik. Paderborn u. a.
Heimböckel, Hendrick (2016): Poetologie der Einbildungskraft. Eine semantische Isotopie produktionsästhetischer Reflexionen bei Schelling, Novalis, Aragon und Breton. In: Sebastian Lübcke, Johann Thun (Hg.): Romantik und Surrealismus. Eine Wahlverwandtschaft? Berlin u. a., S. 35â54.
Hinske, Norbert (1988): Die Aufklärung und die Schwärmer. Hamburg.
Hühn, Lore (1997): Das Schweben der Einbildungskraft. Eine frühromantische Metapher in Rücksicht auf Fichte. In: Wolfgang H. Schrader (Hg.): Fichte und die Romantik. Hölderlin, Schelling, Hegel und die späte Wissenschaftslehre. Amsterdam u. a., S. 127â151.
Kremer, Detlef (22003): Romantik. Stuttgart u. a.
Lauer, Gerhard (2012): Die Sinne und die Einbildungskraft. Zu Johann Gebhard Ehrenreich MaaÃâ Versuch über die Einbildungskraft im Kontext der Frühgeschichte der Psychologie. In: Elisabeth Décultot, Gerhard Lauer (Hg.): Kunst und Empfindung. Zur Genealogie einer kunsttheoretischen Fragestellung in Deutschland und Frankreich im 18. Jahrhundert. Heidelberg, S. 157â172.
Matuschek, Stefan (2004): Epochenschwelle und prozessuale Verknüpfung. Zur Position der Allgemeinen Literatur-Zeitung zwischen Aufklärung und Frühromantik. In: Matuschek, Stefan (Hg.): Organisation der Kritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung in Jena. 1785â1803. Heidelberg, S. 7â18.
Meer, Rudolf; Motta, Giuseppe; Stiening, Gideon (Hg.) (2019): Konzepte der Einbildungskraft in der Philosophie, den Wissenschaften und den Künsten des 18. Jahrhunderts. Festschrift zum 65. Geburtstag von Udo Thiel. Berlin u. a.
Müller, Ernst; Schmieder, Falko (2016): Begriffsgeschichte und historische Semantik. Ein kritisches Kompendium. Berlin.
Nassar, Dalia (2014): The romantic absolute. Being and knowing in early German romantic philosophy, 1795â1804. Chicago u. a.
Panofsky, Erwin (1960): Idea. Ein Beitrag zur Begriffsgeschichte der älteren Kunsttheorie. Berlin.
Paulus, Jörg (1998): Der Enthusiast und sein Schatten. Literarische Schwärmer- und Philisterkritik um 1800. Berlin u. a.
Promies, Wolfgang (1966): Der Bürger und der Narr oder das Risiko der Phantasie. Sechs Kapitel über das Irrationale in der Literatur des Rationalismus. München.
Sallis, John (1983): Die Krisis der Vernunft. Metaphysik und das Spiel der Einbildungskraft. Ãbers. von Gisela Shaw. Hg. von Gisela Shaw. Hamburg.
Sallis, John (2015): Coming As If From Nowhere. In: Günter Figal (Hg.): Focus. The Space of Imagination. Tübingen, S. 5â15.
Schings, Hans-Jürgen (1977): Melancholie und Aufklärung. Melancholiker und ihre Kritiker in Erfahrungsseelenkunde und Literatur des 18. Jahrhunderts. Stuttgart.
Schulte-Sasse, Jochen (2001): Einbildungskraft/Imagination. In: Karlheinz, Barck, Martin Fontius Friedrich Wolfzettel u. a. (Hg.): Ãsthetische Grundbegriffe. Bd. 2. DekadentâGrotesk. Stuttgart u. a., S. 88â120.
Schulte-Sasse, Jochen (2002): Phantasie. In: Karlheinz Barck, Martin Fontius, Friedrich Wolfzettel u. a. (Hg.): Ãsthetische Grundbegriffe. Bd. 4. MedienâPopulär. Stuttgart u. a., S. 778â798.
Shelley, James (2018): 18th Century British Aesthetics. In: Edward N. Zalta (Hg.): The Standford Encyclopedia of Philosophy. Fall 2018 Edition. URL: https://plato.stanford.edu/archives/fall2018/entries/aesthetics-18th-british/ (Stand 01.01.2022).
Sommadossi, Tomas (Hg.) (2018): âPolytheismus der Einbildungskraftâ. Wechselspiele von Literatur und Religion von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Würzburg.
Uerlings, Herbert (2004): Einbildungskraft und Poesie bei Novalis. In: Uerlings, Herbert (Hg.): Novalis. Poesie und Poetik. Tübingen, S. 21â62.
Vietta, Silvio (1986): Literarische Phantasie. Theorie und Geschichte. Barock und Aufklärung. Stuttgart.
VoÃkamp, Wilhelm (2004): âEin anderes Selbstâ. Bild und Bildung im deutschen Roman des 18. und 19. Jahrhunderts. Göttingen.
So sind allein 2019 zwei Sammelbände hierzu erschienen. Die Festschrift für Udo Thiel fokussiert die Ideengeschichte der Einbildungskraft in der europäischen Aufklärung von Baruch de Spinoza bis Immanuel Kant. Der in den U.S.A. veröffentlichte zweite Band führt erstmalig Konzepte von Einbildungskraft der idealistischen Philosophie systematisch zusammen. Vgl. Meer, Rudolf; Motta, Giuseppe; Stiening, Gideon (Hg.) (2019): Konzepte der Einbildungskraft in der Philosophie, den Wissenschaften und den Künsten des 18. Jahrhunderts. Festschrift zum 65. Geburtstag von Udo Thiel. Berlin u. a. Gentry, Gerard; Pollok, Konstantin (Hg.) (2019): The imagination in German idealism and romanticism. Cambridge, NY u. a.
Für einen Ãberblick zur abendländischen Ideengeschichte der Einbildungskraft und Phantasie sind die Artikel von Jochen Schulte-Sasse wegweisend. Siehe Schulte-Sasse, Jochen (2001): Einbildungskraft/Imagination. In: Karlheinz Barck, Martin Fontius, Friedrich Wolfzettel u. a. (Hg.): Ãsthetische Grundbegriffe. Bd. 2. DekadentâGrotesk. Stuttgart u. a., S. 88â120. Schulte-Sasse (2002): Phantasie. In: Ãsthetische Grundbegriffe. Bd. 4. MedienâPopulär. S. 778â798. Für einen fokussierten Einblick in die Reflexionen auf Einbildungskraft und Phantasie in der neuzeitlichen Philosophie über die Ãsthetik und Poetologie der Aufklärung bis zu Aspekten der Klassik und zur Ãsthetik der Frühromantik sowie britischen Romantik empfehlen sich die Bände von James Engell, Silvio Vietta, Gabriele Dürbeck, Karlheinz Barck und Manfred Frank: Siehe Engell, James (1981): The creative imagination. Enlightenment to romanticism. Cambridge, Mass. u. a. Vietta, Silvio (1986): Literarische Phantasie. Theorie und Geschichte. Barock und Aufklärung. Stuttgart. Barck, Karlheinz (1993): Poesie und Imagination. Studien zu ihrer Reflexionsgeschichte zwischen Aufklärung und Moderne. Stuttgart u. a. Dürbeck, Gabriele (2002): Einbildungskraft und Aufklärung. Perspektiven der Philosophie, Anthropologie und Ãsthetik um 1750. Tübingen. Frank, Manfred (2002): Einführung in die frühromantische Ãsthetik. Frankfurt a. M.
Mit den kulturwissenschaftlich gängigen Bedeutungen sind gemeint: Reinhart Kosellecks Metaphern Sattel- und Schwellenzeit für das Intervall von 1750 bis 1850, Rudolf Stichwehs an Niklas Luhmann anknüpfende Theorie gesellschaftlicher Ausdifferenzierung im 18. und 19. Jahrhundert und Michel Foucaults Thesen zum Wandel semantischer Codes im selben Zeitraum. Vgl. Müller, Ernst; Schmieder, Falko (2016): Begriffsgeschichte und historische Semantik. Ein kritisches Kompendium. Berlin, S. 281, 341f., 343. Schon der Titel des von Tomas Sommadossi herausgegebenen Sammelbandes Polytheismus der Einbildungskraft verweist mit Bezug auf des Systemfragment des deutschen Idealismus auf die konzeptuelle und interdisziplinäre Prägung dieses Ausdrucks für Kunst und Religion in der Moderne: Sommadossi, Tomas (Hg.) (2018): âPolytheismus der Einbildungskraftâ. Wechselspiele von Literatur und Religion von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Würzburg.
phantasia wird folgendermaÃen transrkibiert:
Vgl. Sallis, John (2015): Coming As If From Nowhere. In: Günter Figal (Hg.): Focus. The Space of Imagination. Tübingen, S. 9.
Vgl. ebd., S. 10.
Vgl. Schulte-Sasse (2001): Einbildungskraft/Imagination. In: Ãsthetische Grundbegriffe. S. 89. Vgl. ders. (2002): Phantasie. In: Ãsthetische Grundbegriffe. S. 778.
Vgl. ders. (2001): Einbildungskraft/Imagination. In: Ãsthetische Grundbegriffe. S. 94ff.
Vgl. Borsche, Tilman (31999): Phantasie. In: Walter Kasper, Konrad Baumgartner u. a. (Hg.): Lexikon für Theologie und Kirche. Achter Band. Pearson bis Samuel. Freiburg u. a., S. 202f. (=Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Hg. von Walter Kasper mit Konrad Baumgartner u. a.). Vgl. Panofsky, Erwin (1960): Idea. Ein Beitrag zur Begriffsgeschichte der älteren Kunsttheorie. Berlin, S. 50. Vgl. Barck (1993): Poesie und Imagination. S. 19. Vgl. im Gegensatz dazu Schulte-Sasse, der eine kontinuierliche Abwertung der Einbildungskraft und Phantasie seit Platon nachzeichnet. Schulte-Sasse (2001): Einbildungskraft/Imagination. In: Ãsthetische Grundbegriffe. S. 89.
So beginnt beispielsweise Andreas Reckwitz seine Analyse des Kreativitätsdispositivs des späten 20. Jahrhunderts mit den Transformationen im gesellschaftlichen Feld der Kunst im ausgehenden 18. Jahrhundert. Das in diesem Kontext entstandene Künstlersubjekt ist grundlegend mit der Fähigkeit, Neues zu produzieren, und daher mit Einbildungskraft gekoppelt. Vgl. Reckwitz, Andreas (42014): Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ãsthetisierung. Berlin, S. 13, 60, 63.
Vgl. Shelley, James (2018): 18th Century British Aesthetics. In: Edward N. Zalta (Hg.): The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Fall 2018 Edition. URL:
Vgl. Vietta (1986): Literarische Phantasie. S. 99f., 103.
Vgl. Lauer, Gerhard (2012): Die Sinne und die Einbildungskraft. Zu Johann Gebhard Ehrenreich MaaÃâ Versuch über die Einbildungskraft im Kontext der Frühgeschichte der Psychologie. In: Elisabeth Décultot, Gerhard Lauer (Hg.): Kunst und Empfindung. Zur Genealogie einer kunsttheoretischen Fragestellung in Deutschland und Frankreich im 18. Jahrhundert. Heidelberg, S. 164f.
Vgl. ebd., S. 165.
Vgl. Geitner, Ursula (2001): Kritik der Einbildungskraft (poetologisch/pathologisch). In: Helmut J. Schneider, Ralf Simon, Thomas Wirtz (Hg.): Bildersturm und Bilderflut um 1800. Zur schwierigen Anschaulichkeit der Moderne. Bielefeld, S. 309.
Mauvillon, Jakob; Unzer, Ludwig A. (1772): Ueber den Werth einiger Deutschen Dichter und über andere Gegenstände den Geschmack und die schöne Litteratur betreffend. Ein Briefwechsel. Zweytes Stück. Frankfurt a. M., Leipzig, S. 162. Schiller, Friedrich (1979): Brief an Körner vom 01. Dezember 1788. In: Eberhard Haufe (Hg.): Schillers Briefe, 1.1.1788â25.02.1790. Weimar, S. 149 (=Schillers Werke. Nationalausgabe. Begründet von Julius Petersen. Hg. von Lieselotte Blumenthal, Benno von Wiese. Bd. 25). Zit. nach Geitner (2001): Kritik der Einbildungskraft. In: Bildersturm und Bilderflut um 1800. S. 316, 318.
Vgl. Sulzer, Johann Georg (1771): Einbildungskraft. In: Ders. (Hg.): Allgemeine Theorie der schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. Bd. 1. Leipzig, S. 293.
VoÃkamp, Wilhelm (2004): âEin anderes Selbstâ. Bild und Bildung im deutschen Roman des 18. und 19. Jahrhunderts. Göttingen, S. 29.
Vgl. MaaÃ, Johann Gebhard Ehrenreich (1969): Versuch über die Einbildungskraft. Bruxelles, S. 301, 309f.
Tabor, Heinrich (1786): Entwurf über die Heilkräfte der Einbildungskraft. Frankfurt u. a., S. 6.
Schiller, Friedrich (2009): Ãber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Kommentar von Stefan Matuschek. Frankfurt a. M., S. 100.
Ebd., S. 64.
Die Funktion in ihren Erkenntnistheorien und Ãsthetiken wird später gestreift. Vgl. hierzu ausführlich die Titel in FuÃnote 1 und 2.
Schlegel, Friedrich (1966): Versuch über den Begriff des Republikanismus. In: Ernst Behler unter Mitwirkung von Jean-Jacques Anstett und Hans Eichner (Hg.): Studien zur Geschichte und Politik. Paderborn u. a. 1966, S. 16 (=Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Hg. von Ernst Behler unter Mitwirkung von Jean-Jacques Anstett und Hans Eichner. Bd. 7).
Lichtenberg, Georg Christoph (31991): Sudelbücher II. In: Wolfgang Promies (Hg.): Sudelbücher II, Materialhefte, Tagebücher. München u. a., S. 440 (=Georg Christoph Lichtenberg. Schriften und Briefe. Hg. von Wolfgang Promies. Bd. 2).
Saint Lambert, Jean François de (1989): Génie â Genie. In: Günter Berger (Hg.): Jean Le Rond dâAlembert, Denis Diderot u. a. Enzyklopädie. Eine Auswahl. Mit einem Essay von Roland Barthes. Aus dem Französischen von Günter Berger, Theodor Lücke und Imke Schmidt. Frankfurt a. M., S. 154. Für diesen Hinweis danke ich Marc Emmerich.
Gottsched, Johann Christoph (41751): Versuch einer kritischen Dichtkunst. Leipzig, S. 108. Zit. nach Vietta (1986): Literarische Phantasie. S. 121.
Wieland, Christoph Martin (2009): Der Sieg der Natur über die Schwärmerey, oder die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva, Eine Geschichte worinn alles Wunderbare natürlich zugeht. Zwey Theile. In: Nikolas Immer (Hg.): Wielands Werke. Band 7.1 Text. Berlin u. a., S. 13f (=Wielands Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Hg. von Klaus Manger, Jan Philipp Reemtsma). Zit. nach Vietta (1986): Literarische Phantasie. S. 183.
Herder, Johann Gottfried (1880): Kalligone. Berlin, S. 320 (=Herders Sämmtliche Werke. Hg. von Bernhard Suphan. Bd. 22). Zit. nach VoÃkamp, Wilhelm (2004): âEin anderes Selbstâ. S. 30.
Goethe, Johann Wolfgang (1964): Tag- und Jahreshefte. 1805. In: Johann Wolfgang von Goethe. Poetische Werke. Autobiographische Schriften IV. Berlin u. a. S. 170 (=Johann Wolfgang von Goethe. Berliner Ausgabe. Hg. von Regine Otto, Urulsa Beyer, Manfred Beyer u. a. Bd. 14). Zit. nach Wilhelm VoÃkamp (2004): âEin anderes Selbstâ. S. 30f.
Pockels, Karl F. (1978): Beitrag zur Geschichte der Visionen und der menschlichen Einbildungskraft. In: Karl P. Moritz (Hg.): Gnothi Sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte. Bd. 6. Stück 1. Lindau, S. 54.
Maaà (1969): Versuch über die Einbildungskraft. S. 169 und vgl. ebd., S. 259, 262, 265, 304f.
Siehe hierzu Promies, Wolfgang (1966): Der Bürger und der Narr oder das Risiko der Phantasie. Sechs Kapitel über das Irrationale in der Literatur des Rationalismus. München. Schings, Hans-Jürgen (1977): Melancholie und Aufklärung. Melancholiker und ihre Kritiker in Erfahrungsseelenkunde und Literatur des 18. Jahrhunderts. Stuttgart. Hinske, Norbert (1988): Die Aufklärung und die Schwärmer. Hamburg. Paulus, Jörg (1998): Der Enthusiast und sein Schatten. Literarische Schwärmer- und Philisterkritik um 1800. Berlin u. a.
Kant, Immanuel (31990): Kritik der reinen Vernunft. Nach der ersten und zweiten Original-Ausgabe. Hg. von Raymund Schmidt. Hamburg, S. 116. (A 78/B 103) Das Verhältnis von Einbildungskraft und reiner Vernunft markiert bis zu gegenwärtigen Auslegungen ein Problem der nachkritischen Metaphysik immanentes Problem. Sallis entdeckt in dieser Konzeption der Einbildungskraft ein der Kritik der reinen Vernunft immanentes subversives Moment: âDer Ãbergriff der Einbildungskraft auf die Vernunft, die Installierung des radikalen Nicht-Beisichseins genau im Augenblick des Aufwallens der Vernunft, beraubt die Vernunft â ohne jegliche Möglichkeit eines Einspruchs â ihres Anspruchs, fraglos als ihr eigener Richter aufzutreten.â Sallis, John (1983): Die Krisis der Vernunft. Metaphysik und das Spiel der Einbildungskraft. Ãbers. und hg. von Gisela Shaw. Hamburg, S. 159.
Fichte, Johann Gottlieb (1965): Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer. In: Reinhard Lauth, Hans Jacob (Hg.): Johann Gottlieb Fichte. Werke 1793â1795. Stuttgart-Bad Cannstatt, S. 374 (=Johann Gottlieb Fichte. Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Hg. von Erich Fuchs, Hans Gliwitzky, Reinhart Laut u. a. Reihe I. Bd. 2).
Hühn, Lore (1997): Das Schweben der Einbildungskraft. Eine frühromantische Metapher in Rücksicht auf Fichte. In: Wolfgang H. Schrader (Hg.): Fichte und die Romantik. Hölderlin, Schelling, Hegel und die späte Wissenschaftslehre. Amsterdam u. a., S. 144.
Siehe zu Novalis speziell Uerlings, Herbert (2004): Einbildungskraft und Poesie bei Novalis. In: Ders. (Hg.): Novalis. Poesie und Poetik. Tübingen, S. 21â62. Siehe zu Friedrich Schlegel: Bohrer, Karl Heinz (1996): Friedrich Schlegels Rede über die Mythologie. In: Ders. (Hg.): Mythos und Moderne. Begriff und Bild einer Rekonstruktion. Frankfurt a. M., S. 52â82. Für Ãberblicke zur Relevanz von Einbildungskraft in der Frühromantik siehe vor allem Hühn (1997): Das Schweben der Einbildungskraft. In: Fichte und die Romantik. Und siehe zur Einbildungskraft als Aspekt frühromantischer Poetologie, Poetik und Philosophie: Götze, Martin (2001): Ironie und absolute Darstellung. Philosophie und Poetik in der Frühromantik. Paderborn, Wien u. a. Kremer, Detlef (22003): Romantik. Stuttgart u. a. Nassar, Dalia (2014): The romantic absolute. Being and knowing in early German romantic philosophy, 1795â1804. Chicago u. a.
Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph (2005): System des transscendentalen Idealismus. In: Harald Korten, Paul Ziche (Hg.): Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Werke 9. System des transscendentalen Idealismus (1800). Teilband 1. Editorischer Bericht. Zur Edition des Textes. Text. Stuttgart, S. 326f (=Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Historisch kritische Ausgabe. Hg. von Wilhelm G. Jacobs, Jörg Jantzen, Hermann Krings. Bd. 9). Dieser Absatz wurde weitestgehend entnommen aus: Heimböckel, Hendrick (2016): Poetologie der Einbildungskraft. Eine semantische Isotopie produktionsästhetischer Reflexionen bei Schelling, Novalis, Aragon und Breton. In: Sebastian Lübcke, Johann Thun (Hg.): Romantik und Surrealismus. Eine Wahlverwandtschaft? Berlin u. a., S. 43f.
Tabor (1786): Versuch über die Heilkräfte der Einbildungskraft. S. 22.
Schleiermacher, Friedrich (2011): Ãber die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern (1799). In: Günter Meckenstock (Hg.): Friedrich Schleiermacher. Schriften und Entwürfe. Schriften aus der Berliner Zeit 1796â1799. Berlin u. a., S. 245 (=Friedrich Schleiermacher. Kritische Gesamtausgabe. Hg. von Hermann Fischer, Ulrich Barth, Andreas Arndt u. a. Abt. I. Bd. 2).
Vgl. Schulte-Sasse (2001): Einbildungskraft/Imagination. In: Ãsthetische Grundbegriffe. S. 90.
Fulda, Daniel (2016): Sattelzeit. Karriere und Problematik eines kulturwissenschaftlichen Zentralbegriffs. In: Elisabeth Décultot, Daniel Fulda (Hg.): Sattelzeit. Historiographiegeschichtliche Revisionen. Berlin u. a., S. 7.
Matuschek, Stefan (2004): Epochenschwelle und prozessuale Verknüpfung. In: Ders. (Hg.): Organisation der Kritik. Die Allgemeine Literatur-Zeitung in Jena. 1785â1803. Heidelberg, S. 15.