Von stürmischen Hochrufen und donnerndem Beifall ist der erste Auftritt Samuel Fergussons begleitet. Der Protagonist von Jules Vernes erstem Roman Cinq Semaines en Ballon (1863) betritt in Kapitel eins – ungerührt von diesem »tonnerre d’applaudissements«119 – die Bühne der Königlichen Britischen Gesellschaft für Geographie. Der Engländer plant die Überquerung des afrikanischen Kontinents im Ballon. Sein Ziel ist es, einen der letzten ›weißen Flecken‹ der Weltkarte zu enthüllen, die Lücke zwischen den Expeditionen Heinrich Barths sowie John Spekes und Richard Burtons in Inner-Afrika. Sorgfältig notiert sich Fergusson in Kapitel vier die Längen- und Breitengrade, die diese erreicht haben. Er reduziert die Expeditionen der Forschungsreisenden auf Koordinaten, die seine noch zu leistende wissenschaftliche Aufgabe definieren. Vernes Roman führt aus der Welt der Fiktion in die Welt der wirklichen Geografie und schreibt damit auch die Fiktionen der Geografie auf. Neben der Erdoberfläche – Stürme und Donner zum Auftakt kündigen es an – wird im Laufe des Romans ein weiteres Feld geografischer Aufmerksamkeit zum Gegenstand: die Meteorologie und insbesondere die Theorie der Luftströmungen. Die Luft wird sich genau dann als eigener vermessbarer, aber noch keineswegs vermessener Raum manifestieren, wenn das Luftfahrzeug Wirbeln und Turbulenzen ausgesetzt ist. Der Ballon wird zum epistemischen Objekt und präsentiert sich als Vehikel einer Abenteuernarration, das die Protagonisten immer wieder aus der kartografischen Perspektive herausschleudert.120 Bei meiner Lektüre des Romans steht daher die Frage im Vordergrund, wie die ballistischen Besonderheiten des Ballons die Räume der Reise strukturieren. Wie ordnet diese Reise im Ballon das Verhältnis von Mensch und Maschine, Karte und Territorium, Transport und Lektüre?



Titelseite von Vernes Cinq Semaines en Ballon, Paris 1863
Abenteuervehikel
Supermaschinen
»Meine Methode ist die einfachste von der Welt«121, sagt Samuel Fergusson zu Beginn der Reise auf dem Schiff nach Sansibar zu der Besatzung und erläutert eine spezielle Apparatur, die er in seinen Ballon eingebaut hat, um die Reise über Afrika zu verwirklichen. Der erste Teil des Apparats sei nichts weiter als ein einfaches Gasgebläse, das mit Sauerstoff und Wasserstoff gespeist werde und eine Hitze entwickele, welche die einer Esse weit übersteige. Der zweite Teil des Apparates funktioniere wie die Zentralheizung einer Wohnung. Die erhitzte Luft werde durch Rohre geleitet, bis sie sich abkühle, zurückströme und sofort wieder erhitzt werde und so fort.122 Ausgestattet mit dieser Apparatur kann der Ballon ohne Gasverlust präzise steigen und sinken und – theoretisch ohne Zwischenlandung – bestimmte Luftströmungen ansteuern, sodass indirekt auch eine horizontale Steuerbarkeit des Ballons möglich ist. Fergussons geheime Konstruktion ermöglicht es, so lange in der Luft zu bleiben, wie es für eine Überquerung Afrikas in der Luft erforderlich ist. Der Einbau der speziellen Apparatur ist nötig, weil der Ballon in Vernes Roman etwas mehr können muss, als Freiballons 1863 zu bieten hatten. Zwar waren Gasballons über ein Ventil, das Gas ablässt, und Ballast, der abgeworfen wird, vertikal zu steuern, konnten allerdings nicht ohne Gasverlust tage-, und vor allem nicht wochenlang in der Luft bleiben. Eigentlich eigneten sich Freiballons nicht als Vehikel für Reiseromane, sondern eher für Reisekurzgeschichten.
Wer die Supermaschine ist – der Erfinder oder der Flugapparat, der Passagier oder das Vehikel, Mensch oder Maschine – verschwimmt in Vernes Roman.
Avec lui, tout est possible ; sans lui, je retombe dans les dangers et les obstacles naturels d’une pareille expédition ; avec lui, ni la chaleur, ni les torrents, ni les tempêtes, ni les simouns, ni les climats insalubres, ni les animaux sauvages, ni les hommes ne sont à craindre ! Si j’ai trop chaud, je monte ; si j’ai trop froid, je descends ; une montagne, je la dépasse ; un précipice, je le franchis ; un fleuve, je le traverse ; un orage, je le domine ; un torrent, je le rase comme un oiseau ! Je marche sans fatigue, je m’arrête sans avoir besoin de repos ! Je plan sur cités nouvelles ! Je vole avec la rapidité de l’ouragan, tantôt au plus haut des airs, tantôt à cent pieds du sol, et la carte africaine se déroule sous mes yeux dans le grand atlas du monde !123
Mit ihm lässt sich alles durchführen, ohne ihn riskiere ich wieder die gleichen Gefahren und Schwierigkeiten wie alle Expeditionen vor mir. Mit ihm brauche ich weder die Hitze, reißende Ströme, Unwetter, Wirbelstürme, weder das ungesunde Klima noch Raubtiere und schon gar nicht die Menschen zu fürchten. Wird es zu heiß, steige ich höher, wird es zu kalt, gehe ich tiefer. Gebirge und Abgründe überfliege ich. Ein Fluß ist für mich kein Hindernis. Ich werde mit jedem Gewitter fertig, ich brauche es nur zu streifen wie ein Vogel. Ich komme mühelos vorwärts und kann haltmachen, auch wenn ich nicht müde bin. Ich schwebe über die neuen Städte dahin. Ich fliege mit der Geschwindigkeit eines Orkans, bald hoch oben, bald 100 Fuß über der Erde. Wie in einem großen Weltatlas entrollt sich vor meinen Augen die Karte Afrikas.124
Nicht der Ballon, sondern Fergusson selbst überfliegt Gebirge, schwebt über Städte und fliegt mit der Geschwindigkeit eines Orkans. Die Personalpronomina wechseln vom Dativ in den Nominativ, vom indirekten »lui« zum direkten »je«. Gleichzeitig wird neben den drei Expeditionsteilnehmern Samuel Fergusson (Fergusson), Richard Kennedy (Dick) und Joseph Wilson (Joe) der Ballon als vierter Teilnehmer der Reise vorgestellt: Victoria, eine kompetente Problemlöserin für Expeditionen, allen klimatischen und sozialen Herausforderungen gewachsen. Der Ballon wird personifiziert – nicht zuletzt aufgrund des Namens125 –, sein Konstrukteur Samuel Fergusson wird mechanisiert. Vernes Superapparat, der das Vehikel reiseromantauglich macht, wird von einem Supererfinder konstruiert. Auch Vernes Forschungsreisender, so scheint es, muss etwas mehr können, als durchschnittliche Märtyrer*innen 1863 zu bieten hatten. Zu Beginn des Romans wird Fergusson als geradliniger Erschließer vorgestellt, der wenig dem Zufall überlässt, und als erfahrener Entdecker in Australien, im Nordmeer und in Indien war; auch der Vergleich mit einer Lokomotive wird gezogen. In der Verneforschung ist darauf hingewiesen worden, dass in Vernes »vehicular imagination«126 der Mensch untrennbar von der Maschine sei – ob es sich um Ballons, Schiffe, Unterseeboote, Raketen oder andere Verkehrsmittel handele.127 Während Maschinen naturalisiert würden, werde das Natürliche mechanisiert.128 Meine Vernelektüre von Cinq Semaines en Ballon interessiert sich für das Verhältnis von Mensch und Maschine weniger im Sinne einer solchen abgrenzenden Definition von Gemachtem und Natürlichem, von mechanisierten Weltbildern und beseelten Naturvorstellungen, sondern vielmehr als Versammlung von lebendigen und nicht-lebendigen Akteuren, deren Praktiken die Räume dieser Reise konstituieren, und vice versa.
Konstruktionsverwandte
Vernes Roman beginnt als Experimentalsituation. Samuel Fergusson führt im Geheimen Berechnungen und Versuche durch.
Il demeurait pensif, puis il se livrait à de secrets calculs, passant ses nuits dans des travaux de chiffres, expérimentant même des engins singuliers dont personne ne pouvait se rendre compte. On sentait qu’une grande pensée fermentait dans son cerveau.129
Die ganze Zeit war er in Gedanken und mit geheimnisvollen Berechnungen beschäftigt. Er blieb Nächte hindurch wach, um zu rechnen. Manchmal experimentierte er auch mit seltsamen Apparaten, deren Bedeutung niemand ahnte. Man spürte nur, dass ein großer Plan langsam in ihm heranreifte.130
Bei den Reisevorbereitungen leitet Fergusson die Konstruktion seines Ballons bei der Firma Mitchell in Borough selbst und spricht mit niemandem darüber. Wie genau die Überquerung Afrikas im Ballon vonstatten gehen soll, sei »sein Geheimnis«131, erklärt der Engländer. In Kapitel neun und zehn, während der ersten Etappe der Reise auf der Schifffahrt von Frankreich nach Sansibar, lüftet er dieses Geheimnis.
Das Auftauchen von Vernes Maschinen am Anfang der Handlung sei immer mit einem Geheimnis umgeben, das nicht nur spannungssteigernd wirke, sondern die Maschine auch als Unikat und Kunstwerk präsentiere, das nicht beliebig industriell reprozierbar sei, so der Verneforscher Volker Dehs.132 Die Geheimnisse, welche die Apparatur in Cinq Semaines en Ballon umgeben, inszenieren allerdings eher ein Puzzle aus bestehenden Maschinen der Technik-, Wissenschafts- und Literaturgeschichte, anachronistisch gesagt: ein postmodernes Unikat. Den Spuren von Vernes fantastischem Vehikel in die Welt der Technik, Wissenschaft und Literatur seiner Zeit zu folgen, offenbart Vernes Victoria als »Zauberding«133, wie der Ballon im siebten Kapitel genannt wird: er ist Technikding, Wissenschaftsding und Kunstding zugleich. Im Grunde ist dieses »merveilleux véhicule«134, dieses fantastische Fahrzeug, eine Konstruktion aus drei historischen Ballons, möbliert mit wissenschaftlichen Instrumenten. Diese Verwandtschaften möchte ich kurz nachzeichnen.
Erstens besteht eine von Fergussons »genialen Ideen«135 in der Verwendung einer doppelten Ballonhülle. In der Hülle eines größeren Gasballons befindet sich ein kleinerer Heißluftballon. Die beiden Hüllen des Ballons sind aus Seidentaft gefertigt. An einem Geflecht aus Hanfseilen hängt die Gondel, die einen Durchmesser von ca. 4,6 Metern hat. Die Konstruktion eines solchen explosiven Gas-Heißluft-Hybrids geht auf eine Konstruktion Jean-François Pilâtre de Roziers zurück. Seine sogenannte Rozière stieg 1785 als eine Kombination aus Montgolfière und Charlière auf – und ging in Flammen auf.136 Zweitens haben die Zeichnungen vom Aufbau des Ballons auf Sansibar in Vernes Roman starke Ähnlichkeit mit den Tableaus aus dem 1784 erstellten Atlas des französischen Mathematikers Jean-Baptiste Meusnier de la Place. Wie Meusniers Luftschiff, ist auch Vernes Ballon nicht kugel-, sondern eiförmig. Meusniers im Auftrag der Pariser Académie des Sciences entstandene Entwürfe für zwei Luftschiffe waren nie gebaut worden. Insbesondere der kleinere Forschungsballon, den Meusnier neben einem großen Transportballon skizziert hatte, ähnelt stark der Victoria in Vernes Roman. Die Wahl des Bildzitats in Vernes Roman referiert zum einen auf das Medium, in dem Meusniers zigarrenförmiger Ballon bekannt geworden war, den Bilderatlas, und zum anderen auf dessen Entwurf gebliebenen Charakter – wie Vernes Ballon war er ein Fahrzeug zwischen Fakt und Fiktion.137 Drittens macht Verne starke Anleihen bei einem Zeitungsartikel Edgar Allen Poes, der unter dem Titel The Balloon Hoax (1844) bekannt wurde und 1844 in der New Yorker Zeitung The Sun erschien. Der Bericht handelt von einer 75stündigen Atlantiküberquerung im Ballon des Luftschiffers Monck Mason. Poes Ballon heißt ebenfalls Victoria, ist auch oval und seine Fahrt ist auch fiktiv. Der Bericht war eine Ente. Poe selbst löste die Falschmeldung zwei Tage nach Erscheinen des Artikels auf. In zentralen Aspekten bezieht sich Poe mit seiner Reisefiktion auf den Fahrtenbericht des Ballonfahrers Monck Mason Account of the Late Aeronautical Expedition from London to Weilburg (1836), der zusammen mit Charles Green und Hollond einen neuen Streckenrekord aufstellte, als er in 18 Stunden die Distanz von London nach Weilburg in der Nähe von Frankfurt am Main zurücklegte. In der Verneforschung wird darauf hingewiesen, dass Verne für Cinq Semaines en Ballon und andere Werke zwar starke Anleihen bei Poe genommen habe, allerdings dessen mangelnde technische und physikalische Inspiration beklagt habe.138 Technik und Physik waren große Motivatoren von Jules Vernes erstem Roman seiner im Verlag Hetzel erschienenen Reihe von Abenteuerromanen.
Cinq Semaines en Ballon wird vor dem Hintergrund dieser Referenzen als eine Reiseerzählung sichtbar, in der das Interesse an Maschinen die Neugier für ferne Länder begleitet, sprich das Verhältnis von Reiseräumen und durchreisten Räumen im Vordergrund steht. In Vernes Victoria konzentriert sich dabei nicht nur im Auftrag des Herausgebers Hetzel didaktisch das technisch-wissenschaftliche Wissen der Zeit, sondern sie selbst wird als Konstruktion aus verschiedenen Medien wie Fahrtenberichten, Entwurfszeichnungen und Zeitungsmeldungen sichtbar, als Überlagerung aus Fakt, Fiktion und Fingiertem.
Wetterextreme
Fergusson möchte den afrikanischen Kontinent mithilfe von Passatwinden in möglichst gerader und vorhersehbarer Linie überqueren. »Wenn man den Ballon schon nicht lenken kann«, so Fergusson, »müsste man mit ihm wenigstens die günstigsten Luftströmungen aufsuchen können«.139 Der Luftstrom ist der Leitfaden der (Karten)Reise über Afrika. Dass die Winde gleichzeitig auch der rote Faden der Reiserzählung sind, zeigt eine meteorologische Lektüre des Romans.
Mit einer »frischen, kühlen Brise« (»un joli vent«)140 und einem Wind, der treu bleibt141, schwebt der Ballon am Anfang der Reise in nur zwei Tagen »auf der gleichen Strecke«142, für die Burton und Speke viereinhalb Monate brauchten. Den ersten meteorologischen Turbulenzen, wie dem strömenden Regen in einer »atmosphère pestilentielle«143, einer übel riechenden Atmosphäre und den Blitzen in einem von Funken gestreiften Himmel (»le ciel était zébré d’étincelles électriques«144), entgehen die Reisenden mühelos, indem sie in die klaren, höheren Luftschichten steigen. Auch der Eintritt in die nicht vermessenen Gebiete Afrikas beginnt meteorologisch günstig. »Il faisait un joli temps, et le vent soufflait du bon côté«145, heißt es in Kapitel 19. Nach diesem schönen Wetter mit Wind aus der gewünschten Richtung weht tags darauf ein stürmischer Monsun. Als er abflaut, ist die Ballonreise keine geradlinige mehr und die Passagiere folgen nicht mehr den auf den Karten eingezeichneten Pfaden und damit den Spuren der Entdecker*innen.
Le vent devenait violent et irrégulier. Le Victoria courait de véritables bordées dans les airs. Rejeté tantôt dans le nord, tantôt dans le sud, il ne pouvait rencontrer un souffle constant.146
Der Wind wurde stürmisch und böig. Die ›Victoria‹ trieb geradezu mit Schlagseite durch die Luft, bald nach Norden, bald nach Süden. Eine stetige Luftströmung war nicht zu finden.147
Nach diesen schweren und unregelmäßigen Winden sind die Reisenden endgültig den Launen des Wetters ausgesetzt. Der Versuch, durch Höhersteigen des Ballons eine andere Luftströmung anzusteuern, um nicht weiter ein Schlachtfeld angeblicher Kannibalen von oben betrachten zu müssen, ist erfolglos.148 Nachdem zur Rettung eines Missionars Ballast in Form eines großen Wasserkanisters geopfert werden muss und der Wind rund um dessen Tod besonders sanft weht,149 folgt dem Sturm ein weiteres, gleich doppeltes Geo-Extrem: Windstille über einer Wüste (Abb. 12). »Bis in die letzten Regionen der Atmosphäre schien absolute Stille zu herrschen«150, heißt es in Kapitel 26. Die Reisenden haben wegen der Rettung des Missionars zu wenig Wasser, um erneut das Gebläse des Ballons zu aktivieren und so in höheren Regionen nach Luftströmungen zu suchen, die sie von der wasserlosen Wüste wegtreiben könnten. Schließlich werden sie aus ihrer Lage von einem weiteren Wetterumschwung erlöst, ein Sturm weht sie in eine Oase.151 Dank einer üppigen Vegetation und eines Brunnens warten sie gut versorgt in erneuter Windstille auf einen passenden Wind, der sie wieder in kartierte Regionen führen wird.



Der Luftraum ist in den 1860ern ein wichtiges Gebiet geografischer Aufmerksamkeit. Diesem Umstand trägt Verne Rechnung und lässt die wissenschaftliche Beratung bei der Vorbereitung der Fahrt über Afrika durch das Observatorium in Greenwich erfolgen, an dem der Meteorologe James Glaisher von 1862 bis 1866 Fahrten zur Untersuchung der hohen Himmelsregionen durchführte.152
Les instruments destinés au voyage consistèrent en deux baromètres, deux thermomètres, deux boussoles, un sextant, deux chronomètres, un horizon artificiel et un altazimuth pour relever les objets lointains et inaccessibles. L’Observatoire de Greenwich s’était mis à la disposition du docteur. Celui-ci d’ailleurs ne se proposait pas de faire des expériences de physique ; il voulait seulement reconnaître sa direction, et déterminer la position des principales rivières, montagnes et villes.153
Das Instrumentarium bestand aus zwei Barometern, zwei Thermometern, zwei Bussolen, einem Sextanten, zwei Chronometern und einem künstlichen Horizont und einem mit einem Höhenmesser verbundenen Fernrohr. Das Observatorium in Greenwich hatte sich Dr. Fergusson in jeder Weise zur Verfügung gestellt, obwohl er nicht die Absicht hatte, physikalische Experimente durchzuführen. Er wollte lediglich seine Flugrichtung und die topographische Lage von Flüssen, Gebirgen und Ortschaften bestimmen.154
Wenn es heißt, Fergusson habe nicht die Absicht physikalische Experimente durchzuführen, so bezieht sich dies wohl auf geophysikalische Experimente: Messsung des Erdmagnetismus, Bestimmung von Luftströmen und Temperaturschwankungen et cetera, sprich auf Experimente zur Erforschung des Luftraums. Fergusson hingegen braucht das Instrumentarium an Bord, um den Pfaden auf den Landkarten und den Spuren anderer Forschungsreisender zu folgen. Er benötigt die Instrumente, um sich auf und an der Erde zu orientieren.155 Die meteorologischen Instrumente an Bord der Victoria dienen der Navigation über dem afrikanischen Kontinent, respektive einer Überlagerung der Afrikakarte mit einer Luftstromkarte.
Himmel und Erde pflegen in Cinq Semaines en Ballon ein spezielles Wechselverhältnis. »A mesure, que l’on s’élève«, so Fergusson, »ceux-ci deviennent beaucoup plus uniformes, et sont constants dans leur direction«.156 Je höher man steige, desto konstanter werde die Windrichtung. Das Wechselspiel von Himmel und Erde ist also auch eines von unruhigem bodennahem Wetter und ruhigen höheren Regionen. Je höher der Ballon schwebt, desto berechenbarer wird sein Weg – und damit die Handlung. Die Frage von Berechenbarkeit und Unberechenbarkeit der Reiseroute erinnert an Vernes Roman Le Tour du Monde en quatre-vingts Jours, für den Robert Stockhammer auch die Vertikale erschlossen hat – denn anders als in der Verfilmung kommt im Roman kein Ballon vor. Phileas Foggs Größenwahn, in 80 Tagen um die Erde reisen zu können, bestehe darin, dass er noch das Meteorische dem Typ des uranologischen Wissens unterwerfen zu können vermeine.157 Fogg versucht gemäß dieser Lesart die natürlichen Unregelmäßigkeiten des bodennahen Wetters den perfekten Regelmäßigkeiten von Planetenbahnen unterzuordnen. Da »die eigentliche Utopie« von Cinq Semaines en Ballon in der »Hypothese einer idealen, berechenbaren Atmosphäre« liege, so Wolfgang Struck, sei das »abenteuerliche Potential der Atmosphäre« mit einigen Turbulenzen und einem Angriff durch Raubvögel im Grunde bereits erschöpft.158 Deshalb verbinde die Handlung die Luftfahrt mit der Erschließung des inneren Afrikas.159 Und in der Tat wird Vernes Ballon nicht im Monsun oder Samun als Medium einer Abenteuernarration sichtbar. Es sind zwar auch die Wirbel und die Windstillen, welche die Reisenden aus ihrer rein beobachtenden Perspektive herausschleudern, turbulent wird es aber nach der Landung. In der Luft sind die Reisenden in Sicherheit. Solange sie im Ballonkorb sind, verlassen sie die ihnen vertraute Welt nicht. Der Ballon ist ein europäischer, bekannter, kontrollierbarer Ort in einem nicht-europäischen, unbekannten, unkontrollierbaren Raum.
Implosionen
Dieser eingefriedete Ballonraum ist allerdings instabil und bewegt sich trotz der Supermaschine nicht immer kontrolliert. Die Victoria bleibt keineswegs die Gefahrenvermeiderin und Hindernisüberwinderin als die sie eingeführt wird. Das Luftfahrzeug in Cinq Semaines en Ballon durchläuft während der Reise eine Entwicklung von einem hervorragend funktionierenden Gasballon, der den technischen Möglichkeiten seiner Zeit voraus ist, zu einem störungsanfälligen Heißluftballon, wie er in den Anfängen der Luftfahrt 1783 unterwegs war.
Während es im 12. Kapitel über Fergusson noch heißt, »er hatte seinen Ballon wirklich in der Hand«160, räumt dieser ungefähr in der Mitte des Buches, in Kapitel 24 selbst ein »wir haben nichts mehr zu bestimmen, wir müssen uns fügen«161. Der schrittweise Verfall der Victoria nimmt seinen Anfang: Da die Beschichtung der äußeren, mit Wasserstoffgas gefüllten Hülle nicht mehr dicht ist, verliert der Ballon zunehmend an Gas, das »sozusagen seine Seele darstellt«162. Die Auftriebskraft des Ballons nimmt aufgrund des permanenten Gasverlustes ab.
Le Victoria se releva de nouveau; il faisait des bonds d’une énorme étendue, comme une immense balle élastique rebondissant sur le sol. Étrange spectacle que celui de ces infortunés cherchant à fuir par des enjambées gigantesque […].163
Die ›Victoria‹ hob sich von neuem. Sie vollführte jetzt lange Sprünge wie ein Gummiball, der aufschlägt und wieder abprallt. Die drei Unglücklichen boten ein seltsames Schauspiel, wie sie versuchten, in gewaltigen Hopsern dem Tod zu entfliehen.164
Mit Sprüngen und Hopsern, avec des Bonds et des Enjambées, bewegt sich die Victoria am Ende des Romans fort. Die Reisenden verlassen ihre kartografische Perspektive endgültig und berühren immer wieder den Boden; die Victoria schwebt nicht mehr, sie springt. Als es nichts mehr bringt, verschiedene Objekte über Bord zu werfen, damit der Ballon leichter wird und noch ein Stück weiter fliegt, leitet Fergusson Teil zwei des Ballonendes ein: er zerlegt ihn. Das Gebläse, die Bunsenbatterie und das Schlangenrohr seien auszubauen, damit der Ballon 900 Pfund leichter werde, erklärt Fergusson, die Apparatur sei zu opfern.165 Der Ballon rafft sich noch einmal auf, doch als die Victoria und ihre Insassen von etwa hundert schießenden Reitern verfolgt werden, wird jede erzwungene Zwischenlandung kritisch. Im vorletzten Kapitel geht es schließlich darum, noch irgendwie über den Fluss zu kommen, an dessen anderem Ufer die Passagiere vor ihren Verfolgern in Sicherheit – und am vorläufigen Ziel der Reise – wären. Um doch noch mit Hilfe des Ballons über den rettenden Fluss zu hüpfen, klammern sich die Passagiere an das Netz der Hülle und kappen die Taue, an denen die Gondel hängt. Auf diese Weise hüpfen sie zwar bis zum Fluss, schaffen es aber nicht, ihn zu überqueren. Wegen der ausgebauten Apparatur kann kein Wasserstoffgas für den Auftrieb nachproduziert werden. Doch die übrig gebliebene innere Hülle des Ballons lässt sich noch verwenden. Fergusson weist seine Mitreisenden an, trockenes Gras zu sammeln. »Je n’ai plus de gaz; eh bien«, sagt der Doktor, »Je traverserai le fleuve avec de l’air chaud!«166 Ohne Gas improvisiert Fergusson mit heißer Luft. Auf diese Weise mit neuem Auftrieb versorgt, bringt der Ballon die Reisenden fast bis an das andere Ufer des Flusses, wo sie – in Sicherheit – im Wasser von französischen Soldaten empfangen werden. Den Ballon lassen sie zurück (Abb. 13).
Les Français emportèrent les voyageurs au delà du fleuve, tandis que le ballon à demi dégonflé, entrainé par un courant rapide, s’en alla comme une bulle immense s’engloutir avec les eaux du Sénégal dans les cataractes de Gouina.
Pauvre Victoria, dit Joe.
Le docteur ne put retenir une larme ; il ouvrit ses bras, et ses deux amis s’y précipitèrent sous l’empire d’une grande émotion.167
Während die Franzosen sie an Land brachten, wurde der Ballon von einer reißenden Strömung gepackt und wie eine riesige Blase davongetrieben, bis er in den schäumenden Fluten der Gouina-Katarakte des Senegal verschwand.
Arme ›Victoria‹, sagte Joe.
Auch der Doktor war bis zu Tränen gerührt. Er breitete die Arme aus, und die beiden andern, von Bewegung überwältigt, umarmten ihn.168



Die Victoria wird von den Fluten verschlungen, 1863
Der endgültig letzte Auftritt der Victoria, genauer gesagt ihr Abtritt, ist der einer »bulle immense«, einer riesigen Blase, die mit heißer Luft gefüllt in den Stromschnellen verschwindet. Kapitel 43, könnte man auch sagen, gleicht einem Ballonbegräbnis. Der Flugapparat haucht mit dem Gas seine Seele aus und seine an alternde Haut erinnernde schlaffe, faltige Hülle wird von Trauernden begleitet im Fluss bestattet.
Bemerkenswert an dem Verfall der Victoria ist, dass Fergusson mit dem Abmontieren der Apparatur und der Gondel sowie dem Befüllen der Ballonhülle mit heißer Luft gewissermaßen historisch informierte Wiederbelebung leistet: Die Victoria entwickelt sich von einem hochtechnisierten Gasballon zu jener Papierkugel, welche die Brüder Montgolfier 1783 im südfranzösischen Annonay bei ihrem Versuch, eine künstliche Wolke zu bauen, als ersten Heißluftballon in die Luft geschickt haben – gefüllt mit Rauch aus nassem Heu und alten Schuhen. In seinen Vernelektüren hat Andrew Martin darauf hingewiesen, dass Vernes Maschinen immer ein tragisches Ende nähmen – er nennt das den »selfdestruct mechanism«169. Außerdem seien alle Vern’schen Maschinen nach einem ähnlichen Prinzip konstruiert, das er als »vulkanische Struktur«170 beschreibt: in der Mitte ein Erhitzer, um den herum eine Maschine mit Ventilen gebaut sei, und der immer Gefahr drohe, zu explodieren und das auch durchaus oft tue.171 Die Victoria explodiert – überraschender Weise – nicht. Im Gegenteil implodiert sie eher und wird von dem Raum verschluckt, den sie bereist.
Punktlandungen
Die Veränderungen des Reisevehikels werden gerahmt durch geografische Verschiebungen von einer vermessenen in eine unvermessene Welt. Der Verfall und am Ende auch Zerfall der Victoria beginnt mit Eintritt in das unbekannte Gebiet der Reise, das zwischen Kapitel 19 und 29 durchquert wird. Nachdem in Kapitel 19, etwa bei der Hälfte des Romans, mit dem Victoriasee und den Nilquellen die wesentlichen geografischen Expeditionsziele erreicht sind, kündigt Fergusson an:
Mes amis, […] voici que nous commençons véritablement notre traversée africaine. Jus’que ici nous avons surtout suivi les traces de nos devanciers. Nous allons lancer dans l’inconnu désormais.172
Meine Herren, von nun an beginnt unsere Überquerung Afrikas wirklich. Bis jetzt sind wir nur den Spuren unserer Vorgänger gefolgt. Von nun an stürzen wir uns ins Unbekannte.173
Mit dem Wechsel von bekannten in unbekannte Gebiete ist die Fahrt fortan von Störungen und Abweichungen geprägt, sie verläuft nicht mehr nach Plan. Wenn die Victoria landet, berühren sich Reiseraum und durchreister Raum. Jede Landung schleudert die Luftreisenden aus ihrer kartografischen Perspektive heraus und setzt sie den Gefahren auf dem Erdboden aus, insbesondere der Bedrohung durch die lokale Bevölkerung und wilde Tiere. Die Landungen sind wahlweise nötig, um Essens- und Wasservorräte aufzufüllen, weil die Wetterverhältnisse eine Landung erzwingen, weil jemand gerettet werden muss oder die ›von da oben‹ meinen in die Abläufe ›da unten‹ eingreifen zu müssen. Es beginnt in Kapitel 21 damit, dass zur Rettung eines französischen Missionars ein Vorratsbehälter mit Wasser geopfert werden muss, der wenig später bei der Windstille über der Wüste dazu führt, dass Fergussons in den Ballon eingebaute Apparatur nutzlos wird. In Kapitel 29 schließlich kehren die Reisenden nach zwei Stürmen und zwei Windstillen wieder in bekannte, nämlich kartierte, Gefilde zurück und erreichen endgültig das letzte geografische Expeditionsziel: die Herstellung der Verbindung von den Expeditionen Burtons und Barths.174



Die Afrikakarte an Bord der Victoria, 1863
Dass Verne ausgerechnet den afrikanischen Kontinent als geografischen Bezugspunkt seiner Reise gewählt hat, mag daran liegen, dass Afrika in den 1860er Jahren das Terrain der Kartenmacherei war. Und tatsächlich hat Fergusson die aktuellsten Afrikakarten an Bord, die 1863 verfügbar waren. »La carte africaine«, so Fergusson, »se déroule sous mes yeux dans le grande atlas du monde« (Abb. 14).175 Der erwähnte Atlas entspricht, so wie er in Kapitel 12 beschrieben wird, in etwa den ersten drei Lieferungen des Kartenwerks Inner-Afrika nach dem Stande der Geographischen Kenntnis im Jahre 1861 und 1862 des Gothaer Geografen August Petermann. Petermann wird auch namentlich in Vernes Roman erwähnt: als Freund Fergussons und als Unterstützer seines Projekts; für die geplante Expedition stellt er ihm den Atlas zur Verfügung.176 So ist die Reise auch eher eine Kartenreise – »dessus« – als ein Reisebericht durch ein kartografiertes Terrain – »au milieu«.
Si tu veux absolument traverser l’Afrique, si cela est nécessaire à ton bonheur, pourquoi ne pas prendre les routes ordinaires ?
Pourquoi ? répondit le docteur en s’animant ; parce que jusqu’ici toutes les tentatives ont échoué ! […] Parce que ce qui ne peut être fait d’une façon doit être entrepris d’une autre ! Enfin parce que, là où l’on ne peut pas passer au milieu, il faut passer à côté ou passer dessus !177
Sag mir nur noch eins; wenn du schon ganz Afrika durchqueren willst, weil du sonst nicht mehr schlafen kannst – warum dann nicht auf dem üblichen Weg?
Warum? erwiderte der Doktor lebhafter werdend, weil alle bisherigen Versuche gescheitert sind. […] Wenn es auf die eine Weise nicht geht, muß man eine andere probieren. Wenn man sieht, daß man nicht mitten hindurch kommt, muß man es von der Seite oder drüber hinweg versuchen. Das ist der Grund.178
Dass Verne den Ballon und kein anderes Vehikel für diese Abenteuernarration gewählt hat, offenbart Ballons unter einem neuen Gesichtspunkt: sie sind ideale Transportmittel für Kartenreisen. Der Ballon erlaubt es den Protagonisten, ihre kartografische Perspektive nur punktuell zu verlassen. Einige Landstriche werden überflogen, in andere wird hineingezoomt. Ohne die Spezialapparatur verändert sich die Victoria allerdings von dem Vehikel einer Kartenreise zu dem einer Abenteuernarration über unvermessenen Gebieten. Die punktuellen Landungen werden häufiger bis schließlich der Eindruck entsteht, die Victoria schwebe nicht über einer Afrikakarte, sondern hüpfe über den afrikanischen Kontinent. Landen wird sukzessive zu springen. Mit der hüpfenden Fortbewegung des Transportmittels wechselt auch die Narration von der Handlung im Ballonkorb zu Nacherzählungen von Reiseberichten durch Afrika. Die räumlichen Sprünge formen zeitliche Sprünge bei der Lektüre des Romans. Der Ballon beschleunigt nicht nur die Reise über Afrika und das Überfliegen von Reise- und Konstruktionsberichten, sondern ebenso die Lektüre selbst. Vielleicht liegt es daran, dass Roland Barthes seine Lektüre Jules Vernes als schnell empfindet. Während er beim langsamen Lesen weide und abgrase, sei schnelles Lesen für ihn wie verschlingen und verschlucken.179
Am Schluss heißt es, dass das noch unerforschte Gebiet zwischen dem 14. und 33. Längengrad jetzt von Fergusson erforscht sei und dass die derzeit laufenden Expeditionen zum Mittelpunkt Afrikas der Herren Speke, Grant, Heuglin und Munzinger diese Forschungsergebnisse demnächst bestätigen würden. Verifizierendes Artefakt von Fergussons Forschungsreise ist der Ballon, den die französischen Soldaten noch kurz sichten können, bevor er von dem Fluss verschlungen wird. In der Untersuchung dieser Coda ist herausgearbeitet worden, dass Vernes »aeronautische Imagination« nicht nur den »Spielraum geografischer Vagheit« ausnutze (nämlich noch unerforschtes Gebiet), sondern dass deren Entdeckungen selbst zu einer verifizierbaren nachlesbaren Geotextur würden. Im Anschluss an diese Beobachtung lässt sich festhalten, dass Vernes Ballon nicht nur zum Transportmittel einer »aeronautischen Imagination« wird, die »geographische Leerstellen […] besetzt« und »kartographische Parameter (Afrika-Karte), erzählte Parcours (Expeditionsberichte) sowie fingierte Raumerfahrung (kolonial Imaginäres) zusammenflicht«, sondern gleichzeitig eben diese Medien kommentiert.180 Anders gesagt: Der Ballon schreibt im Sinne einer »kartographischen Imagination«181 nicht nur an einem »im Schreibprozess befindliche(n) Territorium«182 mit, sondern legt Materialien und Techniken des Schreibens, des kartografierenden Schreibens, offen.
So werden beispielsweise das Material Papier und mit ihm die Techniken Schreiben und Zeichnen auf verschiedenen Ebenen durchdekliniert. Nachdem der Ballon über Afrika gehüpft ist und sich von einem Superapparat in einen schlaffe Hülle verwandelt hat, wird er am Ende des Romans an der Trennlinie von kolonialisierter und nicht-kolonialisierter Welt, am Fluss, von der Landschaft verschluckt, die er bereist und vermessen hat. Reiseraum und durchreister Raum gehen ineinander auf. Der faltige und zerknitterte Heißluftballon – in seiner konstruktionsgeschichtlichen Referenz auf die ersten Papiermontgolfièren – verschmilzt mit dem vermessenen Papierafrika, das in Form von Atlanten, Karten und Reiseberichten im Text präsent ist. Nicht zuletzt war der erste Ballon der Papierfabrikanten Montgolfier zwar eine Papiertüte, gefertigt aus Materialien der eigenen Fabrik, der zweite allerdings hergestellt aus Papiertapeten eines Pariser Tapetenfabrikanten. Die Referenz auf die Materialität der ersten Montgolfièren in Vernes Roman kann somit auch als eine auf ein umgestülptes Zimmer und damit auf Zimmerreisen gelesen werden. Nicht nur der Reiseraum und der durchreiste Raum gehen ineinander auf, sondern auch der Erzählraum und der erzählte Raum. Der Roman verschlingt sich am Ende der Reise gewissermaßen selbst, er implodiert.183
Springen und Verschlingen
Die Afrikareise beginnt nicht im Ballon, sondern auf einem Schiff. Die Resolute, ein schneller 800-Tonnen-Schraubendampfer, bringt die Victoria und ihre Passagiere von Greenwich nach Sansibar, von wo der Ballon starten soll (Abb. 15).184 An einem Abend während der Schiffsreise auf der Resolute bringen Schiffskapitän Pennet und seine Mannschaft das Gespräch auf die Frage der Lenkbarkeit von Ballons. Sie fragen, ob nicht eine große Verwandtschaft zwischen einem Luftschiff und einem Seeschiff, das man steuern könne, bestehe. Nein, das lasse sich nicht vergleichen, antwortet Fergusson, und erklärt, Luft sei dünner als Wasser, ein Schiff schwimme nur zur Hälfte darin während ein Ballon ganz davon umgeben sei und in Bezug auf die Luft stillstehe.



Die fünf Wochen im Ballon beginnen auf einem Schiff, 1863



Roburs fliegendes Schraubenschiff Albatros, 1886
Die im 19. Jahrhundert viel diskutierte Frage nach der Lenkbarkeit von Ballons greift Verne auf, indem er Ballons gegen Schiffe abgrenzt. Dass für Verne mit dem Vehikel Ballon auch immer die Frage der Lenkbarkeit zentral war, zeichnet sich an verschiedenen Stationen in seinem Werk und seinem Leben ab. So ist zwar die einzige Ballonfahrt, die Verne je selbst unternommen hat und die am 28. September 1873 stattgefunden hat, gut verlaufen und hat 24 Minuten gedauert.185 Dennoch zieht sich die Skepsis an Luftfahrzeugen durch Vernes Biografie und sein Werk. Schon vor seinem ersten Roman der Voyages extraordinaires beschäftigte sich Verne mit Luftfahrzeugen. Seine Erzählung Un Drame dans les Airs, erstmalig erschienen in der Zeitschrift Musée des Familles unter dem Titel La Science en Famille/ Un Voyage en Ballon (1851), beschreibt einen Ballonaufstieg in Frankfurt am Main. In der Erzählung steigt kurz vor dem Aufstieg ein unerwarteter Passagier zu. Der junge Mann erweist sich als ein Experte für Luftfahrtgeschichte, der über die ungelöste Lenkbarkeitsfrage wahnsinnig geworden ist und deshalb einen Märtyrertod im Ballon anstrebt. Mit seiner Studie unter dem Arm springt er schließlich aus dem Ballon.186 Wenige Monate nachdem 1863 Cinq Semaines en Ballon erschienen war, hatte Vernes Freund Nadar – der bekannte Pariser Fotograf und Aeronaut – einen Unfall mit seinem Riesenballon Le Géant, mit dem er von Paris nach Hannover abgedriftet war. Nadar gründete nach dieser Erfahrung mit dem unkontrollierbaren Fahrzeug die Société d’Encouragement de la Navigation aérienne au moyen du plus lourd que l’Air, die Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt mit Fahrzeugen Schwerer-als-Luft. Und Jules Verne wurde am 20. Mai 1864 deren Zensor und nahm an den regelmäßigen Treffen teil.187 In Vernes späterem Roman Robur der Eroberer (1886) wiederum wird der Ballon eher als Problem denn als Lösung präsentiert. Robur tritt in Philadelphia unangekündigt vor die weltweit größte Versammlung von Ballonist*innen und wünscht, »den Beweis zu erbringen, daß es eine gänzlich abwegige Utopie sei, an die Lenkbarkeit von Ballons zu glauben«.188 Er hat mit der Albatros ein lenkbares Luftschiff nach dem Prinzip Schwerer-als-Luft konstruiert und macht sich über alle Anhänger*innen der Theorie Leichter-als-Luft (Ballons, Luftschiffe) lustig. Die Albatros ist ein circa 30 Meter langes Schiff, das mit Schrauben und Propellern angetrieben wird (Abb. 16). 1904 erscheint mit Maître du Monde noch eine Fortsetzung des Romans, in der Robur sich Herr der Welt nennt und mit einem Fahrzeug namens Horror unterwegs ist, das sowohl fliegen als auch tauchen kann. Dieses stürzt am Ende des Romans in einem Gewitter ab und der einzige Überlebende – der Inspektor, der gegen Robur ermittelt hat – wird von einem Schiff, dem Dampfer Ottawa, gerettet.189 Bemerkenswert an diesen verschiedenen Luftfahrzeugen in Vernes Werk und Leben ist der Aspekt, dass nicht nur in Cinq Semaines en Ballon die Ballonreise auf einem Schiff beginnt und ausgerechnet dort die Frage der Lenkbarkeit erörtert wird, sondern dass Ballons und Schiffe offenbar auch in den späteren Robur-Romanen eine besondere Beziehung unterhalten, die sich immer um die Frage der Lenkbarkeit dreht. Während der Vergleich von Schiffen und Ballonen in den frühen Werken Vernes noch dazu dient, zwei verschiedene physikalische Prinzipien gegeneinander abzugrenzen, erhebt sich das Schiff in den späteren Robur-Romanen selbst in die Lüfte.
In seiner Lektüre von Vernes Roman Vingt Mille lieues sous les Mers (1869/70), 20.000 Meilen unter dem Meer, hat Roland Barthes herausgearbeitet, dass viele Schiffe der Legende oder der Fiktion wie Vernes Nautilus »Thema einer geliebten Einschließung« seien; das Schiff sei eine »Schachtel, Wohnstätte und besessenes Objekt«.190
Sinn für das Schiff ist immer die Freude, sich vollkommen einzuschließen, die größtmögliche Zahl von Objekten zur Verfügung zu haben, über einen absolut begrenzten Raum zu verfügen. Schiffe lieben heißt zunächst ein superlativisches Haus lieben, eines, das unwiderruflich abgeschlossen ist, und heißt durchaus nicht, die unbestimmten großen Aufbrüche lieben. Das Schiff ist eine Wohnung, ehe es Transportmittel ist.191
Dieses »Glück des Eingegrenzten«192 sei in der kindlichen Leidenschaft für Hütten und Zelte wiederzufinden. Sich einschließen und einrichten, das sei der existenzielle Traum der Kindheit und auch Jules Vernes.193 Barthes beschreibt Jules Verne als einen »Besessene(n) des Ausfüllens«, der sich die Welt aneigne, in dem er sie mit bourgeoisem Impetus anfülle und möbliere.194 Diese Lesart lässt sich aufgrund der besonderen Beziehung von Schiffen und Ballons in Vernes Werk auch auf die Lektüre von Cinq Semaines en Ballon übertragen. Vernes Ballon Victoria – ein europäischer, bekannter, kontrollierbarer Ort in einem nicht-europäischen, unbekannten, unkontrollierbaren Raum – kann ebenfalls als Ort der Einschließung verstanden werden. Die Reise über den afrikanischen Kontinent überträgt die Geste der Einschließung auf den bereisten Raum. Reisen bedeutet in Cinq Semaines en Ballon zuallererst Aneignen, die Reduktion der Welt auf einen bekannten und abgeschlossenen Raum. Das Thema des Springens und Verschlingens, das ich in meiner Lektüre herausgearbeitet habe, möchte ich abschließend vor dem Hintergrund dieser Gesten der Einschließung und der Aneignung noch einmal aufnehmen und mit dem ebenfalls herausgearbeiteten Mensch-Maschine-Verhältnis zusammendenken. Sowohl die implodierende Supermaschine mit ihrem Supererfinder als auch die hüpfende Bewegung des Ballons Victoria, der von dem Land verschluckt wird, das er bereist, finden sich nämlich auch außerhalb der Handlungsebene von Vernes Roman wieder und durchziehen sein Werk und dessen Lektüre.
In Kapitel 16 entwirft Fergusson ein kolonialistisches Zukunftsszenario für den afrikanischen Kontinent, dessen Bestimmung er darin sieht, eines Tages die Menschenmassen in Europa und Amerika zu ernähren, wenn deren Kontinente durch Raubbau und Industrie erschöpft seien. In diesem Szenario würden die »Völker der Zukunft« (»les peuples des l’avenir«) in Afrika wohnen und »Entdeckungen und Erfindungen« (»des découvertes«) hervorbringen, die erstaunlicher sein würden als die Dampfkraft oder die Elektrizität.195 Sein Mitfahrer Kennedy greift diesen Punkt auf und erwidert:
D’ailleurs […] cela sera peut-être une fort ennuyeuse époque que celle où l’industrie absorbera tout à son profit ! A force d’inventer des machines, les hommes se feront dévorer par elles ! Je me suis toujours figuré que le dernier jour du monde sera celui où quelque immense chaudière chauffée à trois milliards d’atmosphères fera sauter notre globe !196
Vielleicht […] wird das ein sehr langweiliges Zeitalter werden, in dem die Industrie alles zu ihrem Profit an sich reißt. Die Erfindung immer neuer Maschinen wird dazu führen, daß der Mensch schließlich von ihnen verschlungen wird. Ich habe mir immer vorgestellt, dass der letzte Tag für die Menschheit anbrechen wird, wenn ein riesiger Heizkessel unter dem Druck von drei Milliarden Atmosphären explodieren und die ganze Erde in die Luft sprengen wird.197
Fergusson beschreibt Menschen als Esser, die bei der Produktion von Nahrung einen Kontinent nach dem anderen abgrasen – von Asien über Europa und Amerika nach Afrika.198 Kennedy schildert Maschinen, die Menschen verschlingen (dévorer), und eine Riesenmaschine, die den Globus, respektive den Ballon, in die Luft sprengt (faire sauter qc – etwas in die Luft sprengen, sauter – springen). Die Geste der Aneignung vollzieht sich in Cinq Semaines en Ballon in Form einer eigenwilligen Einschließung, nämlich in einer Nahrungskette von Mensch, Maschine und Papier, die in Techniken des Verschlingens und Springens operiert. Anders gesagt: Die Handlungsebene, in welcher der Ballon Victoria am Ende nur noch über den Boden hüpft und von einem Fluss verschluckt wird, spiegelt sich in dem Genre des Romans, der Fiktionen, Fakten und Fingiertes in einem Bildungsauftrag vermischt, und findet sich schließlich im Medium Buch wieder, welches von Leser*innen wie Roland Barthes schnell übersprungen oder langsam verdaut wird und welches sich im Fall von Vernes Roman Cinq Semaines en Ballon in Referenz auf all das beschriebene Papier, aus dem es erschaffen wurde, im Springen von Referenz zu Referenz gewissermaßen selbst verschlingt. Les Mondes connus et inconnus, wie Vernes Reihe der Voyages extraordinaires betitelt ist, beginnen mit einem Roman, in dem die Räume der Reise – das Verhältnis von Reisenden, Reiseräumen und durchreisten Räumen einerseits und das Verhältnis von fiktiven, faktualen und fingierten Materialien über diese Räume andererseits – durch das gewählte Reisevehikel strukturiert werden.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 3.
Wenn die Protagonisten afrikanischen Boden betreten, erreicht Vernes Narration ihr wohl heikelstes Terrain: die rassistischen Stereotype.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 50.
Vgl. ebd., S. 51–52.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 16.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875) S. 21. Ü.d.V.: »[…] und die Karte Afrikas entrollt sich unter meinen Augen in dem großen Weltatlas!«.
Verne wählt für den Ballon den Namen der zur Zeit des Verfassens seines Romans amtierenden englischen Königin. Gleichzeitig spielt der Name auf den Lake Victoria an. In der Annahme, die mögliche Quelle des Nils entdeckt zu haben, benannte John Speke bei seiner ersten Expedition zur Lokalisierung der Nilquellen im Auftrag der Britischen Königlichen Geographischen Gesellschaft 1858 den großen See nach Queen Victoria.
Martin, The Mask of the Prophet, 1990, S. 153.
Vgl. ebd., S. 153.
Vgl. ebd., S. 160.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 12.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 17.
Ebd., S. 20.
Dehs, Jules Verne, 2005, S. 259.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 37.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 31.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 38.
Rozier findet in den Luftfahrthistoriografien deshalb nicht nur als erster menschlicher Passagier Erwähnung (1783 in einer Montgolfière), sondern auch als das erste Todesopfer der Luftfahrt.
Verne erwähnt de Meusnier in Kapitel zehn zwar kurz im Fließtext, das Bild ist allerdings die dominantere Referenz.
Vgl. Martin, The Mask of the Prophet, 1990, S. 5–7.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 49.
Ebd., S. 102, und Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 94.
Vgl. Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 116. Im französischen Original heißt es »si le vent nous favorise une heure encore« (Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 107).
Vgl. Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 84.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 66.
Ebd., S. 92.
Ebd., S. 113.
Ebd., S. 115.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 125.
Vgl. ebd., S. 130.
Vgl. ebd., S. 131–145.
Ebd., S. 168.
Vgl. Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 174–175.
Vgl. Glaisher, Aërial Travels of J. Glaisher, 1871 (1868). Zu Glaishers Höhenfahrten 1862–66 siehe das Kapitel Höhenohnmacht des vorliegenden Buches. Verne verweist auch an weiteren Textstellen explizit auf Fahrten der sogenannten wissenschaftlichen Ballonfahrt. Dazu gehören die Höhenfahrten von Brioschi und Joseph Gay-Lussac (Frankreich, 1804) sowie die von Jacques Bixio and Jean Barral (Frankreich, 1850), von denen Fergusson in Kapitel 13 berichtet.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 34.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 39.
Das siebte Kapitel, dem das Zitat entnommen ist, gleicht trotzdem stilistisch Berichten von Ballonfahrten zu wissenschaftlichen Zwecken. Vernes Reisebericht ist hier auch ein wenig Forschungsbericht. So findet sich beispielsweise eine Liste mit Angaben zum kalkulierten Gewicht von Personen und Dingen an Bord. Die Ermittlung des Gewichts ist vor jeder Ballonfahrt erforderlich, um die Füllmenge und damit Auftriebskraft des Ballons zu bestimmen. An Bord der Victoria befinden sich – neben den Instrumenten – drei Anker, zwei Strickleitern, ein Zelt, Decken, Gewehre, Kugeln, Pulver sowie Tee, Kaffee, Hartbrot, gesalzenes und gedörrtes Fleisch, Branntwein und Trinkwasser.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 43.
Vgl. Stockhammer, Der Globus und das Klobige, 2013, S. 133.
Vgl. Struck, Meer/Luft/Wüste, 2015, S. 447.
Vgl. ebd., S. 447.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 68.
Ebd., S. 157.
Ebd., S. 50.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 252.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 272.
Ebd., S. 265.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1976 (1875), S. 254.
Ebd., S. 254.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 277.
Martin, The Mask of the Prophet, 1990, S. 167.
Ebd., S. 167.
Vgl. ebd., S. 167.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 112.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 121.
Vgl. ebd., S. 187.
Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 16. Der Gothaer Kartograf August Petermann ist außerdem derjenige, der die Reise organisiert hat, die Fergusson fortsetzen und überbieten möchte, die Reise Heinrich Barths, des Deutschen in englischen Diensten. Zu Petermanns Karte in Cinq Semaines en Ballon vgl. Struck, Meer/Luft/Wüste, 2015, S. 447.
Vgl. Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 63.
Ebd., S. 15.
Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 21–22.
Vgl. Barthes, Die Lust am Text, 1974 (1973), S. 18–20.
Anslik/Ferretti, Vom Schweben des Ballons, 2013, S. 67.
Dünne, Die kartographische Imagination, 2011, S. 17.
Anslik/Ferretti, Vom Schweben des Ballons, S. 67.
Das Motiv des Verschlingens kommt im Roman immer wieder vor. So auch in Kapitel 27, als Fergusson eine Anekdote über den Afrikareisenden James Bruce erzählt. Als diesem ein Schotte nicht geglaubt habe, dass die Ureinwohner Afrikas rohes Fleisch äßen, habe er gesagt, dieser solle ein gesalzenes und gepfeffertes rohes Beefsteak verzehren oder er würde wegen Beleidigung gefordert werden. Der Schotte aß das Steak. Joe kommentiert diese Anekdote: »Wenn uns nach unserer Rückkehr nach England auch niemand glauben sollte […]. Er müßte vor meinen Augen die ›Victoria‹ stückweise aufessen, ohne Pfeffer und Salz« (Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 180).
Vgl. ebd., S. 49.
Vgl. Dehs, Jules Verne, 2005, S. 221.
Vgl. Verne, Ein Drama in den Lüften, 1977 (1851), S. 95–128.
Vgl. Dehs, Jules Verne, S. 159.
Verne, Robur der Eroberer, 1970 (1886), S. 27. Zu einer näheren Untersuchung der Robur-Romane vgl. Martin, The Mask of the Prophet, 1990.
Vgl. Verne, Der Herr der Welt, 1991 (1904), S. 180.
Vgl. Barthes, Nautilus oder Trunkenes Schiff, 1964 (1957), S. 41–42.
Ebd., S. 41.
Ebd., S. 39.
Vgl. ebd., S. 39.
Vgl. ebd., S. 39–41.
Vgl. Verne, Fünf Wochen im Ballon, 1976 (1875), S. 95, und Verne, Cinq semaines en ballon, 1867 (1863), S. 87–88.
Ebd., S. 88.
Ebd., S. 95f.
Ebd., S. 87.