Das westfälische Dorf Wewelsburg bei Paderborn war zwischen 1934 und 1945 direkt vom ideologischen und verbrecherischen Terror der SS betroffen. Das seit 1934 durch die SS gepachtete Renaissance-Schloss wurde dabei umgebaut und sollte schlieÃlich zu einem Ort der Selbstvergewisserung, zu einem Treffpunkt der SS-Führer umgestaltet werden. Die Pläne Heinrich Himmlers und seiner Architekten griffen Ende der 1930er Jahre und insbesondere seit Kriegsbeginn immer weiter um sich. In den letzten, nicht umgesetzten Planungen des Jahres 1944 sollten gar das Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner komplett verschwinden und umgesiedelt werden. Für die Bauarbeiten wurden zunächst Männer des Freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD), später des Reichsarbeitsdienstes (RAD) eingesetzt. Im Mai 1939 kamen die ersten Häftlinge als AuÃenkommando des KZ Sachsenhausen nach Wewelsburg und wurden zunächst in einem provisorischen Zeltlager unterhalb der Wewelsburg und später im sogenannten âKleinen Lagerâ am Kuhkampsberg untergebracht. Im Sommer 1940 begannen die Gefangenen das neue und wesentlich gröÃere Schutzhaftlager am Ortsrand von Wewelsburg, in der Flur Niederhagen, aufzubauen. Ab dem 1. September 1941 wurde das AuÃenlager zum selbstständigen Hauptlager KZ Niederhagen/Wewelsburg erklärt und weiter ausgebaut. Es entstanden weitere Unterkunftsbaracken, sowie ein Industriehof neben dem Häftlingslager mit Werkstätten und Garagen. Auf der gegenüberliegenden StraÃenseite wurde ein Lager zur Unterbringung der SS-Wachmannschaften und ein Bauhof errichtet. Am 30. April 1943 wurde das KZ Niederhagen offiziell aufgelöst. Zurück blieb ein sogenanntes âRestkommandoâ, das zunächst aus 49, zuletzt aus 42 Häftlingen bestand. Am 2. April 1945 wurden diese von US-amerikanischen Soldaten befreit. Insgesamt hatten bis dahin 3.900 Männer das Lager durchlaufen, mindestens 1.285 von ihnen starben.1
Dieser Lagerkomplex blieb nach der Auflösung des KZ Niederhagen und bis über das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hinaus zum gröÃten Teil erhalten und wurde unterschiedlichen Nachnutzungen unterworfen. Zunächst entstand ab Oktober 1943 in einem Teil des ehemaligen SS-Lagers ein Umsiedlungslager des SS-Hauptamts âVolksdeutsche Mittelstelleâ. Ab Oktober 1944 bis zum Einmarsch der US-Truppen im April 1945 war es im ehemaligen Häftlingslager untergebracht. Im Ausland lebende Menschen mit deutschen Wurzeln wurden von den Nationalsozialisten als âVolksdeutscheâ bezeichnet und politisch vereinnahmt, obwohl diese eine andere Staatsangehörigkeit hatten. Diese sollten entweder in den bisherigen Siedlungsgebieten bleiben oder auch gegen ihren Willen als âUmsiedlerâ in eroberten Gebieten im Osten Europas neu angesiedelt werden. Andere betroffene Menschen waren für die âEindeutschungâ im Deutschen Reich vorgesehen und wurden dort zu diesem Zweck zunächst in Lagern untergebracht.2 In der ersten Phase bis Oktober 1944 sollen etwa 1.200 bis 2.000 Menschen das Umsiedlungslager Wewelsburg passiert haben. Am 2. Mai 1945 musste das Lager Wewelsburg auf Befehl der Alliierten geräumt werden, wobei etwa 800 Umsiedlerinnen und Umsiedler auf zunächst gröÃere und später kleine Orte des Kreises Büren verteilt wurden. Der Räumungsbefehl betraf auch 500 Evakuierte aus dem Ruhrgebiet, die sich im Umsiedlungslager befanden.3
Ab Mitte Januar 1944 wurde in den fünf leerstehenden Baracken auf der westlichen Seite des ehemaligen SS-Lagers ein Wehrertüchtigungslager der Reichsjugendführung eingerichtet. Männliche Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren sollten dort in dreiwöchigen vormilitärischen Ausbildungen auf den Kriegsdienst vorbereitet werden. Das Ausbildungskommando bestand aus zwölf Soldaten der Waffen-SS und wurde unterstützt von einigen Wehrmachtssoldaten und Zivilangestellten. Im Wehrertüchtigungslager Wewelsburg fanden ungefähr 14 bis 15 Durchgänge mit jeweils ungefähr 100 Jugendlichen statt. Vom letzten Durchgang wurden die meisten Jugendlichen noch vor dem Eintreffen der US-Armee nach Hause entlassen. Eine kleinere Gruppe geriet in Kriegsgefangenschaft und einige Jugendliche kamen bei Kampfhandlungen ums Leben.4
Nach der Ankunft der Alliierten in Wewelsburg wurde das Lager im Mai 1945 zu einem Displaced Persons (DP)-Lager umfunktioniert. Als DPs wurden u. a. ehemalige Zwangsarbeitende, befreite KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene bezeichnet, die vor ihrer Repatriierung in ihre Heimatländer in Lagern zusammengefasst wurden. Im DP-Lager Wewelsburg lebten im Mai 1945 vorübergehend über 2.100 Menschen, davon 1.500 aus Polen, 240 aus der Sowjetunion und 60 aus Serbien. Es handelte sich dabei vor allem um befreite Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mit ihren Kindern. Auch 300 Umsiedlerinnen und Umsiedler aus Slowenien hielten sich zu dieser Zeit noch in den Baracken des aufgelösten Umsiedlungslagers auf. In den nächsten Monaten gab es eine ständige Bewegung von Menschen, die zurück in die Heimat gingen oder auch auswanderten. Das Zusammenleben der Dorfbevölkerung mit den DPs war in der ersten Zeit von Spannungen geprägt, zu denen kriminelle Handlungen, wie etwa Diebstähle beitrugen.5
Nachdem am 2. August 1945 auf der Potsdamer Konferenz von den alliierten Siegermächten die âordnungsgemäÃe und humaneâ Aussiedlung der noch in OstpreuÃen, Schlesien und Pommern verbliebenen deutschen Bevölkerung in die vier Besatzungszonen beschlossen worden war, wurden mehrere Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Da nur in den ländlichen Gebieten des besetzten Deutschlands nennenswerte Unterkunfts- und Versorgungsmöglichkeiten bestanden, erfolgte die Verteilung der Geflüchteten (geflohen bis Kriegsende) und Vertriebenen (vertrieben nach Kriegsende) zunächst auf diese Gebiete. Von der zuständigen britischen Militärregierung in Minden erging im April 1947 der Freigabebeschluss des Barackenlagers Wewelsburg für die Unterbringung von Geflüchteten und Vertriebenen. In den Wohnbaracken lebten Mitte der 1950er Jahre ungefähr 250 Menschen. Im Sommer 1956 erreichte die Zahl der im Lager untergebrachten Personen mit 316 ihren Höhepunkt.6
Viele der in diesem Zuge nach Wewelsburg gekommenen Menschen blieben allein oder mit ihren Familien eine gewisse Zeit hier, einige heirateten Männer oder Frauen aus dem Lager oder aus dem Dorf und bauten sich in Wewelsburg eine Existenz auf. Lange Zeit jedoch blieb das Verhältnis zwischen Alteingesessenen und neu Hinzugekommenen distanziert und teils ablehnend und angespannt. Viele der Geflüchteten und Vertriebenen sehnten sich danach, wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können und sahen Wewelsburg nur als Zwischenstation an. Ein groÃer Teil der Einheimischen empfand die Geflüchteten und Vertriebenen âim Lagerâ als Last und schaute auf sie herab. Dies zeigt sich in Studien7 und zahlreichen Interviews, die Mitarbeitende des Kreismuseums Wewelsburg in den vergangenen Jahrzehnten führten.8
All jene Menschen, die als Häftlinge des Konzentrationslagers, als Umsiedlerinnen und Umsiedler, als Insassen des Wehrertüchtigungslagers, als ehemalige Zwangsarbeitende im DP-Lager oder als Geflüchtete und Vertriebene nach Wewelsburg kamen, eint die Unfreiwilligkeit ihrer Ankunft in diesem Ort. Sie alle kamen gezwungenermaÃen hierher und ihr Kommen war eine direkte oder indirekte Folge nationalsozialistischen Terrors. Sie alle waren Opfer von Zwangsmigration, die ihr Leben nachhaltig prägte.9 Dies wird sich in den einzelnen Biografien des Bandes immer wieder deutlich zeigen.
Dieser Band vereint biografische Darstellungen von Personen, die während und nach der NS-Herrschaft aus verschiedenen Gründen unfreiwillig nach Wewelsburg kamen und für längere oder kürzere Zeit im Ort blieben. Das Kreismuseum Wewelsburg weitet damit erstmalig den wissenschaftlichen Blick auf die unterschiedlichen Arten der Zwangsmigration, die sich für Wewelsburg belegen lassen und die unmittelbare Auswirkungen auf die betroffenen Menschen hatten. Es zeigt sich, dass der kleine Ort Wewelsburg in dieser Zeit zu einem Schauplatz europäischer Geschichte wurde, an dem sich die Folgen des NS-Terrors und der NS-Verfolgung konzentrierten und für lange Zeit sichtbar blieben.
Wir haben uns bewusst dazu entschieden, den Fokus auf die der Zwangsmigration unterworfenen Menschen zu richten.10 Durch die geschilderten Biografien öffnen sich immer wieder auch Ausblicke auf die Gesamtsituation in Wewelsburg und auf die Auswirkungen, die sich für Einwohnende und zwangsweise dorthin Gekommene ergaben. So zeigt die Biografie von Kandita Wook, die als Schwarzmeer-Deutsche 1945 nach Wewelsburg geflüchtet war und dort den Wewelsburger Ignatz Lüttig heiratete, beispielhaft die mehrfach belegten Verbindungen zwischen Wewelsburgern und Neuankömmlingen. Es bieten sich somit auch Ausblicke auf Wege der Integration, die wir in diesem Band zwar nicht untersuchen, die aber in einigen Biografien anklingen (siehe die Beiträge zu Kandita Wook, Mathilde Uhrich, Hans-Joachim Klinkert und Familie Trauboth).11
Bei der Erarbeitung der Biografien fiel immer wieder auch die Heterogenität des Quellenmaterials auf. Es mussten verschiedene Quellengattungen mit unterschiedlichem Gehalt herangezogen werden. Trotz vielfacher Quellenverluste sind die Lebenswege der hier vorgestellten KZ-Häftlinge zumindest in Teilen auf der Grundlage von Dokumenten der nationalsozialistischen Verfolgungsbehörden und der nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführten strafrechtlichen Ermittlungen oder Wiedergutmachungsverfahren zu dokumentieren (siehe die Beiträge zu Walter Deicke, Nelson Lee, Valentin Perov und Herbert Schmidt). Die meisten der Biografien der Umsiedlerinnen und Umsiedler, der DP-Lager-Insassen sowie der Geflüchteten und Vertriebenen basieren dagegen auf Erinnerungen und Berichten der Betroffenen selbst oder deren Familien und Nachfahren (siehe die Beiträge zu Dieter Beckmann, Marijan Kerzan, Familie Trauboth, Janina Kopciara, Henryk Maciag, Alfred Eiden, Willi Schleicher und Kandita Wook). Diese liegen meist in Form von Interviews oder schriftlichen Berichten vor, bieten also weitgehend subjektive und meist auf das eigene Erleben fokussierte Sichtweisen, die in den meisten Fällen nur durch wenige Sekundärquellen, etwa Akten, flankiert werden. Die Erzählungen der betroffenen Personen waren zunächst beschränkt auf die familiäre Erinnerung, bevor sie dann über Interviews oder Zeitzeugenberichte den Weg in das institutionelle Gedächtnis von Gedenkstätten und Museen fanden. Dies stellt Historikerinnen und Historiker vor gewisse Herausforderungen: Es gilt, die Narrative zu prüfen, auf ihren Quellenwert abzuklopfen und das Gesagte einzuordnen, also einer Quellenkritik zu unterziehen, sowie aus ihnen auch subjektive Empfindungen und Wahrnehmungen herauszulesen. Diese sind wichtig, um die persönlichen und emotionalen Ebenen der Erinnerung zu dokumentieren. Darunter fällt etwa die Frage, wie ein Mensch einschneidende Ereignisse erlebt und wie er diese in seine Lebenserzählung eingebettet und legitimiert bzw. mit einem Sinn versehen hat.12 Dies bietet aber, gerade im Gedenkstättenkontext, eine Perspektive auf das persönliche Erleben und auf individuelle Erfahrungen, die weniger abstrakt ist, als etwa die Strukturgeschichte eines Konzentrationslagers. Durch subjektive, natürlich quellenkritisch zu prüfende Berichte können die Auswirkungen institutioneller Gewalt und individuelle Wege des Umgangs damit nachvollziehbar werden.
Es ergeben sich in den nachfolgenden Lebensgeschichten Mosaike mit höchst individuellen Mustern. Die hinter diesen Geschichten stehenden Menschen lassen sich nicht in Schubladen einordnen. Ihre âGruppenzugehörigkeitenâ verschränken sich, so beispielsweise in den Biografien von Marijan Kerzan, dessen Mutter als slowenische Insassin des Umsiedlungslagers nach der Befreiung Kurt Hüter, einen der Häftlinge des sogenannten Restkommandos heiratete (siehe den Beitrag zu Marijan Kerzan). Mathilde Uhrich, die als Umsiedlerin aus Bosnien in das Umsiedlungslager nach Wewelsburg gekommen war, heiratete den ehemaligen Häftling des Restkommandos Max Hollweg. Beide lebten nach ihrer Hochzeit noch längere Zeit in Wewelsburg (siehe den Beitrag zu Mathilde Uhrich). Kandita Wook, deren Familie als Angehörige der schwarzmeerdeutschen Volksgruppe als Geflüchtete in das Wewelsburger Lager kam, heiratete 1952 den Wewelsburger Ignatz Lüttig (siehe den Beitrag zu Kandita Wook). Ãhnlich war es bei der Mutter von Hans-Joachim Klinkert, die aus der Gegend um Breslau nach Wewelsburg geflüchtet war und dort den Wewelsburger Landwirt Josef Berkemeyer heiratete. Hans-Joachim Klinkert wuchs so in Wewelsburg auf (siehe den Beitrag zu Hans-Joachim Klinkert).
Die Biografien in diesem Sammelband sind ein weiterführender Beitrag zu den zeithistorischen Forschungen zum Ort Wewelsburg und ergänzen die Dauerausstellung zur Zwangsmigration im 2024 eröffneten âGeDenkOrtâ im Seitenflügel der ehemaligen Häftlingsküche des Konzentrationslagers Niederhagen.13
Unser Dank gilt den Autorinnen und Autoren der vorliegenden Beiträge, die die biografischen Einzelheiten in teilweise akribischer Aktenrecherche zusammengetragen haben und die Interviews mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder ihren Angehörigen geführt haben. Vor allem aber danken wir den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie deren Angehörigen selbst, die sich uns geöffnet haben und bereit waren, uns ihre Erlebnisse mitzuteilen oder die Geschichte ihrer Eltern und ihrer Familie zu erzählen. Ohne dieses Vertrauen in unsere Arbeit wäre dieser Sammelband nicht möglich gewesen. Zahlreiche Privatpersonen, Gedenkstätten und Archive unterstützten unsere Recherchen darüber hinaus. Ihre wertvollen Informationen bereichern die Beiträge, die ohne die kollegiale Zusammenarbeit nicht möglich gewesen wären.14 Auch unsere Kolleginnen und Kollegen im Kreismuseum gaben wertvolle Hinweise auf manche Einzelschicksale und unterstützten unsere Forschungen durch aufmunternde und zielführende Gespräche. Besonderer Dank gebührt dabei Markus Moors, Reinhard Fromme, Mareike Antepoth und Dina Peppmöller. Vor allem danken wir Jörg Piron herzlich für seine erneut geduldige, kompetente und unermüdliche Redaktionsarbeit für diesen Band.
Unser Dank gilt auch dem Kreis Paderborn, vertreten durch den Landrat Christoph Rüther, für seine finanzielle Unterstützung der Erarbeitung und Veröffentlichung dieses Sammelbandes. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. SchlieÃlich danken wir unserem Lektor Dr. Diethard Sawicki vom Brill Schöningh Verlag für sein unerschütterliches Vertrauen in unsere Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten. Und wir freuen uns, dass dieses vertrauensvolle Verhältnis mit Frau Dr. Dorothee Wunsch als Nachfolgerin fortgesetzt werden kann.
Vgl. allgemein zu den Plänen der SS in Wewelsburg und dem dortigen Konzentrationslager, jeweils mit weiterführender Literatur: Kirsten John(-Stucke): âMein Vater wird gesucht â¦â Häftlinge des Konzentrationslagers Niederhagen (= Historische Schriften des Kreismuseums Wewelsburg, Bd. 2), 4. Aufl., Essen 2003; Jan-Erik Schulte (Hg.): Die SS, Himmler und die Wewelsburg (= Schriftenreihe des Kreismuseums Wewelsburg, Bd. 7), Paderborn u. a. 2009; Wulff E. Brebeck, Frank Huismann, Kirsten John-Stucke, Jörg Piron (Hg.): Endzeitkämpfer. Ideologie und Terror der SS (= Schriftenreihe des Kreismuseums Wewelsburg, Bd. 8), München 2011; Kirsten John-Stucke (Hg.): Wewelsburg und das KZ Niederhagen. Gelände, Nachnutzung und Gedenken (= Schriftenreihe des Kreismuseums Wewelsburg, Bd. 13), Paderborn 2023.
Vgl. Markus Leniger: Um-Siedlungen â Anspruch und Scheitern der SS-Siedlungspolitik, in: Jan-Erik Schulte (Hg.): Die SS, Himmler und die Wewelsburg, S. 273â295.
Vgl. Norbert Ellermann: Erfahrungen im Umsiedlungslager der Volksdeutschen Mittelstelle in Wewelsburg von 1943 bis 1945, in: Jan-Erik Schulte (Hg.): Die SS, Himmler und die Wewelsburg, S. 296â313.
Norbert Ellermann: Zur Erforschung der Geschichte des früheren Konzentrationslagers Niederhagen von 1943â1946, in: Juliane Kerzel (Hg.): Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur in Ostwestfalen-Lippe â ein abschlieÃender Projektbericht für die Planungswerkstatt Erinnerungskultur: Geschichte in Ostwestfalen-Lippe 1933â1945. Wege der Erinnerung, Paderborn 2002, S. 263â275, hier: 268â272.
Norbert Ellermann: Die Nachnutzungen des ehemaligen Konzentrationslagers Niederhagen in Wewelsburg von 1943 bis 1967, in: Zwischenräume. Displaced Persons, Internierte und Flüchtlinge in ehemaligen Konzentrationslagern (= Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, Heft 12), Bremen 2010, S. 108â124.
Vgl. Andreas Lüttig: Fremde im Dorf. Flüchtlingsintegration im westfälischen Wewelsburg 1945â1958 (= Historische Schriften des Kreismuseums Wewelsburg, Bd. 1), Essen 1993.
Lüttig: Fremde im Dorf; Förderverein Kreismuseum Wewelsburg e. V. (Hg.): Kindheit in der Nachkriegszeit in Wewelsburg, Büren 2012.
U. a. Interviews zu dem Projekt: Kindheit in der Nachkriegszeit, 2012.
Zur Definition vgl. Krzysztof Ruchniewicz: Zwangsmigration, in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2015, ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32750, abgerufen am 14.9.2021.
Biografien von SS-Tätern oder Personen, die in Wewelsburg Dienst taten, wie etwa belgische oder britische Armeeangehörige, bleiben hier unberücksichtigt. Zur neueren SS-Täterforschung in Wewelsburg vgl. Christopher Horstmann: Die SS-Wachmannschaften des KZ Niederhagen in Wewelsburg, in: John-Stucke (Hg.): Wewelsburg und das KZ Niederhagen, S. 14â29; Jakob SaÃ: Gewalt, Gier und Gnade. Der KZ-Kommandant Adolf Haas und sein Weg nach Wewelsburg und Bergen-Belsen, Berlin 2019. Zu britischen Armeeangehörigen in Wewelsburg vgl. zuletzt Kerstin Schulte: Das Streben nach âWahrheitâ und Bestrafung. Die britische âJagdâ nach Kriegsverbrechern und die deutschen Spruchgerichte, in: John-Stucke (Hg.): Wewelsburg und das KZ Niederhagen, S. 81â97.
Eine Darstellung des Zusammenlebens von Wewelsburgern und Geflüchteten und Vertriebenen seit den späten 1940er Jahren bietet Lüttig: Fremde im Dorf. Eine museale Umsetzung integrationsfördernder und -hemmender Faktoren ist in einer künftigen Sonderausstellung des Kreismuseums geplant.
Vgl. dazu etwa: Alexander von Plato: Zeitzeugen und die historische Zunft. Erinnerung, kommunikative Tradierung und kollektives Gedächtnis in der qualitativen Geschichtswissenschaft â ein Problemaufriss, in: BIOS 32 (2019), Heft 1/2, S. 259â283, hier: 278â281 [zuerst in BIOS 13 (2000), Heft 1, S. 5â28]; Harald Welzer: Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung, München 2008.
Vgl. https://www.wewelsburg.de/de/gedenkstaette-1933-1945/GeDenkOrt/GeDenkOrt.php, abgerufen am 8.2.2025; Kreismuseum Wewelsburg (Hg.): GeDenkOrt. Eine Abteilung der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933â1945, 2. Aufl., Büren 2025.
Vgl. dazu in den jeweiligen Beiträgen die Dankesworte an Archive, Forschende und Privatpersonen.