Materielle Übersetzung. Eine interdisziplinäre Studie am Beispiel literarischer Foto-Texte

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Eine literarische Übersetzung leistet mehr als einen rein sprachlichen Transfer: Auch die materielle Gestaltung eines Buches ist integraler Teil des Übertragungsprozesses. Diese Studie zeigt, wie Veränderungen von Layout, Bild-Text-Relation oder Buchformat im Zuge der Übersetzung den Bedeutungsgehalt verschieben können. Basierend auf Ansätzen aus der Translations- und Buchwissenschaft wird das Konzept der ‚materiellen Übersetzung‘ entwickelt und seine Relevanz für die kritische Auseinandersetzung mit übersetzter Literatur herausgearbeitet. Analysen ausgewählter Foto-Texte werden ergänzt durch qualitative Interviews mit Akteur*innen aus der Verlags- und Übersetzungspraxis sowie durch Archivalien aus dem Nachlass W. G. Sebalds.

Literary translation involves more than just a transfer into another language: A book’s physical design likewise forms an integral part of the translation process. This study explores how changes in layout, image-text relations or book format in the course of translation can shift the meaning of literary works. Based on approaches from translation studies and book history, the concept of ‘material translation’ is developed and its relevance for the critical examination of translated literature elaborated. Analyses of selected photo-texts are supplemented by qualitative interviews with practitioners from the fields of publishing and translation, as well as archival materials from the estate of W. G. Sebald.

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Mette Biil Sørensen is an independent scholar and teacher whose work moves between comparative literature, German philology and translation studies. Educated at Aarhus University and Freie Universität Berlin’s Friedrich Schlegel Graduate School, her publications include the essay "Material Translation" (2022).

Mette Biil Sørensen bewegt sich als Wissenschaftlerin und Dozentin im Spannungsfeld zwischen Komparatistik, Germanistik und Translationswissenschaft. Sie studierte an der Universität Aarhus sowie an der Freien Universität Berlin (Friedrich Schlegel Graduiertenschule). Zu ihren Veröffentlichungen zählt der Aufsatz „Material Translation“ (2022).
Dank
Abbildungen und Tabellen

1 Einleitung
 1.1 Zentrale Fragestellung und Gliederung der Studie
 1.2 Textauswahl: Foto-Texte in Original und Übersetzung
 1.3 Interdisziplinäre Forschungsgrundlage
 1.4 Methoden: Close Reading und Leitfaden-Interviews

Teil 1 Theoretische Voraussetzungen und Begriffe

2 Literarische Foto-Texte
 2.1 Zu den Begriffen ‚Intermedialität‘ und ‚Multimodalität‘
 2.2 Foto-Text als Gattung
 2.3 Layout und Interaktion von Foto und Text
 2.4 Rolle der Rezipient*innen

3 Zum Begriff ‚materielle Übersetzung‘
 3.1 Materialität des literarischen Werks
 3.2 Impulse aus dem Feld Buchwissenschaft
 3.3 Zur ‚mit-schreibenden Funktion‘ der Materialität
 3.4 Das Treuekriterium und die Poet’s Version
 3.5 Übersetzung jenseits der Linguistic Codes
 3.6 Translationswissenschaft und Multimodalität
 3.7 Paratext und ‚Paratranslation‘
 3.8 Zur Übersetzung von Foto-Texten
 Zwischenfazit I: Erkenntnispotenzial des Einbezugs von literarischer Materialität für die Translationswissenschaft

Teil 2 Materielle Übersetzung als Analyseperspektive auf literarische Foto-Texte
 4 Bedeutungsverschiebungen in Format, Layout und Satzspiegel: W. G. Sebalds Die Ringe des Saturn und Austerlitz
 
4.1 Verwendete Ausgaben
 4.2 Bildformate und Motiv-Ausschnitte
 4.3 Die ‚Interferenz‘ von Text- und Bildebene
 4.4 ‚Pseudo-Bildtexte‘
 4.5 Doppelseitige Fotografien
 4.6 Wahlverwandtschaften, Familienähnlichkeiten und visuelle Korrespondenzen
 4.7 Spiel mit Fiktionalität und Faktualität
 5 Foto-Text-Beziehungen und Strategien zur Inszenierung von Faktualität: Jonathan Safran Foers Extremely Loud & Incredibly Close
 
5.1 Realitätsverweise: imitierte Visitenkarten, Karteikarten und Schreibblöcke
 5.2 Palimpsest in den Notizbüchern des Großvaters
 5.3 Hände als wiederkehrendes Motiv in Text, Bild und Umschlaggestaltung
 5.4 Hände als definierendes Charakteristikum des Großvaters
 5.5 Analytischer Gewinn durch den Fokus auf die materielle Übersetzung
 Zwischenfazit II: Die Bedeutung von Materialität bei Übersetzungsverfahren literarischer Foto-Texte

Teil 3 Materielle Übersetzung in der Praxis

6 Praxisbezüge und Leitfadeninterviews
 6.1 Gestaltung der Interviews und Auswahl der Expert*innen
 6.2 Kurzporträts der berücksichtigten Publikationsorte
 6.3 Technische Bedingungen der Übersetzungsprozesse von Foto und Text
 6.4 Übersetzer*innenverträge und Verlagsrechte
 6.5 Kommunikationskreislauf der Übersetzung
 6.6 Austausch zwischen den beteiligten Akteur*innen
 7 Sebalds Austerlitz als Case Study
 
7.1 Erstpublikation der deutschen Ausgabe
 7.2 Die Umschlaggestaltung
 7.3 Übersetzung der ‚Pseudo-Bildtexte‘
 Zwischenfazit III: Verleger*innen als Hüter*innen der materiellen Übersetzung(en)

8 Schlussbetrachtung und Ausblick
 8.1 Autor- vs. Textintention
 8.2 Materielle Übersetzung jenseits von Foto-Texten
 8.3 Materielle Übersetzung als Teil der New Bookishness und als Gegenpol zur maschinellen Übersetzung
Literaturverzeichnis
Register
The book is highly relevant to scholars and students in the fields of languages, literature and translation studies, as well as to translators and practitioners in the publishing industry.

Das Buch ist sowohl für Wissenschaftler*innen und Studierende der Sprach-, Literatur- und Translationswissenschaften von hoher Relevanz, als auch für Übersetzer*innen und Fachleute aus der Verlagsbranche.
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