Was geschieht, wenn wir eine Sache im Rahmen einer strukturierten Praxis immer wieder tun? Was ereignet sich, wenn wir üben? Wie kann die im Anschluss an Foucault oft formulierte Hoffnung auf kritische Selbstkultivierung fundiert werden? Ãben befähigt und gewöhnt, es automatisiert und diszipliniert â es subjektiviert. Zugleich vollziehen sich in jeder Ãbungspraxis Momente, die nicht unmittelbar von Regelwerk und Rahmen kontrolliert werden können. Ausgehend von der Ãbungspraxis der Rhetorik im antiken Rom und insbesondere Quintilians âInstitutio oratoriaâ widmet sich diese Studie den vielfältigen Effekten des Ãbens. Dabei wird die Rolle des rhetorischen Ãbens innerhalb des Dispositivs der antiken Rhetorik Roms beleuchtet. Zudem wird in systematischer Absicht ein praxistheoretisch informierter, phänomenologischer Nachvollzug angestellt, der die Rolle der Aisthetis, von Gewohnheit und Aufmerksamkeit, Situation und Affekt im rhetorischen Ãben herausarbeitet.
Copyright Year:
2025
Looking at rhetorical practice in ancient Rome, especially Quintilian's "Institutio oratoria", this study focuses on the diverse effects of practice and exercise. The role of rhetorical practice within the dispositif of Roman rhetoric is phenomenologically reconstructed and described by applying concepts from practice theory.
Ruben Pfizenmaier ist Postdoc am DFG-Graduiertenkolleg 2477 âÃsthetische Praxisâ der Universität Hildesheim. Zuvor war er Promotionsstipendiat am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität GieÃen. Er studierte Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaft in Hildesheim, Berlin und Cork und arbeitete für unterschiedliche Verlage sowie in der Unternehmens- und Organisationsberatung.