Selbstverständlichkeit und Problematisierung

Husserls Programm der Phänomenologie

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Selbstverständlichkeiten in Verständlichkeiten überführen – dies ist das Credo der Phänomenologie Husserls. Ein zentrales Anliegen des phänomenologischen Programms ist es, die „vermeintlichen Selbstverständlichkeiten“ des Positivismus aufzudecken und zu klären; zugleich gibt Selbstverständlichkeit Anlass zu inhaltlichen Analysen, denn sie fungiert als Geltungsmodus des alltäglichen Lebensvollzugs, gespiegelt im Sinnbild von Boden und Horizont der Lebenswelt. Die Studie stellt Geltung, Einstellung und Perspektivwechsel als jene begrifflichen Werkzeuge heraus, mit denen Husserl dieses schwer greifbare Phänomen systematisch erschließt und methodisch wie inhaltlich in die Spannungsfelder von Theorie und Praxis, Doxa und Episteme, Lebenswelt und Wissenschaft einbettet. Darüber hinaus ergänzt sie mit dem psychopathologischen Ansatz Wolfgang Blankenburgs, was die Beschreibungsmacht der Phänomenologie an ihre Grenzen bringt: die Erfahrung der Selbstverständlichkeit im Lebensvollzug.
Transforming self-evidence into evidence is the credo of Husserl's phenomenology. The study identifies the conceptual tools which help Husserl unlock the complex phenomenon of self-evidence between theory and practice, doxa and episteme, lifeworld and science, and completes his approach with Wolfgang Blankenburg's psychopathological contribution to the experience of self-evidence in everyday life.

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Martina Philippi promovierte an der Universität Leipzig und ist derzeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie I der Ruhr-Universität Bochum tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Phänomenologie, Technikphilosophie und Technikethik.
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