Facetten der biblischen Urgeschichte in Genesis 1â9
In: Religiöses Wissen im vormodernen EuropaSearch for other papers by Ruth Scoralick in
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Die biblischen Texte in Gen 1â9 verweisen durch ihre nicht auflösbaren inneren Spannungen auf eine Vielstimmigkeit, die noch durch die Existenz mehrerer (in neutestamentlicher und frühchristlicher Zeit sowie nach katholischem Verständnis) verbindlicher Textfassungen verstärkt wird. Nach einem Blick auf den Stand der Bibelforschung in literarhistorischen Fragen zu Gen 1â9 werden Grundcharakteristika der Texte entfaltet. Welterschaffung (Gen 1) und Flut (Gen 6â9) gehören narrativ eng zusammen, die Welt in Gen 1 hat den Charakter eines utopischen Entwurfs, die Erzählung vom Brudermord in Gen 4 ist die eigentliche Sündengeschichte in Gen 1â9. Ein Blick auf die Septuagintafassung von Gen 1â2 zeigt innerbiblisch und wirkungsgeschichtlich höchst bedeutsame Sinnverschiebungen.
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