Eine Theorie der Bedeutung, ja fast eine Theorie der Sprache überhaupt wollte ich in diesem Buch liefern, das gleichzeitig meine Dissertation ist, die ich im Jahr 2023 der Universität Heidelberg vorgelegt habe. Dem Schicksal des Scheiterns, dem sonst ein ambitionierter Anfänger mit so einem hochgesteckten Ziel leicht anheimfällt, bin ich glimpflich entkommen. In welchem Maße bzw. in welchem Sinne es ein Erfolg ist, vermag ich aber nicht zu sagen. Zumindest kam es mir oft in meinen Auseinandersetzungen mit anderen Ansichten so vor, als würde ich ausschließlich für das Offensichtliche argumentieren, was eine undankbare Aufgabe ist, zum einen, weil es müßig zu sein scheint, das Offensichtliche zu zeigen, zum anderen, weil es sich dafür i. d. R. kaum argumentieren lässt, außer durch den öden Hinweis darauf, dass es eben das Offensichtliche ist. Vielleicht ist dies die eigentliche Kunst der Philosophie: dafür zu argumentieren, wofür man im Alltag kein Argument braucht.
Andererseits kann es natürlich auch sein, dass ich mich getäuscht habe, dass also das, was ich in diesem Buch zeigen will, gar nicht so offensichtlich ist. Viele, die ich hier kritisiert habe, können sicherlich ihre Ansichten ebenfalls für offensichtlich gehalten haben. In dem Fall sind sie wohl auch ihren Intuitionen gefolgt, so wie ich meinen. Manchmal erscheinen mir deren Intuitionen durchaus nachvollziehbar. Vielleicht ist dies der eigentliche Anlass der Philosophie – die Uneinigkeit unserer Intuitionen.
Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es mir in diesem Buch letztlich nicht um die Theorie geht. Diese ist nur ein Mittel, das dem Ziel des Verstehens dient, welches ja das eigentliche Ziel der Philosophie ist. Man liest schließlich so ein Buch auch nur, um etwas zu verstehen. Stellenweise habe ich sehr wohl den Eindruck vermittelt, dass ich Gefallen daran fand, an kleinen und verkomplizierten theoretischen Details herumzubasteln. Aber auch hier dienen meine Ausführungen dem Ziel des Verstehens, wie penibel oder gar kleinlich sie auf den ersten Blick wirken mögen. Wenn eine Theorie schließlich im Verständnis aufgeht, so wird sie mitsamt allen minutiösen Details wieder unsichtbar, so wie eine Eisskulptur unsichtbar wird, wenn man sie für einen Augenblick ins Wasser taucht. Hoffentlich ist meine Theorie in diesem Buch eine solche, die sich schließlich im Verständnis auflöst. Das scheint mir doch das Beste, was man mit einer philosophischen Theorie erreichen kann.
Ich möchte mich nun an erster Stelle bei meinem Betreuer Anton Koch bedanken, der mich so oft mit herausfordernden Fragen und Einwänden zu besseren Argumenten anregte. Auch danke ich Peter McLaughlin, bei dem ich einige Semester parallel zu diesem Buchprojekt als wissenschaftliche Hilfskraft tätig war, was zum Teil das Buch finanziell unterstützte. Insbesondere gilt mein Dank aber meinen Eltern, die mir ununterbrochene Unterstützung und blindes Vertrauen gewährten.