Der Titel dieses Sammelbandes mag folgende gedankliche und bildliche Assoziationen wecken:
âHandlung â Gestaltung â Bildungâ beschreibt in einem Dreischritt oder auch Dreiklang zugleich Phasen wie Qualitäten von Prozessen, um die sich pädagogische Reflexion wie auch pädagogisch-praktische Gestaltung von musikbezogenem Lernen zentrieren.
âHandlungâ kennzeichnet eine Tätigkeit, die eine innere (z. B. Vorstellen, Denken) und eine äuÃere Bewegung (z. B. Sprechen, leiblicher Vollzug) zu verbinden sucht, und die Wortkomponente âHandâ wiederum verweist auf eine leibliche Dimension, die beim Musizieren in zentraler Stellung das leiblich-mediale Instrumentarium sichtbar macht. Sie konstituiert in ihrem inneren und äuÃeren Bewegungsvermögen das Hörbare.
âGestaltungâ kann als besonderer Weg oder eine besondere Weise, wie Handlung sich vollziehen kann, verstanden werden. Durch âGestaltungâ am Material, und nicht nur durch diese, sondern im interpersonalen Zusammenwirken und in der gemeinsamen Reflexion des Gestaltens gewinnt der Mensch selbst âGestaltâ.
Diese Form- bzw. Gestaltwerdung als Rückwirkung des Gestalteten und des Gestaltens selbst auf den Menschen wird in der erziehungswissenschaftlichen Terminologie mit dem Wort âBildungâ bezeichnet, insofern dieser Terminus Beides, Prozess wie auch Resultat meint.
Diesen Dreiklang haben wir ausgewählt, weil er für Ortwin Nimczik als Lehrer, dann als Hochschullehrer und dabei verbands- wie bildungspolitisch unermüdlich engagierter Kollege im Fach Musikpädagogik die zentralen Kategorien beinhaltet, um die sein pädagogisches Denken aus unserer Sicht kreist. In Anerkennung und Würdigung seines unerschütterlichen Engagements im weiten Feld musikpädagogischer Tätigkeit ist dieser Band entstanden.
Eine groÃe Zahl der Beiträge spiegelt die Weite und Differenziertheit der Arbeitsfelder wider, denen sich Ortwin Nimczik in seinem ganzen beruflichen Leben gewidmet hat. An musikpädagogischen Themenfeldern sind zu finden: Komposition und Musikpädagogik; Musikpädagogische Implikationen postdigitaler Musikkulturen; Literatur und Musik; (Musik-)Kulturelles Verstehen; Allgemeinpädagogische Bezugspunkte und Kategorien von musikalischer Bildung; Filmmusikdidaktische Fragen; Musiklehrer/innenausbildung an Schulen und Hochschulen; Musikpädagogische Selbstverständnisse im Kontext europäischer Musikhochschulen; Ein Kinder-Lustspiel als historisches Exempel; Begriffliche Grundlagen der Musikpädagogik.
Darüber hinaus sind einzelne Beiträge dadurch gekennzeichnet, dass sie Ortwin Nimczik als Hochschullehrer würdigen und biografische Rückblicke auf gemeinsame Wegstrecken vornehmen. Zum Teil werden diese auch mit fachbezogenen Fragestellungen verbunden. Zwei Beiträge ehren Ortwin Nimczik durch künstlerische Widmungen.
Es handelt sich bei allen Beiträgen um Originalarbeiten, die speziell für diesen Band verfasst wurden. Wir hoffen, dass er Intensität und Richtung des überaus groÃen musikpädagogischen Engagements des zu Ehrenden auf eine gelungene Weise widerspiegelt und dass er selbst und die anderen interessierten Leser und Leserinnen freudvolle und nützliche Instruktionen durch diesen Band erhalten.
Wir möchten allen Beiträgerinnen und Beiträgern an dieser Stelle noch einmal für die gedeihliche und unproblematische Zusammenarbeit danken, Herrn Simon Hillebrand für die zuverlässige und engagierte Betreuung des Satzmanuskriptes, dem Rektorat der Hochschule für Musik Detmold für die Gewährung eines Druckkostenzuschusses und dem Brill-Verlag für die Möglichkeit zur Veröffentlichung des Bandes in der Reihe âDetmolder Hochschulschriftenâ.
Detmold, im Dezember 2021
Markus Brenk Bernd Englbrecht