Die Edition eines späten Beethoven-Skizzenbuchs ist mit verschiedenen Schwierigkeiten verbunden. Zum einen sind die Skizzen oft nicht gut lesbar und deshalb auch nicht leicht zu verstehen. AuÃerdem stöÃt man bei der Zuordnung von Skizzen zu bestimmten Werken immer wieder an Grenzen, zumal nicht jede Skizze auch in einem Werk aufgegangen ist. Im Folgenden sollen die Gründe für diese Schwierigkeiten erläutert und die in der vorliegenden Arbeit gewählten Problemlösungen vorgestellt werden. Damit werden auch die Aufgaben benannt, die eine Edition des Engelmann-Skizzenbuchs erfüllen sollte.
Des Weiteren wird erläutert, warum sich die vorliegende Arbeit auch mit den Verbindungen beschäftigt, die zwischen den Skizzen im Engelmann-Skizzenbuch und solchen in anderen Quellen bestehen, und auf welche Weise Erkenntnisse über die Schreibchronologie innerhalb des Skizzenbuchs gewonnen werden können. AbschlieÃend wird ein Blick in die Zukunft geworfen und aufgezeigt, inwiefern digitale Skizzenbuch-Editionen künftig dabei helfen können, die Forschungsergebnisse einfacher zu vermitteln.
2.1 Entzifferung und Interpretation der Skizzen
Beethoven notierte seine Skizzen nur für sich selbst und schrieb deshalb nur das auf, was er später als Erinnerungsstütze wieder benötigte. Kein fremder Leser musste das Notierte entziffern und verstehen können, weshalb er sich nicht um Vollständigkeit oder um eine saubere Niederschrift bemühte. Aus schreibökonomischen Gründen, d. h um Zeit, Notenpapier und Tinte zu sparen, benutzte er Abkürzungen und lieà Details weg, die er später wieder erschlieÃen konnte.
Für uns ergeben sich Lese- und Verständnisschwierigkeiten, da vieles nicht präzise notiert ist und die Skizzen oftmals scheinbar fehlerhaft und unvollständig sind. Zunächst müssen die Skizzen daher entziffert und ihre musikalische Bedeutung erschlossen werden. Aufgrund der flüchtigen und unscharfen Niederschrift sind Tonhöhen nicht immer exakt notiert: Die Notenköpfe stehen in vielen Fällen eine Sekunde zu hoch oder zu tief, aber auch Abweichungen gröÃeren Umfangs sind möglich. Auch sind Beethovens Skizzen nicht frei von Fehlern, z. B. in Bezug auf den Rhythmus oder Tonhöhen. Häufig überlagern sich zudem mehrere Schreibschichten oder Textteile wurden gestrichen, was die Lesbarkeit weiter erschwert. Da Beethoven die Zeichen weggelassen hat, die er zum Verstehen der Skizzen nicht benötigte, ist der Notentext in Bezug auf Notenschlüssel, Generalvorzeichen, Taktartangaben, Akzidenzien, Hilfslinien, Pausen, rhythmische Elemente, Taktstriche etc. oft unvollständig, was für den heutigen Leser zu Verständnisproblemen führen kann. Ebenfalls problematisch sind sehr kurze und einstimmige Skizzen, die oft nur aus einem Takt oder aus einem Motiv bestehen. Die Ãbertragung solcher Skizzen ist meist schwierig, weil jeglicher musikalischer Kontext fehlt: Unklare Stellen, an denen die Tonhöhen nicht eindeutig lesbar sind, können nicht durch die Kombination mit weiteren Stimmen aufgelöst werden.
Die hier vorgelegte Transkription soll dem Forscher, der sich mit Beethovens Skizzen beschäftigt, eine Lese- und Verständnishilfe bieten und zur Klärung des musikalischen Inhalts der Skizzen beitragen. Deshalb wird angestrebt, in der Ãbertragung einen musikalisch sinnvollen Notentext zu zeigen. Dazu müssen einerseits manche Dinge modernisiert und standardisiert werden (z. B. Regulierung des Notenuntersatzes). Andererseits werden Textelemente ergänzt, die zum Verstehen einer Skizze notwendig, aber im Original nicht vorhanden sind. Als diakritische Zeichen für Ergänzungen werden in den Transkriptionen der vollständigen Skizzenbuch-Seiten â vereinfachend und anders als in vorausgegangenen Editionen â ausschlieÃlich eckige Klammern verwendet.1 In den Notenbeispielen im Textteil der vorliegenden Arbeit werden ergänzte Taktstriche gestrichelt wiedergegeben. Ergänzt werden nur Textelemente, die zur primären Notationsebene gehören (d. h. Notenschlüssel, Tonart- und Taktartangaben, Vorzeichen, rhythmische Elemente, wie Balken oder Fähnchen, etc. â siehe die Angaben in den Transkriptionsrichtlinien). Sekundäre Notationsbestandteile (wie Dynamikangaben, Artikulationszeichen, Bögen usw.) werden nicht hinzugefügt, weil dies meist spekulativ und für das Verstehen der Skizzen nicht notwendig ist.
Obwohl die Transkription Ergänzungen enthält, kann es â anders als in einer historisch-kritischen Edition â nicht ihr Ziel sein, einen gänzlich fehlerfreien Notentext wiederzugeben. Enthält eine Skizze rhythmische oder melodische Inkonsistenzen (hiermit sind keine Unvollständigkeiten gemeint, die durch Ergänzungen geregelt werden können), werden diese in der Transkription nicht aufgelöst, da man Eingriffe dieser Art in der Ãbertragung nur schwer kenntlich machen kann.2 Solche âFehlerkorrekturenâ wären nichts anderes als Interpretationen des Herausgebers, die in der Transkription ohne Kennzeichnung umgesetzt werden. Sie könnten auch falsch sein und werden vom Leser, selbst wenn es einen Hinweis in den editorischen Anmerkungen dazu gibt, oft nicht hinterfragt. Deshalb bleiben solche rhythmischen und melodischen Widersprüchlichkeiten in der Ãbertragung bestehen und werden dort mit einem Asterisk [*] versehen, der auf eine zugehörige Anmerkung verweist. In den editorischen Anmerkungen befindet sich in diesen Fällen ein Interpretationsvorschlag. Ebenso wird an Stellen, an denen es mehrere Möglichkeiten für eine Ergänzung gibt, von denen keine plausibler ist als eine andere, nichts ergänzt. Stattdessen findet man auch hier einen Eintrag in den Anmerkungen. Denn eine unsichere Textsituation kann durch eine Ergänzung in eine scheinbar vorhandene, aber falsche Sicherheit überführt werden.
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Bei den frühen Skizzen-Editionen, die in der Reihe des Beethoven-Hauses erschienen sind, bediente man sich âdiplomatischer Transkriptionenâ, in denen bewusst auf Ergänzungen des Herausgebers verzichtet und versucht wurde, das Original so getreu wie möglich wiederzugeben.3 Diese Vorgehensweise lag darin begründet, dass es aus Kostengründen nicht möglich war, neben der Transkription auch ein Faksimile zu veröffentlichen, weshalb die Ãbertragung dieses ersetzen sollte. Die diplomatischen Transkriptionen ersparten dem Leser zwar das Entziffern von Beethovens Handschrift, trugen aber dennoch wenig zum Verständnis der Skizzen bei. Da man versucht hatte, bei der Transkription auf eine Interpretation des Materials weitestgehend zu verzichten, waren die Ãbertragungen musikalisch oft nicht sinnvoll.4 Zudem können diplomatische Transkriptionen das Faksimile nicht ersetzen, da durch die Ãbertragung unvermeidlich einige Informationen, die das Manuskript bietet (z. B. zu Schreibmitteln, zum Schreibduktus, zur Form der Notationselemente), verloren gehen.
Bei den Transkriptionen der vorliegenden Arbeit wird allerdings ein Aspekt der alten Ausgaben des Beethoven-Hauses übernommen: Die Ãbertragung folgt in Bezug auf die Verteilung der Notierungen auf der Seite dem Original. Die graphische Form der Notationselemente und der Notenuntersatz werden jedoch modernisiert, da dies für die Lesbarkeit und Verständlichkeit der Skizzen notwendig ist. Die ursprüngliche Anordnung der Skizzen wird beibehalten, um den Vergleich zwischen Transkription und Faksimile zu erleichtern. Zudem kann die Verteilung der Notate auf der Seite Auskunft über die Schreibreihenfolge geben und der Nutzer kann so Aspekte des Schreibprozesses erkennen, die von der Herausgeberin möglicherweise übersehen wurden.5
Eine Herausforderung beim Herstellen der Transkription besteht somit darin, das richtige Verhältnis zwischen diplomatischer Treue und Interpretation zu finden. Als besonders problematisch erweisen sich dabei Abschnitte, in denen sich mehrere Schreibschichten überlagern oder die gestrichen wurden. Hier finden sich oft mehrere Varianten. Um einen verstehbaren Notentext herzustellen, müssen die Schreibschichten in der Ãbertragung voneinander getrennt werden. Um dieses Problem zu lösen, wurde in manchen älteren Skizzenbuch-Ausgaben die Form der âlinearisierten Transkriptionâ gewählt.6 Dabei werden die sich überlappenden Schreibschichten getrennt und die so rekonstruierten Varianten in der Transkription untereinander dargestellt. Die einzelnen, voneinander unterscheidbaren Skizzen stehen in der Transkription hintereinander. Der Beginn einer neuen Notenzeile wird durch Zahlen in der Ãbertragung angegeben. Bei dieser Transkriptionsform muss also die ursprüngliche Seitenaufteilung aufgegeben werden, wodurch auch die oben genannten Vorteile, die das Beibehalten der Topographie bietet, verloren gehen.
In der vorliegenden Arbeit wird an den Stellen, an denen sich Schreibschichten überlagern, wie folgt verfahren: Um die Ãbersichtlichkeit zu wahren, wird in der Transkription ausschlieÃlich die letztgültige Variante wiedergegeben. Die früheren Varianten werden in den editorischen Anmerkungen übertragen. Dort sind die Varianten in der Reihenfolge ihrer Entstehung untereinander angeordnet. In der Transkription wird der Abschnitt, der die verschiedenen Schreibschichten enthält, grau hinterlegt â als diakritisches Signal für den Nutzer, dass in der Ãbertragung an dieser Stelle nicht alle vorhandenen Schreibschichten gezeigt werden. Gestrichene Abschnitte bzw. Elemente des Notentextes werden transkribiert, wobei die Streichung durch spitze Klammern < > gekennzeichnet wird.7
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Wenn man versucht, eine musikalisch sinnvolle Transkription anzufertigen, können verschiedene Aspekte hilfreich sein: Falls sich in einer Skizze Vorzeichen befinden, können diese Anhaltspunkte für die Festlegung des Notenschlüssels und der Tonart liefern. Ist ein Notenkopf nicht eindeutig gesetzt, kann ein zur Note gehörendes Vorzeichen dabei helfen, die beabsichtigte Tonhöhe festzustellen. Beethoven schrieb Viertelnoten oft nur als Strich, bei dem nicht erkennbar ist, ob sich der Notenkopf oben oder unten befindet. Da er die Noten aber in den meisten Fällen mit einem nach unten gerichteten Notenhals versah, kann man aufgrund dieses Wissens meist ohne Zweifel entscheiden, wo sich der Notenkopf befindet.8 Um Notenschlüssel, Generalvorzeichnung und Taktart sowie die korrekte Tonhöhe zu bestimmen, ist es oft hilfreich, ähnliche Skizzen, die sich an anderer Stelle befinden, zum Vergleich heranzuziehen, da Beethoven dort deutlicher geschrieben oder die in der anderen Skizze fehlenden Zeichen dort notiert haben könnte.
Eine Schwierigkeit der Skizzen-Transkription resultiert daraus, dass der Wissenschaftler die Skizzen vom fertigen Werk her betrachtet. Sie werden auf dieses bezogen, damit verglichen und sind diesem ähnlicher oder weniger ähnlich. Die vom Werk ausgehende Betrachtungsweise ist für uns die einzige Möglichkeit. Beethoven dagegen ging den umgekehrten Weg.9 Diese Sichtweise bringt die Gefahr mit sich, dass die Ãbertragung nicht eindeutig lesbarer Stellen von der Erwartungshaltung beeinflusst wird, die aufgrund der Kenntnis des vollendeten Werks vorhanden ist.
2.2 Kontextualisierung
2.2.1 Skizzen-Zuordnung
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Arbeit liegt darin, den Kontext der Skizzen zu erschlieÃen. Nachdem durch die Transkription ein musikalisch sinnvoller Notentext hergestellt worden ist, werden die Skizzen mit vollendeten Werken und mit anderen Skizzen verglichen, um herauszufinden, in welchem Zusammenhang und für welchen Zweck Beethoven eine bestimmte Skizze notiert hat.
Diese Zuordnung findet in den beiden Verzeichnissen der Skizzen10 statt und wird im Analyse-Teil (Kapitel 6) vertieft. Bei der Zuordnung stöÃt man allerdings immer wieder an Grenzen. Wenn eine Skizze von Beethoven nie in ein vollendetes Werk integriert wurde, ist eine sichere Zuordnung nicht möglich.11 In anderen Fällen ist eine Skizze so kurz und bruchstückhaft (besteht z. B. nur aus einem Takt oder einem Motiv), dass eine möglicherweise vorhandene Zugehörigkeit zu einem bestimmten Werk nicht erkennbar ist.
Manchmal kann man aufgrund von Beethovens Verbalanmerkungen (wie Sonate, Sinfonie, Instrumentenangaben etc.), mit denen er eine Skizze versehen hat, mutmaÃen, für welche Gattung, Besetzung oder auch für welches konkrete Werk die Skizze zeitweise beabsichtigt war. Auch kann man eine Skizze oft aufgrund von Ton- oder Taktart und motivischen Ãhnlichkeiten einem Werk, Satz oder Formabschnitt zuordnen, obwohl sie in der vorliegenden Form nicht im Werk verwendet wurde. Solche motivischen Beziehungen zwischen Skizze und Werk können die rhythmische Gestalt sowie einen bestimmten melodischen oder harmonischen Verlauf betreffen. Mitunter sind die Ãhnlichkeiten zu einem Werk so groÃ, dass sogar eine Zuordnung zu bestimmten Takten vorgenommen werden kann.
2.2.2 Verbindungen zu Skizzen in anderen Quellen
Da Beethoven beim Skizzieren seiner Werke manchmal verschiedene Manuskripte gleichzeitig benutzte, können die Skizzen zu einem Werk auf mehrere groÃformatige Skizzenbücher, auf unterschiedliche lose Blätter oder Papiereinheiten und Taschenskizzenhefte verteilt sein. Um den Schaffensprozess nachzuvollziehen, ist es notwendig, alle überlieferten Skizzen zu einem Werk heranzuziehen, den Anteil an verlorenen Skizzen einzuschätzen, die Quellen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen und miteinander in Beziehung zu setzen. Daneben muss auch der nächste Arbeitsschritt einbezogen werden: der Ãbergang von den Skizzen zur Ausarbeitung der autographen Partitur. Aufgrund der Fülle des Materials ist es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, alle überlieferten Skizzen zu den im Engelmann-Skizzenbuch enthaltenen Werken zu betrachten. Um jedoch einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Erkenntnismöglichkeiten bestehen, wenn man versucht, alle Skizzen zu einem Werkabschnitt miteinander in Beziehung zu setzen, wird dies exemplarisch für die ersten 35 Takte der Neunten Symphonie unternommen.12 Bei der Analyse der anderen im Engelmann-Skizzenbuch vorhandenen Skizzen werden zudem, wenn möglich, Verbindungen zu Skizzen in anderen Manuskripten hergestellt. Die mit dem Skizzenbuch direkt in Verbindung stehenden Quellen, d. h. Handschriften, die Beethoven direkt zuvor, danach und währenddessen benutzte, werden genannt und kurz beschrieben.13 Somit wird in der vorliegenden Arbeit nicht nur das Engelmann-Skizzenbuch als physische Einheit betrachtet, sondern es wird versucht, das Netzwerk der verschiedenen, miteinander in Beziehung stehenden Quellen sichtbar zu machen.14
2.3 Schreibprozesse und Schreibchronologie innerhalb von Skizzenbüchern
Beethovens Skizzierung stellte kein geradliniges Voranschreiten vom ersten Einfall zum vollendeten Werk dar. Vielfach kann man feststellen, dass der Komponist an einem musikalischen Problem arbeitete, eine dabei gefundene Lösung verwarf und einen anderen Weg ausprobierte, um später wieder zur ursprünglichen Fassung oder Teilen davon zurückzukehren. Der Kompositionsprozess bestand also häufig aus Umwegen, Irrwegen und Sackgassen. Aus diesem Grund ist es problematisch, die Entstehungsreihenfolge der Skizzen nur anhand ihres inhaltlichen Entwicklungsgrads zu bestimmen: Dass eine Skizze dem Werk sehr ähnlich ist, bedeutet nicht immer, dass sie im Skizzierungsprozess spät entstanden ist. Im Folgenden werden Möglichkeiten aufgezeigt, die Schreibchronologie auf einer Seite und innerhalb eines Skizzenbuchs unabhängig vom musikalischen Inhalt der Skizzen zu rekonstruieren.
2.3.1 Rekonstruktion der Schreibchronologie anhand von Metatexten
Man könnte vermuten, dass Beethoven, wenn er in einem Skizzenbuch arbeitete, mit der Skizzierung auf der ersten Seite anfing und das Buch durchgängig bis zu seinem Ende beschrieb. Brandenburg hält jedoch fest: âdie Reihenfolge der Blätter eines Skizzenbuches entspricht nur grob der Chronologie, in der es beschrieben wurde.â15 Beethoven blätterte nicht selten einige Seiten im Buch vor, um dort Einfälle festzuhalten, die nichts mit dem Werk zu tun hatten, das er gerade skizzierte.16 Zu einem späteren Zeitpunkt hielt er dann auf den dazwischenliegenden, leer gelassenen Seiten weitere Skizzen fest. Auch lieà Beethoven manchmal Seiten oder Zeilen leer, um inhaltlich unverbundene Skizzen voneinander zu trennen. Zudem lieà er mitunter Platz auf einer Notenseite frei, damit er die vorhandenen Skizzen später ergänzen konnte.
Daneben kam es vor, dass er seine Skizzenbücher in gröÃere Abschnitte, die Skizzen zu bestimmten Kompositionsprojekten oder Sätzen enthielten, unterteilte. Manchmal reservierte er auch Teile eines Buchs vor dem Beschriften für bestimmte Projekte.17 Wenn er dabei den frei gelassenen Platz falsch einschätzte, hatte dies zur Folge, dass manche Seiten des Buchs leer blieben oder umgekehrt, dass er für bestimmte Skizzen zu wenig Platz hatte und nach freien Seiten im Buch suchen musste, auf denen er die Skizzen fortführen konnte. Aufgrund dieser Arbeitsweise entspricht die Anordnung der Notate im Skizzenbuch häufig nicht der tatsächlichen Schreibchronologie.18
Anhaltspunkte über den Schreibprozess und über die Reihenfolge, in der die Skizzen niedergeschrieben wurden, können die sogenannten âMetatexteâ19 liefern. Dabei handelt es sich um Schreibspuren, die sich zusätzlich zum eigentlichen Notentext auf jeder Seite befinden, wobei man zwischen zwei Arten von Metatexten unterscheiden kann. Explizite Metatexte sind verbale Kommentare oder graphische Zeichen, die Beethoven absichtlich notierte, mit denen er also ein bestimmtes Ziel verfolgte und die (an ihn selbst oder einen anderen Leser) adressiert sind. Deshalb benutzte er dabei allgemein verständliche Zeichen.
Die daneben vorhandenen impliziten Metatexte sind dagegen unabsichtlich im Verlauf des Schreibens entstanden. Es handelt sich um Merkmale des Schriftbilds, deren Bedeutung erst erschlossen werden muss. Im Folgenden werden Beispiele für die verschiedenen im Skizzenbuch vorhandenen Metatexte gegeben und erklärt, welche Rückschlüsse über die Textgenese man daraus ziehen kann. Zudem wird erläutert, wie in der Transkription mit den Metatexten umgegangen wird.
2.3.2 Explizite Metatexte
Beethoven hat seine Skizzen häufig mit Verbalanmerkungen versehen. Diese gehören zur Gruppe der expliziten Metatexte. Mithilfe von Kommentaren, wie z. B. âmeilleurâ, bewertete der Komponist seine Skizzen. Auch findet man mitunter das Wort âbleibtâ, wenn Beethoven einen gestrichenen Notentext restituieren, d. h. wieder für gültig erklären wollte,20 oder das Wort âausâ, mit dem er eine Streichung bekräftigte. Undeutlich geschriebene Töne oder Noten, deren Tonhöhen aufgrund einer ÃnderungsmaÃnahme nicht mehr eindeutig lesbar waren, versah Beethoven manchmal mit Tonbuchstaben, um sicherzustellen, welcher Ton gemeint war (âTextclearingâ). Diese Fälle werden in den editorischen Anmerkungen erwähnt.
Neben derartigen verbalen Anmerkungen findet man in den Skizzen häufig Verweiszeichen. Beethoven verwendete im Engelmann-Skizzenbuch am häufigsten den üblichen âVideâ-Verweis, daneben aber auch Zahlen, durchkreuzte Kreise, Buchstaben oder Zuordnungsstriche. Diese Zeichen verbinden räumlich getrennte aber inhaltlich zusammengehörende Teile des Notentextes und zeigen Fortsetzungen an. Beethoven kennzeichnete sowohl nachträgliche Einfügungen als auch Alternativen, die einen getilgten Abschnitt ersetzen, mit Verweiszeichen oder er verknüpfte damit zunächst getrennt notierte Skizzen im Nachhinein. Manchmal schätzte Beethoven den Platz, den er für die Niederschrift einer Skizze benötigte, zu gering ein und schrieb den weiteren Notentext auf einem noch leeren Teil der Seite nieder, um keine neue Seite anfangen zu müssen. Die einzelnen Teile der Skizze kennzeichnete er mit Verweiszeichen, um den Textverlauf anzuzeigen. Innerhalb der Transkription werden zusammengehörende Verweiszeichen am Seitenrand zueinander in Beziehung gesetzt (siehe Transkriptionsrichtlinien 1.2 i.)
Streichungen, mit denen Beethoven Textelemente für ungültig erklärte, sind ebenfalls explizite Metatexte, die in der vorliegenden Transkription wiedergegeben werden. Daneben kommt es auch vor, dass Beethoven absichtlich das Schreibmittel wechselte, um z. B. durch eine andere Tintenfarbe bestimmte Zeichen hervorzuheben.21 Sämtliche bisher genannten expliziten Metatexte wurden von Beethoven mit Absicht vorgenommen und sind an ihn selbst adressiert. Sie können problemlos in die Transkription übernommen werden.
Dies ist bei einer speziellen Form des expliziten Metatextes â der Ãber-Schreibung22 â nicht möglich. Dabei handelt es sich um ein Nachzeichnen einer mit Bleistift geschriebenen Skizze mit Tinte. Dies könnte einerseits eine TextsicherungsmaÃnahme sein â das Ziel wäre somit, die Bleistiftskizzen durch das Nachziehen zu konservieren. Andererseits zeigt die Ãber-Schreibung, dass Beethoven ein bestimmtes Textsegment ein zweites Mal gelesen und den schon bestehenden Notentext durch das Nachzeichnen affirmiert hat. Auch präzisierte er an einigen Stellen ungenau Notiertes mit der Tinte. Beim Ãber-Schreiben arbeitete er aber nicht konsequent, da er nicht alle Bleistift-Zeichen nachzog. Er lieà zum einen oft Taktstriche aus, aber auch ganze Takte bzw. Abschnitte wurden ohne erkennbaren Grund nicht mit Tinte überzogen. Beethoven fügte auch Noten und Anmerkungen mit Tinte neu hinzu, d. h. es fand eine Vervollständigung der Bleistiftskizzen statt. AuÃerdem nahm er mit der Tinte manchmal Veränderungen an den Bleistiftskizzen vor. Die Ãber-Schreibung wird in der Transkription nicht wiedergegeben (siehe Transkriptionsrichtlinien 1.3.3).
2.3.3 Implizite Metatexte
Bei den meisten impliziten Metatexten, die während des Schreibens und von Beethoven unbeabsichtigt entstanden sind, handelt es sich um graphische Charakteristika des Schriftbilds, wie die Form der Notenzeichen oder den Schreibduktus. Weitere metatextliche Elemente, die mit dem Schriftbild zusammenhängen, sind der Notenuntersatz, die GröÃe einer Skizze und ob sie dicht gedrängt oder mit viel Platz, sorgfältig oder sehr flüchtig und schnell geschrieben ist. Wenn Skizzen mit verschiedenen Schreibmitteln notiert worden sind, kann dies als impliziter Metatext Hinweise über den Schreibprozess liefern: In der Regel wurden die Skizzen, die dasselbe Schreibmittel aufweisen, auch in zeitlicher Nähe zueinander niedergeschrieben. Umgekehrt deutet ein anderes Schreibmittel darauf hin, dass eine Skizze zu einem anderen Zeitpunkt notiert wurde. Auch ein Tintenabdruck, der von einer gegenüberliegenden Seite stammt, kann textgenetische Informationen enthalten. Wenn Beethoven um diesen Tintenfleck herum geschrieben hat, bedeutet dies beispielsweise, dass die Notate auf der gegenüberliegenden Seite, von denen der Fleck stammt, zuvor entstanden sind.
Diese impliziten Metatexte können in einer Transkription, die musikalisch sinnvoll und verständlich sein soll, nicht wiedergegeben werden. Würde man dies versuchen, entstünde eine diplomatische Transkription, in der dennoch nicht alle impliziten Metatexte enthalten sein könnten. Wie und zu welchem Zweck sollte man beispielsweise alle von Beethoven verwendeten Tintenfarben und deren Schattierungen in einer Transkription wiedergeben? Deshalb werden die textgenetischen Informationen, die mit diesen Metatexten verbunden sind, soweit sie Erkenntnisse liefern, in den Kommentarteil ausgelagert.23
Ebenfalls zu den impliziten Metatexten gehört die Um-Schreibung, weil Beethoven damit keine spezielle Absicht verfolgte. Bei einer Um-Schreibung nahm er an einem bestehenden Notentext Ãnderungen vor, verwendete dabei aber Teile der schon vorhandenen Notenzeichen weiter (âskripturales Recyclingâ). Ein Beispiel wäre die Umwandlung einer halben Note in ein Viertel durch das Ausfüllen des Notenkopfes oder die Veränderung eines rhythmischen Werts durch Hinzufügung oder Tilgung von Fähnchen, Balken, Punktierungen etc.24 Um-Schreibungen betreffen meist Ãnderungen von geringem Umfang und sie können, wenn die Transkription verstehbar sein soll, nicht diplomatisch getreu wiedergegeben werden. In diesen Fällen wird wiederum nur die durch die Um-Schreibung entstandene letztgültige Variante übertragen. Frühere Varianten werden in den editorischen Anmerkungen genannt.
Wie bereits erwähnt, orientiert sich die Transkription in Bezug auf die Anordnung der Notate auf der Seite am Original. Dies ist der einzige implizite Metatext, der sich auch in der Transkription wiederfindet. Die Verteilung der Skizzen auf der Seite kann Auskunft über den Schreibprozess geben. Es gibt z. B. den Fall, dass Beethoven beim Schreiben den bereits zuvor notierten Skizzen ausweichen, d. h. um sie herum schreiben, musste, weshalb zwei Teile einer Skizze getrennt voneinander stehen. Daraus kann man schlieÃen, welche Skizzen früher und welche zu einem späteren Zeitpunkt geschrieben wurden.
2.4 Neue Möglichkeiten für die Skizzen-Edition durch eine zukünftige digitale Darstellung
Skizzenbuch-Editionen sollen dem Forscher den Zugang zu Beethovens Skizzen erleichtern. Deshalb versucht man in der Transkription einen Kompromiss zwischen diplomatisch getreuer Wiedergabe, die den Vergleich zwischen Ãbertragung und Faksimile erleichtert, und Interpretation zu finden, weil die Transkription einen musikalisch sinnvollen Notentext bieten soll. Dennoch ist der Umgang mit solchen Editionen oft mühsam. Will der Leser der Transkription nicht blind vertrauen, muss er Faksimile und Ãbertragung vergleichen und für jedes Zeichen des Manuskripts nachvollziehen, wie es vom Editor interpretiert und übertragen wurde.
AuÃerdem sind Stellen, die Beethoven überarbeitet hat, problematisch, weil sich hier oft mehrere, übereinander liegende Schreibschichten befinden. In solchen Fällen können die Varianten, wenn die Ãbersichtlichkeit gewahrt werden soll, nicht an Ort und Stelle übertragen werden, sondern müssen in einen anderen Bereich der Edition, wie die editorischen Anmerkungen, ausgelagert werden. Diese getrennte Darstellung macht es schwieriger, Zusammenhänge zu erkennen.
Anmerkungen zu Entzifferungs- und Interpretationsproblemen werden in Skizzenbuch-Editionen gesondert aufgelistet â ähnlich dem Lesartenverzeichnis in einer historisch-kritischen Edition. Wenn man eine Anmerkung dem entsprechenden Transkriptionsproblem zuordnen möchte, ist dies ähnlich aufwendig wie der Umgang mit einem Lesartenverzeichnis. Des Weiteren müssen die Erkenntnisse, die über Schreibprozesse im Skizzenbuch gewonnen wurden, mühsam verbal beschrieben und vom Nutzer anhand des Faksimiles nachvollzogen werden. Diese Liste der Unannehmlichkeiten im Umgang mit einer herkömmlichen Skizzen-Edition in Buchform lieÃe sich wohl noch erweitern. In Bezug auf die meisten Kritikpunkte ist es aber wahrscheinlich, dass digitale Editionen in Zukunft Lösungen bereitstellen können.
In einer digitalen Skizzenbuch-Edition wäre es möglich, das Digitalisat der Quelle (Faksimile) mit der Transkription zu verknüpfen. Der Nutzer könnte dann ein beliebiges Zeichen innerhalb des Manuskripts anklicken und sich das zugehörige Zeichen in der Transkription anzeigen lassen. Umgekehrt könnte auch jede Note der Transkription angewählt und die jeweilige Entsprechung im Faksimile hervorgehoben werden. Dies würde den Vergleich von Faksimile und Transkription erleichtern und die Interpretation des Herausgebers wäre somit schneller nachvollziehbar.
Innerhalb der Transkription könnte durch ein- und ausblendbare Symbole direkt an Ort und Stelle auf Entzifferungsprobleme hingewiesen werden. Der Kommentartext wäre somit an der Stelle aufrufbar, an der sich das entsprechende Transkriptionsproblem befindet. Dadurch wäre eine Auflistung von editorischen Anmerkungen verzichtbar. Daneben könnte sich der Nutzer je nach Interesse innerhalb der Transkription Interpretationshilfen, wie Taktzahlen zur Zuordnung der Skizzen oder Ergänzungen musikalisch relevanter Zeichen, anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Herausgeberergänzungen könnten farblich gekennzeichnet werden, wodurch das diakritische Zeichen der Klammer vermieden und die Ãbertragung übersichtlicher werden würde.
AuÃerdem ist es im digitalen Medium möglich zusammengehörende Verweiszeichen zu verknüpfen. Der Nutzer könnte einem Verweis also per Mausklick direkt folgen. Auf dieselbe Weise könnten einander ähnliche Skizzen, die weit voneinander entfernt stehen (oder sich in unterschiedlichen Quellen befinden), verlinkt und miteinander verbunden werden. Dies würde den Vergleich ähnlicher Skizzen beschleunigen.
Hilfreich wäre eine digitale Skizzen-Edition auch an Stellen, an denen sich mehrere Schreibschichten überlagern. Die einzelnen Schichten könnten farblich markiert und dadurch hervorgehoben und voneinander getrennt werden, während gleichzeitig die zugehörige Transkription angezeigt wird. Zudem müsste der chronologische Verlauf des Schreibprozesses nicht mehr beschrieben werden, sondern könnte durch das schrittweise Einblenden der Skizzen oder Schreibschichten in ihrer Entstehungsreihenfolge gezeigt werden.
Die hier vorgestellten Darstellungsmöglichkeiten arbeiten mit deiktischen Mitteln. Das bedeutet, dass die Sachverhalte, soweit möglich, gezeigt werden sollen, anstatt sie nur verbal zu beschreiben. Zudem ermöglicht es die digitale Edition, eine komplexe Stelle in einem Skizzenbuch aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, z. B. auf Ebene des Schreibprozesses oder des musikalischen Inhalts. Dadurch wird die Komplexität reduziert.
Diese Ãberlegungen knüpfen an die im ersten Modul des Forschungsprojekts âBeethovens Werkstattâ entwickelten digitalen Editionen zur Variantendarstellung an. Im vierten Modul soll eine digitale Skizzenbuch-Edition erstellt werden. Dabei könnten die hier angedachten Darstellungsmöglichkeiten einflieÃen.
Ergänzte Taktstriche und zum Teil auch ergänzte Bögen und Balken werden u. a. in den folgenden Editionen gestrichelt wiedergegeben: Brandenburg, KeÃler; Brenneis, Landsberg 5; Drabkin, Artaria 197 und Lockwood/Gosman, Eroica. Die hier vorgenommene Beschränkung auf eckige Klammern lehnt sich an die Transkriptionsrichtlinien von Rovelli, Scheide-Skizzenbuch an.
In Brandenburgs Transkription des KeÃler-Skizzenbuchs beispielsweise (vgl. Brandenburg, KeÃler) wurden mutmaÃliche Fehler (in Bezug auf Schlüssel, Vorzeichen, Notenwerte etc.) berichtigt. Die originale Notierung wurde in eckigen Klammern über den korrigierten Zeichen abgedruckt und mit âMs.â für âManuskriptâ gekennzeichnet. In der vorliegenden Transkription wird auf eine solche Vorgehensweise verzichtet, weil die Ãbertragung dadurch unübersichtlich wird.
Beispiele für Editionen mit diplomatischer Transkription: Weise, Grasnick 3 (1957), Weise, Pastoralsymphonie (1961) und Schmidt-Görg, Wittgenstein (1968â1972).
Robert Winter schreibt in seiner Rezension zur Edition des Wittgenstein-Skizzenbuchs von Schmidt-Görg: â[â¦] the editor of Wittgenstein has produced passages in many transcriptions which make no sense in any key or any clef.â, Winter, Ein Skizzenbuch zu den Diabelli-Variationen, S. 137.
Eine am Original ausgerichtete Ãbertragung wird z. B. auch in den Bänden der Reihe der Illinois University Press verwendet und in der Edition des Scheide-Skizzenbuchs von Federica Rovelli.
Z. B. Brandenburg, KeÃler; Brenneis, Landsberg 5 und Drabkin, Artaria 197.
Die Transkription orientiert sich damit an den Richtlinien der Edition des Scheide-Skizzenbuchs, wo die sich überlappenden Schreibschichten und Streichungen erstmals auf diese Weise behandelt werden, vgl. Rovelli, Scheide-Skizzenbuch.
Vgl. Lockwood/Gosman, Eroica, Bd. I, S. 91f.
Vgl. Weber, Vertilgung, S. 68.
Siehe das Verzeichnis der Skizzen in der Reihenfolge der Seiten und das nach Werken geordnete Verzeichnis.
Es gibt â[â¦] keine Möglichkeit, eine Skizze zu verstehen, ohne die Sinngestalt des fertigen Werks zu kennen.â, Weber, Vertilgung, S. 67.
Siehe den Abschnitt 6.3.1.2 Zur Entstehung der ersten 35 Takte des Kopfsatzes.
Siehe das Kapitel 5 Verbindungen zu anderen Quellen.
Siehe den Abschnitt 5.2 Ãbersicht über die Quellen-Beziehungen.
Brandenburg, KeÃler, S. 10.
Vgl. Marston, Slow Movement, S. 177. Solche meist kurzen Skizzen findet man oft in den oberen Notensystemen einer Seite, vgl. Cooper, Compositional Act, S. 39.
Vgl. Syer, A Peculiar Hybrid, S. 176f.
âDas örtliche Nebeneinander bedeutet nicht immer auch ein zeitliches Nebeneinander.â, Brandenburg, Ãber die Bedeutung, S. 47.
Vgl. Appel, Textkategorien, wo die verschiedenen Arten von Metatexten ausführlich beschrieben werden. Zudem flieÃen hier Erkenntnisse aus der Arbeit im Forschungsprojekt âBeethovens Werkstatt. Genetische Textkritik und Digitale Musikeditionâ ein. Vgl. den Glossar-Eintrag Metatext unter
Ein anderes Zeichen, das Beethoven zur Restituierung benutzte, ist eine Wellenlinie, die er über dem wieder gültigen Abschnitt notierte.
Beispiele hierfür finden sich im Skizzenbuch auf den Seiten mit Korrekturen und Varianten zu den Diabelli-Variationen (S. 16â18). Dort benutzte Beethoven eine rote Tinte, um die ursprünglich mit brauner Tinte geschriebenen Einträge zu überarbeiten und die Ãnderungen deutlich zu kennzeichnen.
Die Schreibweise âÃber-Schreibungâ wurde in Anlehnung an das Projekt âBeethovens Werkstattâ gewählt (siehe
Siehe den Abschnitt 6.6 Zur internen Chronologie des Engelmann-Skizzenbuchs und zum Schreibprozess und die editorischen Anmerkungen.
Vgl. hierzu und zur Schreibweise âUm-Schreibungâ: