Diese Studie ist im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Universität Paderborn zum Thema âMissbrauch im Erzbistum Paderborn â Eine kirchenhistorische Einordnungâ entstanden. Das Projekt unter meiner Leitung wurde am Institut für Katholische Theologie im Fachbereich Kirchen- und Religionsgeschichte angesiedelt. Finanziell gefördert wurde das Forschungsvorhaben durch das Erzbistum Paderborn. Ich danke sowohl der Universität Paderborn als auch dem Erzbistum Paderborn für die Schaffung der günstigen Rahmenbedingungen, unter denen diese Studie entstehen konnte. So konnte 2020 als Projektbearbeiterin Frau Dr. des. Christine Hartig eingestellt werden. Da die Finanzierung über einen Zuwendungsvertrag sichergestellt wurde, handelt es sich nicht um eine Auftragsarbeit im juristischen Sinne. Das Ergebnis des Forschungsprojekts gehört dem Forschungsprojekt, so dass die Unabhängigkeit beim Forschen wie bei der Veröffentlichung der Ergebnisse garantiert war und ist. Zudem hat uns das Erzbistum Paderborn einen freien Zugang zu den Akten zugesagt und auch gewährt. Hervorzuheben sind insbesondere das Erzbistumsarchiv, die Interventionsstelle, das Offizialat und das Priesterseminar in Paderborn.
Unser Dank gilt vor allem den Betroffenen, mit denen wir Gespräche führen durften. Namentlich erwähnen möchte ich Reinhold Harnisch, der als Sprecher der Betroffenenvertretung in Paderborn die Studie von Anfang an unterstützt und begleitet hat. Die zahlreichen Interviews mit Betroffenen im Laufe der letzten fünf Jahre ermöglichten Einblicke in ihr Wissen und ihre Perspektiven, die in den Akten sonst zur groÃen Leerstelle gehören. Ohne die Interviews wäre diese Studie in dieser Weise nicht möglich gewesen. So können, auch stellvertretend für so viele, die Stimmen derer vernehmbar werden, die in der kirchlichen Ãberlieferung des Erzbistums Paderborn bislang keine Stimme hatten.
Bedanken möchten wir uns auch bei den ehemaligen und gegenwärtigen kirchlichen Amtsträgern, die uns bereitwillig Auskunft über ihre jeweilige Perspektive gaben und mit uns ihre Erinnerungen teilten und reflektierten. Nur ganz vereinzelt wurden Interviews von Personen des Leitungspersonals auf Anfrage nicht gegeben oder wieder zurückgezogen. Solch eine Studie ist für viele aus ganz unterschiedlichen Gründen auch eine Zumutung, der sich aber erstaunlich viele gestellt haben. Das ist anzuerkennen.
Forschung braucht stets den Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachgebieten. Im Jahr 2022 entstand der Arbeitskreis Missbrauchsforschung der Kommission für Zeitgeschichte unter der Leitung von Frank Kleinehagenbrock und mir. Auf den regelmäÃigen Workshops und bei einer Fachtagung 2024 konnten inhaltliche und methodische Probleme diskutiert werden. So konnten Frau Hartig und ich vielfach von den Erfahrungen anderer Projekte zur Missbrauchsgeschichte profitieren. Ein enger kollegialer Austausch verband uns mit den Forschungsprojekten aus Münster (Thomas GroÃbölting (â ), Klaus GroÃe Kracht, Bernhard Frings, David Rüschenschmidt, Natalie Powroznik), Osnabrück (Siegrid Westphal, Jürgen Schmiesing), Trier (Lutz Raphael, Lena Haase), Würzburg (Dominik Burkard) und Speyer (Sylvia Schraut, Karin Orth). Kenntnisse erhielten wir darüber hinaus zu vielen weiteren kirchlichen Aufarbeitungsprojekten, die in diese Studie einflossen. Profitiert haben wir von zahlreichen Gesprächen mit kirchlichen Archivarinnen und Archivaren. Wertvoll waren auch Einblicke in nicht-kirchliche Forschungsprojekte zum sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in Bereichen des Sports sowie der Pädagogik. Zahlreiche Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachbereiche haben uns so mit ihren Erkenntnissen bereichert. Wir danken insbesondere Wilhelm Damberg und Jessica Scheiper für wichtige Hinweise. Eine wertvolle Unterstützung erfuhr das Forschungsprojekt auch durch die Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn, wovon auch ihre Homepage zeugt. Wir danken Rechtsanwalt Oliver Stegmann (Hamburg) für die juristische Beratung und Prüfung einzelner Teile der Studie.
Diese Studie kann in mehrfacher Hinsicht keinen âSchlusspunktâ bilden. Diesem Forschungsprojekt, das die Amtszeiten der Erzbischöfe Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt untersucht hat, folgt noch ein weiteres zur Amtszeit von Erzbischof Hans-Josef Becker, das die Ergebnisse dieser Studie somit ergänzen wird. Zudem ist eine Studie per se nur ein Teilaspekt eines viel umfassenderen Aufarbeitungsprozesses â des erlittenen Leids, des gesellschaftlichen Wegschauens sowie kirchlicher Schuld und Verantwortung. Wir hoffen, mit dieser Studie einen Beitrag dazu leisten zu können, und übergeben sie hiermit an die Leserinnen und Leser.
Paderborn, 17. September 2025
Nicole Priesching