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Einleitung

in Manstein
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  • Vollständiger Text

Erich von Manstein wurde am 24. November 1887 in Berlin als zehntes Kind von Eduard von Lewinski (1829–1906) und dessen Frau Helene (1847–1910) geboren.1 Helenes Schwester Hedwig, geborene von Sperling (1852–1925), war mit Georg von Manstein (1844–1913) verheiratet. Da Georg und Hedwig von Manstein keine eigenen Kinder bekamen, adoptierten sie den jüngsten Sohn des Ehepaars Lewinski.2 Anders, als mehrere Biografen vermutet haben, trug das Kind aber nicht unmittelbar nach der Adoption den Namen Erich von Lewinski genannt von Manstein.3 Der zusätzliche adelige Genannt-Name wurde ihm erst im Oktober 1901 von Kaiser Wilhelm II. verliehen.4 Dieser Name blieb im amtlichen Schriftverkehr bis Anfang April 1943 geläufig; danach wurde der Namensteil ‚von Lewinski‘ auf Mansteins Wunsch hin weggelassen.5

Sowohl Erichs leiblicher Vater als auch sein Adoptivvater waren preußische Generale; seine Wahl des Soldatenberufs lag daher nahe. Nach dem Abitur, das er 1906 absolvierte, trat Erich von Manstein als Fähnrich im 3. Garde-Regiment zu Fuß in die Königlich Preußische Armee ein. Im Oktober 1913 begann er an der Kriegsakademie in Berlin eine Ausbildung zum Generalstabsoffizier. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte jedoch, dass er den Lehrgang abschließen konnte. Stattdessen zog Manstein im August 1914 ins Feld, und zwar zunächst als Regimentsadjutant des 2. Garde-Reserve-Regiments. Im November 1914 wurde er an der Ostfront schwer verwundet und benötigte ein halbes Jahr, um sich zu erholen.

Nach seiner Genesung diente Manstein als Generalstabsoffizier in verschiedenen Armee-Oberkommandos an der Ost- und Westfront sowie auf dem Balkan. Im Oktober 1917 wurde er Erster Generalstabsoffizier (Ia) der 4. Kavallerie-Division, die im Baltikum eingesetzt war. Ab Mai 1918 war er als Ia der 213. Infanterie-Division an der Westfront tätig. Als der Waffenstillstand von Compiègne im November 1918 die Kampfhandlungen beendete, bekleidete Manstein den Rang eines Hauptmanns. Er hatte zahlreiche Kriegsauszeichnungen erworben, darunter beide Klassen des Eisernen Kreuzes und das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern. Außerdem hatte er durch seine Verwendungen in verschiedenen Truppenstäben in der Praxis mehr lernen können, als er durch das erzwungene Ende seines Lehrgangs an der Kriegsakademie in der Theorie versäumt hatte.6

Anfang Januar 1919 kehrte Manstein zum 3. Garde-Regiment zu Fuß in Berlin zurück. Ab dem folgenden Monat diente er mehrere Monate lang als Generalstabsoffizier beim Grenzschutz Ost, danach half er in der Organisationskommission des Generalmajors Friedrich von Loßberg beim Aufbau des neuen Heeres mit.

Im Juni 1920 heiratete er die damals 19-jährige Jutta-Sibylle von Loesch. Sie entstammte einer preußischen Adelsfamilie, die in Schlesien mehrere Güter besaß. Im Jahr darauf kam die gemeinsame Tochter Gisela zur Welt. Zu dieser Zeit diente Manstein als Generalstabsoffizier beim Gruppenkommando 2 in Kassel. Im Oktober 1921 wurde er als Kompaniechef nach Angermünde versetzt und blieb dort zwei Jahre. 1922 gebar Jutta-Sibylle ihr zweites Kind, Sohn Gero.

Ab Ende 1923 war Manstein bei verschiedenen Wehrkreiskommandos unter anderem als Lehrer für Taktik und Kriegsgeschichte eingesetzt, was für die junge Familie häufige Umzüge mit sich brachte. Kurz bevor im November 1929 der zweite Sohn Rüdiger das Licht der Welt erblickte, wurde Manstein in das Truppenamt im Reichswehrministerium versetzt. Drei Jahre lang diente er in der Operationsabteilung. Danach übernahm er – mittlerweile im Rang eines Oberstleutnants – ein Jägerbataillon in Kolberg7.

Im Dezember 1933 erhielt Manstein seine Beförderung zum Oberst. Zwei Monate später wurde er Chef des Stabes im Wehrkreiskommando III in Berlin. Auf diesem Posten verblieb er anderthalb Jahre, bis er im Juli 1935 an die Spitze der Operationsabteilung im Generalstab des Heeres trat. Im Oktober 1936 folgte seine Ernennung zum Oberquartiermeister I im Generalstab des Heeres. In dieser Stellung war Manstein der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs des Heeres, General der Artillerie Ludwig Beck. Viele sahen Manstein bereits als Becks Nachfolger, doch im Februar 1938 wurde Manstein nach Liegnitz8 versetzt, um das Kommando über die 18. Infanterie-Division zu übernehmen.9

In den nächsten sieben Jahren war Mansteins Familie im niederschlesischen Liegnitz zu Hause.10 Liegnitz war damals als „Gartenstadt Schlesiens“ bekannt und zählte etwa 77.500 Einwohner.11 Als Manstein im Frühjahr 1939 erfuhr, dass Hitler plante, Polen anzugreifen, war er noch Kommandeur der in Liegnitz stationierten 18. Infanterie-Division.12 Allerdings stand bereits zu dieser Zeit fest, dass er im bevorstehenden Feldzug gegen das östliche Nachbarland den Posten des Generalstabschefs der Heeresgruppe Süd unter Generaloberst Gerd von Rundstedt übernehmen würde. Die folgende Zeit, in der Manstein zunächst Heeresgruppen-Chef und danach Kommandierender General eines Infanteriekorps war, wird im vorliegenden Band ausführlich behandelt.

Nach dem Polenfeldzug wurde Rundstedts Heeresgruppe in den Westen verlegt und in Heeresgruppe A umbenannt. Als Generalstabschef dieser Heeresgruppe setzte sich Manstein vehement dafür ein, den entscheidenden Stoß der Offensive gegen die Westmächte überraschend durch die Ardennen zu führen – ein Vorschlag, der als Mansteins ‚Sichelschnitt‘ in die Geschichte einging. Im Februar 1940 wurde Manstein zum Kommandierenden General des XXXVIII. Armee-Korps ernannt. Sein Korps griff ab Ende Mai 1940 in die Kämpfe in Frankreich ein und sollte anschließend an der Invasion Englands teilnehmen. Hitler verzichtete jedoch auf die Landungsoperation, und im März 1941 übernahm Manstein den Befehl über das neu aufgestellte LVI. motorisierte Armee-Korps. Damit endet der vorliegende Band. Die Zeit danach wird in zwei weiteren Editionsbänden eingehend behandelt.

Während der Operation ‚Barbarossa‘ gegen die Sowjetunion im Sommer 1941 stand Manstein mit seinem Korps zeitweilig an der Spitze der Heeresgruppe Nord. Schon im September 1941 ernannte ihn Hitler zum Oberbefehlshaber der 11. Armee, die im Süden der Ostfront auf die Krim vorstieß.

Im folgenden Jahr erlebte Mansteins militärische Karriere ihren Höhepunkt: Nach der Eroberung von Sewastopol beförderte Hitler ihn am 1. Juli 1942 zum Generalfeldmarschall. Doch schon wenige Monate später begann für Manstein eine Zeit besonders schwerer Verluste und Niederlagen. Ende Oktober 1942 fiel sein Sohn Gero an der Ostfront. Im folgenden Monat übertrug ihm Hitler den Oberbefehl über die Heeresgruppe Don und damit auch den Befehlsbereich über die eingeschlossene 6. Armee in Stalingrad. Manstein konnte deren Untergang aber nicht verhindern. Die Frage, ob er dieses Desaster hätte abwenden können, sollte ihn sein ganzes weiteres Leben beschäftigen.

Zwar errang Manstein Anfang 1943 seinen wohl größten operativen Erfolg und stabilisierte die scheinbar unaufhaltsam zusammenbrechende Front in der Ukraine.13 Sein berühmter ‚Gegenschlag am Donez‘ war aber der letzte große deutsche Sieg an der Ostfront. Das Deutsche Reich hatte den Zweiten Weltkrieg zu dieser Zeit militärisch bereits verloren. Daran konnte auch die schon damals berühmte operative Führungskunst Mansteins nichts ändern. Ende März 1944 enthob Hitler Manstein seines Kommandos, weil er mit dessen Operationsführung nicht mehr zufrieden war. Die Zeit von April 1944 bis Januar 1945 verbrachte Manstein in Schlesien, dann floh er vor der anrückenden Roten Armee zunächst nach Berlin, anschließend nach Norddeutschland.

Nach der Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945 wurde Manstein durch die Briten zunächst interniert, dreieinhalb Monate später verhaftet. Ab dem Herbst 1945 befand er sich in Nürnberg, um beim Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Zeuge auszusagen.14 Im Herbst 1946 verbrachten die Briten Manstein in ein Gefangenenlager nach Wales, wo er knapp zwei Jahre blieb. Im August 1948 wurde er in die Britische Besatzungszone in Norddeutschland verlegt. Ein Jahr später begann in Hamburg gegen ihn ein Kriegsverbrecherprozess.15 Er endete im Dezember 1949 mit Mansteins Verurteilung zu 18 Jahren Gefängnis.

In den folgenden Jahren war Manstein im Zuchthaus Werl inhaftiert. Anfang Mai 1953 ließen die Briten ihn vorzeitig frei, sodass er zu seiner Frau zurückkehren konnte, die inzwischen in Allmendingen wohnte.16 Ab Mitte der 1950er-Jahre veröffentlichte Manstein nicht nur seine Erinnerungen, sondern betätigte sich auch als Gutachter und Berater beim Aufbau der Bundeswehr. Ende 1958 zog das Ehepaar Manstein nach Irschenhausen in Oberbayern. Hier starb Jutta-Sibylle von Manstein im März 1966 im Alter von 65 Jahren. Erich von Manstein lebte danach noch sieben Jahre in Irschenhausen. Er verstarb am 10. Juni 1973.17

Mansteins Nachlass

Erich von Mansteins militärischer Nachlass umfasst mehrere laufende Meter Unterlagen. Inhaltlich hat er zwei Schwerpunkte: zum einen Mansteins Zeit als Heeresgruppen-Generalstabschef, Kommandierender General sowie Armee- und Heeresgruppen-Oberbefehlshaber im Zweiten Weltkrieg (1939–1944), zum anderen den Gerichtsprozess, den die Briten 1949 gegen ihn führten.18 Die Unterlagen aus der Kriegszeit betrachtete Manstein augenscheinlich als spätere Grundlage für seine Memoiren. Ab 1939 behielt er nicht nur zahlreiche Entwürfe oder Kopien seiner Lagebeurteilungen und Denkschriften, sondern sammelte auch Abschriften von Kriegstagebüchern, Duplikate von Karten sowie andere ihm wichtig erscheinende militärische Dokumente aus seinem Befehlsbereich.

Für die militärgeschichtliche Forschung waren diese Materialien nach dem Krieg von großem Interesse, denn zum einen hatten die Alliierten die Wehrmacht-Akten als Kriegsbeute beschlagnahmt19, zum anderen war ein erheblicher Teil im Zweiten Weltkrieg durch Brand verlorengegangen. Im Sommer 1973 fragte ein Mitarbeiter des Bundesarchiv-Militärarchivs (BA-MA) bei Mansteins Sohn Rüdiger an, ob er den Nachlass zwecks Anfertigung von Kopien ausleihen dürfe. Rüdiger von Manstein entsprach dieser Bitte und übergab dem BA-MA-Mitarbeiter 1974 einen großen Teil des Nachlasses.20 Dadurch kam das Archiv nicht nur in den Besitz bislang unbekannter Dokumente, sondern konnte auch einige Überlieferungslücken schließen, die durch Kriegsverluste entstanden waren.21 Als Rüdiger von Manstein den Nachlass aus dem Archiv zurückerhielt, stellte er bei der Durchsicht der Materialien jedoch fest, dass offenbar Originalunterlagen, die seiner Familie gehörten, ohne sein Einverständnis entnommen worden waren. Aus diesem Grund war er nicht bereit, dem BA-MA weitere Dokumente zu überlassen, allen voran die privaten Kriegstagebücher und die Korrespondenz seines Vaters; diese blieben für die Forschung weitgehend unzugänglich.22

Zwar gewährte Rüdiger von Manstein 1988 wieder einem Außenstehenden Zugang zu den Unterlagen seines Vaters, und zwar Norbert Hanisch, damals Hauptmann der Bundeswehr.23 Aber es dauerte noch 20 Jahre, ehe Rüdiger von Manstein dem Drängen von Historikern nachgab und Einblick auch in die privaten Kriegstagebücher und die Korrespondenz seines Vaters gestattete. Zu diesem Zweck fertigte er 2008 eine weitgehend vollständige Abschrift der Tagebücher sowie auszugsweise Abschriften aus Briefen seines Vaters an. Diese stellte er in den folgenden Jahren mehreren Forschern zur Verfügung.24 In einigen Fällen gab er auch Kopien von Teilen der Tagebücher weiter.25

Im Jahre 2018 begann Rüdiger von Mansteins Ehefrau Irene damit, die Korrespondenz von Erich und Jutta-Sibylle von Manstein aus den Jahren 1939–1944 zu sortieren und weitere Teile daraus abzuschreiben. Ende 2018 fragte Rüdiger von Manstein den Herausgeber der vorliegenden Arbeit, ob er bereit sei, die Kriegstagebücher seines Vaters zu edieren. Nach reiflicher Überlegung sagte der Herausgeber zu, wobei es ihm vorab wichtig erschien, mit der Familie von Manstein einen Vertrag abzuschließen, der ihm die Möglichkeit garantiert, völlig unabhängig an der Edition zu arbeiten und die notwendige wissenschaftliche Distanz zu wahren.26 Familie von Manstein erklärte sich nicht nur dazu bereit, sondern zeigte sich auch erfreulich aufgeschlossen gegenüber einer kritischen Aufarbeitung der Unterlagen Erich von Mansteins aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Alle in dieser Edition präsentierten Ergebnisse und Aussagen liegen folglich allein in der Verantwortung des Herausgebers.

Mansteins Tagebücher und Briefe

Im August 1939 begann Erich von Manstein, ein privates Dienst- beziehungsweise Kriegstagebuch zu führen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen schrieb er darin nur militärische und militärpolitische Gedanken und Ereignisse nieder und ließ Privates außen vor. Wie bereits erwähnt sollten ihm diese Aufzeichnungen offenbar als Grundlage für seine Kriegserinnerungen dienen. Zudem rechnete Manstein anscheinend damit, dass nicht nur er selbst später seine Tagebücher lesen würde. Im November 1939 schrieb er seiner Frau: „Wie gern würde ich Dir erzählen, welche Gedanken mich seit ich hier bin beschäftigt haben. Es geht aber leider nicht. Du kannst sie später mal in einem Tagebuch lesen, das ich diesmal, wenn auch nicht täglich schreibe.“27

Aufgrund dieser Tatsache ist davon auszugehen, dass Manstein nicht nur in seinen Briefen, sondern auch in seinen Tagebüchern eine Selbstzensur vornahm. Andere Offiziere der Wehrmacht verhielten sich ähnlich. So führte etwa General Joachim Lemelsen (1888–1954) ein persönliches Kriegstagebuch, das ausdrücklich (auch) für seine Familie gedacht war.28 Am 20. Juli 1941 wurde Lemelsen Zeuge eines sowjetischen Kriegsverbrechens und schrieb über die Rote Armee in sein Tagebuch: „Dieser Feind führt keinen soldatischen Krieg, das ist ein Abschlachten. Die Wut unserer Männer ist riesengroß. Und wir behandeln die Gefangenen trotzdem anständig, das ist ritterliche Kampfesweise! Die kennt der Russe nicht.“29 Allerdings hatte Lemelsen erst drei Wochen zuvor als Kommandierender General des XXXXVII. Armee-Korps (mot.) einen Tagesbefehl an seine Truppen erlassen, der mit den Worten beginnt: „Trotz meiner Verfügung vom 25.6.41, die anscheinend nicht bis zu den Kompanien durchgedrungen ist, werden immer wieder Erschießungen von Gefangenen, Überläufern und Deserteuren festgestellt, die in unverantwortlicher, sinnloser und verbrecherischer Weise stattfinden. Das ist Mord! Die deutsche Wehrmacht führt diesen Krieg gegen den Bolschewismus, nicht aber gegen die vereinigten russischen Völker.“30

Allein dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, private Kriegstagebücher als Quellen nicht nur für sich selbst sprechen zu lassen, sondern zu kontextualisieren und mit anderen Unterlagen abzugleichen. Denn anscheinend war die Praxis, dass Soldaten ihre Tagebücher nicht nur für sich selbst, sondern auch für Angehörige führten, recht verbreitet. Ein weiteres Beispiel dafür ist das persönliche Kriegstagebuch von Leutnant Rainer Mulzer, einem Angehörigen der Korps-Nachrichten-Abteilung 50. Mulzer widmete seine Tagebücher seiner Frau, und diese schrieb zuweilen Sinnsprüche hinein.31

Manstein berichtet in seinen Tagebüchern gleichwohl auch über Geschehnisse, die seine Frau sicherlich aufgewühlt hätten. So finden sich etwa Aussagen über hohe Verluste eigener Truppen oder Schilderungen von Gefechten, bei denen sich Manstein selbst in große Gefahr begab. Wie die Edition zeigt, verharmloste Manstein diese Begebenheiten, wenn er seiner Frau in Briefen darüber berichtete. Außerdem enthalten seine Tagebücher zahllose Begriffe und Abkürzungen, die für militärisch nicht geschulte Personen unverständlich sind. Deshalb lässt sich bezweifeln, ob Manstein vorhatte, seine Frau später seine gesamten Originaltagebücher lesen zu lassen. Dennoch muss auch in seinem Fall eine Selbstzensur vorausgesetzt werden.

*

Manstein führte während des Zweiten Weltkriegs nicht durchgehend Tagebuch. In ruhigen Phasen, in denen nichts geschah, was ihm aufzeichnungswert erschien, sowie im Urlaub unterbrach er seine Niederschriften. Außerdem fand er an manchen Tagen, an denen er dienstlich sehr beschäftigt war, keine Zeit zum Schreiben.

Sein erstes persönliches Dienst- beziehungsweise Kriegstagebuch, das handschriftlich verfasst ist, beginnt am 13. August 1939 und endet am 24. Oktober 1939. Am selben Tag setzte er seine Aufzeichnungen maschinenschriftlich fort. Am 17. Februar 1940 schloss er den zweiten Teil seiner Tagebücher ab und schrieb erst am 10. Mai 1940 weiter, als die Wehrmacht zur Offensive im Westen antrat. Der dritte Teil, ebenfalls mit Schreibmaschine verfasst, endet am 29. Juni 1940, also wenige Tage nach dem Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich. Danach führte Manstein fast ein Jahr lang kein Tagebuch. Erst am 15. Juni 1941, eine Woche vor Beginn der Operation ‚Barbarossa‘ gegen die Sowjetunion, begann er mit weiteren Aufzeichnungen. Diese verfasste er bis zum 5. Juni 1942 handschriftlich, danach benutzte er bis zum Abschluss seiner Kriegstagebücher im Frühjahr 1944 wieder eine Schreibmaschine.

Im vorliegenden Editionsband werden Mansteins Tagebücher vom 13. August 1939 bis zum 29. Juni 1940 fast vollständig wiedergegeben.32 Der folgende Zeitraum bis Mitte März 1941, der ebenfalls behandelt wird, kann zwar nicht durch Tagebuchaufzeichnungen, aber durch Briefe und Postkarten abgedeckt werden. Wenn Manstein von zu Hause abwesend war, schrieb er seiner Frau fast täglich. Etwa die Hälfte seiner Briefe ist handschriftlich verfasst, die andere Hälfte mit Schreibmaschine. Jutta-Sibylle von Manstein schickte ihrem Mann, wenn es ihre Zeit erlaubte, an manchen Tagen sogar mehrere Briefe oder Postkarten, und zwar ausschließlich in handschriftlicher Form.

Insgesamt wechselte das Ehepaar von September 1939 bis März 1944 etwa 2.400 Briefe und Postkarten. Nicht alle davon sind erhalten geblieben. Aus dem Zeitraum, der im vorliegenden Band behandelt wird, liegen insgesamt 590 Briefe und Postkarten vor. Durch Bezüge auf Schreiben, die nicht mehr existieren, lässt sich darauf schließen, dass Erich und Jutta-Sibylle von Manstein im Untersuchungszeitraum einander circa 630 Briefe und Postkarten schickten. Demnach befinden sich etwa 40 davon nicht mehr in dem Bestand, den der Herausgeber bearbeitet hat. Die Verluste verteilen sich zu zwei Dritteln auf Briefe Erich von Mansteins, zu einem Drittel auf Schreiben seiner Frau. In Einzelfällen fehlen von ursprünglich mehrseitigen Briefen eine oder mehrere Seiten.

Die Edition

Schon aus Platzgründen kann nur eine Auswahl der zahlreichen Briefe und Postkarten ediert werden. Außerdem genügt es in den meisten Fällen, einzelne relevante Abschnitte aus diesen Schreiben wiederzugeben. Bei der Zusammenstellung der Schriftstücke und ihrer Kommentierung hat der Herausgeber sein Hauptaugenmerk auf Passagen gerichtet, die für die Operationsgeschichte jener Feldzüge relevant sind, an deren Vorbereitung oder Durchführung Erich von Manstein beteiligt war.

Weitere Kriterien für die Auswahl und Kommentierung sind Informationen zu Mansteins militärischem Werdegang, zur Geschichte der Verbände, die er führte, sowie zu wichtigen militärischen und politischen Persönlichkeiten, mit denen er Kontakt hatte. Außerdem werden Textauszüge wiedergegeben, die Einblicke in Mansteins Mentalität, seine sittlich-moralischen Wertvorstellungen und seine Weltanschauung gewähren und ihn als Menschen charakterisieren. Einige Stellen aus den Briefen hat der Herausgeber zudem ausgewählt, um dem Leser Einblick in die tiefe Verbundenheit und innige Liebe des Ehepaars Manstein zu geben – eine wesentliche Stütze, die beiden immer wieder Kraft verlieh. Schließlich erfolgt auch die Wiedergabe interessanter Bemerkungen über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, gerade aus den Briefen Jutta-Sibylle von Mansteins, die den Krieg an der ‚Heimatfront‘ erlebte.

Briefe Erich von Mansteins, die im Editionsteil vollständig oder mit nur unwesentlichen Auslassungen wiedergegeben werden, sind mit ‚Brief an seine Frau‘ überschrieben, entsprechende Briefe seiner Frau mit ‚Brief Jutta-Sibylle von Mansteins an ihren Mann‘. Sind lediglich Teile der Schreiben abgedruckt, lautet die Überschrift ‚Auszug aus einem Brief‘ bzw. ‚Auszüge aus einem Brief‘.

Nicht geläufige Abkürzungen in den Briefen wurden in eckigen Klammern ergänzt, wobei der Herausgeber mit Vervollständigungen sparsam umgegangen ist: Hat Manstein zum Beispiel im selben Brief zweimal hintereinander den Namen Rundstedt mit ‚R.‘ oder ‚Ru.‘ abgekürzt, wurde nur die erste Abkürzung aufgelöst, solange klar ist, dass es sich auch bei der zweiten Nennung um dieselbe Person handelt.

Fehlende Satzzeichen hat der Herausgeber nur dann ergänzt, wenn der Sinn eines Satzes sonst schwer verständlich oder nicht eindeutig wäre. Ansonsten wurde die Zeichensetzung ebenso wie die Rechtschreibung im Editionsteil weitgehend originalgetreu wiedergegeben.33 Wiederkehrende fehlerhafte Schreibweisen wurden nicht gekennzeichnet. Das gilt vor allem für die von Manstein nur selten beachtete Großschreibung von substantivierten Adjektiven, beispielsweise „das merkwürdige des Schicksals“34, ebenso für „garnicht“ (statt gar nicht).35 Offensichtliche, unwesentliche Tippfehler in maschinenschriftlichen Dokumenten wurden stillschweigend korrigiert.

Sämtliche Unterstreichungen in den Original-Tagebüchern und -Briefen hat der Herausgeber in den edierten Text übertragen.36 Dagegen hat er, um den Lesefluss zu verbessern, in einigen Fällen unnötige Absätze aus den Originalen nicht übernommen.

*

Jedes Kapitel der Edition wird mit einem darstellenden Teil eingeleitet. Darin schildert der Herausgeber jeweils den Hintergrund, der dem Leser das Verständnis des Editionsteils erleichtern soll. Der inhaltliche Schwerpunkt des darstellenden Teils liegt – ebenso wie im Editionsteil – auf der Operationsgeschichte, außerdem auf strategischen und politischen Entwicklungen. Die taktische Ebene und einzelne Gefechte der behandelten militärischen Operationen hat der Herausgeber nur dann ausführlicher beschrieben, wenn sie für den Verlauf der Operationen wichtig waren. Ansonsten werden taktische Details gegebenenfalls in den kommentierenden Anmerkungen im Editionsteil ausführlicher beschrieben.

*

Erich von Manstein ist vor allem als Operateur des deutschen Heeres im Zweiten Weltkrieg berühmt geworden. Spätestens als Generalfeldmarschall hatte er auch eine herausragende Funktion im System des nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungskrieges. Mit dieser Rolle Mansteins hat sich die jüngere geschichtswissenschaftliche Forschung bereits ausführlich beschäftigt.37 Mansteins bemerkenswert steile Karriere während des Zweiten Weltkriegs beruhte jedoch auf seinem operativen Können.38 Gerade dieser Kern von Mansteins Wirken ist in der jüngeren Forschung indes stark vernachlässigt worden; wirklich fundierte und tiefgründig recherchierte Untersuchungen gibt es dazu bislang nicht.39 Mansteins Nachlass eröffnet hierzu neue Perspektiven, denn ein großer Teil davon bezieht sich auf militärisch-operative Fragen. Daher nimmt die vorliegende Edition vor allem operationsgeschichtliche Aspekte in den Blick. Allerdings stellt der Herausgeber nicht nur Unterlagen aus Mansteins Nachlass vor, sondern präsentiert auf der Grundlage eingehender Untersuchungen zahlreicher weiterer Primärquellen auch neue Forschungsergebnisse zur deutschen Kriegführung in den Jahren 1939–1941.

Quellen und Literatur

Mansteins Nachlass ist auch deshalb für die Forschung relevant, weil er einen kritischen Abgleich mit Mansteins Memoiren ‚Verlorene Siege‘ erlaubt. Diese erschienen erstmals 1955 und wurden bis 2015 insgesamt zwanzigmal aufgelegt. Außerdem liegen sie in etlichen Übersetzungen vor. Fast alle Autoren, die bislang über Mansteins Operationen im Zweiten Weltkrieg geschrieben haben, haben die ‚Verlorenen Siege‘ als eine Hauptquelle herangezogen – oftmals unkritisch, wie in dieser Edition immer wieder aufgezeigt wird.

Manstein begann mit der Arbeit an seinen Memoiren bereits während seiner Haft in Werl, als er um seine Rehabilitierung und Freilassung rang.40 Dementsprechend schrieb er seine Erinnerungen unter dem Rechtfertigungszwang der im Kriegsverbrecherprozess gegen ihn erhobenen Anklagepunkte. Wenngleich die ‚Verlorenen Siege‘ relativ sachlich verfasst sind und deutlich näher an der historischen Wirklichkeit liegen als die Erinnerungsschriften anderer ehemaliger Wehrmachtgenerale41, enthalten sie dennoch etliche falsche Aussagen sowie Auslassungen. Wie alle nachträglich entstandenen Rechtfertigungsschriften müssen sie daher kritisch gelesen werden. Dabei liegt den fehlerhaften Darstellungen keineswegs immer eine unlautere Absicht zugrunde. So finden sich in den ‚Verlorenen Siegen‘ mehrere falsche Angaben, die Manstein einfach nur ungeprüft aus seinen Tagebüchern übernahm.42 Auch manche Fehleinschätzungen beruhen darauf, dass Manstein seine Unterlagen aus der Kriegszeit als Grundlage für seine Memoiren benutzte und sich damit auf einen ungenügenden Kenntnisstand verließ. Dies trifft beispielsweise auf seine Aussage zu, die Wehrmacht hätte an der Ostfront ab 1943 bei geschickter Operationsführung noch ein Remis erkämpfen können.43 Diese Überzeugung behielt Manstein auch nach dem Krieg, weil er nicht wusste, dass die Abteilung Fremde Heere Ost des Generalstabs des Heeres die Ressourcen der Sowjetunion und die Stärke der Roten Armee während des gesamten Zweiten Weltkriegs weit unterschätzt hatte und weil ihm offenbar auch zehn Jahre später keine neuen Erkenntnisse vorlagen.44 Wäre Manstein besser informiert gewesen, hätte er sehr wahrscheinlich von der Vorstellung einer möglichen „Remislösung“45 Abstand genommen. Die vorliegende Arbeit dient folglich auch einer kritischen Überprüfung von Mansteins Memoiren.

Neben den ‚Verlorenen Siegen‘ (1955) und den Erinnerungen ‚Aus einem Soldatenleben‘ (1958) liegt als drittes autobiografisches Buch ‚Soldat im 20. Jahrhundert‘ vor. Dieses wurde 1981 von Mansteins Sohn Rüdiger und von Theodor Fuchs herausgegeben und enthält eine Reihe von bis dahin unveröffentlichten Schriften Mansteins aus der Nachkriegszeit. Die Kapitel über Mansteins Leben und militärische Karriere bis 1944 beruhen allerdings im Wesentlichen auf seinen Memoiren. ‚Soldat im 20. Jahrhundert‘ enthält daher fast keine Informationen über die Zeit vom Herbst 1939 bis zum Frühjahr 1944, die Manstein nicht schon 1955 dargelegt hatte.

Ein Kuriosum bildet schließlich Franz Kurowskis Buch ‚An den Brennpunkten des Zweiten Weltkriegs‘, das dieser laut eigener Aussage angeblich zusammen mit Erich von Manstein verfasst hat. Im Vorwort schreibt Kurowski: „Dieses Werk wurde nach einer Reihe von Gesprächen und einer intensiven Korrespondenz sowie authentischen Unterlagen aus dem Archiv des Generalfeldmarschalls Erich von Manstein erstellt. Es wurde vom Feldmarschall selbst gelesen, korrigiert und mit umfangreichen Ergänzungen versehen.“46 Auffällig ist zum einen, dass Kurowski dieses Buch erst 2004 veröffentlichte, also mehr als 30 Jahre nach dem Tod des Feldmarschalls. Zum anderen gibt es inhaltlich vor allem Auszüge aus Mansteins Erinnerungen wieder. Da Kurowski bereits hinlänglich dafür bekannt ist, dass er seine Bücher mit verfälschenden Aussagen und fiktionalen Geschichten anreicherte47, erstaunt nicht, dass Mansteins Familienangehörige weder von ihm noch von seinem Buch ‚An den Brennpunkten des Zweiten Weltkriegs‘ gehört hatten, bevor der Herausgeber dieser Edition sie 2023 danach fragte. Eine Mitautorschaft Erich von Mansteins ist daher auszuschließen. Ebenso frei erfunden dürften Kurowskis Behauptungen sein, Manstein habe ihm Unterlagen aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt und das Manuskript gelesen, korrigiert und ergänzt. Offensichtlich ist die Veröffentlichung mit der angeblichen Ko-Autorschaft Mansteins lediglich dem Bestreben geschuldet, von dem zugkräftigen Namen des berühmten Feldmarschalls finanziell zu profitieren.

*

Um all die tatsächlichen und vermeintlichen Ego-Dokumente Mansteins, die über seine Zeit als Militärführer im Zweiten Weltkrieg Auskunft geben, kritisch zu überprüfen und zu kontextualisieren, hat der Herausgeber der vorliegenden Edition neben der einschlägigen Literatur und den bereits veröffentlichten Quelleneditionen zahlreiche unbeachtete oder bislang nicht gründlich ausgewertete Archivalien herangezogen. Dazu zählen vor allem die Kriegstagebücher der Kommandobehörden und Verbände, die Manstein während des Zweiten Weltkriegs geführt hat oder denen er unterstellt war. Hinzu kommen private Tagebücher und Briefe von Militärs, mit denen Manstein in Kontakt stand, sowie Quellen der höchsten militärischen Führungsebenen der Wehrmacht.

Da die bislang unveröffentlichten Dokumente und Archivalien im Original teilweise mit gestempelten Blattzahlen paginiert und teilweise mit Seitenzahlen versehen sind, sollen abschließend noch einige Bemerkungen zur Zitationsweise in dieser Arbeit erfolgen: Sind Archivalien mit Paginierungen versehen, die im Archiv aufgestempelt wurden, erfolgt die Nennung des entsprechenden Blattes.48 Falls die Archiv-Paginierung fehlt (oder zu der Zeit fehlte, als der Herausgeber mit den Dokumenten gearbeitet hat), aber die Dokumente mit maschinen- oder handschriftlichen Seitenzahlen versehen sind, wird im Verweis die entsprechende Seitenzahl kenntlich gemacht.49 Mitunter sind Dokumente doppelt paginiert und haben sowohl eine originale Seitennummerierung als auch die erst später im Archiv mit einem Stempel aufgebrachte Paginierung. In solchen Fällen wird die Blattzahl angegeben, nicht die Seitenzahl.50 Ist ein Dokument weder mit Seiten- noch mit Blattzahlen versehen, wird dies durch die Angabe ‚unpaginiert‘ kenntlich gemacht.51

1

Erich von Mansteins komplette Vornamen lauteten: Fritz Erich Georg Eduard. In seinen Personalunterlagen ist als Rufname Fritz-Erich angegeben. In Wirklichkeit gab Manstein als seinen Vornamen aber stets nur Erich an. Siehe OKH, HPA, Personalunterlagen Manstein, BA-MA, Pers 6/33, Bl. 4, sowie Pers 6/300182. Zu Mansteins Lebenslauf ausführlich siehe v.a. die Manstein-Biografie von Mungo Melvin. Tabellarische Lebensläufe finden sich bspw. in Engelmann, Manstein, passim; Manstein, Soldat, S. 423–425; Melvin, Manstein, S. 512–515.

2

Die entsprechende Passage in Mansteins Erinnerungen suggeriert, er sei unmittelbar nach seiner Geburt von Georg und Hedwig von Manstein adoptiert worden (Manstein, Soldatenleben, S. 11 f.). Wie aus einem Dokument hervorgeht, das sich im Besitz der Familie befindet, wurde die Adoption jedoch erst im März 1900 rechtskräftig vollzogen (Namen- und Wappen-Vermehrungs-Brief für den Kadetten Fritz Erich Georg Eduard von Lewinski, Adoptivsohn des Generalmajors zur Disposition Georg von Manstein, 30.10.1901). – Georg und Hedwig von Manstein adoptierten außerdem die Tochter eines Bruders von Hedwig, sodass Erich mit seiner Cousine Martha von Sperling-Manstein (1884–1956) als Adoptivschwester aufwuchs.

3

So Stein, Generalfeldmarschall, S. 21; Lemay, Manstein, S. 22; Wrochem, Manstein, S. 29, Anm. 8.

4

Namen- und Wappen-Vermehrungs-Brief für den Kadetten Fritz Erich Georg Eduard von Lewinski, Adoptivsohn des Generalmajors zur Disposition Georg von Manstein, 30.10.1901.

5

OKH, HPA, Personalakte Manstein, BA-MA, Pers 6/33, Bl. 22.

6

Melvin, Manstein, S. 21, 23, 28 f. u. 35 f.

7

Heute Kołobrzeg in Polen.

8

Heute Legnica in Polen.

9

Auf die Hintergründe von Mansteins Ablösung als Oberquartiermeister I und auf andere Stationen seiner Laufbahn vor 1939 wird in der Kommentierung seiner Tagebücher und Briefe noch detaillierter eingegangen.

10

Die Familie wohnte in der Holteistraße (heute ulica Stefana Okrzei).

11

Bartz, Emil: Liegnitz, die Gartenstadt Schlesiens auf deutschem Schicksalsboden, in: Liegnitzer Einwohnerbuch, S. XIX.

12

Zur Unterbringung der Truppenteile der 18. Inf.Div. und anderer Wehrmacht-Dienststellen in Liegnitz siehe ebd., S. 329.

13

Ausführlich dazu: Schwarz, Stabilisierung.

14

Detailliert dazu: Brüggemann, Männer, passim.

15

Ausführlich dazu: Wrochem, Manstein, S. 152–192.

16

Mansteins vorzeitige Entlassung erfolgte aus politischen sowie gesundheitlichen Gründen, außerdem wegen guter Führung. Siehe ebd., S. 212–261.

17

Die Angaben zu Mansteins Todestag weichen in der Literatur voneinander ab. In mehreren Darstellungen heißt es, Manstein sei am 9.6.1973 gestorben (z.B. Engelmann, Manstein, S. 163; Schwarz, Stabilisierung, S. 47, Anm. 85; Manstein, Soldat, S. 423). Mindestens ein Autor hat dagegen den 11.6.1973 angegeben (Klink, Ernst: Manstein, Erich von, in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 83–85, Onlinefassung, URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11857731X.html, Zugriff: 23.3.2021). Laut seinem Grabstein auf dem Friedhof in Dorfmark und nach Auskunft seiner Schwiegertochter starb Manstein jedoch am 10.6.1973.

18

Aus der Zeit vor 1939 finden sich dagegen nur sehr wenige Dokumente im Nachlass. Dementsprechend schrieb Manstein im Vorwort zum Band seiner Erinnerungen, der den Zeitraum von 1887–1939 umfasst: „Wie alles, was ich in diesem Buch niedergelegt habe, beruht auch die Schilderung der Arbeit in der Reichswehr und beim Aufbau der neuen Wehrmacht auf der Erinnerung, nicht auf Akten oder Tagebuchaufzeichnungen.“ (Manstein, Soldatenleben, S. 8.)

19

Siehe dazu bspw. Eckert, Kampf.

20

Er wurde im BA-MA unter der Signatur N 507 archiviert.

21

So stammt z.B. das heute im BA-MA unter der Signatur RH 19-VI/45 aufbewahrte KTB der H.Gr. Süd vom 24.3.–4.7.1943 aus Mansteins Nachlass.

22

So erhielt etwa Oliver von Wrochem für seine Studie über Manstein keinen Zugang zum Nachlass. Siehe Wrochem, Manstein, S. 27, Anm. 63.

23

Hanisch unterzog sich der Mühe, den Nachlass zu sortieren und zu katalogisieren.

24

Bspw. Mungo Melvin für dessen Manstein-Biografie und Wolfram Pyta für dessen Monografie über Hitler (Melvin, Manstein; Pyta, Hitler). – Wie bereits im Vorwort dieser Edition erwähnt war diese Abschrift auch für den Herausgeber eine wertvolle Hilfe. Allerdings hatte Rüdiger von Manstein Schwierigkeiten, die Handschrift seines Vaters zu lesen. Daher enthält seine Abschrift der Tagebücher zahlreiche Fehler. Außerdem fehlen mehrere kleine Passagen, die Rüdiger von M. entweder nicht entziffern konnte oder beim Abschreiben übersah.

25

So übergab er dem Herausgeber dieser Edition 2014 für dessen im Entstehen begriffene Monografie über die Schlacht bei Kursk freundlicherweise Kopien des Tagebuchs vom März 1943 bis zum April 1944.

26

Zu den Klauseln des Vertrags gehört u.a. der Verzicht der Familie von Manstein auf jegliche inhaltlichen Eingriffe in die Arbeit, unabhängig von ihren Erkenntnissen, außerdem die Verpflichtung, dem Herausgeber Zugang zu sämtlichen relevanten Originalunterlagen zu gewähren und ihm keine Dokumente vorzuenthalten.

27

Auszug aus einem Brief vom 7.11.1939, wiedergegeben im Kapitel 3.1.2 dieser Edition.

28

Der erste Eintrag, vom 2.2.1940, lautet: „Ihr Lieben! Wie vor 26 Jahren will ich auch jetzt wieder ein Kriegstagebuch beginnen mit dem Wunsche, dass ich es bis zum siegreichen Ende dieses Krieges führen kann.“ (Joachim Lemelsen, persönliches KTB, NL Lemelsen, BA-MA, N 910/4, Bl. 1.)

29

Joachim Lemelsen, persönliches KTB, NL Lemelsen, BA-MA, N 910/5, Bl. 43.

30

Gen.Kdo. XXXXVII. Panzerkorps [sic], Anlagen Nr. 101–200 zum KTB Nr. 2, Abt. Ia, 26.6.–6.7.1941, NARA, T-314, R. 1097, Fr. 509. Zur Datierung dieses Befehls vom 30.6.1941 siehe auch Gen.Kdo. XXXXVII. Panzerkorps [sic], KTB Nr. 2, Abt. Ia, 25.5.–22.9.1941, ebd., Fr. 59.

31

Mulzer, Kriegstagebuch Polen, 29.8.–31.10.1939, Sammlung Herausgeber.

32

Die einzige Auslassung betrifft eine kurze Passage vom 23.10.1939, in der Manstein in sehr persönlichen Worten seine Kinder charakterisiert. Da diese Textstelle für die Edition irrelevant ist, hat der Herausgeber dem Wunsch der Familie von Manstein entsprochen und sie ausgelassen.

33

In den darstellenden Teilen (‚Hintergrund‘) und in den Fußnoten wurden dagegen alle Zitate an die moderne Rechtschreibung angeglichen.

34

Zitat aus dem Brief Erich von Mansteins vom 18.1.1940 im Kapitel 3.1.2 dieser Edition.

35

Zitat aus Mansteins Tagebuch vom 22.1.1940 im Kapitel 3.1.2 dieser Edition. Für die Überprüfung der damals gültigen Schreibweisen hat der Herausgeber verwendet: Der Große Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter nach den für das Deutsche Reich und die Schweiz gültigen amtlichen Regeln, bearbeitet von der Fachschriftleitung des Bibliographischen Instituts, 12. Aufl., Leipzig 1941.

36

Da der Herausgeber in den edierten Tagebüchern und Briefen grundsätzlich keine eigenen Hervorhebungen vorgenommen hat, wurden im Editionsteil alle Unterstreichungen stillschweigend aus den Originalen übernommen. Nur bei Zitaten im darstellenden Teil und in den Anmerkungen wurde vermerkt, ob es sich um Hervorhebungen handelt, die sich bereits im Original finden oder solche, die der Herausgeber eingefügt hat.

37

Hier sind in erster Linie die Beiträge von Oliver von Wrochem zu nennen.

38

Nicht nur bei Manstein, sondern auch bei den anderen deutschen Heerführern stand operatives Handeln im Vordergrund ihres Wirkens. Siehe dazu Hürter, Heerführer, S. 266–358, bes. S. 279.

39

Selbst die nach Einschätzung des Herausgebers bislang beste Manstein-Biografie (Melvin, Manstein) stützt sich an vielen Stellen unkritisch auf Mansteins Memoiren.

40

Wrochem, Manstein, S. 229, Anm. 90.

41

Zu den wahrheitswidrigsten gehören nach Einschätzung des Herausgebers ‚Hitler als Feldherr‘ (1949) von Franz Halder sowie ‚Erinnerungen eines Soldaten‘ (1951) von Heinz Guderian.

42

Siehe z.B. Mansteins Tagebucheintrag vom 22.1.1940 (darin die Passage zum ‚Mechelen-Zwischenfall‘) im Kapitel 3.1.2 dieser Edition und die dortige Kommentierung.

43

So Manstein, Siege, u.a. S. 322, 384 u. 468.

44

Darauf wird in einem späteren Band noch ausführlich einzugehen sein.

45

Manstein, Siege, S. 478.

46

Manstein/Kurowski, An den Brennpunkten, S. 5.

47

Siehe dazu Töppel, Krieg.

48

Bspw. OKH, HPA, Personalakte Rundstedt, BA-MA, Pers 6/16, Bl. 113.

49

Bspw. OKH/Gen.St.d.H./Op.Abt., KTB, 10.5.–23.6.1940, NL Münchhausen, BA-MA, N 813/9, S. 2.

50

In wenigen Ausnahmefällen hat der Herausgeber sowohl die Blatt- als auch die Seitenzahlen angegeben, um die Auffindbarkeit der jeweiligen Belegstelle zu erleichtern, z.B. Gen.Kdo. XIX. AK, KTB Nr. 3, Abt. Ia, 9.5.–24.6.1940, BA-MA, RH 21-2/41, Bl. 8 (S. 10).

51

Bspw. AOK 8, Anlagen zum KTB, Abt. Ia, Bd. 2/16, 22.9.–24.9.1939, BA-MA, RH 20-8/35, unpag.

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Manstein

Kriegstagebücher und Briefe 1939–1941

Cover Manstein
ISBN:
9783657794881
Verleger:
Brill | Schöningh
Print-Publikationsdatum:
10 Apr 2025
  • Fachgebiete
    • Geschichte
      • Kriegsgeschichte
Front Matter
Preliminary Material
Copyright Page
Dedication
Vorwort
Einleitung
Kapitel 1 Auf dem Weg in den Krieg, Mai–August 1939
Kapitel 2 Der Feldzug gegen Polen, September–Oktober 1939
Kapitel 3 Zwischen Polen und Frankreich, Oktober 1939–Mai 1940
Kapitel 4 Der Feldzug im Westen, Mai–Juni 1940
Kapitel 5 Neue Aufgaben in Frankreich, Juni 1940–März 1941
Zusammenfassung
Bild- und Kartenanhang
Back Matter
Quellen und Literatur
Abkürzungen
Ortsregister
Personenregister

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