»Strahlen im Kalten Krieg« untersucht den politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Umgang mit radioaktiver Strahlung in der Schweiz. Im Kalten Krieg avancierten Atombomben zur bedeutendsten Bedrohung, Kernkraftwerke versprachen riesige Mengen an Energie, und Radioisotope befeuerten biomedizinische Forschungen. Strahlen bündelten die Zukunftsversprechen und Visionen, aber auch die Ãngste und Bedrohungsvorstellungen der Epoche. Die Studie nimmt Akteure aus Militär, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft in den Blick. Sie zeigt auf, wie in der Schweiz seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl mit Strahlen umgegangen wurde. Sie beleuchtet nicht nur die Vorbereitungen auf einen künftigen Atomkrieg, sondern auch die Vorkehrungen für einen nuklearen Alltag. Die Geschichte von Strahlen und den gegen sie ergriffenen SchutzmaÃnahmen gibt Aufschluss über die noch wenig erforschte politische Kultur der Schweiz im Kalten Krieg.
Copyright Year:
2021
âRadiation in the Cold Warâ investigates the way that politics, science, and society dealt with radiation in Switzerland. The study examines how Switzerland prepared for a future atomic war as well as for nuclear uses in everday life. The history of radiation and radiation protection sheds light on the political culture of Cold War Switzerland that so far has only received little attention.
Sibylle Marti ist Visiting Fellow am IGK âArbeit und Lebenslauf in globalhistorischer Perspektiveâ (re:work) an der Humboldt-Universität Berlin.
"Martiâs methodology, framing, empirical meticulousness, and analytical rigor make this one of the most important studies on nuclear history in recent years." - Dolores L. Augustine, in: Technology and Culture, 62 (July 2021)
"Diese uÌberzeugende Arbeit stellt somit eine Grundlagenstudie zur Nachkriegsgeschichte von Strahlen und Atomenergie in der Schweiz dar, an der die zukuÌnftige Forschung nicht vorbeikommen wird." - Stefanie van de Kerkhof, in: H-Soz-Kult (05.08.2021)