Das Leid als Ausgangsmotiv in Ingeborg Bachmanns Todesarten-Projekt vor dem Hintergrund von Theodor W. Adornos literarischer Ãsthetik und Erkenntniskritik
Sowohl Ingeborg Bachmann als auch Theodor W. Adorno haben sich in ihren Schriften mit der Frage nach den Mechanismen faschistischer Denkmodi auseinandergesetzt. In Kristina Pleinerts Arbeit werden die Gründe erkennbar, warum jene Mechanismen, die in ihrer extremsten Ausprägung zum Holocaust geführt haben, bis heute wirksam sind. IInfolge Pleinerts interdisziplinärer Untersuchung zwischen literarischen (Bachmann) und philosophischen (Adorno) Textformen eröffnen sich jedoch nicht nur erkenntnisstiftende Momente über die Ursachenergründung geschichtlich-gesellschaftlichen Leids, sondern es kristallisiert sich auch eine von Adorno und Bachmann anvisierte Sprach- und Erkenntnisutopie heraus, die, wie die Autorin darlegt, nicht nur utopistisch über das âsinnlose Leidenâ (Adorno) hinausweist, sondern eine lebenspraktische Anleitung in sich birgt, die in ihrer Umsetzung eine andere, friedvollere Welt zur Konsequenz hat.
Copyright Year:
2026
Both Ingeborg Bachmann and Theodor W. Adorno addressed the question of the mechanisms of fascist modes of thinking in their writings. Pleinert's work reveals the reasons why these mechanisms are still effective today and shows that this very investigation into the causes of âdarknessâ conceals practical guidance for life, the implementation of which would result in a different, more peaceful world.
Kristina Pleinert absolvierte nach ihrem Grundstudium der Germanistik und Philosophie an der Universität Potsdam an der Freien Universität Berlin den Masterstudiengang in Neuerer Deutscher Literatur. Ebendort hat sie am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften promoviert.