Der Band bietet einen Einblick in frühneuzeitliche Kulturen des Urteilens und deren Darstellung. In der Frühen Neuzeit wurde das Urteil zu einem ideengeschichtlichen Schlüsselbegriff. Angesichts der Aufwertung, die das iudicium als unveräuÃerliches Vermögen des Individuums in dieser Zeit erfährt, werden exemplarisch frühneuzeitliche Kontexte, Strategien, Praktiken und Theorien des Urteilens untersucht. Aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen werden dabei u.a. Texte von Giordano Bruno, Giorgio Vasari, Filippo Baldinucci, Pietro Testa, Galileo Galilei, Baltasar Gracián, Calderón de la Barca, Andreas Gryphius, Johann Christian Hallmann und Giulio Solimani sowie Bittschriften und Traktate über Geburtshilfe beleuchtet. Geurteilt wird in diesen Texten über Kosmologie, über Kunst und Literatur, über politische Belange, über Ãbergriffe im Kontext von Sklaverei oder auch über Entscheidungen im Zuge der Arbeit von Hebammen.
Copyright Year:
2026
Considering the reassessment of judgment as an inalienable faculty of the individual, the present miscellany examines a number of early modern contexts, strategies, practices and theories of judgment. The main focus lies on German, Italian, Spanish and Latin literary texts, treatises and petitions that are considered from the perspective of various disciplines.
Martina Meidl ist Assoc. Professorin für Romanistische Literaturwissenschaft an der Universität Klagenfurt. Ihre aktuellen Forschungsinteressen liegen in den Bereichen der spanischen frühneuzeitlichen Poetik, der französischen und italienischen Literatur des Ersten Weltkriegs sowie postmoderner literarischer Kurzformen.
Susanne A. Friede hat den Lehrstuhl für Romanische Philologie, insb. französische Literatur an der Ruhr-Universität Bochum inne. Ihre aktuellen Forschungsthemen sind das Verhältnis von Religion und Literatur in Artus- und Gralstexten des 12. und 13. Jahrhunderts, antiklassizistische Schreibweisen der Renaissance sowie Ausdrucksformen von Emotionen in der französischen und italienischen Literatur des 16. Jahrhunderts.
Angelika Kemper ist Assoc. Professorin für Ãltere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Klagenfurt. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Theaters, der Mnemotechnik, der Wissensvermittlung in städtischen Kontexten und der frühhumanistischen Literatur.