Die Herausforderung, die jede Beschäftigung mit Evidenz mit sich bringt, liegt in ihrer Mehrdeutigkeit. So kann Evidenz z.B. als Produkt eines Erkenntnisvorgangs aufgefasst werden, ebenso aber als Voraussetzung für Erkennen und Urteilen; Evidenz hat gleichermaÃen mit Rationalität und Intuition zu tun, sie beweist etwas, ist aber in ihrer ,Augenscheinlichkeitâ oft selbst nicht vollständig erklärbar. Im vorliegenden Band wird aus der Perspektive von Literaturwissenschaft und Philologie sowie Rechtswissenschaften erörtert, was Evidenz als (nicht) hermeneutischen Begriff ausmacht und in welcher Weise er für diejenigen Wissenschaftsdisziplinen fruchtbar gemacht werden kann, die sich mit der Interpretation von Texten befassen.
Copyright Year:
2026
Self-evidence (âEvidenzâ) is inherently ambiguous: it can be both the result and the precondition of cognition, tied to rationality and intuition, proving something yet remaining partly inexplicable. This volume explores how self-evidence, as a (non-)hermeneutic concept, can enrich text-focused disciplines like literary studies, philology, and law.
Dr. phil. József Krupp ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Latinistik der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. Seine Forschungsinteressen umfassen Augusteische Dichtung, Rezeption der Antike und die Theorie der Philologie.
Dr. Eva Marie Noller wurde in Heidelberg mit einer Arbeit zu Lukrezâ De rerum natura promoviert und arbeitet nach Stationen in Tübingen und Basel aktuell als Leiterin eines DFG-Projekts zu Pliniusâ Naturalis historia in Tübingen.