Das Kunstwerk ,Tonaufnahmeâ schwebt nicht im luftleeren Raum, sondern sein Entstehen wird von kulturellen Gegebenheiten geprägt. Das Projekt âKulturdatenanalyseâ vergleicht europäische und nordamerikanische Produktionskulturen etwa in Bezug auf Ausbildungsverläufe und den Gebrauch des Mischpults im Produktionsprozess. Es zeigt sich, dass die Unterschiede auch das habituelle Selbstverständnis der Berufe in Bezug auf das entstehende Werk prägen. Die Kommunikation zwischen allen Beteiligten spielt während des Produktionsverlaufs eine groÃe Rolle. Analytisch kann sichtbar gemacht werden, wie über musikalische Bedeutung gesprochen wird und wie Rollen konstruiert werden. Zudem wird in Aufnahmesituationen nicht nur gesungen oder gespielt, sondern häufig bestimmt das Gespräch zwischen den Beteiligten den Ablauf. Auch berufliches Wissen kann daher nicht als Wahrheit verstanden werden, sondern als Teil einer Kultur, die durch Praktiken gemacht und durch Diskurse transformiert wird.
Copyright Year:
2025
The creation of a sound recording is shaped by cultural circumstances. âKulturdatenanalyseâ compares European and North American production cultures. It shows that the differences also shape the professionsâ habitual self-image. And furthermore: Recording situations are not only about singing or playing, but often the conversation between the participants determines the process.
Karin Martensen studierte Musikwissenschaft an der Universität Hamburg und wurde in Hannover promoviert. AnschlieÃend war sie Projektleiterin des DFG-Projekts âTechnologien des Singensâ in Detmold und danach beim DFG-Projekt âDas Tonstudio als diskursiver Raumâ an der Technischen Universität Berlin. Seit 2022 ist sie Projektleiterin im DFG-Projekt âKulturdatenanalyse von Produktionskulturen in der klassischen Musikâ an der Technischen Universität Berlin.