Aventiurenerzählen erschlieÃt in seinen zentrifugalen Bewegungsmustern Areale am Rande dessen, was vertraut und ordnungsgemäà bestimmbar ist â mit weitreichenden Folgen für die europäische Literatur. Aber was resultiert aus dem Blick über den Rand? Konturiert sich im Erzählen eine andere Ordnung oder zeigt sich etwa ein Anderes der Ordnung? Werden in der agonalen Steigerungslogik des Abenteuers letztlich Differenzen in Intensitäten umgewandelt? Die Beiträge des Bandes werfen ein neues Licht auf die Genealogie des Abenteuers, dessen literarischer Eigenwert nicht einfach auf der Abblendung religiöser Sinnangebote gründet, sondern eher auf eigenwilligen Modi des Transzendierens. Am Beispiel volkssprachiger Texte, von Artusromanen und Kreuzzugsepen über Ritterbiographien bis hin zu spätmittelalterlichen Pilgerberichten, werden neue Thesen zur strukturellen Charakteristik, zur intertextuellen Reichweite und zur Interdependenz des Abenteuer-Narrativs mit Historie und sozialer Praxis erprobt.
Copyright Year:
2025
By its centrifugal movements, the medieval âventiure reveals the edges of familiar and delimitable orders and, by its logic of escalation, a transformation of differences into intensities. This volume explores the consequences for European literature and the literary character of adventure, which is not simply based on the obfuscation of religious meaning, but on peculiar forms of transcendence.
Philip Reich ist promovierter Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt âTranszendenz als Steigerungsform und Spannungspol des Abenteuerlichenâ in der DFG-Forschungsgruppe Philologie des Abenteuers. Michael Waltenberger ist Professor für Germanistische Mediävistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er leitet zudem das Projekt âTranszendenz als Steigerungsform und Spannungspol des Abenteuerlichenâ.