Jonathan Kassner widmet sich dem Thema der Hundefiguren in der Literatur aus ästhetischer und ideengeschichtlicher Sicht. Er nimmt seinen Ausgang von der klassischen Ãsthetik, die die Auseinandersetzung mit Tieren und der menschlichen Tierlichkeit führt, um stets den autonomen Geist über die Natur triumphieren zu lassen. Dagegen artikuliert sich parallel in der Literatur durch Tierfiguren, und insbesondere durch Hunde, ein Gegendiskurs zum vorherrschenden Idealismus der Zeit. Der Autor liest Hunde als poetologische Reflexionsfiguren, mit denen Autoren wie Goethe und Jean Paul und in der Moderne Kafka und Thomas Mann sowohl ästhetische als auch ontologische Fragen verhandeln. Er rekonstruiert in textnahen Lektüren den Ãbergang von der humanistischen Ãsthetik der Klassiker zu einer Ãsthetik der Kreatur, deren Spur er vom Faust bis zum Doktor Faustus verfolgt.
Copyright Year:
2020
Jonathan Kassner explores the poetological dimension of animal metaphors in the wake of 18th-century aesthetics. He reads dog figures as poetic devices which counter aesthetic ideology. While classical aesthetics excluded human animality from the arts in the name of autonomy, literature reintroduces creatureliness into its poetics, which the author traces from Faust to Doctor Faustus.