Mit dem Ende des Kalten Krieges erschien die Demokratie als klares Erfolgsmodell. Doch die um 1990 begonnene Demokratisierung in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika hat allzu häuï¬g mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen âarabischen Frühlingâ wurden weitgehend enttäuscht. China zeigt als gröÃte Nation der Erde keine Anzeichen einer Demokratisierung. Und in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf. Selbst die ältesten Demokratien stecken heute in der Krise.
Dieses Buch öffnet den Blick auf die beunruhigende Tatsache, dass das Scheitern von Demokratien ein durchaus häuï¬ges Phänomen ist, für das die Geschichte reiches Anschauungsmaterial bietet. Ausgewiesene Historiker schildern in kompakten Einzelkapiteln das Ende der Volksherrschaft in Athen, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Pakistan, Burma, Chile und Russland. So spannt sich der Bogen vom Ende der ersten Demokratie in Athen über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Doch nichts ist zwangsläuï¬g: Aus den Fehlern der Vergangenheit lässt sich für die Gestaltung der Zukunft lernen.
Copyright Year:
2020
After the end of the Cold War, the final global victory of democracy seemed only a matter of time. But today, the high hopes of the 1990s have been shattered. All over the world, democratic experiments have faltered. Even the oldest democracies of Europe and North America do not seem to be safe from the lure of authoritarianism anymore. But the failure of democracies is nothing new. In this volume, the reasons of their breakdown are examined â from ancient Athens to Putinâs Russia.
Christoph Nonn ist Professor für Neueste Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Im Ferdinand Schöningh Verlag erschien von ihm bereits der zusammen mit Tobias Winnerling herausgebene Band âEine andere Deutsche Geschichte 1517â2017. Was wäre wenn...â (2017).