Die Protestkulturen von 1968 machen deutlich: Die Schreibweise ist kein bloÃes Instrument der Kritik, sondern selbst bereits der erste Schritt des Protests. Das politische Ereignis »1968« wird zumeist mit Städten wie Paris, West-Berlin, New York oder Prag als den Schauplätzen von Demonstrationen und politischen Aktionen verknüpft. Jedoch greifen Darstellungen, die sich auf die topographischen Zentren der Studentenbewegung fokussieren, oftmals zu kurz. Vielfach zielten die Spielarten und Formen der Achtundsechziger sowohl auf spezifische, lokale Situationen als auch auf die allgemeine und übergreifende Bewegung, an der sie teilhatten. Die Akteure haben bestehende Formen der Kritik modifiziert und neue Schreibweisen der Kritik generiert. Der vorliegende Band versammelt Analysen, die Schreibweisen, Performances und andere Darstellungsformen der 68er-Bewegung in Medien wie Literatur, Film und Flugblatt in den Blick nehmen.
Copyright Year:
2020
The protests of 1968 are often associated with cities such as Paris, West Berlin, New York or Prague. However, studies focusing on the topographical centers of the student movement often fall short. The students articulated their protest in various media and in a variety of literary forms that circulated widely in the public sphere. The articles collected in this volume examine the protestâs diverse modes of critique, writing, and media strategies within the discourse of 1968.
Peter Brandes ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Hamburg.
Armin Schäfer lehrt Neugermanistik, insbesondere Literatur des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart an der Ruhr-Universität Bochum.