In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert lässt sich eine Verschränkung von Bildender Kunst und Theater beobachten, die im Åuvre von Joseph Beuys, Christian Boltanski und Ilya Kabakov ihren exemplarischen Ausdruck findet. Die Ausweitung der Kunst in den Umgebungsraum, die Hinwen-dung zu künstlerischen Aktionen und die partizipatorische Invol-vierung des Betrachters können als Entstehungsbedingungen der Installationskunst angesehen werden. Diese Tendenzen ver-dichten sich in den 1990er Jahren zu einer Gattungsform, die als âTheaterinstallationâ bezeichnet werden kann, da in ihr nicht nur Materialien, Objekte, Klänge und Medien, sondern auch Ak-teure in Szene gesetzt werden. Beuysâ Verknüpfung von Aktion und Plastik, Boltanskis Gedächt-nisorte und Kabakovs âtotaleâ Installationen sind Wegmarken solch performativer Räume.