Die Sprache des verschuldeten Menschen

Literarische Umgangsformen mit Schulden, Schuld und Schuldigkeit

Autor:in:
Seit der Finanzkrise von 2008 gibt es eine öffentliche Diskussion über die Bedeutung der Schulden für das menschliche Leben und Zusammenleben. Der verschuldete Mensch lebt im Spannungsfeld von ökonomischen Schulden und moralischer Schuld. Im Lauf der Zeit und unter dem Druck der Verhältnisse hat er die verhängnisvolle Lektion gelernt, sich für seine Schulden schuldig zu fühlen. Das hat auch in der Literaturgeschichte Spuren hinterlassen. In Werken von Shakespeare und Lessing, Keller und Flaubert, Nietzsche und Dostojewskij, von Ibsen, Brecht oder Dürrenmatt erhält das Leben in und mit Schulden individuelle Kontur. Mit Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher literarischer Darstellungsformen zeigen sich Handlungsspielräume, die sich dem verschuldeten Menschen trotz oder gerade wegen der ungesicherten Verhältnisbestimmung von Schulden, Schuld und Schuldigkeit eröffnen.

Unsere Preise:

Preliminary Material
Seiten: 1–6
Einleitung
Seiten: 7–19
Woher kommt die Schuld und was soll aus ihr werden?
Nietzsches Theorie des verschuldeten Menschen
Seiten: 21–41
Was heißt verschuldet leben?
Die Form des Romans
Seiten: 58–79
Der verschuldete Mensch als Romanfigur
Einführung
Seiten: 81–92
Gruppenbild mit Buchhalter
Seiten: 93–104
Der grüne Heinrich
Seiten: 105–123
Madame Bovary
Seiten: 124–147
Raskolnikow
Seiten: 148–175
Der verschuldete Mensch als Dramenfigur
Einführung
Seiten: 177–190
Dramaturgie der Umschuldung
Shakespeare
Seiten: 191–210
Kritik der verschuldeten Vernunft
Lessing
Seiten: 211–236
Weltprozess als Schuldenposse
Nestroy
Seiten: 237–259
Die Geburt des modernen Dramas aus dem Ungeist der Schuld
Ibsen und Strindberg
Seiten: 260–287
Der Kredit des epischen Theaters
Brecht
Seiten: 288–302
Weltbankrott und Welttheater
Dürrenmatt
Seiten: 303–326
Literaturverzeichnis
Seiten: 327–338
Daniel Cuonz ist seit 2010 Lehrbeauftragter und seit 2014 Privatdozent an der School of Humanities and Social Sciences der Universität St. Gallen.
  • Reduzieren
  • Erweitern