Die Themen »Ãkologien der Anderen« und »andere Ãkologien« rücken Transformationsbeziehungen zwischen Menschen, Tieren und ihren Umwelten in den Blick und befragen die Reichweite der europäischen Grenzziehungen von Natur und Kultur, Wildheit und Domestikation, Menschen und Tieren.
Der Kulturbegriff ist »absoluter Begriff« geworden: »Eigentlich ist alles kulturell«, selbst das, was innerhalb der europäischen Ideen- und Kulturgeschichte der Kultur entgegensetzt wurde: »die Natur« und »das Klima«. Ethnologen wie V. de Castros, P. Descola, M. Strathern u.a. stellen die universelle Reichweite der europäischen Grenzziehungen in Frage und öffnen den Blick für »Ãkologien der Anderen«. Der Band problematisiert Hypostasierungen von Kultur, aber auch die Grenzregime von Natur und Kultur: Es wird gefragt, wie die Differenz von Natur und Kultur in der Ethnologie, Bildgeschichte, politischen Zoologie und Philosophie je erzählt worden ist. Transformationsbeziehungen zwischen Menschen, Tieren und Umwelten rücken in den Mittelpunkt â Denkfiguren, Bild- und Praxisformen wie Totemismus und Animismus sowie Praktiken einer anderen Ãkologie u.a. im Bereich der Küche, Jagd, Reproduktion.
Iris Därmann ist Professorin für Kulturwissenschaftliche Ãsthetik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu ihren Forschungsthemen zählen u.a. Phänomenologie, Psychoanalyse und französische Gegenwartsphilosophie, Bildtheorien, Kulturtheorien, Ethnologie und Konzepte des Fremden, Theater- und Tragödientheorien.
Stephan Zandt ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Forschungsinteressen zählen Human-Animal-Studies und politische Zoologie; Kulturgeschichte der Ãkologie und Ethologie; Kulinarische Anthropologie und Anthropologie der Sinne.