Kunst/Fernsehen

Die Entgrenzungsbestrebungen der Nachkriegsmoderne und der Einzug des Fernsehens in die Privathaushalte verlaufen ab 1960 nicht mehr parallel. Sie weisen entscheidende Berührungen und Verschränkungen auf, die ihr vermeintlich antagonistisches Verhältnis unterwandern. Entsprechend nutzte man das Medium nicht länger nur zur Berichterstattung über Kunst, sondern nahm es verstärkt als Schauplatz und Gegenstand künstlerischen Arbeitens wahr.
Der Band fragt nach dem sich stetig wandelnden Stellenwert des Fernsehens als Ort künstlerischer Intervention. Im Blickpunkt stehen Auseinandersetzungen mit fernseh-typischen Formaten, die fasziniert oder kritisch anerkennen, dass die Gegenwart nicht ohne die Bild- und Erzählsprache des Fernsehens und seine sozialen Funktionen zu denken ist. Neben Beispielen aus Video und Performance Art versammelt der Band auch solche der Performing Arts, weil sich namhafte Komponisten und Theatermacher ebenfalls darum bemühten, für ihre Kunst eine dem Fernsehen angemessene Form zu finden.

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Die Kunst des Fernsehens
Ludwig Wittgensteins »Familienähnlichkeit« und die Medienästhetik der Fernsehserie
Pages: 19–37
Abfall für alle
Zum reflexiven Potenzial der klebrigen Montagen des Fernsehtagebuchs Blob
Pages: 39–55
Fernsehkunst
Der zeitgenössischen Kunst eine Fernsehform
Pages: 57–71
Fernsehkunst Fernsehoper
Ernst Kreneks Der Zauberspiegel als Auftragswerk des Bayerischen Rundfunks
Pages: 73–91
Dreizehn Minuten Ewigkeit
Samuel Becketts Fernsehspiel Quadrat I+II
Pages: 93–112
Von der Kunst, die Bilder zu stören
Unvollständiges zu Christoph Schlingensiefs Interventionen im Fernsehen
Pages: 113–127
Zwischen Subjekt und Kollektiv
Zuschauerkonstruktionen in künstlerischen Fernsehexperimenten
Pages: 129–144
Ausgestrahlt
Zum Sendungsbewusstsein von Joseph Beuys
Pages: 145–165
Arbeit am Mythos
Ökonomien des Glamours in General Ideas Arbeiten mit dem Format Fernsehen
Pages: 167–189
Sichtbare Welt nach Sendeschluss
Ein Nachtprogramm von Fischli/Weiss als Heterotopie
Pages: 209–225
Doppelporträt zweier TV-Kinder
Gillian Wearings reziprok-kooperatives Arbeiten über und mit Fernsehen in der Zweikanal-Installation Family History
Pages: 227–246
Klaus Krüger ist Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.
Christian Hammes ist Kunsthistoriker.
Matthias Weiß ist Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.
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