Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg wird bis heute maÃgeblich durch die langwierigen Stellungskämpfe und Materialschlachten in Frankreich und Belgien bestimmt. Dabei wird jedoch übersehen, dass der Erste Weltkrieg an der Ostfront, auf dem Balkan, im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika sowie in seiner Anfangs- und Endphase selbst an der Westfront zum Teil höchst dynamische Züge mit manöverreichen Operationen aufweist.
Jenseits der Materialschlachten untersucht das vorliegende Buch daher wo, wie und bis zu welchem Grade der Erste Weltkrieg als Bewegungskrieg geführt werden konnte. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen dabei vier Fragen: Unter welchen Bedingungen war im Ersten Weltkrieg eine bewegliche Kriegführung möglich? Welche Wege wurden beschritten, um das Dilemma des Stellungskrieges zu überwinden? Wie weit reichten deren technische und logistische Möglichkeiten und wo lagen deren Grenzen? SchlieÃlich stellt sich die Frage, inwiefern bewegliche Operationsführung den Ersten Weltkrieg entscheiden konnte.
Copyright Year:
2018
The memory of the First World War is to this day largely determined by the protracted position battles and material battles in France and Belgium. However, it is overlooked that the First World War on the Eastern Front, in the Balkans, in the Near and Middle East, in Africa as well as in its initial and final phase even on the Western Front partly shows highly dynamic features with manoeuvrable operations.
Beyond the material battles, this book therefore examines where, how and to what extent the First World War could be fought as a war of movement. Four questions are at the centre of our interest: Under what conditions was it possible to conduct a mobile war during the First World War? Which paths were taken to overcome the dilemma of the positional war? How far did their technical and logistical possibilities reach and where were their limits? Finally, the question arises as to how far mobile operations could decide the First World War.
Christian Th. Müller ist habilitierter Historiker und seit 2010 Privatdozent für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Seine Dissertation wurde 2002 mit dem Werner-Hahlweg-Preis (3. Preis) ausgezeichnet. Von 2013 bis 2015 vertrat er die Professur für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der europäischen und nordamerikanischen Militärgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, der Geschichte der beiden Weltkriege und des Kalten Krieges in Europa und der Welt sowie der deutschen Zeitgeschichte.
Militärgeschichtliche Zeitschrift, 78/2 (2019)
"Man liest den Band von der ersten bis zur letzten Seite mit ebenso viel Gewinn wie Spannung." (Martin Moll)
Der Tagesspiegel, 31.07.2019
âMan sieht den Krieg â beide Weltkriege â nach der Lektüre von Müllers Buch mit anderen Augen." (Bernhard Schulz)
sehepunkte 19 (2019)
âGut lesbar ist das Buch nicht nur aufgrund der sorgsam eingesetzten Zitate aus zeitgenössischen Quellen und der aktuellen Forschung, sondern auch, weil der Verfasser klare und wohlüberlegte Thesen formuliert.â (Susanne Brandt)
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