Erfahrung und Referenz

Erzählte Geschichte im 20. Jahrhundert

Dieser Band untersucht, wie und mit welchen Ergebnissen literarische Texte des 20. Jahrhunderts historische Erfahrung rekonstruieren und problematisieren.
Nicht nur die Gegenstände des Erzählens, sondern auch Konzepte und Deutungen von Wirklichkeit beruhen stets auf Erfahrungen. Faktuale und fiktionale Erzählungen lassen sich hinsichtlich der vielfältigen Formen ihres Referierens auf historische Wirklichkeiten als komplementär begreifen. In narrativen Rekonstruktionen von Geschichte sind Wahrnehmung und Erfahrung einerseits sowie Verstehen und Erinnerung andererseits unlösbar verbunden. So bewegen sich Geschichtserzählungen stets im Spannungsfeld zwischen der unübersichtlichen Perspektive der Akteure und der ordnenden des Erzählers, zwischen bedeutungsoffener Wirklichkeitserfahrung und deutender Kohärenzbildung.

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Die ‚Apartheit‘ der Semantik
Bemerkungen zum narrativen Fundament der Referenz
Pages: 11–26
Referenz und Erfahrung in Arthur Schnitzlers Zeitroman Der Weg ins Freie
Eine Lektüre im Lichte des Entwurfs einer ‚narrativen Hermeneutik‘ von Paul Ricoeur
Pages: 77–90
„Todo lo que canto se llama España.“
Erzählerische und dichterische Deutungen des Spanischen Bürgerkriegs
Pages: 91–108
Nouveau Roman und Nouvelle Histoire
Ein Vergleich am Beispiel von Weltkriegsnarrativen in Europa
Pages: 127–137
Bilder in Geschichten – Geschichte in Bildern – Bilder der Geschichte
Vincenzo Consolos Sorriso dell’ignoto marinaio
Pages: 139–173
Der Schmerz aber ist von großer Wahrheit
Komik und Abwehr in El amante bilingüe (1990) von Juan Marsé
Pages: 175–196
Fiktionalität, Referenz und Geschichte
Michel Houellebecqs Particules élémentaires
Pages: 197–212
Evokationen des Terrors
Die Bilder des 11. September bei Ian McEwan, Martin Amis und Don DeLillo
Pages: 213–239
Sowjetisches Nach-Gedächtnis
Jüdische Zugehörigkeit im zeitgenössischen russisch-amerikanischen Schreiben
Pages: 241–248
Dr. Axel Rüth, Studium der Romanistik und Germanistik in Köln, Clermont-Ferrand und Paris (Sorbonne Nouvelle). Promotion in Köln 2002, Habilitation (Venia: Romanische Philologie) 2014. Priv.-Doz. Dr., Akademischer Oberrat. Gebiet: Französische und italienische Literaturwissenschaft.
Michael Schwarze, Studium der Romanistik (Französisch, Italienisch) und der Geschichte in Konstanz, Köln. - 2003: Promotion an der Katholischen Universität Eichstätt - 2008: Habilitation mit der Venia legendi Romanische Literaturwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt - 2010: Ruf auf eine Professur für Romanistische Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Jetzige Position: Professor für Romanische Literaturen mit dem Schwerpunkt italienische Literatur an der Universität Konstanz.
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