Ratlosigkeit

Ein Stimmungsbericht

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Ob die Krise akut ist oder nicht, wir leben mit ihr. Darauf wurde politisch reagiert, indem sich die Partei der »Piraten« als ratlos präsentierte. Das brachte ihr anfänglich keine Zurückweisung, sondern im Gegenteil Sympathie. Ein Paradox? Nein, vorausgesetzt, der einbekannten Ratlosigkeit eignet eine Tiefensymbolik. Strassers Stimmungsbericht entschlüsselt diese Symbolik, nahe Heideggers »Stimmung«, als typische Erlebnisform der Spätmoderne. Die Klage dahinter ist nicht neu. Nach dem Zusammenbruch der Heilsgeschichte und dem Triumph des Naturalismus sind wir - allesamt dekonstruierte Abendländer - außerstande, uns selbst noch als »beseelt« zu erfahren: als Träger eines Schicksals und Hüter eines Wegs. Neu hingegen ist die Utopie der Ratlosigkeit. Wo es nichts mehr zu retten, nichts zu erobern gibt (höchstens die Eiswüsten des Mars), dort beginnt man innezuhalten. Man beginnt, dem Gemurmel aus der Tiefe der Zeiten nachzulauschen. Dem Bewusstsein des Verlusts mag Neues entspringen, weniger besitzergreifend, weniger fortschrittsbesessen, weniger ausgebrannt. So wird die Ratlosigkeit zum Seelentrost in der entseelten Welt.

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Preliminary Material
Pages: 1–8
Irrenhäuslervernunft
Pages: 15–20
Die höhere Dummheit
Pages: 21–26
Parawissenschaft
Pages: 31–36
Ohne Transzendenzeinsicht
Pages: 37–42
Immanenzverdichtung
Pages: 43–49
Beim Meister des Wegs
Pages: 51–60
At Bertram’s, 2012
Pages: 66–70
Weniger als seelenlos
Pages: 79–84
Das radikal Fremde in uns
Pages: 85–88
Banalisierung des Todes
Pages: 89–92
Einstweh
Pages: 104–107
Das Geschwätz des Mythos
Pages: 109–113
Heideggers Nichts
Pages: 114–119
Jüngers Taube
Pages: 120–125
Das Schweigen des Mythos
Pages: 126–131
Das Lachen des Dalai Lama
Pages: 157–161
Wir modernen Abendländer
Pages: 162–165
Wir Problemschwachen
Pages: 166–172
Ungesunde Gedanken
Pages: 195–199
Umschweigen
Pages: 206–207
Anmerkungen
Pages: 209–214
Peter Strasser, Prof. Dr., geb. 1950, unterrichtet an der Karl-Franzens-Universität in Graz Philosophie und Rechtsphilosophie. Außerdem ist er seit 1999 Lektor und Gastprofessor am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt.
Christ in der Gegenwart, 16.06.2013
"Dabei ist ihm ein radikales, kontroverses, aber lehrreiches Buch gelungen. In kurzen Essays, brillant geschrieben, auf das Wesentliche verkürzt, oft anekdotisch zugespitzt, konfrontiert er den Leser immer wieder mit sich selbst."

Mannheimer Morgen, 18.06.2013
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