Theologie wohin?

Plädoyer für eine freie Religionswissenschaft

Religion wird heute in den profanen Wissenschaften als Teil der Kulturwissenschaften gesehen. Folglich gelten für die Erforschung der Religion die gleichen Regeln wie in den übrigen Wissenschaften. Die herkömmliche Theologie an den Theologischen Fakultäten verstößt vor allem in ihrer katholischen Variante in vielen Punkten gegen die Regeln der freien Lehre und Forschung.
In der katholischen Theologie benötigen alle Lehrenden und Forschenden die Zustimmung der Vatikanischen Studienkongregation und der Ortsbischöfe (missio canonica), die zu jeder Zeit entzogen werden kann. Mit dieser Praxis kommt es aber in der Erforschung der Religion und des Christentums zu deutlichen Verzerrungen der Sichtweisen und der Forschungsergebnisse.
Aus diesem Grund plädiert dieses Buch für eine konsequent freie Religionswissenschaft, ohne Monopolansprüche auf christliche Wahrheiten, auch ohne den Anspruch auf Überlegenheit über andere Religionen und Kulturen, ohne die Abwertung von alternativen christlichen Glaubensformen als »Ketzer« und »Häretiker«.

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Wo Bleiben die Frauen?
Feministische Theologien und eine kritische Religionswissenschaft
Pages: 39–50
Theologie an der Universität?
Kritische Rückfragen aus philosophischer Perspektive
Pages: 51–58
Theologische Verzerrungen in der Sexualmoral und Bioethik
Ein Plädoyer für eine „offene Moral“
Pages: 59–68
Fairness im Verhältnis zum Judentum
Gemeinsame Problemfelder
Pages: 69–83
Plädoyer für eine freie religionswissenschaft
Zum Selbstverständnis einer Disziplin
Pages: 85–93
Lichtblicke der Theologie
Was christliche Theologie noch zum Verständnis des Lebens in der heutigen Zeit beitragen kann
Pages: 95–111
Anton Grabner-Haider war bis zu seiner Emeritierung Professor für Religionsphilosophie an der Universität Graz.
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