Eine Lektion in Sachen FuÃball, die über Philosophie aufklärt.
Die Kulturkritik hat lange Zeit den Eindruck verbreitet, was so populär ist wie FuÃball, kann mit Hochkultur oder gar Philosophie nichts zu tun haben. Heute kann jedoch schon der aufmerksame Betrachter einer WM lernen, dass es sich in Wahrheit geradezu umgekehrt verhält und der Zeitgeist, frei nach Hegel, im FuÃball eine für alle fassliche Gestalt angenommen hat.
Das 19. Jahrhundert war noch vom Liberalismus der Engländer und der persönlichen Durchsetzungskraft der einzelnen Spieler geprägt und FuÃball erinnerte noch lange Zeit an Rugby. Im 20. Jahrhundert setzte sich dagegen mit der deutschen Erfindung des Libero eine geniale Ingenieurskunst durch, die dem Spiel aus dem Geistesblitz eines Spielmachers heraus seine unnachahmliche Gestalt gab. Und schlieÃlich sehen wir heute mit dem Wirken der holländischen Trainer ein Streben nach Hocheffizienz am Werke, das auf die Bildung komplexer Netzwerkstrukturen setzt. John Stuart Mill, Martin Heidegger und Niklas Luhmann haben hierzu die Stichworte geliefert in einer Klarheit, die ihnen selbst nicht bewusst sein konnte.
Aus dem Inhalt:
EINLEITUNG
FuÃball als zeitloses Geschehen
Die Geschichte des FuÃballs
FuÃball und Geschichte
DIE PHÃNOMENOLOGIE DES FUÃBALLS UND IHRE DREI PHASEN
Die heroische Phase (England)
Die metaphysische Phase (Deutschland)
Die reflexive Phase (Holland)
Das ästhetische Nachspiel (Barcelona)
FUÃBALL UND SEINE MUSIKEN
Der englische Schlachtgesang
Die preuÃische Musikkapelle
Das Flüstern in der Vip-Lounge
Das Trompeten der Vuvuzelas
FUÃBALL UND DIE FORMEN DES ZUSCHAUENS
Der Zuschauer am Rande des Spielgeschehens
Die Kameras im Achsenkreuz
Der souveräne Blick von oben
Das Spiel in 3D