Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte sich im Zeichen rapiden gesellschaftlichen Wandels ein neuer âpolitischer Massenmarktâ, dessen Erwartungen und Reaktionen von Regierung und Parlament zunehmend stärker zu berücksichtigen waren. Um ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen, bediente sich die Regierung daher verstärkt der Presse oder wandte sich direkt an die Ãffentlichkeit. Im Reichstag traten Berufspolitiker an die Stelle der bisher dominierenden Honoratioren, um das Gewicht der Parteien gegenüber der Regierung zu erhöhen. Die vielfältigen Facetten dieser Entwicklung werden in diesem Band untersucht.