Der sich selbst entfremdete und wiedergefundene Marx

Die gegenwärtige Krise des Kapitalismus hat ein neues Interesse an den Schriften von Karl Marx geweckt. Nach dem Zerfall der (Staats-)Sozialismen scheinen die Bedingungen für eine kritische Neuaneignung günstig. Lange Zeit war die kulturwissenschaftliche Theoriebildung ohne Marx undenkbar, bis er aus verschiedenen Gründen in Vergessenheit oder Misskredit geriet. Der Band macht Marx der kulturwissenschaftlichen Theoriebildung wieder zugänglich.Er nähert sich seinem Werk in drei Zugängen an: Der erste beleuchtet die Eigentümlichkeiten der Marx’schen Philosophie durch Vergleiche mit anderen avancierten zeitgenössischen Denkern (Darwin, Blanqui, Proudhon u.a.). Der zweite geht der Entfremdung der Marx’schen Theorie in der Arbeiterbewegung (bei Lenin u.a.) nach; einen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Problematik des Antisemitismus. Im dritten Teil schließlich werden neuere Marx-Lektüren rekonstruiert (Benjamin, Foucault, Derrida, Badiou u.a.). In diesen Perspektiven tritt Marx als ein eminent aktueller Autor hervor, der von großer Relevanz für die Erhellung gegenwärtiger Probleme ist Das Buch, entstanden aus einer Konferenz, die der jüngst verstorbene Heinz Dieter Kittsteiner konzipiert hat, ist seinem Andenken gewidmet.

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Hegel und Marx
Pages: 25–38
„Schreiben wir eine Phänomenologie des Werthes!“
Marx vs. Proudhon revisited.
Pages: 57–71
„Tout ce qu’on aurait pu être ici-bas“
Die Unverfügbarkeit des historischen Prozesses bei Marx und Blanqui
Pages: 73–90
„Nazis für jüdisches Kapital“ (Rote Fahne 182, 7. September 1932)
Antisemitische Stereotype und antifaschistisches Selbstverständnis in der Tageszeitung der KPD während der Endphase der Weimarer Republik, 1928-1933
Pages: 143–160
Antisemitismus im Marxismus
Warum die Linke mit Marx kritisiert werden muss
Pages: 177–190
Die Mutter aller verrückten Formen
Marx, die Schrift und die Spekulation
Pages: 191–206
Walter Benjamin und Karl Marx
Der „Begriff der Geschichte“ und die „Zeit des Kapitals“
Pages: 227–244
„Gleich ist zugleich nicht gleich“
Adornos rettende Kritik des Tausches
Pages: 245–256
Geschichtsphilosophie als Marxkritik?
Kontinuitäten einer misslingenden Argumentationsstrategie im Blick auf Kittsteiner
Pages: 257–276
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