Immune Erzähler

Flaubert und die Affektpolitik des modernen Romans

Die emotionale Seite der Literatur rückt wieder ins Blickfeld der Forschung. Ein Aspekt, der dabei kaum Berücksichtigung findet, ist der Einsatz rhetorischer und poetischer Mittel zur Abwehr von Emotionen. Eine zeitgemäße Sicht auf die Affektivität der Literatur muß jedoch auch jene Traditionslinie der Moderne einbeziehen können, die sich kalt, klinisch, unpathetisch oder antisentimental gibt. Viele kanonische Werke der letzten 150 Jahre tragen Effekte affektiver Befremdung zur Schau. Manchmal entsteht der Eindruck einer regelrechten Abspaltung, einer Apathie mit psychotischen Zügen; meist jedoch läßt sich eine Verschiebung beschreiben, die die Affekte gegenüber den (durch Konventionen geregelten) Erwartungen der Leser in Verzug bringt, um sie anderswo in unvertrauter Gestalt wieder zur Erscheinung zu bringen. Martin von Koppenfels fragt nach den Mechanismen solcher Verschiebungen im Bereich des modernen Romans – namentlich bei Flaubert.

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Preliminary Material
Pages: 1–8
Einleitung
Pages: 9–35
Anna O. und Hamlet
Pages: 43–58
Die Wiederkehr der Szene
Pages: 71–75
Mimesis oder Diegesis
Pages: 77–83
Verpaßte Verabredungen
Pages: 125–130
Flußmetaphern
Pages: 131–137
Ende ohne Katharsis
Pages: 169–177
Peinliches Schweigen
Pages: 179–182
Der ärztliche Blick
Pages: 185–190
Flauberts Haut
Pages: 205–209
Die unberührte Hand
Pages: 211–219
Die Nemesis der Immunität
Pages: 221–224
Shell shock und Stil
Pages: 271–280
Köves’ Heimweh
Pages: 327–332
Die Stimme ohne Angst
Pages: 333–335
Vater Roques Empfindsamkeit
Pages: 337–345
Eichmanns Immunität
Pages: 347–356
Ilse Kochs Format
Pages: 357–360
Literaturverzeichnis
Pages: 377–389
Namensregister
Pages: 391–394
Danksagung
Pages: 395
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