Dieses Buch bietet zum erstenmal eine zusammenhängende Darstellung der Etymologie von historischen und gegenwartssprachlichen lexikalisierten Farbwortverbindungen. Untersuchungsgegenstand sind Phraseologismen wie blauer Montag âfreier Montag, Fastnachts-, Karmontagâ, Gründonnerstag âDonnerstag der Karwocheâ, blau sein âbetrunken seinâ, rot sehen âwütend werdenâ, satzförmige Phraseologismen wie Grün ist die Hoffnung, Phraseologismen anderer Sprachen wie ndl. Iem. eene blauwe huik omhangen âjmd. betrügenâ, ndl. Blauwboekjes âSchmähschriftenâ, frz. conte bleu âLügeâ, Lehnübersetzungen wie blaues Blut aus span. sangre azul âAdelâ oder Blaustrumpf aus engl. blue stocking âintellektuelle Frauâ und ausgestorbene Phraseologismen wie blaue Ente âLügeâ.
Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie das Farbadjektiv, ausgehend von der Gesamtbedeutung der Farbwortverbindung, zu seiner Bedeutung gekommen ist. Weshalb bedeutet blau in blauer Montag âarbeitsfreiâ und blau in blaues Blut âadeligâ? Um die Motivation von Benennungen zu erschlieÃen, wird zunächst ermittelt, wann und in welcher Quelle sich die Bezeichnung zum erstenmal nachweisen läÃt und welche Bedeutung sich aus dem Belegkontext ergibt. Anhand kulturgeschichtlicher und sprachlicher Angaben ist schlieÃlich die Klärung der Herkunft undurchsichtig gewordener Benennungen möglich.
Durch ein Wortregister kann die Arbeit als Nachschlagewerk für Farbwortverbindungen dienen. Da neben der linguistischen Analyse kulturgeschichtliche Zusammenhänge miteinbezogen werden, ist dieses Buch nicht nur für die Sprachwissenschaft, sondern auch für die Literaturwissenschaft, Volkskunde, Kunst- und Rechtsgeschichte interessant.
For the first time, this book offers a coherent representation of the etymology of historical and contemporary lexicalised idioms involving colour. The investigation covers idioms such as blauer Montag, meaning âMonday off, Monday of carnival weekâ, Gründonnerstag, âThursday of Holy Weekâ, blau sein, âto be drunkâ, rot sehen, âto get angryâ, idioms in sentence form such as Grün ist die Hoffnung, idioms from other languages, such as the Dutch iem. eene blauwe huik omhangen, âto deceive someoneâ, Blauwboekjes, âdefamatory writingsâ, the French conte blue, âlieâ, loan translations such as blaues Blut from the Spanish sangre azul meaning ânobleâ or Blaustrumpf from the English blue stocking meaning âintellectual womanâ and obsolete idioms such as blaue Ente meaning a âlieâ. The work focuses on the question as to how the colour adjective went from the overall meaning of the colour word to take on its new meaning. Why does blau mean âno workâ in blauer Montag and ânobleâ in blaues Blut? In order to determine the motivation of the expressions, the first stage was to ascertain when and in what source evidence of the phrase was first found, and what meaning could be deduced from the context of the document. It is then possible to clarify the origin of what are now unfathomable phrases on the basis of cultural, historical and linguistic information. There is an index which means the work can be used a source of reference for colour idioms. As there are cultural and historical contexts as well as purely linguistic analysis, this book is not only useful for language scientists, but also for the study of literature, folklore and the history of art and the law.
"â¦einen wichtigen Beitrag zur Farbwort- und zur Phraseologieforschungâ¦" - in: Germanistik, Band 46, Heft 3-4 (2005)
"â¦einen Höhepunkt in der Analyse von Farbphraseologismen⦠Das Buch is eine wertvolle Fundgrube zu dem komplexen Phänomen der Farbwortverbindungen â eine phraseologische Untersuchung par excellence,⦠Christiane Wanzeck hat ein wertvolles wissenschaftliches Werk vorgelegt, dat gleichzeitig ein Lesevergnügen darstellt und als Vorbild für weitere Studien dienen sollte." â Wolfgang Mieder, University of Vermont, in: Proverbium 21 (2004)
"â¦absolutely worth reading without any reservation. [â¦] â¦meets highest academic standards throughout its 428 pages." - in: The Linguist List, Vol. 14-1855 (Thu., Jul. 3, 2003)