Das Recht ist eine wesentliche Entstehungsbedingung moderner Literatur. Unter diesem Gesichtspunkt ist Literatur als justitiabel, als Gegenstand der Gerichte und des Rechts zu begreifen. Die Literaturgeschichte ist demnach auch entlang von Verrechtlichungsprozessen zu beschreiben: Die Zensur, das Urheberrecht und das Persönlichkeitsrecht sind dabei nur drei Beispiele aus einer Vielzahl rechtlicher Bestimmungen, die prägenden und nachhaltigen Einfluss auf die Entstehung und Wirkung von Literatur haben.
Im vorliegenden Sammelband gehen Literatur- und Filmwissenschaftler ebenso wie Juristen diesem komplexen Verhältnis nach: In 15 Fallanalysen zur deutschsprachigen Literatur von der Aufklärung bis zur Gegenwart sowie zum Film und zum Comic stellen sie besonders markante und aufschlussreiche Beispiele für das wechselseitige Bedingungsverhältnis von Literatur und Recht dar. Dabei wird vielfältig erkennbar, dass und wie Literatur in das juristische Gebiet hineinwirkt und dass der juristische Rahmen unabdingbar zum Verständnis literarischer Texte und literatursoziologischer Prozesse ist.
"â¦ein sehr empfehlenswertes Vademecum fürr alle, die sich - beruflich oder aus Neigung - mit dem Sujet âLiteratur und Rechtâ befassen." â In: NJW 11/2011
"Wie die kurzen Skizzen zu den einzelnen Beiträgen veranschaulichen sollten, bietet der Band eine Fülle an DenkanstöÃen, Thesen und Informationen und ist (auch aufgrund eines fundierten wissenschaftlichen Apparates) eine Fundgrube für jeden an den vielschichtigen Konfliktfeldern zwischen Recht und Literatur bzw. Kunst Interessierten. Besonders gelungen erscheint die Einbeziehung des Mediums Film als âbewegte Literatur'', zu dessen Verhältnis zum Recht bislang weit weniger grundlegende Forschungsarbeiten vorgelegt worden sind als zum Themenkreis âRecht und Literatur''." â Markus Thiel (Köln), in Journal der Juristischen Zeitgeschichte 2 (2014), pp. 87-89