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“Was Sappho für ein Weib gewesen …”

Die Bedeutung der Sapphorezeption für die Lyrik von Sibylla Schwarz

“What Kind of Woman Sappho Would Have Been …”

The Reception of Sappho and Its Importance for Sibylla Schwarz’s Lyricism
in Daphnis
Autor:in:
Samantha Philips Institut für Klassische Altertumskunde, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Kiel Deutschland

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Abstract

In this article the author analyses the characterization of Sibylla Schwarz as “pommersche Sappho”. The aim is to carve out basic motivic structures as well as peculiarities of a Sapphic persona in poetry, on which Sibylla Schwarz was able to draw on in her writing and to which she is determined by her contemporaries and recipients when she is established in the literary world via the honorary title “Sappho”. In doing so, it is shown that sapphic writing is bound to certain expectations, such as musicality and high quality of the poems, reflection on strong emotions, a – partly concealed – inclusion of female homoerotic undertones, and the thematisation of the possibility of being driven to death by the power of passion as well as the unbearable bittersweetness of love. In her poems Schwarz shows her knowledge of Sappho as a female role model for women writers, but does not define her poet persona primarily or emphatically in the succession of the Greek lyric poetess Sappho.

Abstract

Der folgende Beitrag setzt bei der Charakterisierung von Sibylla Schwarz als “pommersche Sappho” an. Dabei geht es um die Herausarbeitung motivischer Grundstrukturen sowie Eigenheiten einer sapphischen Dichterpersona, auf die Sibylla Schwarz in ihrem Schreiben zurückgreifen konnte und auf die sie von ihren Zeitgenossen und Rezipienten festgelegt wird, wenn sie über den Ehrennamen Sappho im Literaturbetrieb ihrer und kommender Zeiten etabliert wird. Dabei wird gezeigt, dass sapphisches Schreiben an gewisse Erwartungshaltungen gebunden ist, wie Musikalität und hohe Qualität der Gedichte, die Reflexion über starke Gefühlsregungen, eine teils verdeckte Einbindung weiblicher homoerotischer Untertöne sowie die Thematisierung der Möglichkeit, von der Macht der Leidenschaft sowie der unerträglichen Bittersüße der Liebe in den Tod getrieben zu werden. In ihren Gedichten macht Schwarz ihre Kenntnis von der Rolle Sapphos als weibliche Vorbildfigur für Literatinnen deutlich, inszeniert ihre Dichterpersona allerdings nicht vorrangig oder emphatisch in der Nachfolge der griechischen Lyrikerin Sappho.

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