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Dreißigjähriger Krieg und Öffentlichkeit

Zeitungsberichterstattung als Erste Rohfassung der Geschichtsschreibung

Thirty Years War and Public Life

Newspaper Reports as the First Draft of Historiography
In: Daphnis
Author:
Holger Böning Professor (a.D.), Sprach- und Literaturwissenschaften, Universität Bremen, Deutschland, boening@uni-bremen.de

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This study considers print media produced during the Thirty Years War, focusing on the fact – largely unknown by most historians of the war - that this was the first war in human history to be accompanied by newspapers printed on a regular weekly basis. It assesses the effectiveness of newspaper coverage of political, diplomatic and military affairs and the characteristics of war reporting. Little of what, in historiography, is generally counted among the arcana imperii remained hidden from the readers. A history of the war could be written on the basis of the newspaper reports alone. With very few exceptions, every battle and siege was covered in great detail. No other media shadowed the events of the war as closely as the newspapers, which present a unique narrative of the war and revealing insights into these historical events. They represent an indispensable historiographical source, constituting an initial draft historical narrative from a contemporary perspective.

Die Studie befasst sich mit den Druckmedien, die den Dreißigjährigen Krieg begleiteten. Im Mittelpunkt steht die bei den meisten Historiker des Krieges unbekannte Tatsache, dass erstmals in der Menschheitsgeschichte ein Krieg durch regelmäßig wöchentlich erscheinende gedruckte Zeitungen begleitet wurde. Gefragt wird nach der Leistungsfähigkeit der Zeitungsberichterstattung über das politische, diplomatische und militärische Geschehen und nach den Charakteristika der Kriegsberichterstattung. Wenig blieb dem Zeitungsleser von dem verborgen, was die Historiographie gewöhnlich zu den Arcana Imperii zählt. Auf der Grundlage der Zeitungen ließe sich eine eigene Geschichte dieses Krieges schreiben. Es gibt kaum eine Schlacht, keine Belagerung einer Stadt, über die nicht detailliert berichtet worden wäre. Kein anderes Medium ist näher an den kriegerischen Ereignissen. Die Zeitungen zeigen ein ganz eigenes Narrativ dieses Krieges und erlauben einen aufschlussreichen Blick auf das historische Geschehen. Sie stellen eine eigene unverzichtbare Quelle für die Geschichtsschreibung dar, indem sie deren erste Rohfassung aus der Sicht der Zeitgenossen bieten.

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