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‘VERBORGENE THEOLOGIE’, ENTHUSIASMUS UND ANDACHT BEI MARTIN OPITZ

In: Daphnis
Author:
Volkhard Wels
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Der Beitrag wendet sich gegen die Annahme neuplatonischer Tendenzen bei Opitz, der sich in der Poeterey von seinem — tatsächlich neuplatonisch beeinflußten — Vorbild Ronsard gerade in der Bestimmung der Dichtung als ‘verborgener Theologie’ abgrenzt. Hatte Casaubons Datierung des Corpus Hermeticum die Behauptung einer poetischen Uroffenbarung philologisch unmöglich gemacht, so lehnte die protestantische Theologie die Annahme einer nachpfingstlichen und außerbiblischen Offenbarung grundsätzlich ab. In der Konsequenz deuten die Poetiken der Frühen Neuzeit den übernatürlichen Enthusiasmus als natürliche Begabung. Nicht der neuplatonische Enthusiasmus, sondern der rhetorische Begriff der Anschaulichkeit (evidentia) und der theologische Begriff der Andacht stellen deshalb den Rahmen dar, in dem Opitzens Begriff der Dichtung zu verstehen ist.

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