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MORD, TOTSCHLAG, VERGEWALTIGUNG, UNTERDRÜCKUNG UND SEXUALITÄT

in Daphnis
Autor:in:
Albrecht Classen
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In den Mreren Heinrich Kaufringers macht sich auffallend häufig das Phänomen der physischen Gewalt bemerkbar, die vor allem die eheliche Gemeinschaft gefährdet oder sogar zerstört, Kaufringer verurteilt zwar nicht von vornherein die Anwendung von Gewalt, vor allem wenn sie zur Strafe von Verbrechen oder ethischen Normbrüchen eingesetzt wird. Er wamt aber vor dem unkontrollierten, hemmungslosen Einsatz von Gewalt, die letztlich katastrophal destruktive Folgen haben kann. Vor dieser narrativen Schablone ergeben sich eine Reihe von bedenkenswerten Einsichten in die Sozial- und Mentalitätsgeschichte im deutschen Städteleben, wo Kaufringers Meeren primär rezipiert wurden. Die Analyse wird darlegen, wie sehr diese Versnovellen Aussagen darüber vermitteln, wie das öffentliche Problem der Gewalt aus literarischer Sicht beurteilt und welche offentlichen und privaten Verhaltensweisen dem Leser/Zuhörer nahegelegt wurden. Zum Vergleich kommt am Ende auch Heinrich Wittenwilers Ring zur Sprache, wo sich das gleiche Phänornen konstatieren läßt.

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