Das Ãbersetzen über den Rhein diente C. Iulius Caesar zur persönlichen Kenntnisnahme der Verhältnisse auf der anderen Seite und ermöglichte ihm weitere Planung. Die vorliegende Ãbersetzung dient einer vergleichbaren Zielsetzung für den Glauben: denn nur persönliche Kenntnis kann weiter führen zu eigener Erkenntnis. Wortwahl und Stil holen die Themen nahe heran: direkt, im wahrsten Sinne logisch, gelegentlich in Bildern, immer konzentriert und in Bewegung nach vorne, an bestimmten Stellen nicht ohne hintergründigen Humor, zugleich im heutigen Sinne kompakt und dynamisch gerade auch dort, wo dem gedanklichen Fortschritt eine dazwischengeschaltete Synthese nutzt. Das Resultat ist ein erstaunlich dichter, dazu spannend interessanter, ins Weite führender Ausdruck des Glaubens an Christus.
Die der deutschen Ãbersetzung angefügten Sach-, Begriffs- und Personenregister liefern bei Bedarf einfache Kurzinformationen. Ãbersetzung und Register sind frei von elektronisch aufbereitetem Sprachmaterial. Die durchgehend nummerierten Anmerkungen stehen am unteren Seitenende. Deutsche Originalzitate sind im ursprünglichen Kontext sorgfältig aufgesucht worden und, wo vorhanden und wie vermerkt, wissenschaftlichen Gesamtausgaben entnommen. Bibelzitate geben die revidierte deutsche Einheitsübersetzung von 2017 wieder. Konzilstexte und Enzykliken bieten den deutschen Wortlaut von vorhandenen Ãbersetzungen in Standardwerken. Für die übersetzten Zitate von Kirchenvätern und anderen antiken Schriftstellern wurden die vom Autor genannten Ausgaben der griechischen und lateinischen Originaltexte benutzt. Ebenso wurden die übrigen fremdsprachigen Zitate allein für dieses Buch übersetzt. Buch-, Artikel- und Zeitschriftentitel wurden nicht übersetzt. Hervorhebungen des Autors in Fremdzitaten sind angegeben, ausgenommen antike und mittelalterliche Texte. Sein lebhafter, dabei immer gradlinig fortlaufender Sprachduktus lässt an die Beobachtung des Naturforschers und Schriftstellers Buffon (1707â1788) denken, der meinte: âDer Stil ist der Mensch selbstâ. Der Autor Gustave Martelet (geb.1916) war in der Tat âein Mann des gesprochenen Wortesâ: der bevorzugt mündlichen Kommunikation mit Studenten, mit führenden Forschern seiner und zum Teil noch unserer Gegenwart, mit vielen Kollegen, Freunden und Menschen verschiedener Religionen, Konfessionen und Nationen. 1946 war er Teilhard de Chardin (1881â1955) begegnet. Der Jesuit Martelet, der sich zuvor der Mathematik verschrieben hatte, entschied sich4 nach Philosophie und Theologie für die Paläontologie, das heiÃt für die Erforschung des Menschen in seinem Werden ebenso wie für dessen Sinn im Universum. Er war Konzilstheologe, Preisträger der Académie Française und viele Jahre Hochschullehrer (Professor der Fundamentaltheologie und Dogmatik) in Lyon, Rom und Paris, wo er 2014 gestorben ist. Seine Bücher gehen von den existentiellen Erfahrungen und brennenden Fragen des Menschen aus.
Die Ãbersetzerin
G. MARTELET, Teilhard de Chardin, prophète dâun Christ toujours plus grand, Bruxelles, Lessius, 2005, 9â10.