Ein Jahr nach Abschluss der Dissertation an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld im Sommer 2018 stelle ich fest, dass mich diese Arbeit zwei wichtige Dinge gelehrt hat: Mir ist noch einmal bewusst geworden, dass Geschichtsschreibung maÃgeblich vom Schreibenden und seinen Erfahrungen geprägt ist. Dies kommt umso mehr zum Tragen, wenn man einen vermeintlich âstummenâ Stoff in den Mittelpunkt der Untersuchung rückt. Die hier geschilderte Geschichte ist die einer Historikerin aus Süddeutschland, die ihre Kindheit in den 1980er Jahren zwischen Bodenseeidyll und Apfelplantagen verbrachte. Während sich einerseits niemand an fehlenden Sicherheitsgurten und unbehelmten Fahrradexpeditionen im Vorschulalter störte, bestimmten die mütterliche Panik vor Radioaktivität, Farbstoffen und dem Ozonloch die Erinnerung ebenso, wie die ersten Schreibversuche auf Umweltschutzpapier und eine UrgroÃmutter, die zu jedem Essen goldgelb geschmolzene Butter aus einer blauen Emaillepfanne reichte. Jegliche biografische Bezüge zur Landwirtschaft wären reine Konstruktion und Rapsfelder waren vor dieser Studie kaum im eigenen Bewusstsein verankert. Auch die Entstehungsumstände dieser Arbeit â am Schreibtisch auf der Museumsinsel in München, in einem Raum mit anderen DoktorandInnen aus der Geschichte, der Anthropologie, der Philosophie und Geografie â all diese Faktoren haben diese Studie in ihrer Perspektive und ihrem Narrativ geprägt. Bereits heute würde ich einiges anders machen und ich möchte betonen, dass es sich hier selbstverständlich nur um eine Geschichte von vielen handelt.
Eine weitere Erkenntnis ist die Tatsache, wie dankbar ich bin, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Aus diesem Grund möchte ich all jenen danke sagen, die mir dies ermöglicht haben und an meiner Seite standen: Ich danke meinem Betreuer Prof. Dr. Frank Uekötter, den ich während meines Studiums in München kennenlernte und der mich durch seine Forschung maÃgeblich prägte. Seine Unterstützung und der von ihm gewährte Freiraum lieÃen mich meinen eigenen Weg finden. Seiner Vermittlung verdanke ich, dass das Projekt groÃzügig durch die VolkswagenStiftung finanziert wurde. Ebenso danke ich Prof. Dr. Joachim Radkau, der sich bereit erklärte, als Zweitgutachter diese Arbeit zu beurteilen. Seine Begeisterung und seine Herzlichkeit haben mich zutiefst beeindruckt.
Mein weiterer Dank gilt dem Forschungsinstitut des Deutschen Museums. Neben den Menschen, die über die Jahre mit mir das Graduiertenkolleg als Arbeitsplatz teilten, möchte ich v. a. Andrea Walther als gute Seele des Hauses meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken. Ihr offenes Ohr und Herz waren mir immer gewiss. AuÃerdem möchte ich mich für das Vertrauen von Prof. Dr. Helmuth Trischler bedanken, der eine Aufnahme in die Reihe Geschichte der technischen Kultur ermöglichte. Zudem bin ich den MitarbeiterInnnen der besuchten Archive für ihre hilfreiche Unterstützung verbunden. Ohne sie wäre meine Recherche bei Weitem nicht so ergiebig gewesen. Im Speziellen sei an dieser Stelle Dietmar Brauer und seiner Familie gedankt, die mir unter phänomenalen Bedingungen ihr bestens sortiertes Familien- und Firmenarchiv geöffnet haben. Alle KollegInnen und FreundInnen, die Teile des Manuskripts gelesen haben, seien in diese Danksagung eingeschlossen. Für wichtige Anregungen und Verbesserungen danke ich insbesondere Dr. Robert GroÃ, Matthias Göggerle, Nico Lange, Dr. Lukas Breitwieser, Dr. Charlotte Holzer und meinen KollegInnen aus der Abteilung Luftfahrt im Deutschen Museum Tatjana Dietl und Phillip Berg. Ohne die Unterstützung von Dr. Andreas Schäfler, der meine erhobenen Daten ordnete, als ich selbst den Ãberblick zu verlieren drohte, wäre kein Graph erstellt und ohne meinen alten Banknachbar âStippiâ â Dr. Stephan Pröller â nicht in die Studie aufgenommen worden. Aus ganzem Herzen möchte ich Dr. Christina Dörfling dafür danken, dass sie mir in den letzten Monaten der Schreibphase Mut gemacht hat. Ein groÃer Dank geht auch Anja und Bernhard Prenner.
AbschlieÃend und im Besonderen danke ich meiner Mutter Reni und meinem Bruder Luis für ihr unerschütterliches Vertrauen in mich, sowie meinen GroÃeltern, den âNiedisâ, für ihre immerwährende Unterstützung und ihren Zuspruch.
Ich weiÃ, mein Vater Stefan wäre vor Stolz geplatzt.
München, Oktober 2019 Sarah Waltenberger