Zum Gegenstandsbereich der Hermeneutik
In: Perspektiven der PhilosophieSearch for other papers by Hans Köchler in
Current site
Google Scholar
PubMed
Purchase instant access (PDF download and unlimited online access):
Purchase instant access (PDF download and unlimited online access):
Es wird gezeigt, daß der Begriff der Hermeneutik in zwei verschiedenen Weisen verwendet wird, die grundsätzlich unterschiedenen Gegenstandsbereichen entsprechen: dem psychologischen und dem ontologischen Bereich. Der äquivoke Gebrauch des Terminus „Verstehen“, in welchem diese beiden Ebenen nicht unterschieden werden, führt, wie das Referat an einer Interpretation vor allern von HEIDEGGER und GADAMER aufweist, zu einer „Universalisierung“ bzw. „Ontologisierung“ des lediglich methodischen Problems des Verstehens, die ihm aufgrund seiner traditionell psychologischen Bestimmung (DILTHEY, DROYSEN, WEBER) nicht entspricht. Im Zusammenhang damit wird aufgezeigt, wie durch eine etymologisierende Definition des Wortes „Verstehen“ bei HEIDEGGER eine neue (ontologische) Bedeutungskomponente eingeführt wird, die in der nachfolgenden hermeneutischen Literatur nicht mehr als solche von der psychologischen Dimension unterschieden wird. Diese „Kategorienverrnengung“ wird als Grund für die unpräzise Formulierung der gesamten Methodenproblematik der Hermeneutik angesehen, vor allem hinsichtlich der Trennung zwischen den Aspekten sachlicher Richtigkeit (Wahrheit im ontologischen Sinn) einerseits und der Korrektheit der Interpretation (des hermeneutischen NachvoHzuges) andererseits.