Die beiden in diesem Band vereinigten Texte sind unterschiedlich wie sie unterschiedlich nur sein können. Der Text von Werner Flach bringt Kants geltungs- und prinzipientheoretische Freiheitslehre zur Darstellung und sucht zu zeigen, welches Erklärungspotential diese Lehre in puncto Humanität hat. Der Text von Christian Krijnen bringt Hegels logische und geistphilosophische Freiheitslehre zur Darstellung und sucht zu zeigen, daà und wie in ihr ein fundamentaler Aspekt der Freiheit thematisch wird, der in Kants Lehre unterbeleuchtet bleibt. Indem die beiden Texte zusammen publiziert werden, machen sie nach der Meinung der Autoren offensichtlich, welcher grundsätzliche und weitreichende Paradigmenkontrast die Vorstellung von der philosophischen Systematik durchwaltet: die die empirische Erkenntnis der kulturellen Phänomene rechtfertigende Geltungsdeduktion auf der einen Seite und die die Vielzahl und Vielfalt der kulturellen Phänomene zur Einheit formierende Deduktion auf der anderen Seite. Die Diskussionsbeiträge zeigen, welchen Stellenwert dem einen und dem anderen Paradigma im aktuellen Urteil zuerkannt, besonders, welches Potential in dem jeweiligen Paradigma gesehen wird.
Werner Flach (Lichtenau/Spessart)
Christian Krijnen (Baarn)
im Sommer 2020