Vorwort
Vorliegender Band umfasst die bei der internationalen interdisziplinären Tagung Eine Lichtung des deutschen Waldes: Mystik, Idealismus und Romantik vom 19. bis 21. Mai 2016 in Erfurt, und zwar an einer der wichtigsten Wirkungsstätten Meister Eckharts, dem Kapitelsaal des Erfurter Predigerklosters, gehaltenen, vom jeweiligen Autor anschließend für den Druck umgearbeiteten Vorträge. Eine Ausnahme bilden die Beiträge von José Sánchez de Murillo und Johann Kreuzer – welche in einem anderen Kontext, bereits vor neun Jahren verfasst wurden – sowie derjenige von Hans-Joachim Friedrich, der auf einen vom Autor am 12. November 2016 im Schiller Gartenhaus in Jena gehaltenen Vortrag (Forschungsseminar der Internationalen Jacob Böhme Gesellschaft über Böhme und die Romantik) zurückgeht. Die Tagung wurde von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) großzügig finanziert, welche auch den Druck dieses Bandes mit einem Zuschuss gefördert hat. Die Veranstaltung fand im Rahmen des von mir konzipierten und geleiteten DFG-Forschungsprojekts “ Der ewige Begriff des Individuums”: Eine historisch-philologisch-systematische Untersuchung der ‘mystischen’ Vernunft und deren Rezeption im Werk Schellings (Sachbeihilfe – QU-258/3-1) statt, welches – in seiner ersten Förderungsperiode (von 2015 bis 2017) – am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt durchgeführt wurde, konkret an der dort ansässigen Meister- Eckhart- Forschungsstelle, in Zusammenarbeit mit deren Direktor, Herrn Prof. Dr. Dietmar Mieth, und Herrn Prof. Dr. Markus Vinzent (King’s College, London) sowie der von Herrn Prof. Dr. Jörg Rüpke und Herrn Prof. Dr. Martin Mulsow geleiteten Kolleg-Forschergruppe Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive (FOR 1013). Die zweite Förderungsperiode ( Schellings Spätphilosophie: 1827-1846 [QU-258/3-2]), ist seit 2018 und bis 2019 am Institut für Philosophie der Universität Regensburg beheimatet.
Es sind in diesem Band diejenigen Beiträge gesammelt worden, die den Zusammenhang zwischen Mystik, [Neu]Platonismus und Idealismus angehen. Die das Verhältnis der Romantik zur Mystik betreffenden Vorträge werden in einem zweiten aus der genannten Tagung hervorgehenden Band in derselben Reihe und demselben Verlag (SMIP, Brill) erscheinen und von Herrn Dr. Thomas Isermann (Berlin), Herrn Dr. Günther Bonheim und Herrn Dr. Thomas Regehly (Internationale Jacob Böhme Gesellschaft) herausgegeben, die das Werk konzeptionell neu gestaltet haben und dazu neue Autoren anwerben konnten. Ihnen sei an dieser Stelle dafür herzlich gedankt.
Es wird noch einen dritten aus der Tagung hervorgehenden Band über die Meister- Eckhart- Rezeption im Nationalsozialismus geben, mit dem auf den vom Fachkollegium gemachten, im DFG-Bewilligungsbrief vom 3. Dezember 2014 mitgeteilten Vorschlag reagiert wird. Es wurde darin nämlich nahegelegt, “die ideenpolitischen Implikationen mit zu bedenken [...], in Hinblick auf die Wirkungsgeschichte der Beziehung [zwischen Mystik und Idealismus] im Mystikrevival des frühen 20. Jahrhunderts, dessen Wirkungen bis in der Ideologie des Nationalsozialismus ausstrahlen”. Vier Vorträge behandelten dieses Thema während der Erfurter Tagung, darunter zwei von den Autoren, die diesen dritten Band anschließend neu konzipiert haben und ihn herausgeben werden: Frau PD Dr. Martina Roesner (Universität Wien) und Dr. Maxime Mauriège, dem Beauftragten für das Meister Eckhart- Archiv am Thomas- Institut der Universität zu Köln. Auch dieser dritte Band wird in demselben Verlag und derselben Reihe erscheinen (SMIP – Brill).
Gedankt sei hier allen Autoren für die aufgebrachte Zeit und Mühe, die, wie ich meine, ausgezeichnete, die Forschung bereichende Früchte hervorgebracht haben. Gedankt sei ebenso allen bei der Vorbereitung und Durchführung der Tagung beteiligten Personen, an erster Stelle der evangelischen Predigergemeinde Erfurt – insbesondere Herrn Pfarrer Dr. Holger Kaffka –, die dem spanischen Katholiken die Räume im Erfurter Predigerkloster auf unkomplizierte und freundliche Weise zur Verfügung stellte, ebenso an Frau Diana Püschel, Geschäftsführerin der oben genannten Kolleg-Forschergruppe am Max-Weber-Kolleg, die mit ihrer freundlichen, kompetenten wie effizientesten Organisationsgabe die Tagung nicht nur überhaupt erst ermöglicht hat, sondern ihr zudem eine unvergessliche Aura zu verleihen wusste. Erwähnen möchte ich ebenso die Mitarbeiter, die als Hilfskräfte an der Organisation und Durchführung der Tagung beteiligt waren, Frau Stefanie Schulz, Frau Lisa Skop, Herrn Simon Färber und Herrn Christopher Harsch. Sie waren bestens imstande den reibungslosen Verlauf der Tagung zu sichern.
Frau Melanie Lipp, Mitarbeiterin des DFG-Projekts während der zweiten Förderungsphase am Institut für Philosophie der Universität Regensburg, hat – so, wie sie nun mal ist: zuversichtlich, intelligent und effizient – die deutschen Beiträge zur Korrektur gelesen. Herr Dr. Ian Richardson (olim King’s College, London, jetzt tätig in Edinburgh) hat die englischen Beiträge auf Korrektur gelesen. Er hat zudem das Foto auf dem Cover (Altenfels) zur Verfügung gestellt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Es wurde an einem unvergesslichen wie regnerischen Tag im Thüringer Wald aufgenommen, an dem wir beide lange durch den Wald irrten, bis es uns schließlich gelang, Altenfels – sozusagen Meister Eckharts Heimat –, bei Tambach-Dietharz zu erreichen.
Die Zusammenarbeit mit Frau Jennifer Pavelko (Senior Acquisitions Editor Philosophy) und Herrn Benjamin Suchard (Assistant Editor Philosophy) als den zuständigen Personen im Brill-Verlag ist stets reibungslos und erfreulich verlaufen. Ich bin ihnen beiden sehr dankbar dafür.
Gedankt sei schließlich nicht nur den zwei anonymen DFG-Gutachtern, die die Tagung und überhaupt das Projekt befürwortet und damit erst ermöglicht haben, sondern zudem auch – wie immer: mit besonderem Nachdruck – Herrn Prof. Dr. Burkhard Mojsisch. Mit Burkhard Mojsisch habe ich in meinem ganzen Leben – abgesehen von zwei, nicht besonders langen Telefonaten – fünf Minuten gesprochen, im Rahmen nämlich der von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Speer in Zusammenarbeit mit der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt und der Akademie gemeinnütziger Wissenschaft zu Erfurt zum Meister-Eckhart-Gedenkjahr 2003 der Stadt Erfurt vom 25. bis 28. September organisierten – inzwischen legendär gewordenen – Tagung Meister Eckhart in Erfurt. Es dürfte am 28. September 2003 gewesen sein, im Coelicum – das heißt bekanntlich im ‘Himmelchen’ – der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt auf dem Domberg. Denn unsere Heimat ist, wie es scheint, im Himmel (Phil. 3,20). Es war Burkhard Mojsisch – zusammen freilich mit meinem Doktorvater, Herrn Prof. Dr. Rolf Schönberger, der meinem philosophischen Weg entscheidende, noch bleibende Impulse gegeben hat –, der meine Studien zum Verhältnis zwischen Mystik und Idealismus gefördert hat; er hat zudem für einige Besprechungen meiner Dissertation über Meister Eckhart und Fichte (2002) gesorgt sowie eine entscheidende Rolle dafür gespielt, dass bestimmte, sich dem leichten Verständnis des Lesers – bewusst – entziehende Aufsätze von mir – zu Meister Eckhart, Schelling und Platon – in das Bochumer Jahrbuch für Philosophie der Antike und des Mittelalters aufgenommen wurden. Ohne diese Aufsätze wäre mein DFG-Antrag nicht einmal denkbar gewesen. Burkhard Mojsisch war natürlich zu unserer Tagung als Referent eingeladen. Der Brief ging nach Bochum kurz vor seinem sehr zu bedauernden Tod am 22. Juni 2015. Er fehlte der Tagung – und er fehlt heute immer noch der Meister-Eckhart-Forschung. Und doch ist er – damals wie heute – uns bleibend (μένων) – eben – geblieben.
Mein letzter Gedanke – es war im Übrigen auch mein erster – soll auch hier – es ist nun mal so, einfältig so – dem fratello peregrino gelten.
Das Buch ist meinem am 7. Juni 2016 verstorbenen Vater, Manuel Quero García, gewidmet: ihm gehörig bleibe ich – bleiben wir – in Ewigkeit.
Mitten in der Nacht – Muß immer der Morgen wiederkommen? Endet nie des Irdischen Gewalt? – in der Weimarer Provinz, am 31. Januar 2019 Andrés Quero- Sánchez